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Unsere Jungs in Frankreich: Hilsenbeck&Menzel vor historischem Halbfinale, Marks verliert U22-Finale
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 17. Mai 2019

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Für Hilsenbeck und Menzel geht es am Sonntag im Halbfinale der Pro D2 gegen Brive. Noch zwei Siege und das deutsche Duo wäre in der Top 14.

Das deutsche Duo Chris Hilsenbeck und Tim Menzel ist gerade dabei Historisches zu vollbringen. Die beiden deutschen beim bretonischen Zweitligisten RC Vannes stehen im Halbfinale der Pro D2, wo sie am Sonntag Nachmittag bei Brive antreten. Eric Marks hat derweil am letzten Sonntag das Finale der französischen U-22-Meisterschaft mit La Rochelle gegen Toulon verloren.

Die Bretagne ist für vieles bekannt, ihre raue aber ebenso schöne Küste, ihr unberechenbares Klima und ihren Cidre. In Sachen Sport denkt man bei der Bretagne zuallererst an Fußball - doch ein Verein aus einer bretonischen Kleinstadt macht sich gerade daran, dies zu ändern. In einer Liga, dominiert von den südfranzösischen Traditionsklubs, ist der RC Vannes aus der 50.000 Einwohner zählenden Stadt sozusagen das gallische Dorf.

Erst seit drei Jahren sind die Vannetais in der französischen der vollprofessionellen zweiten Liga und seit der letzten Saison ist Deutschlands Spielmacher Chris Hilsenbeck beim RCV der Verbinder. Im Laufe der letzten Saison stieß sein ehemaliger Handschuhsheimer Kollege Tim Menzel  dazu und beide haben in dieser Saison Historisches vollbracht: Den erstmaligen Einzug in die Aufstiegs-Playoffs.

Doch damit nicht genug, im Barrages-Heimspiel, was dem Viertelfinale entspricht konnte Vannes Mont de Marsan, immerhin vor vier Jahren noch Erstligist und französischer Meister in den 60ern, mit 50:10 nach Hause geschickt werden. Das Stade de la Rabine aufgrund von Ausbauarbeiten gerade nur mit einer verminderten Kapazität von 8.000 Zuschauern, feierte seine Helden. Frankreichs Rugby-Bibel Midi Olympique titelte „der Offensivwahnsinn“ - immerhin war Vannes der höchste Sieg in der Playoff-Geschichte gelungen.

Historischer Sieg: Vannes erzielte gegen Stade Montois den höchsten Sieg der Playoff-Geschichte

Nun sind Hilsenbeck und Menzel nur noch zwei Siege vom Aufstieg in die erstklassige Top 14 entfernt. Zwei Deutsche aus der Handschuhsheim-Jugend in der Liga gespickt mit All Blacks, Springboks und Frankreich-Nationalspielern? Doch bis zur Erfüllung dieses Traums ist es noch ein steiniger Weg. Diesen Sonntag um 14:15 geht es für Vannes nach Brive, dem letztjährigen Absteiger aus der Top 14. Mit 12,2 Millionen € Jahresbudget der zweitreichste Klub der Liga.

Brive war in der regulären Saison die absolute Übermannschaft, holte mit Abstand Platz eins und konnte wie Oyonnax die Barrages-Spiele aussetzen. In den beiden Duellen mit Vannes in der regulären Saison zog Brive jeweils als Sieger vom Platz (11:9 und 61:14) - dazu findet das Halbfinale vor knapp 15.000 Brive-Fans im Stade Amédée-Domenech statt. Eigentlich spricht also alles für Brive, deren letzte Niederlage Anfang April ausgerechnet gegen Aurillac erfolgte, mit einem anderen Ex-Löwen in ihren Reihen - Julius Nostadt.

Die Bretagne ist im Rugby-Fieber und zwei Deutsche sind mittendrin

Eric Marks unterliegt mit La Rochelle im U22-Finale

Für Deutschlands jungen Adler-Dauerbrenner gab es derweil nicht das erwünschte Happy End zum Abschluss seiner Espoirs-Karriere. Im dritten und letzten Jahr bei der U-22 von La Rochelle war Marks bis ins Finale vorgedrungen, musste sich dort aber am vergangenen Sonntag Toulon geschlagen geben. Unter den Augen vom exzentrischen Toulon-Besitzer Mourad Boudjellal und Toulon-Trainer Patrice Collazo, der noch zu Anfang von Marks La-Rochelle-Karriere der dortige Senioren-Coach war, musste sich 14:26 geschlagen geben.

Für Marks natürlich das Karriere-Highlight im letzten Spiel der Espoirs-Liga, wo der Nachwuchs der französischen Erst- und Zweitligisten gegeneinander antritt. „Für uns war es ein großes Erlebnis und auch wenn es nicht geklappt hat, trotzdem toll, dass das letzte Spiel für La Rochelle ein Finale war!“, wie Marks im Gespräch mit TR erläutert.

Noch zur Halbzeit hatte La Rochelle mit 9:5 geführt, doch die mangelnde Chancenauswertung kam dem Team aus Atlantik-Stadt schlussendlich teuer zu stehen, wie Marks erklärt: „Wir haben stark begonnen und waren oft in der Toulon-22, konnten aber nur Straftritt mitnehmen. Da hätten wir schon zwei oder drei Versuche mitnehmen müssen. Auch in Halbzeit zwei haben wir unsere Chancen nicht genutzt, Toulon hat es besser gemacht und ist davon gezogen. Wir konnten leider nur zu spät noch zu einem Versuch kommen.“

Für Marks ist die Vereins-Saison damit erst ein Mal beendet, aber das nächste Highlight steht bereits im Kalender. Das Relegationsspiel gegen Portugal am 15. Juni in Frankfurt und auch darüber haben wir uns mit dem ehemaligen Aachener unterhalten. „Es wird weder ein entscheidendes Spiel, es ist entscheidend dafür, wohin sich Rugby in Deutschland in den nächsten Jahren entwickelt. Wir können es uns nicht erlauben das Spiel zu verlieren, schon gar nicht zuhause“, so der Zweite-Reihe-Stürmer über das anstehende Relegationsspiel.

Marks abschließend zum Duell mit Portugal: „Dafür brauchen wir alle Spieler zusammen. Es wird wie letztes Jahr natürlich ein hart umkämpftes Spiel werden, Portugal ist stark, kämpft bis zum Ende genauso wie wir das auch machen. Wenn uns was auszeichnet dann der Fight bis zum Ende. Das haben wir oft genug gezeigt. Wir müssen die Leistung von November wieder abrufen. Ich werde da sein fit sein.“

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