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TR-Update international: Englands Sturmkrise droht 6-Nations-Siegchancen zu gefährden
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Dienstag, 16. Januar 2018

Billy Vunipola ist für England ein absoluter Leistungsträger, wird England aber bei den Six Nations fehlen.
Billy Vunipola ist für England ein absoluter Leistungsträger, wird England aber bei den Six Nations fehlen.

Titelverteidiger England kassierte am Wochenende, keine drei Wochen vor dem Start der Six Nations, einen weiteren Tiefschlag, der die Siegchancen des Titelverteidigers deutlich mindern könnte. Mit Billy Vunipola brach sich die wohl beste Nummer acht der Welt den Arm und fällt erst wenige Spiele nach seinem Comeback erneut aus. Da auch Ersatzmann Nathan Hughes ausfallen wird und nunmehr auch James Haskell und Joe Marler durch eine Sperre nicht zur Verfügung stehen werden, herrscht Notstand im Sturm des Topfavoriten.

Als Englands aktueller Erfolgstrainer Eddie Jones die Auswahl des Rugby-Heimatlandes nach der letzten desaströs verlaufenen WM übernommen hatte, hieß es zurück zu den Basics. Jones wollte Englands alte Stärken - das starke Gedränge, die Gasse und Pakete - wieder zur Basis des Erfolgs machen. Damit hatte er überwältigenden Erfolg und konnte England zu zwei Six-Nations-Titeln und klaren Siegen gegen Australien und Südafrika führen. Nicht zuletzt deswegen zählt seine Mannschaft zum heißen Anwärter auf den Titel bei der WM 2019 in Japan machen.

Zwar glänzt England mittlerweile auch häufiger spielerisch mit seiner Dreiviertelreihe, doch die beiden Spielmacher Owen Farrell und George Ford können auch deswegen so offensiv agieren, da sie hinter einem dominanten Sturm spielen, der immer wieder die Vorteilslinie durchbricht. Nun allerdings gehen England nach und nach die Klasse-Stürmer aus. Zu allem Überfluss steckt Kapitän und England-Hakler Dylan Hartley in einer absoluten Formkrise mit seinen schwächelnden Northampton Saints.

 

Englands beste Achter Hughes und Vunipola im Duell gegeneinander - in zwei Wochen in Rom werden sie nicht auf dem Feld stehen

Die durch Verletzungen und Indiszipliniertheiten dezimierten Sturm-Reihen werden wohl schwer derart dominant auftreten, wie in den vergangenen beiden Jahren unter Jones, in denen jeweils der Six-Nations-Titel raussprang. Die Achter-Position dürfte nach den Verletzungen von Vunipola und Nathan Hughes wohl Jones größter Albtraum sein: Mit Exeters Sam Simmonds, der bisher lediglich ein Spiel im Weiß Englands absolviert hat und Baths bisher gänzlich international unerfahrenenen Zach Mercer stehen keine echten Alternativen da.

Doch nachdem sich erst Prop Joe Marler und dann noch Flanker James Haskell jeweils völlig unnötige Karten abgeholt haben und jeweils wochenlang gesperrt werden, sieht es noch kritischer aus um Englands Sturm. Haskell hatte sich gegen den walisischen Innen Jamie Roberts einen Schulter-Hit gegen den Kopf des Gegenspielers geleistet, der danach regungslos am Boden lag. Die mehrwöchige Sperre, mit der Haskell unter Garantie große Teile der Six Nations verpasst, hat er sich redlich verdient. Der einzige Hoffnungsschimmer aus englischer Sicht: Das erste Spiel in Rom gegen Italien wird nicht der absolute Härtetest werden, das Duell gegen Wales in der Woche darauf jedoch schon.

 

Der Hit, der James Haskell wohl die Six Nations kosten wird

Jedoch haben auch die Waliser akute Verletzungssorgen: George North, Taulupe Faletau, Liam Williams und Ross Moriarty wurden jeweils im Wales-Kader für das Sechs-Nationen-Turnier genannt, obwohl sie angeschlagen, verletzt oder ohne Spielpraxis sind. Ex-Kapitän Sam Warburton, Wales bester Innen Jonathan Davies und Dan Lydiate werden definitiv ausfallen.

Das allerdings ergibt auch Chancen für andere Akteure, die schon länger auf ihre Chance gewartet haben. James Davies und Josh Adams sind neu im heute bekanntgegebenen Kader. Ersterer ist Flanker beim amtierenden Pro-14-Sieger Scarlets und hat dort ein ums andere Mal glänzen können. Bereits in der Vorsaison hatte der Silber-Medaillen-Gewinner von Rio sich das Prädikat bester Flanker der Pro 14 verdient und auch in diesem Jahr glänzt er ein ums andere Mal. Die Frage bei Davies ist eher warum er es bisher nicht in den Wales-Kader geschafft hat. Josh Adams wiederum spielt in England beim Vorletzten Worcester, schafft es jedoch regelmäßig seine Hauptaufgabe als Außen zu erfüllen: Versuche erzielen. Angesichts Wales schwierigem Auftaktspiel gegen Geheimfavorit Schottland werden sich die Waliser strecken müssen, um nicht schon in Spiel eins alle Titelchancen zu verspielen. Doch die heimstarken Waliser werden auch gegen die aufstrebenden Schotten als leichter Favorit in die Partie gehen.

Davies hatte seit der Olympiade in Rio regelmäßig für seinen Klub Scarlets geglänzt

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