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TR-Presseschau: Riesiges Medien-Echo, Fragen nach der Zukunft des deutschen Rugbys
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 19. November 2018

Kapitän Michael Poppmeier führt die deutsche Mannschaft aufs Feld
Das Duell mit Kanada war in allen großen deutschen Medien ein Thema. Foto (c) Kessler

Auf dem Feld scheiterte die deutsche XV daran sich den ganz großen Traum von der Rugby-WM zu erfüllen. Für Rugby-Verhältnisse in Deutschland war das Medienecho des Entscheidungsspiels gegen Kanada jedoch riesig und deutet darauf hin, was eine WM-Quali dem ovalen Ballsport hierzulande an Aufmerksamkeit bescheren könnte.

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Unsere Berichterstattung aus Marseille mit freundlicher Unterstützung von Decathlon

Sowohl in den TV-Beiträgen, als auch Online und in den deutschen Zeitungen ist ein teilweise gänzlich unterschiedliches Echo zu vernehmen. Während einige Beiträge sehr kritisch mit der Leistung der deutschen Mannschaft ins Gericht gehen, betonen andere den Kampfgeist der schwarzen Adler. Düstere Aussichten oder Traum von der WM, je nachdem wo man sich über das Spiel der DRV XV informiert, bekommt man einen völlig anderen Eindruck vom Geschehen am Samstag.

TV-Beiträge: Düstere Aussichten und Hoffnung

Gleich beide öffentlich-rechtlichen Fernseh-Anstalten waren mit Teams in Marseille vertreten und brachten in ihren Sonntags-Sportsendungen jeweils ausführliche Beiträge zum Kanada-Spiel. Sowohl die ZDF-Sport-Reportage, als auch das ARD Sportstudio haben ein Millionen-Publikum und viele Zuschauer dürften von der Stärke unserer schwarzen Adlern überrascht gewesen sein.

Das ZDF war schon in der vergangenen Woche im DRV-Quartier in Aix-en-Provence und führte unter anderem mit Kapitän Michael Poppmeier ausführliche Hintergrundgespräche. „Schwere Jungs und dicke Tränen“ heißt es im Beitrag des Mainzer Senders - doch mit der Einschätzung, dass dies die „erste und vielleicht einzige Gelegenheit“ sei zur WM zu fahren, können wir von TR nicht übereinstimmen.

 

„Schwarz-rot-goldene Rugby-Euphorie in Frankreich“ hieß es ob der lautstarken deutschen Fans im Beitrag der Sportschau, der trotz der gegebenen Enttäuschung insgesamt einen optimistischeren Ton anschlägt. So heißt es, dass der Traum von der WM weiter lebt, eventuell schon zur WM 2023 in Frankreich.

Im Deutschlandfunk war das Qualifikationsspiel von Marseille ebenso ein Thema - Sport-Redakteur Sebastian Trepper bescheinigte der deutschen Mannschaft einen Kampf mit viel „Herz und Energie“ und erläutert den Hörern auch den Hintergrund dieses Repechage-Turniers. Die Wirren um die Auseinandersetzung des DRV mit seinem ehemaligen Groß-Förderer bezeichnet Trepper als „eine der verrücktesten Geschichten die {ihm) im Sport jemals begegnet ist“.

Print-Medien: Kritik und Respekt vor Kampfgeist

Auch die Print- und Online-Medien berichteten prominent aus Marseille. Die Süddeutsche hatte mit Tobias Schächter einen Sport-Redakteur in die Mittelmeer-Metropole geschickt. Schächter sieht den deutschen Rugby-Sport vor einer ungewissen Zukunft: „Der deutschen Mannschaft droht nach dem Qualifikations-Aus für die WM 2019 eine düstere Zukunft. Weiter heißt es: „Nach der gescheiterten WM-Qualifikation droht der Randsportart Rugby ein weiteres Dasein in der Nische.“

Deutschlands größtes Boulevard-Blatt BILD titelt in der gedruckten Ausgabe "Kanada-K.O. statt WM" und ergänzt mit Blick auf die Leistung der DRV XV "Einsatz gut, Ertrag mau".

Die Rhein-Neckar-Zeitung war in Form von Ex-DRV-Präsident Claus-Peter Bach in Marseille vertreten und titelte: „Gewogen und für zu leicht befunden“. Bach attestiert den Kanadiern einen verdienten Sieg und kritisierte weiter: „Es war zu ahnen, dass eine "Materialschlacht" solchen Ausmaßes nur die Kanadier würden gewinnen können, da die deutschen Innendreiviertel so schlecht spielten, dass sie nicht ein einzige Lücke öffneten und es über 80 Minuten nicht einmal fertig brachten, die beiden ebenso schnellen wie wuchtigen Außendreiviertel anzuspielen.“

Eine Meldung des Sport-Informations-Dienst schaffte es in dutzende Online- und Print-Medien, darunter die FAZ, Sport 1 und das Sport-Portal Spox. Darin heißt es, dass die deutsche Mannschaft durch „großen Kampfgeist“ überzeugte und sich von der Offensiv-Power der Kanadier lange nicht beeindrucken ließ.

Deutschlands prominentes Nachrichten-Portal Spiegel Online zitiert Trainer Mike Ford, der analysierte: „Wir haben sicher nicht unser bestes Spiel gemacht, das ist etwas enttäuschend zu diesem Zeitpunkt“.

World Rugby lobte in der offiziellen Meldung des Weltverbands die sture deutsche Defensive, die sich weigerte aufzugeben: „Es war beeindruckend, dass Deutschland derart lange dran blieb - elf Minuten vor Schluss trennte ein einziger Versuch beide Teams - angesichts des Ballbesitzes und der Feldposition der Kanadier“

Kanada: Reife als Schlüssel zum Sieg und Erleichterung

In Kanada herrscht derweil Erleichterung - Kanadas größter Sport-Sender TSN erklärt den Lesern seines Internet-Auftritts, dass ein Verpassen der WM den Rugby-Verband bis zu 10 Millionen Dollar gekostet hätte. Coach Kingsley Jones erklärte nach dem Spiel über das deutsche Team: „Deutschland ist ein wirklich starkes Team, große Jungs, und was war eine Art Endspiel. Es war uns klar, dass es nach 60 Minuten noch eng sein würde, aber dass wir am Ende sogar noch den Bonuspunkt geholt haben, zeigt unsere Reife.“ Kanadas öffentlich-rechtlicher Sender CBC sah die Reife der kanadischen Mannschaft ebenso als Schlüssel für den Sieg.



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