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Der Challenge Cup geht in die heiße Phase: Wer beerbt Vorjahressieger Montpellier?
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 20. Januar 2017

In der Pro 12 unter den eigenen Ansprüchen, im Challenge Cup vor dem Viertelfinaleinzug: Edinburgh Rugby. Foto (c) SRU Instagram
In der Pro 12 unter den eigenen Ansprüchen, im Challenge Cup vor dem Viertelfinaleinzug: Edinburgh Rugby. Foto (c) SRU Instagram

Rugby Champions Cup, Six Nations, Aviva Premiership, Pro12, Top 14, nationale Pokalwettbewerbe. Momentan gibt es Rugby pur und vor lauter Wettbewerben weiß man gar nicht, was man alles schauen soll. Ganz still und heimlich geht dabei auch der Challenge Cup als zweiter internationaler Wettbewerb nach dem Champions Cup in die entscheidende Phase, denn am Wochenende findet der letzte Gruppenspieltag statt. Mit Gloucester und den Ospreys sind bereits zwei Teams sicher qualifiziert, wobei bisher nur die Waliser als einziges bisher ungeschlagenes Team ihre Gruppe als Erster abschließen werden und damit für das Viertelfinale qualifiziert sind. Doch in den anderen Gruppen ist noch so einiges geboten:

Gruppe 1:

In Gruppe 1 geht es letztlich nur darum, wer die Gruppe als Erster und Zweiter abschließen wird. Hierbei werden sich Gloucester und La Rochelle ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, denn Gloucester liegt nur mit einem Punkt vor den Franzosen.


Für die Seele der Engländer erweist sich der Pokalwettbewerb als Balsam für die Seele, denn in der heimischen Liga läuft es alles andere als rund. Der englische Traditonsklub liegt mit dem momentanen achten Tabellenplatz weit hinter den eigenen Ansprüchen, so dass man sogar um die Qualifikation für die internationalen Wettbewerbe bangen muss. Da käme ein Sieg im Challenge Cup gerade Recht. Doch nun muss erst einmal im heimischen Kingsholm Stadium gegen Bayonne gewonnen werden. Bei einem einzigen Punkt, welche die Südfranzosen aus dem Baskenland bisher erreichen konnten, dürfte alles andere als ein Sieg der Mannen um den schottischen Kapitän Greig Laidlaw eine Überraschung sein. Zumal Bayonne seine Kräfte eher schonen wird, da es für sie um nichts mehr geht und man den Fokus auf die heimische Top 14 legen wird, denn momentan ist man auch hier das Schlusslicht.


Auch La Rochelle kann eigentlich mit einem Viertelfinaleinzug planen, denn mit 19 Punkten aus fünf Spielen ist man derzeit bester Gruppenzweiter. Doch auch hier werden die Franzosen alles probieren, um sich eine bessere Ausgangssituation für die weitere Runde zu verschaffen, um so auch die Chance auf ein Heimspiel zu wahren. Die Korsaren konnten dabei ihre starke Form in der heimischen Top 14 auch auf internationaler Eben bestätigen, denn auch hier ist man momentan auf dem zweiten Tabellenplatz zu finden. So wird auch hier ein klarer Heimsieg gegen die Italiener aus Treviso erwartet.


Entscheidend für die beiden Partien dürfte meiner Meinung nach die Höhe der Siege und damit der zusätzliche Bonuspunkt sein. Insbesondere La Rochelle dürfte auf es auf diesen abgesehen haben und dabei hoffen, dass Gloucester nur einen Sieg ohne Bonuspunkt erringt. Man darf also gespannt sein.
Die Partie La Rochelle – Benetton Treviso gibt es am Samstag, den 21.01.2017 live ab 21.00 Uhr auf DAZN zu bestaunen.


Gruppe 2:

In der Gruppe 2 ist bereits alles klar. Die Ospreys haben in beeindruckender Weise mit fünf Siegen samt Bonuspunkt der Gruppensieg errungen und sowohl Newcastle als auch Lyon mit 14 Punkten Abstand auf die folgenden Plätze verwiesen, wobei beide Mannschaften keine Chance mehr auf ein weiterkommen haben.


So geht es bei den Spielen zwischen Lyon – Grenoble und Newcastle – Ospreys um nicht mehr oder weniger als die Ehre. Die Ospreys werden vielleicht die ein oder andere Stammkraft schonen und auch Grenoble dürfte nicht mit seinen stärksten Spielern auflaufen, denn hier gilt ebenso die Konzentration auf die heimischen Liga. Denn ausgerechnet Lyon liegt mit neun Punkten Vorsprung auf dem sicheren zwölften Platz, welcher den Klassenerhalt bedeutet.


Gruppe 3:

Ganz anders hingegen geht es in der dritten Gruppe zu. Hier werden sich Brive und Newport-Gwent ein knallhartes Spiel um den Gruppensieg liefern. Insbesondere für die walisischen Drachen aus Gwent dürfte es um alles gehen, liegt man noch genau fünf Punkte hinter den Franzosen, so dass ein Sieg mit Bonuspunkt notwendig wäre. Es wartet also keine leichte Aufgabe im Stade Aménée-Domenech auf die Waliser, zumal man selbst bei einem Sieg nicht sicher als Gruppenzweiter weiter wäre und bei einer Niederlage definitiv aus dem internationalen Wettbewerb ausscheiden würde. Brive hat also alle Vorteile in seiner Hand.


In der zweiten Partie empfangen die Warriors aus Worcester die russische Mannschaft Yenisey-STM Krasnoyarsk. Worcester gab am vergangenen Wochenende in einem fehlerbehafteten Spiel noch einen sicher geglaubten Sieg gegen Brive aus der Hand und dürfte auf eine Wiedergutmachung brennen. Nicht die erste knappe Niederlage, denn auch im Hinspiel gegen Brive verlor man mit nur einem Punkt unterschied.  So gab man unnötigerweise insgesamt acht Punkte aus der Hand und damit auch die Chance um ein Wörtchen um den Gruppensieg mitzureden. Allerdings geht es für beide Mannschaften um nichts mehr und Worcester täte gut daran, sich auf die heimische Liga zu konzentrieren, in welcher man mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Tabellenletzten Bristol um den Klassenerhalt zittern muss. Doch man dürfte sich wohl kaum die Schmach geben wollen, die Gruppenphase auf dem letzten Tabellenplatz und damit hinter dem russischen Qualifikationsteam abzuschließen, zumal man das Hinspiel in Krasnoyarsk verloren hat. Die Russen wissen in ihrer zweiten Teilnahme am Challenge Cup durchaus zu gefallen und konnten nach acht Punkten aus zwei Siegen in der vergangenen Runde diesmal sogar neun Punkte durch den Bonuspunkt-Heimsieg gegen die Newport Gwent Dragons erzielen. Man darf also durchaus gespannt sein, wie Worcester in dieses Spiel gehen wird.


Gruppe 4:

Noch spannender geht es jedoch in Gruppe 4 zu, denn auch hier wird es am letzten Spieltag ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Gruppensieg geben.
Tabellenführer Bath empfängt dabei im schmucken Recreation Grund den abgeschlagenen Tabellenletzten Pau und auch hier kann es aus Sicht des Gastgebers nur einen Sieg geben. Auch wenn Bath das Hinspiel nur mit drei Punkten Unterschied gewinnen konnte, so wissen die Spieler von Todd Blackadder um die Bedeutung dieses Spiels. Gerade zu Hause ist man eine Macht und bis auf Exeter konnte noch keine Mannschaft im Recreation Ground einen Sieg bejubeln.


Auch im zweiten Spiel ist die Ausgangslage klar. Die Cardiff Blues liegen mit 17 Punkten auf dem zweiten Platz und selbst bei einer Niederlage gegen Bristol könnten diese nicht mehr an den Mannen aus Cardiff vorbeiziehen. Zumal Bristol sich eher auf die heimische Liga und auf den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren wird. Daher gehe ich auch hier von einem Heimsieg der Waliser aus, zumal diese nur bei einem Sieg sicher sein können, dass sie als Gruppenzweiter noch weiterkommen, wobei man hier definitiv auch auf die Ergebnisse der anderen Gruppen schauen muss.


Gruppe 5:

Neben Gruppe 1 bietet die Gruppe 5 wohl die meiste Spannung, denn auch hier ist noch völlig offen, wer als Gruppenerster bzw. Gruppenzweiter in die nächste Runde einzieht. Dass es die rumänische Mannschaft aus Timisoara schwer haben dürfte und dementsprechend die Gruppe mit null Punkten abschließt, ist mit Sicherheit keine Überraschung. Dass aber die Schotten aus der Hauptstadt Edinburgh am letzten Spiel noch vor den Harlequins und Stade Français Paris liegen, ist es dann doch durchaus. Insbesondere wenn man sich das schwache Abschneiden von Edinburgh in der heimischen Pro12 anschaut. Vor allem die zwei Siege gegen die Harlequins und der starke Heimsieg gegen die Franzosen aus Paris, als man zur Halbzeit bereits 3-20 zurücklag und die Partie dann noch mit 28-23 für sich entscheiden konnte, wussten zu gefallen. Und alles andere als ein Heimsieg in der neuen Spielstätte Myreside gegen die Saracens aus Rumänien wäre auch hier eine Überraschung, zumal die Schotten dieses Jahr besonders motiviert sein dürften, da das Finale des Challenge Cup im schottischen Nationalstadion Murrayfield stattfinden wird.

 

Unerwarteter Erfolg in London bei den Quins: Edinburgh auf dem Weg zum Finale daheim?


Interessanter dürfte hier das zweite Spiel zwischen Stade Francais und den Harlequins werden. Für beide Mannschaften sicherlich eine enttäuschende Saison. Die All Pinks laufen ihren eigenen Ansprüchen mal wieder hinterher und dies sowohl in der heimischen Top 14 als auch im internationalen Bereich. Wer dachte, dass bei Paris mit dem letztjährigen zwölften Tabellenplatz der Tiefpunkt erreicht wäre und dies der nötige Schuss vor den Bug war, der sieht sich getäuscht. Auch in dieser Saison dümpelt man nur im unteren Mittelfeld rum und das anstehende Spiel hat durchaus entscheidenden Charakter. Bei sieben Punkten Rückstand und einem Spiel weniger auf die Harlequins muss heute ein Sieg her, um bei einem weiteren Sieg im Nachholspiel bei Timisoara noch an den Engländern vorbeiziehen zu können und um sich Chancen auf ein Weiterkommen aufrecht zu erhalten. Doch bei den Quins ist das gleiche Bild zu erkennen. In der Liga nur auf Platz 7 liegend wäre man zwar noch bei den internationalen Spielen dabei, aber Gloucester und Newcastle sitzen da schon im Nacken. Und ohne den verletzten Chris Robshaw dürfte es im schweren Auswärtsspiel nicht leichte werden. Fakt ist, wer dieses Spiel gewinnt, der hat gute Chancen als Gruppenzweiter weiterzukommen.

Auch dieses Spiel Stade Français - Harlequins gibt es am Sonntag, denn 22.01.2017 live ab 14.00 Uhr auf DAZN.

Es erwarten uns also einige spannende Partien am Wochenende und es ist schön zu sehen, dass es durchaus eine gute Durchmischung der qualifizierten Mannschaften gibt und es keine so eindeutige Dominanz einer Nation gibt, wie es beispielsweise bei den irischen Mannschaften im Champions Cup der Fall ist.

 

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von unserem Leser Alex Leibheimer. Wir bedanken uns für die tolle ausführliche und sehr informative Vorschau Alex!

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