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TR-Vorschau Rugby Bundesliga: Derbyzeit in der Hansestadt, Spitzenspiel im Süden
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Donnerstag, 11. Oktober 2018

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Zu einem Derby gehört harter Kampf, genau das will der HRC seinem Lokalrivalen Pauli Samstag liefern. Foto (c) Hermann

Nach einwöchiger Verschnaufpause ist die Rugby-Bundesliga zurück! Gerade in der Hansestadt Hamburg könnte die Vorfreude kaum größer sein - nach einer Spielzeit Pause ist das Hansestadt-Derby zurück. Pauli empfängt den HRC und es geht dabei noch um viel mehr, als das Prestige im hohen Norden. In Berlin kehrt Danny Stephens mit seinem neuen Verein Germania List an seine alte Wirkungsstätte zurück, während in Frankfurt das Süd-Spitzenspiel der Runde in Frankfurt ausgetragen wird: Die RGH gastiert bei 1880 Frankfurt. Neckarsulm will daheim gegen Heusenstamm endlich den ersten Saisonsieg einfahren.

Nord/Ost

FC St. Pauli - Hamburger RC
Samstag 13. Oktober, 15 Uhr

Rugby-Fans in der Hansestadt mussten auf dieses Duell eine ganze Spielzeit lang verzichten. Die beiden größten Klubs der Nord-Metropole kämpfen einmal mehr um die Vorherrschaft an der Saarlandstraße - zuletzt hatte dieses Duell um die 1.000 Zuschauer in die Rugby-Arena gelockt und auch am Samstag dürfte dies bei fast schon sommerlichen Bedingungen um die 26 Grad kaum anders sein. Zumal die sportliche Relevanz akuter ist, als dies beiden Klubs lieb sein könnte. Das Derby ist nämlich zugleich auch das Aufeinandertreffen der einzigen beiden sieglosen Nord-Klubs, die folgerichtig auf den letzten beiden Rängen der Bundesliga-Nordstaffel stehen.

Kein Wunder, dass Pauli-Coach Fritze Michau im Gespräch mit TR betont: „Es ist ja nicht nur ein Derby, sondern auch ein Spiel Letzter gegen Vorletzter. Insofern ist das Spiel nicht nur moralisch wichtig. Es hat auch eine hohe Bedeutung für die Tabelle.“ Gleichwohl betont das Pauli Urgestein mit Blick auf das Duell gegen den großen Rivalen auch: „Wobei ich ganz klar sagen kann, dass ich lieber die Derbies gewinnen würde und trotzdem absteige als andersherum. Schließlich spielt man Rugby für Respekt und nicht, um irgendeiner Liga anzugehören.“

Gleichwohl ist man sich bei den Paulianern der Schwere der Aufgabe bewusst. Eine echte Siegchance gab es in den vier bisherigen Partien noch nicht und spielerisch konnte der Aufsteiger lediglich im Auftaktdurchgang gegen Germania List überzeugen, in dem sich die Gastgeber vor drei Wochen den bisher einzigen Bonuspunkt sicherten. Trainer Michau spricht von einer ungünstigen Ausgangslage und räumt zugleich ein, dass man als Außenseiter in das Duell gehen werde, zumal dem Bundesliga-Rückkehrer wichtige Akteure verletzt ausfallen.

Das wiederum will man bei Pauli aber nicht als Ausrede sehen: „Wir haben uns vorgenommen endlich so gut zu spielen wie wir können. Nichts zurückzuhalten oder uns von Umständen entmutigen zu lassen, sondern wirklich alles raus zu tun, was drin ist. Dann werden wir dem HRC einen guten Kampf abfordern.“

Beim Lokalrivalen sieht man dem Spiel trotz der sportlich schwierigen Zeiten ebenso euphorisch entgegen. HRC-Urgestein Lars Dreessen, der aus der Vereinsjugend stammt und seit nunmehr zehn Jahren für die Rot-Schwarzen stürmt, erklärt die Bedeutung dieses Spiel gegenüber TR wie folgt: Das Derby hat für mich einen ganz speziellen Stellenwert. Es ist das Spiel auf das man als Hamburger hinfiebert. Grund dafür ist unter anderem die tolle Zuschauerkulisse die sich in den letzten Jahren bei den Derbies etabliert hat.“

HRC-Urgestein Lars Dreessen

Als Grund für die steigende Bedeutung des Derbys macht Dreessen die zunehmend knapperen Ergebnisse aus und dieses Mal erwartet der Dritte-Reihe-Stürmer noch mehr Feuer im Derby: „Noch brisanter ist zudem das beide Clubs im Tabellenkeller stehen und  wichtige Punkte im Abstiegskampf brauchen. Daher freue ich mich auf ein kampfbetontes, spannendes Spiel, mit dem hoffentlich besseren Ausgang für uns.“

Sein Teamkollege Lasse Roeder, der ebenso auf fast zehn Jahre für die erste Herren zurückblicken kann, betont: „Es ist das emotionalste Spiel des Jahres. Während der Saison muss man aufpassen, sich nicht zu sehr und zu früh auf's Derby zu konzentrieren. Zumal nach dem enttäuschenden Saisonstart freuen wir uns daher, dass es endlich soweit ist.“ Roeder erklärt weiter, dass er einen ganz besonders motivierten Gegner erwartet und dr Druck daher ein ganz anderer sei, als in den sonstigen Spielen. Am Samstag, so Roeder abschließend, gelte es die „ernüchternde Siegquote“ im Derby aus den letzten 20 Jahren endlich zu verbessern.

Natürlich will auch der HRC auf die wichtigen Punkte im Abstiegskampf nicht verzichten und sich den inoffiziellen Titel Stadtmeister sichern - auch wenn der Tenor insgesamt lautet, dass es ein spannendes sowie enges Duell zweier ebenbürtiger Gegner sei. Die Verteidigungsleistung aus der Niederlage gegen den RK 03 soll dabei als Benchmark herhalten, wobei gleichwohl die Chancenverwertung besser werden müsse.

TotalRugby-Prognose: Der HRC und Pauli sind an der Saarlandstraße im Rugby-Park sozusagen Nachbarn, Rivalen und liebste Feinde. Man kennt sich, spielt zum Teil in Auswahlmannschaften miteinander, aber am Samstag wird man in den Farben getrennt eines der größten deutschen Rugby-Duelle austragen. Auch wenn es in der vergangenen Saison kein Derby gab, an diesem Samstag wird es keine Überraschungen geben, dafür kennen sich beide Teams zu gut. Spielerisch dürfte die zahlreichen Zuschauer kein Feuerwerk erwarten, trotz der optimalen Bedingungen. Dazu sind beide Teams zu sehr im Formtief momentan. Was allerdings garantiert ist, sind 80 Minuten harter und ehrlicher Kampf, Rivalität und Respekt, all das, was Rugby zu so einem besonderen Sport macht. Sportlich hat der HRC zuletzt die leicht bessere Visitenkarte hinterlassen und deshalb sehen wir Rot-Schwarz hauchdünn mit +5 Zählern vorne.

Berliner RC - SC Germania List
Samstag 13. Oktober, 15 Uhr

Das zweite Gastspiel eines Hannoveraner Top-Klubs im Berliner Westen und die Hauptstädter vom BRC wollen, nachdem sie sich gegen 78 die Tabellenführung gekrallt haben, diese so schnell nicht wieder hergeben. Dieses Mal ist mit Germania List die neue Mannschaft des letztjährigen BRC-Coaches Danny Stephens zu Gast. Wie sein Nachfolger Uwe Maaser im Gespräch mit TR erklärt, freuen sich seine Jungs besonders gegen ihren Ex-Coach und dessen neue Mannschaft anzutreten. Darüber hinaus werde man natürlich auch alles daran setzen, die Tabellenführung zu verteidigen so der ehemalige U-18 Coach des BRC - doch Coach Maaser blickt auch darüber hinaus: „Unser Fokus bleibt der Prozess der Entwicklung unserer Mannschaft. Dabei bringen Spiele gegen Topteams wie 78 oder Germania die Mannschaft extrem weiter.“

Nach dem perfekten Start mit vier Bonuspunktsiegen in vier Partien und der souveränen Tabellenführung, soll dieser tolle Trend nun weitergeführt werden. Danny Stephens verwundert die Entwicklung des BRC indes keineswegs: „Schon der frühe lief, als ich noch Trainer war, hervorragend. Nur gegen 78 mussten wir eine knappe Niederlage einstecken. Darauf bauen sie jetzt auf - der BRC hat viele tolle Spieler und mittlerweile auch die nötige Tiefe im Kader, um ganz oben mitzuspielen.“ Im Wissen um diese Stärke schiebt der Waliser Stephens seinem Ex-Klub die Favoritenrolle zu. „Sie sind absolute Favorit, als Tabellenführer und zumal daheim - ihr Spielstil liegt der Germania traditionell nicht, aber damit müssen wir zurecht kommen“, so Stephens weiter. Gleichwohl habe er, so der Germania-Trainer zu TR, einen Plan parat, mit dem man durchaus eine Siegchance habe.

 

Nach dem Sieg über 78 mit viel Selbstbewusstsein unterwegs - der BRC


TotalRugby-Prognose: Im Falle eines Sieges würde Germania an den Berlinern vorbeiziehen können und so kurz vor dem Hannover-Derby wäre das für die Lister ein riesiger moralischer Schub. Doch zuerst steht der wohl der härteste Auswärtstrip der Saison an und wie Danny Stephens wohl am besten beurteilen kann - der physische und direkte Spielstil der Berliner liegt den Germanen nicht. Um sich eine Chance auf den Sieg zu geben, wird die Germania am Wochenende den BRC-Sturm unter Kontrolle bringen müssen. Bei tollen äußeren Bedingungen dürfte die Dreiviertelreihe den Gästen durchaus eine Siegchance geben. Doch der Favorit bleiben die Gastgeber vom BRC - bisher konnte in dieser Hinrunde noch kein Team den Hauptstädtern gefährlich werden und auch am Samstag sehen wir Berlin mit +8 Punkten vorn.

RC Leipzig - Berlin Grizzlies
Samstag 13. Oktober, 15 Uhr

Im letzten Jahr waren diese beiden Teams direkte und verbittert kämpfende Konkurrenten um den Klassenerhalt und auch nach vier Spieltagen liegen beide Teams Kopf-an-Kopf in der Tabelle. Wer auch immer diesen Vergleich für sich entscheidet, dürfte voraussichtlich mit weitaus weniger Abstiegssorgen überwintern. Kein Wunder, dass RCL-Teammanager Sven Paukstat ein „richtungsweisendes Spiel“ auf seine Männer zukommen lässt. Nach dem guten zweiten Durchgang bei Germania List, der den Sachsen trotz Niederlage einen Offensiv-Bonus sicherte, gehe man optimistisch in dieses Duell.

Die Vorgeschichte zwischen beiden Teams - die Bissvorwürfe in der Hinrunde, sowie der Versuch der Grizzlies über den grünen Tisch an Leipzig vorbeizuziehen - soll hierbei keine Rolle spielen. Viel mehr, so ist aus Leipzig zu hören, freue man sich Kapitän Benno Förtsch wieder an Bord zu haben. Der Achter soll für mehr Sicherheit und Durchschlagskraft sorgen. Auf dem Rasen will man sich indes auf keinerlei Emotionen einlassen, sondern nüchtern den eigenen Stiefel herunterspielen.

Daheim gegen die Grizzlies haben sich Leipzig und Gedrängehalb Reinhardt Engelbrecht viel vorgenommen

Gäste-Coach Ian Fowler gibt sich derweil ebenso nüchtern, immerhin habe er mit der gesamten Vorgeschichte nichts am Hut: „Was in der Vergangenheit geschehen ist, belassen wir auch da. Uns geht es darum Rugby-Spiele zu gewinnen und zwar auf dem Feld.“ Um dies zu erreichen erwartet der Australier von seinen Grizzlies mehr Konsistenz und Disziplin. Beides hat dem Relegationsteilnehmer zuletzt geschadet, zumal auswärts. Sollten seine Männer dies umsetzen, so ist sich Fowler sicher, werde man ein gutes Spiel und Siegchancen haben.

TotalRugby-Prognose: So sehr beide Seiten im Vorfeld betonen, wie nüchtern sie diese Partie angehen wollen, so heiß wird es in Leipzig Stameln auf dem Feld hergehen. Zu heikel ist die Vorgeschichte mit dem Abstiegs-Hickhack und der Biss-Vorwürfen der Grizzlies gegen die Leipziger vor knapp einem Jahr. Eine entscheidende Frage dürfte sein, inwiefern die Grizzlies ihre Emotionen am Samstag unter Kontrolle bekommen können. Schon einmal hatten die Männer von Ian Fowler einen möglichen Sieg leichtfertig weggeworfen - gegen den RK 03 hatten sie fleißig Karten gesammelt und der Lokalkonkurrenz somit zum Sieg verholfen. Erneut dürfte es ein Duell zweier ebenbürtiger Mannschaften sein und dies könnte tatsächlich verheerend sein. Wir sehen die Leipziger Gastgeber mit dem Heimvorteil im Rücken hauchdünn vorne - Leipzig gewinnt mit +2 Zählern.

Hannover 78 - RK 03 Berlin
Samstag 13. Oktober, 15 Uhr

Bei Hannover 78 war nach der Niederlage beim BRC, die gleichbedeutend mit dem Verlust der Tabellenführung und weißen Weste war, wundenlecken angesagt. Immerhin blieben dem Hannoveraner Traditionsklub mit dem spielfreien Woche ein wenig mehr Zeit, welche im Training intensiv genutzt wurde. Jetzt allerdings erwartet das Trainerteam von seinem Team wieder Leistung: „Wir haben wieder was gut zu machen - nach dem BRC-Spiel sind wir unter Zugzwang“, so die Ausgangslage laut Coach Benny Krause.

In erster Linie gelte es, so der ehemalige Nationalstürmer weiter, die eigenen Fehler auszumerzen, sowie klar zu Punkten zu kommen. Dann sei die Zielsetzung - „ein Sieg mit Offensivbonus“ - alles andere als utopisch. Immerhin können die Hannoveraner mit vollem Kader in das Duell mit den Hauptstädtern gehen und sind dementsprechend optimistisch.

Die Gäste aus der Hauptstadt sehen sich indes als Underdog, wie Teammanager Lutz Joachim im Gespräch mit TR erklärt. Deshalb liege der Druck allerdings auch bei den 78ern, erst recht seit deren Niederlage gegen den BRC. Weiter erläutert Joachim gegenüber TR: „Wir sind aktuell gut in Form und können befreit aufspielen, da wir nichts zu verlieren haben. Einen Sieg von uns erwarten sicher nicht allzu viele. Das ist vielleicht die kleine Chance die wir nutzen können.“

Man wolle befreit aufspielen und da sein, sollte 78 dem Druck nicht gewachsen sein. Personell sieht es mittlerweile besser aus, auch wenn Kapitän Falk Duwe mit seinem Wadenbeinbruch in diesem Jahr kein Spiel mehr absolvieren wird. Nach seiner Reha wird er den RK 03 erst im Frühjahr wieder aufs Feld führen dürfen.

TotalRugby-Prognose: Die Niederlage beim BRC war ein gehöriger Dämpfer für Hannover 78, das steht außer Frage. Doch gleichwohl trennte nur ein Versuch die Niedersachsen vom Sieg in der Hauptstadt und in der Schlussphase war das Team um die Nationalspieler Szczesny, Fischer und Co. drauf und dran diesen zu erzielen. Deshalb sollte niemand eine Krise beim Vorjahres Nordmeister heraufbeschwören. Gleichwohl ist ein Sieg daheim gegen den RK 03 jetzt Pflicht. Die Gäste können befreit aufspielen und werden für die 78er sicher kein leichter Gegner sein. Dennoch sehen wir 78 am heimischen schnellen Graben am Ende mit +12 Punkten vorne.

Süd/West

SC Frankfurt 1880 - RG Heidelberg
Samstag 13. Oktober, 14 Uhr

Gipfeltreffen im Süden: Erster gegen Zweiter, die jeweils besten Offensivabteilungen mit 205 erzielten Punkten nach vier bzw. drei absolvierten Spielen, zwei der drei verbliebenen ungeschlagenen Teams - das Duell Frankfurt 1880 gegen die RG Heidelberg verdient den Namen Spitzenspiel.

In Frankfurt sieht man sich selbst trotz des optimalen Saisonstarts, dem Heimvorteil und den signifikanten Kaderverstärkungen im Sommer als Underdog, wie Teammanager Todd Kearns gegenüber TR erklärt. Immerhin habe man in den letzten fünf Jahren nur einmal gegen die RGH gewinnen können. Umso intensiver habe man sich mit dem Film-Material der letzten Partien beschäftigt und die letzten Tage genutzt um sich auf das blitzschnelle Spiel der RGH Siebener-Stars einzustellen.


Momentan befinde man sich, so Kearns weiter, in einer richtig guten Ausgangslage - das Team funktioniere und die Spieler arbeiteten auf und neben dem Feld füreinander. Mit einem aktiven Erholungsplan und dem spielfreien Wochenende gehe man zudem frisch in die Partie. Abschließend betont 1880-Teammanager Kearns: „Wir werden den Willen zum Sieg zeigen müssen und das Bedürfnis eine Revanche für vergangen Niederlagen zu bekommen, natürlich wird die RGH da aber auch ein Wörtchen mitreden wollen!“

Die Gäste wiederum stehen mit drei Bonuspunktsiegen in drei Spielen zwar hervorragend da und haben bei einem Spiel weniger genauso viele Punkte erzielt wie der Gegner und Tabellenführer. Dabei kassierten die Orange Hearts aber auch fast drei Mal so viele Gegenpunkte in achtzig Minuten Rugby weniger. Mit Frankfurt erwartet man ein starkes Team, wie Coach Jeff Tigere gegenüber TR bestätigt. Die Vorbereitung sei durch die spielfreie Woche und die Nationalmannschaftscamps ein wenig durcheinandergewirbelt worden, aber man werde in Frankfurt topmotiviert, absolut fokussiert und mit einem Plan in der Tasche antreten.

TotalRugby-Prognose: In der Rückrunde der Vorsaison war dieses Duell ein absoluter Thriller, den die Orange Hearts am Ende mit 39:34 für sich entscheiden konnten. In der Zwischenzeit hat sich aber einiges getan. Frankfurt ist zu einem echten Top-Team gereift, hat sich personell verstärkt und tritt dazu am Samstag an der heimischen Feldgerichtsstraße an. Die schnellen Bedingungen auf hartem Untergrund bei sommerlichen Temperaturen werden sicherlich der RG Heidelberg zu Gute kommen. Doch Frankfurt bringt ein unglaublich physisches Spiel mit in die Partie und hat zudem in der Hintermannschaft auch einige schnelle Jungs aufzubieten. Wir sehen Frankfurt 1880 vorne - die Gastgeber setzen sich mit +5 in einer denkbar knappen Partie durch.


Heidelberg RK - SG TV CfR Pforzheim
Samstag 13. Oktober, 15 Uhr

Es war jahrelang das absolute Topspiel der Rugby-Bundesliga. Seit 2012 trugen diese beiden Klubs gleich fünf Mal das Finale um die deutsche Meisterschaft aus, vier Mal mit dem besseren Ende für den Klub, 2016 sicherte sich Pforzheim seinen bisher einzigen Meistertitel. An diesem Samstag jedoch spielt hier der Fünfte gegen die Siebten der Südstaffel - beide Kontrahenten mussten über den Sommer hinweg einen personellen Aderlass hinnehmen und die Playoffs scheinen für beide Teams zumindest momentan außer Reichweite.

Dem Klub kam das spielfreie letzte Wochenende gelegen, nachdem man zuvor drei Spiele innerhalb von nur einer Woche zu absolvieren hatte und dabei Federn lassen musste. Beim Klub will man mit einem Sieg den Blick perspektivisch wieder auf die Playoff-Plätze richten und sieht sich für das Duell mit den Rhinos gewappnet, wie Coach Pieter Jordaan erläutert: „Wir wollen unsere Leistung in jedem Spiel steigern und wenn wir das schaffen werden wir gegen Pforzheim, die nach wie vor über herausragende Einzelspieler verfügen und nicht zu unterschätzen sind, den Bonuspunktsieg auch schaffen.“ Trotz der Niederlage gegen Frankfurt am vorletzten Wochenende zeigt sich der Südafrikaner zufrieden mit der Entwicklung und will diese nun fortgeführt sehen. 

Einen Schub dürfte dem Klub die Rückkehr von Gedrängehalb, Kapitän und Antreiber Sean Armstrong geben. Noch zu Saisonbeginn im Urlaub weilend, wird er dem Klub trotz seiner Verpflichtungen in der Nationalmannschaftsvorbereitung nunmehr zur Verfügung stehen. Ob seine beiden DRV-XV-Kollegen Jörn Schröder und Steffen Liebig, die beide angeschlagen aus der WM-Quali-Vorbereitung gekommen sind, zum Einsatz kommen werden, ist noch fraglich. Siebener-Ass Nicklas Hohl fällt mit einer Bauchmuskelverletzung jedenfalls weiterhin aus.

Bei den Gästen, deren Ausbeute von zwei Bonuspunkten bei ihren bisherigen vier Niederlagen mager ist, glauben an ihre Chance, wie Coach John Willis erklärt: „Die Mannschaft, die die grundlegenden Dinge richtig macht und die Fehler in Taktik und Disziplin begrenzt, wird am Ende einen hart erkämpften Sieg davon tragen.“ Gleichwohl betont er, dass das spielerische Potenzial in seinem Kader vorhanden sei, um am Samstag auf dem künstlichen Grün des Klubs den ersten Saisonsieg einzufahren.

Natürlich leide man unter den Abgängen und dem Verletzungspech, jedoch gelte es zunächst „die Verteidigung {zu} verbessern, denn wir haben zuletzt zu viele gegnerische Versuche zugelassen“, wie Pforzheims neuseeländischer Coach weiter erläutert. Dann habe man sein Schicksal selbst in der Hand, so Willis abschließend - denn im Rugby sei immer alles möglich.

TotalRugby-Prognose: Zwei ehemalige Spitzenklubs, die mittlerweile um den Anschluss an die Spitzengruppe, oder gar gegen den Abstieg spielen. Viel ist vom Glanz des einstigen Spietzenspiels der letzten Jahre nicht übrig geblieben. Dennoch ist das Spiel am Harbigweg ein richtungsweisendes. Den Gästen droht die rote Laterne und das nur gute zwei Jahre nach dem sensationellen Gewinn der Meisterschaft. Der HRK könnte immerhin in Schlagdistanz zum Spitzen-Trio bleiben. Spielerisch haben sich die Rhinos zuletzt aber zu schwach gezeigt, um gegen den noch immer gefährlichen Klub zu bestehen. Mit seiner soliden Sturm-Plattform und angeführt von Sean Armstrong sehen wir den HRK mit +15 Zählern vorne.

Neckarsulmer SU - RK Heusenstamm
Samstag 13. Oktober, 15 Uhr

Ein weiteres richtungsweisendes Duell an diesem fünften Spieltag der Rugby-Bundesliga - für Heusenstamm würde die Hinrunde mit dem dritten Sieg in Folge vorzeitig zum Erfolg und ein erster Schritt wäre gemacht, um den Umweg Relegation dieses Mal zu vermeiden. Für Neckarsulm dagegen stünden im Falle einer Niederlage dunkle Wintermonate mit reichlich Zeit für Abstiegsängste bevor. Für beide Teams geht es also um sehr viel.

Bei den Gastgebern, die in dieser Saison noch keinen einzigen Zähler ergattern konnten, ist man sich der Formstärke der Gäste bewusst. Heusenstamm, so NSU-Coach Mark Kuhlmann gegenüber TR, habe zuletzt ein paar tolle Leistungen gezeigt: „Besonders die Höhe der Ergebnisse gegen Pforzheim und Luxemburg bereiten uns Kopfzerbrechen“, so der NSU-Coach. Selbst hat man bei der NSU noch immer mit Personalsorgen zu kämpfen. Neckarsulms bereits gut gefülltes Lazarett - in dem mit Sack (Abriss Bizepssehne) Mitocaru (Kreuzbandriss) Carter (Innenband und Kniescheibe) Brandt (Knöchelbruch) einige prominente Namen sind - dürfte sich erst zur Rückrunde wieder merklich leeren.

 

Nach zuletzt zwei Bonuspunktsiegen mit breiter Brust in Neckarsulm: Die Heusenstammer Füchse

Kuhlmann will seine Jungs derweil befreit aufspielen lassen und nimmt ihnen die Angst vor dem Abstieg: „Wir werden alles versuchen, aber wir fallen auch nicht auseinander, wenn wir zum Schluss in die zweite Liga müssen, dann bricht die Welt auch nicht zusammen.“ Aber bis dahin sei es noch ein weiter Weg und die freie Woche hat man bei der NSU genutzt um die Verteidigung zu verbessern, damit diese dem Heusenstammer Angriffswirbel standhalten kann.

Gäste-Trainer Markus Walger gibt zwar die Marschroute klar vor, indem er betont „wir wollen siegen“, warnt gleichwohl aber, dass die NSU nach den letzten Niederlagen gefährlich sei, wie ein verletztes Raubtier. Doch die Pause habe dem Trainerteam, besonders Susanne Wiedemann und Michael Ferraris die Chance gegeben, den Gegner genau zu analysieren. Darüber hinaus sei die komplette Mannschaft hochmotiviert und will den dritten Sieg in Folge klarmachen.

Dazu stimme in dieser Saison auch die Tiefe im Kader, wie Walger betont. Zwar fallen Prop Otterbein und Hakler Gennaro aus, dennoch hat man mit Polheim, Sabinarz, Eckert, Joswig, Heberer und Howells sechs „sehr gute Erste-Reihe-Stürmer“ dabei. Selbst das Fehlen der beiden Kreativ-Kräfte Leon Hees und Sam Rainger könne momentan gut kompensiert werden und im Trainerteam habe man noch immer die Qual der Wahl.

TotalRugby-Prognose: In Neckarsulm war man sich der Wichtigkeit dieses Duells früh bewusst und schonte bereits gegen die RGH einige Akteure. Doch dabei kam auch eine Schlappe mit knapp 100 Gegenpunkten heraus, die dem angeknacksten Selbstbewusstsein der Unterländer kaum geholfen haben dürfte. Beim morgigen Gegner herrscht dagegen nahezu Euphorie nach zwei klaren Siegen, die die Füchse vom Tabellenende auf Rang vier katapultiert haben. Vor allem hat sich der RKH dabei auch spielfreudig gezeigt und viele Punkte erzielt, während bei der NSU im Schnitt derer nicht einmal zwölf pro Partie herausgesprungen sind. Neckarsulm wird den Füchsen daheim einen harten Kampf liefern, aber wir sehen Heusenstamm mit +11 Zählern vorne.

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Kommentare (4)add comment

Andreas Hauer said:

2314
st. Pauli und HRC
Haben die beide den gleichen Platz?
Oktober 12, 2018

Andreas Hauer said:

2314
st. Pauli und HRC
Haben die beide den gleichen Platz?
Oktober 12, 2018

Matthias Hase said:

381
...
Nicht nur den gleichen, sondern den selben Platz.

HRC, FC St. Pauli, HSV und Exiles Hamburg RFC trainieren und spielen in der Rugby-Arena Stadtpark und auf dem Rugbyplatz Barmwisch - teilweise von der U6 bis zu den Old Boys, Frauen und Männer. Zudem gibt es im Stadtpark noch den Trainingsplatz \"Am Bären\". Die Eimsbüttler Koalas trainieren zudem auf Flächen im Bezirk Eimsbüttel.

Die Situation war in Hamburg noch nie großartig anders. Früher gab es lediglich die \"Milchwirtschaft\" im Stadtpark statt des Platzes am Barmwisch.
Oktober 12, 2018

Andreas Hauer said:

2314
Danke
Für die ausführliche Info.
In Heidelberg ist wenigstens noch eine Straße zw. den Konkurrenten ߘ
Oktober 12, 2018

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busy
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 12. Oktober 2018 )
 
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