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TR-Review: HRC siegt im Hamburg-Derby, Germania entthront BRC, 1880 schlägt RGH
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 15. Oktober 2018

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Derby-Triumph nach achtzig packenden Minuten in der Hansestadt - der HRC setzte sich gegen den Erzrivalen durch. Foto (c) HB Photographie

Spieltag fünf der Rugby-Bundesliga. Derbyzeit in der Hansestadt und in einem packenden Duell setzt sich der HRC gegen den Aufsteiger Pauli durch. An der Spitze ist nun Hannover 78, nachdem der Stadt-Rivale Germania den 78ern mit einem Sieg gegen den BRC zur Spitze verholfen hat. Im Süden setzt sich Frankfurt 1880 nach hartem Kampf und langer Unterzahl gegen die RGH durch. Heusenstamm gelingt ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Nord/Ost

Berliner RC 20 - 37 SC Germania List

Die wohl größte Überraschung des Spieltags ereignete sich im Westen der Hauptstadt. Germania List, mit dem noch in der Vorsaison als BRC-Coach fungierenden Danny Stephens, schickte sich an den bisher einzig ungeschlagenen Nord-Klub zu überrumpeln. Tatsächlich gelang den Listern mit ihrer bisher besten Saisonleistung genau das - „das war die Leistung, auf die wir alle gewartet hatten“ fasste Stephens das Geschehen vom Samstag-Nachmittag zusammen.

Zuvor hatte seine Mannschaft vor allem in der Defensive überzeugen können, im bisherigen Saisonverlauf gerade gegen sturmstarke Teams ein Defizit der Germanen. „Wir haben ihnen physisch alles entgegengesetzt und stark verteidigt“ urteilte auch Stephens. Dabei sollte es lange dauern, bis die Spielfreude und die schnelle Dreiviertelreihe der Germanen selbst Lücken in die BRC-Defensive reißen konnte.

Nach einer unglaublich engen ersten Hälfte stand es 13:12 für die Gastgeber, ein Durchbruch von BRC-Stürmer Daniel Wurm hatte für den einzigen Versuch vor der Pause geführt. Die Gäste dagegen waren nur über den starken Rechten von Verbinder Daniel Koch zu Zählern gekommen, schon zum Pausentee hatte der Siebener-Nationalspieler vier Kicks durch die Stangen gejagt. Germanias Spielmacher erarbeitet sich ein Sonderlob von seinem Trainer - sein taktisches Kickspiel habe die Berliner in ihrer Hälfte festgenagelt und gerade bei den Konterversuchen nach tiefen Kicks hatte der Ex-BRC-Trainer eine Schwäche ausgemacht, die man clever ausgenutzt habe.

Ein sprichwörtlich goldener Oktober für Germania List

Nach der Pause ergaben sich dann gegen müder werdende Berliner Räume. Erst zogen die Gäste auf 19:13 davon, dann aber zeigte der BRC auch warum er in dieser Spielzeit zu den absoluten Spitzenteams der Liga gehört. Eine lange Druckphase der Gastgeber resultierte erst in zwei gelben Karten für die Gäste, darunter eine für Kapitän Mau und schließlich in einem Versuch von Tom Schneider, der von Nachwuchsspieler Philip Gleitze schön freigespielt wurde. Die restlichen Minuten in doppelter Unterzahl, Mitte des zweiten Durchgangs, konnte Germania dann aber schadlos überstehen und sich mit zwei Straftritten gar noch die Führung sichern.

Das war der Wendepunkt in dieser Partie, Germanias Defensive hatte eine absolut brenzlige Phase überlebt und sich keine weiteren Undiszipliniertheiten geleistet. So konnten die Gäste in den allerletzten fünf Minuten einer über 75 Minuten hochspannenden Partie mit zwei schnellen Konterversuchen noch den schlussendlich zu deutlichen Endstand herstellen. Berlins Viktor Feidt holte sich mit dem Schlusspfiff noch völlig unnötigerweise eine rote Karte ab und wird den Berlinern nun wohl noch eine Weile fehlen.

Germania dagegen stürzt den BRC von der Tabellenspitze und verhilft damit ausgerechnet dem Erzrivalen 78 zum Platz an der Sonne. Doch bereits am kommenden Wochenende können die Lister im Hannover-Derby selbst den Tabellen-Thron ersteigen. „Wir werden nächste Woche noch einmal eine Schippe drauflegen müssen - der Gewinner dieses Spiels hat eine verdammt gute Ausgangsposition für den Rest der Saison und unser Team findet im genau richtigen Moment endgültig zusammen“ so das Urteil des Germania-Coaches.

FC St. Pauli 14 - 21 Hamburger RC

Ein packendes Hamburger Derby vor erneut großer Kulisse und bei perfekten äußeren Bedingungen geht, nachdem das Momentum über die 80 Minuten in der Rugby-Arena der Hansestadt hin- und hergewogen ist, mit einem Sieg der am Ende routinierten HRC-Rugger zu Ende. Dritte-Reihe-Stürmer und HRC-Urgestein Lars Dreessen, der auf nahezu zehn Jahre in der ersten Mannschaft der Rot-Schwarzen zurückblicken kann analysierte gegenüber TR: „Es war das erwartet kampfbetonte enge Spiel mit dem glücklicheren Ende für uns. Es hätte aber auch anders ausgehen können, wobei unsere Defensive am Ende uns den Sieg gerettet hat. Respekt an Pauli, die sich nicht aufgegeben haben und weiter Druck gemacht haben.“

Zuvor hatte der HRC sich in der ersten Hälfte abgeklärter gezeigt und war direkt in der absoluten Anfangsphase in Front gegangen. Die schnellen HRC-Phasen überrumpelten die formal als Gastgeber in die Partie gehenden Paulianer. Die fingen sich zwar in der Folge defensiv, kamen aber zunächst nicht zu Punkten im Gegenteil. Erst legte der HRC per Straftritt nach und konnte dann mit der letzten Aktion des Auftaktdurchgangs per Intercept zum Pausenstand von 13:0 vermeintlich davonziehen.

 



Pauli ließ sich davon aber nicht allzu sehr schocken, im Gegenteil, die Pausenansprache von Coach Fritze Michau schien ihre Wirkung zu entfalten. Pauli entfaltete noch mehr Druck und zeigte sich direkt effizienter - ein Doppelschlag brauchte die als Gastgeber in der Hamburger Rugby-Arena antretenden Paulianer plötzlich in Front: Erst kam das Spielgerät per sehenswerter Kombination bis nach ganz außen, wo Eckdreiviertel Jannis Wegner zum Anschluss ablegen konnte. Als dann Gedrängehalb Julian Putzke wenige Minuten später nach einem starken Pauli Gedränge die letzten Zentimeter über die Linie hechtete, war Feuer in der Partie. Pauli führt mit 14:13 und schien drauf und dran einen Überraschungssieg einzufahren.

Für den HRC war das Aufkommen des Stadt-Rivalen dann aber eine Art Weckruf - denn auf einmal war Rot-Schwarz wieder am Drücker. Nachdem gleich zwei Gedränge an der Paulianer Linie zu nichts führten, sollte ein schneller Richtungswechsel auf die kurze Seite den Erfolg bringen. Der HRC holte sich die Führung mit gut zehn Minuten auf der Uhr zurück und konnte per Straftritt noch erhöhen. Dennoch war das Unentschieden für Pauli mit einem erhöhten Versuch noch zu erhöhen - in einer Schlussphase auf Messers Schneide belagerte Braun-Weiß das HRC-Mal noch einmal, doch es sollte nicht sein an diesem sonnigen Oktobertag.

Für Pauli bleibt am Ende lediglich der zweite Bonuspunkt der Saison und ein Rückstand von vier Zählern auf die auf dem vorletzten Rang verbleibenden HRC-Rugger. Das kommende Gastspiel gegen den RK 03 dürfte für Pauli kein Zuckerschlecken werden. Der HRC wird dagegen an gleicher Stelle gegen den RC Leipzig durchaus auf Zählbares aus sein.


Hannover 78 69 - 5 RK 03 Berlin

Für die Gastgeber war es nicht die erwartet harte Prüfung, da die Gäste mit nur einem Ersatzspieler angetreten waren, schien früh klar, wer nach achtzig Minuten als Sieger feststehen würde. Zumindest in der Anfangsviertelstunde konnten die sturmstarken Gäste, die sich in den Standards zum Teil gar überlegen zeigten, mithalten. Einen frühen 78-Versuch glichen die schweren Jungs des RK 03 per Pick&Go aus und konnten damit zumindest in der Anfangsphase für ausgeglichene Verhältnisse sorgen.

Doch 78s schnelles Phasenspiel ermüdete die Berliner bei sommerlichen Temperaturen mehr und mehr. Der auf Außen spielende Siebener-Crack Jarrod Saul stellte postwendend Hannovers Führung wieder her und noch vor der 30-Minuten-Marke sollten Gedrängehalb Windolf, Flanker Benjamin Simm und der auf Innen spielende Christopher Kopp den Offensiv-Bonus für die Gastgeber klar machen. Nur über ihr Gedränge konnten die Gelb-Schwarzen aus der Hauptstadt im Spiel halten und erzwangen gar eine zehnminütige Auszeit für 78-Prop Schax kurz vor der Pause.

Doch das bescherte den Berlinern nur eine kurze Verschnaufpause - noch in Unterzahl konnte der gut aufgelegte Deutsch-Australier Saul nachlegen und als erneut Windolf und Saul das Ergebnis mit einer halben Stunde auf der Uhr über die 50er-Marke schraubten, drohte den Gästen ein echtes Waterloo. Doch in der Schlussphase verflachte das Spiel ein wenig, ohne dass der RK sein Malfeld sauber halten konnte. Szczesny, Max Kopp und Kapitän Pascal Fischer schickten die Berliner schließlich mit weiteren Versuchen und einer deftigen Klatsche nach Hause.

Bei 78 hält sich die Euphorie ob dieses Kantersieges aber in engen Grenzen - Coach Benjamin Krause gegenüber TR: „Berlin ist mit 16 Mann und nicht mit ihrem Top-Team angereist - wir haben unser Ding durchgezogen, unsere Punkte gemacht. In der ersten Reihe haben uns ein paar Leute gefehlt, auch deshalb waren wir im Gedränge unterlegen. Wir haben aber das Beste draus gemacht und unsere Chancen genutzt.“ Mit dem Sieg erobert der Vorjahres-Nordmeister die Tabellenspitze zurück, der Fokus liegt aber bereits jetzt zu 100% auf dem Hannover-Derby, das mit dem Sieg der Germania gegen den BRC noch an Brisanz gewonnen hat.

Spitzengruppe Bundesliga Nord

Team Spiele Punkte Differenz
1. Hannover 78
5 21 +170
2. SC Germania List
5 20 +41
3. Berliner RC
5
20 +82
4. RK 03 Berlin
5 14 -58

RC Leipzig 49 - 5 RC Berlin Grizzlies

Einen überraschend deutlichen Sieg erarbeiteten sich die Leipziger gegen die Berlin Grizzlies, die ihrer bisherigen Auswärtsschwache treu blieben. Nach einer sehr kurzen Phase des Abtastens eröffnete ein Genie-Streich von Leipzigs Schluss Frederik Greyling den Punkte-Regen - der Südafrikaner chippte gefühlvoll über die Gäste-Defensive, sammelte das Leder selbst auf und tauchte unter dem Jubel des Heim-Anhangs ins Malfeld ein. Wenig später dann war es erneut Greyling, der einen Fehler der Grizzlies gnadenlos ausnutzte, als die Berliner an der 22 der Sachsen in vielversprechender Position das Spielgerät verloren und der Leipzig Schluss zum 80-Meter-Sprint ansetzte. Das 14:0 schien bereits ein Nackenschlag, von dem sich die Grizzlies nicht mehr erholen sollten.

Auch bei den Standards zeigte sich der RCL dominant und ein starkes Gedränge nutzte Leipzigs Verbinder Samkele Yafele um zum dritten RCL-Versuch durchzubrechen. Zwar sollte der Gast nach einem Konter direkt im Gegenzug zum 5:19 Anschluss kommen, doch mehr sollten den Berlinern an diesem sonnigen Nachmittag in der Sachsen-Metropole nicht gelingen. Leipzig schnappte sich direkt im Anschluss über seinen schnellen syrischen Außen Alrebdawi, der von Gedrängehalb Engelbrecht nach einem Durchbruch super in Szene gesetzt wurde, den Bonuspunkt. Noch vor der Pause machte Schluss Greyling indes seinen Hattrick perfekt, nachdem ein langer Kick von den Grizzlies völlig falsch eingeschätzt wurde und Greyling das Leder nur noch auflesen und ablegen musste.

 

Leipzig (hier Kapitän van Zyl) war den Grizzlies an diesem Wochenende klar überlegen

Durchgang zwei brachte dann nicht mehr viele Aufreger, was aufgrund der jüngeren Geschichte zwischen beiden Teams eine gute Nachricht ist. Leipzigs Achter Forwood und Verbinder Yafele kamen jeweils noch zu Versuchen, aber sonst plätscherte die Partie vor sich hin bis zum erlösenden Schlusspfiff von Schiedsrichterin Pickert. Leipzig-Coach Kuntze machte trotz sieben Versuchen der Sachsen die Defensive des RCL als Schlüssel zum Sieg aus, denn der Druck bei eigenem Ballbesitz habe die Gäste geknackt. Die Grizzlies hatten sich gerade in Durchgang zwei sang- und klanglos ihrem Schicksal hingegeben und rangieren nun erstmals hinter Leipzig in der Tabelle. Da in der kommenden Woche der BRC bei den Grizzlies zu Gast ist, dürfte sich daran so schnell nichts ändern. Leipzig tritt den langen Weg nach Hamburg zum HRC an und will dort den vierten Platz erobern.


Süd/Ost

SC Frankfurt 1880 29 - 22 RG Heidelberg

Knapper Sieg im spannenden Spitzenspiel für Frankfurt 1880, die trotz einer halbstündigen Unterzahl ihre frühe Führung über die Zeit retten konnten - doch immerhin nimmt die RG Heidelberg zwei Bonuspunkte aus der Begegnung an der Feldgerichtsstraße mit. Man sei mit einem blauen Auge davongekommen, so RGH-Coach Jeff Tigere gegenüber TR, wobei man diese Partie auch durchaus hätte gewinnen können. Frankfurt hatte den besseren Start erwischt und war durch die kurze Ecke Ian Minjire in Führung gegangen. Der Kenianer hatte ein tolles Finish produziert und dabei Gegenspieler Manuel Müller überwinden können.

RGH-Sturmtank Christian Hug konnte dann relativ bald zurückschlagen und spätestens als Marcel Henn, der nach einem Ruck im Abseits stand und dennoch ins Spielgeschehen eingriff, auf die Sünderbank musste, waren die Gäste im Spiel. Nach zwei frühen verletzungsbedingten Wechseln (Übelhör für Metz und Hacker für Müller) kam der RGH-Angriff ein wenig ins Stocken, besser machte es Frankfurt. Innendreiviertel Eduardo Stella setzte sich im Eins-zu-Eins durch und legte zur 17:7 Führung ab.

Held und Übeltäter zugleich: Frankfurts kenianischer Außen Minjire überzeugte erst mit einem Doppelpack und musste dann mit Rot vom Feld

Noch vor der Pause ging es noch einmal im Achterbahn-Tempo weiter - beide Teams kamen noch einmal zu Versuchen: Erst Frankfurt durch den Kenianer Minjire, der seinen Doppelpack vollendete und dann war es bei den Orangenen Dritte-Reihe-Stürmer Johannes Schreieck, der sich zum Versuch durchtankte - beim Stand von 22:12 erfolgte der Pausenpfiff. Direkt nach dem Wiederanpfiff dann der Schock für Frankfurt - der bis dahin überragende Außen Ian Minjire erwischte einen Heidelberger unglücklich in der Luft und nach einer spektakulären Landung des RGH-Spielers musste der Kenianer mit Rot vom Feld.

Die RGH witterte natürlich nun ihre Chance und setzte sich in der Frankfurter Hälfte fest. Jedoch sollte es gute fünfzehn Minuten dauern, bis ein Basti-Himmer-Solo die Orange Hearts in Schlagdistanz bringen sollte. Nach der verpassten Erhöhung durch Fabian Heimpel lagen die Heidelberger noch immer mit 17:22 hinten. Ein unglaublich wichtiger Befreiungsschlag gelang den 1880ern nach einem RGH-Fehler in deren 22 - nach einigen Sturmphasen legte Ersatz-Prop Colbin Schmidt zum 29:17 ab und die heroisch verteidigenden Frankfurter hatten kurz etwas Luft zwischen sich und die RGH gebracht.

Doch die Gäste schlugen postwendend per Paket zurück - beim Stand von nunmehr 22:29 aus Gäste-Sicht rannten diese in der Schlussphase unermüdlich an, schafften es mehrmals bis kurz vor die Linie der Gastgeber, aber nicht darüber. Für Frankfurt der bisher härteste Test und größte Triumph im bisherigen Saisonverlauf. Für die RGH der erste Rückschlag, wobei sich Coach Tigere besonders mit der verbesserten Defensiv-Leistung seiner Jungs zufrieden zeigte - darauf könne man aufbauen. Für beide Teams geht es in der kommenden Woche ins Derby - die RGH daheim gegen den Harbigweg-Rivalen HRK und 1880 beim Vorstadt-Rivalen Heusenstamm.

Heidelberger RK 54 - 7 SG TV CfR Pforzheim

Nach einer unglaublich dominanten ersten Halbzeit, angeführt vom Rückkehrer Sean Armstrong, fährt der Klub gegen den alten Rivalen einen überzeugenden Sieg ein und hält damit den Anschluss an das Spitzentrio. Speziell vor der Pause hatte der gastierende Meister von 2016 wenig zuzusetzen und ergab sich quasi seinem Schicksal. Schon in der Auftaktphase zeigten sich die Klub-Spieler gedankenschneller und entschlossener - ein von Gedrängehalb Armstrong schnell angekratzter Straftritt wanderte durch die Hände von Liebig zu Lammers, der nur noch einlaufen musste. Nach diesem Schema ging es ganz zum Gefallen des Klubs-Anhangs weiter und noch vor dem Pausentee sollten fünf weitere Versuche folgen. Zwei Mal Erste-Reihe-Tank Zeiler, erneut Felix Lammers, Zweite-Reihe-Routinier Rodriguez und Fraser schraubten die HRK-Führung zur Pause auf 42:0 hoch.

Erst in Durchgang zwei, als der Klub erst einen Gang zurückschaltete und dann durch eine Gelbe von Arthur Zeiler in Unterzahl befindlich, war die Partie ein wenig ausgeglichener. Pforzheim kam schließlich mit zehn Minuten vor Schluss sogar noch einmal zu einem Versuch durch Simbabwe-Sprinter Josh Gando, der nach Visa-Problemen nun endlich wieder für seine Rhinos auflaufen darf, und mit einem 80-Meter-Sprint für den einzigen Lichtblick aus Pforzheimer Sicht sorgte. Doch dadurch wurde auch der Klub noch einmal wach und legte mit Liebig und Flanker Benedikt Rehm noch zwei Mal nach. Für die Pforzheimer war es die nächste derbe Schlappe und bei den Rhinos verweist man auf die Rückrunde, in der man stärker antreten werde. Ob dies auch über Neuzugänge geschehen soll, bleibt abzuwarten. Der HRK jedenfalls hat sich nach den zwei Niederlagen gegen Frankfurt und Handschuhsheim gefangen und muss nun auf der anderen Seite des Harbigwegs gegen die RGH ran.

Spitzengruppe Bundesliga Süd

Team Spiele Punkte Differenz
1. Frankfurt 1880 5 25 +181
2. RG Heidelberg 4 17 +116
3. TSV Handschuhsheim 3 15 +119
4. Heidelberger RK 5 14 +68

Neckarsulmer SU 6 - 21 RK Heusenstamm

Die Seuchen-Saison bei der NSU geht weiter, während Heusenstamm mit dem dritten Sieg in Folge schon ein ordentliches Polster auf die Abstiegsplätze hat. Gleich zum Auftakt gelang den Gästen der erste Wirkungstreffer. Zweite-Reihe-Hüne Alex Krapf, der zuletzt gegen Luxemburg mit einem Hattrick von sich Reden machte, konnte seine tolle Form erneut unter Beweis stellen und zum 5:0 ablegen. Neckarsulms Versuch nach einer Fünf-Meter-Gasse per Paket zum Ausgleich zu kommen, scheiterte an der hervorragenden Füchse-Defensive. Dennoch versuchten es die Gastgeber in der Folge mehrmals per Strafkick zur Gasse, ohne dabei Zählbares mitzunehmen. Stattdessen zeigte sich der Füchse-Sturm gnadenlos effektiv und wuchtete sich in Form von Flanker Krimmer über die Mallinie.
Nachdem weitere Angriffsversuche der NSU in Fehlern endeten wollten die Gastgeber vor der Pause auf ihrem neuen Heimspielplatz in Untereisesheim (Austragungsort der AMS Sevens) noch Zählbares mitnehmen. Gedrängehalb Cox jagte in kurzer Folge zwei Straftritt zwischen die Stangen und nach einer gelben Karte für die Gäste mit der letzten Aktion ging die NSU trotz eines 6:14 Rückstands mit Oberwasser in die Pause.

Doch erst verspielten die Gastgeber gleich zwei Chancen zur Führung kurz nach dem Wiederanpfiff und dann versetzten die Füchse der NSU den letzten Stoß: Erneut war es der Füchse-Sturm, der den Gästen den dritten Versuch bescherte. Einmal sollten die Gastgeber noch einmal fast den Anschluss schaffen, doch ein vielversprechender Angriff endete zwar im Malfeld, doch dort ließen sich die Neckarsulmer hochalten. So blieb es beim 6:21 aus Gastgebersicht und weiterhin null Punkten in der Tabelle. Entscheidend dürfte für Neckarsulm das Heimspiel in drei Wochen gegen Pforzheim sein - sollt auch dieses in einer Niederlage enden, würde die NSU mit einer schweren Hypothek in die Rückrunde starten. Heusenstamm dagegen hat mit 12 bzw. 14 Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge schon ein beruhigendes Polster.

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