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TotalRugby-Vorschau Bundesliga: Drei Derbys und der Kampf um die Playoffs
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 5. Mai 2017

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Am Samstag ist es wieder so weit. Die beiden Hamburger Rugby-Schwergewichte Pauli und HRC treffen im Derby aufeinander. Foto (c) Perlich

Derby-Wochenende in der Rugby-Bundesliga. Gleich drei Lokalduelle wird es im Oberhaus geben. Dabei wird die Rugby-Vorherrschaft in Deutschlands beiden größten Städten entschieden. Außerdem geht der Zweikampf zwischen Pforzheim und dem HRK um die Pole Position im Süden weiter.

Nord/Ost

Berliner RC - RK 03 Berlin
Samstag 6.Mai, 15:00

Der Berliner RC musste kurz vor dem wichtigen Hauptstadtderby eine schmerzliche Niederlage beim Hamburger RC hinnehmen und Headcoach Danny Stephens nahm dies zum Anlass, einige Extraschichten einzulegen: „Wir hatten eine Menge Extra-Teamwork diese Woche, nicht nur, weil das Derby vor der steht, sondern weil unsere Performance in Hamburg auf allen Ebenen nicht zu akzeptieren war“. Stephens berichtet zudem aus dem Berliner Lager von einigen ehrlichen Aussprachen innerhalb des Teams und wie sich jeder einzelne Spieler individuell auf das Spiel fokussiert.

Nichtsdestotrotz sieht er die reinigenden Gespräche als Auftakt für ein Wiedererstarken seiner Männer rechtzeitig vor dem Samstag: „Das Derby kreiert einen einzigartigen mentalen Druck , über den wir in der vergangenen Woche gesprochen haben und es ist etwas, mit dem wir in der Vergangenheit nicht allzu gut klargekommen sind. Aber wir sind uns sicher, dass wir beim akkuraten Ausführen des Spielplans eine gute Chance haben. Und das bedeutet dass wir in guten Spiel- und Feldpositionen geduldig sein müssen, ebenso wie eine standhafte Verteidigung aufzeigen müssen“. Es sieht also alles danach aus, dass der BRC sich einigen Hürden gestellt hat und gewillt ist, am Samstag mit einem komplett neuen Team aufzulaufen.

Allerdings fehlen Stephens zum Derby der junge Außendreiviertel Tom Schneider. Die beiden Zweite-Reihe-Stürmer Ihno Kittel und Carl Trebesius müssen ebenfalls auf der Zuschauertribüne Platz nehmen. Kittel sitzt noch seine Sperre ab und für Trebesius ist die Saison nach einem schmerzhaften Kreuzbandriss, den er sich in Hamburg zugezogen hat, vorzeitig beendet.

Dennoch blickt Stephens optimistisch auf das große Spiel: „Eine schlechte Performance in Hamburg macht aus uns noch kein schlechtes Team. Es liegt an uns, zu zeigen, dass ein besseres Team sind“. Für die Ostberliner geht es an diesem Samstag nicht darum, eine blütenweiße Weste zu behalten, sondern auch um den Titel „Kings of Berlin“. Der knappe Sieg gegen den Verfolger Hannover 78 am vergangenen Wochenende gibt den Männern aus Weissensee zudem neues Selbstvertrauen und ein entspanntes Punktekonto. Jetzt heißt es aber nochmal zusammenreißen und alles geben.

Die Niederlage des BRC gegen den HRC blieb auch den Schwarz-Gelben nicht verborgen und sie rieben sich verwundert die Augen: „Aktuell weiß man nie, was man beim BRC bekommt. Nach dem knappen Spiel gegen Hannover 78 folgt nur eine Woche später eine hohe Niederlage beim HRC. Demzufolge ist beim BRC alles möglich“, schätzt RK 03 Team Manager Lutz Joachim die Situation ein. Dennoch unterzogen sich die Männer um das Trainerduo Christian Lill und Maximiliano Bonanno keiner besonderen Vorbereitung im Vorfeld des großen Derbys: „Wir sind Tabellenführer und sicherlich der Favorit. Dementsprechend sehen wir auch unsere Chancen positiv. Nichtsdestotrotz ist der BRC nie zu unterschätzen“.

Mit einer guten Stimmung im Team nach den engen Siegen gegen Germania und Hannover 78 starten die Ostberliner in das Wochenende und wollen das Auswärtsspiel in Charlottenburg zum Heimspiel machen. „Gegen den BRC wollen wir nachlegen und einen ganz großen Schritt in Richtung Heim-Halbfinale machen“, schließt Joachim ab. Allerdings müssen die Weissenseer personell noch etwas knifflig aus. Im Spiel gegen Hannover 78 mussten die Ostberliner erheblich federn lassen und der flinke Innendreiviertel Robin Knüpfer fällt voraussichtlich für mehrere Wochen aus. Auch Spielertrainer Christian Lill ist noch angeschlagen. Bei allen anderen wird man sehen, was das Abschlusstraining bringt.

TotalRugby Prognose: Das Spiel wird ein ganz heißer Tanz, bei dem die Emotionen hochkochen. Die favorisierten Ostberliner wollen die weiße Weste bewahren und das Heimhalbfinale schon in Sack und Tüten packen. Die Westberliner wollen die Schmach vom vergangenen Wochenende auswetzen und seit langem mal wieder gegen den ewigen Stadtrivalen triumphieren. Der BRC hat seine innerhalb des Teams seine Wogen geglättet und wird befreit aufspielen. Zu verlieren haben sie in diesem Spiel außer den Ruhm nichts. Hierbei steht der RK 03 hingegen unter Zugzwang und muss liefern. Das Derby wird seinem Namen gerecht werden und wir setzen einen ganz knappen Sieg mit +5 für den RK 03.

 

FC St. Pauli - Hamburger RC
Samstag 6.Mai, 15:00


Morgen ist es in der Hansestadt wieder so weit. Die beiden Hamburger Bundesligisten kämpfen einmal mehr um die Rugby-Vorherrschaft an der Alster. Der Hamburger Rugby Club will seinen Derby-Sieg aus dem Herbst wiederholen. Damals kamen rekordverdächtige 1.000 Zuschauer und bei angenehmen Temperaturen dürften neben dem NDR auch wieder zahlreiche Zuschauer die Seitenlinien an der Saarlandstraße säumen. Bei Pauli kann man, nach dem deutlich gewonnenen Abstiegs-Endspiel gegen Victoria Linden, befreit aufspielen.


Für Paulis Team-Manager Fritze Michau ist der restliche Saisonverlauf nunmehr planbar. Der direkte Abstieg ist durch den deutlichen Sieg gegen Victoria abgewendet, denn die nun neun Punkte Vorsprung auf das Schlusslicht sind den Paulianern eigentlich nicht mehr zu nehmen. Genauso wahrscheinlich wird der Hamburger Stadtteilverein aber in der Relegation landen. Die nächste Wochen werden dementsprechend zur Vorbereitung dieser beiden existenziell wichtigen Spiele genutzt werden müssen. Druck verspürt man bei Pauli laut Michau nunmehr nicht.


Der große Derbytag in der Rugby-Arena hätte also für den Gastgeber kaum gelegener kommen können. Als Prelude wird Paulis dritte Mannschaft es mit der Rugby-Mannschaft des HSV aufnehmen. Bei Pauli ist die Stimmung den Umständen entsprechend gut und Team-Manager Michau betont: „Für solche Spiele auf Augenhöhe, bei denen es um was geht machen wir das Ganze überhaupt!“

 

Derby-Zeit in Hamburg

 

Pauli-Vorsitzender Nils Zurawski hat vor dem großen Derby „Vertrauen in das Team und die Trainer“ und antizipiert zugleich „einen heißen Kampf“. In der gesamten Rugby-Szene der Hansestadt sei eine positive Nervosität zu spüren. Gegenüber TotalRugby wollte Zurawski sich nicht zu einer Prognose hinreißen lassen, betonte aber zugleich: „ich gewinne lieber gegen den HRC, als dass ich verliere, aber da ist ja wohl klar“.

Bei den Roten vom HRC sieht man sich erstmals überhaupt seit Jahren als den Favoriten im Derby. Den „verdienten Sieg“ im Hinspiel will man wiederholen, so Pressesprecher Hendrik Kannenberg. Zugleich sei man sich aber auch bewusst, dass dieses Derby ein besonderes Spiel sei und der bisherige Saisonverlauf damit irrelevant ist. „Die bessere Tagesform und der größere Wille“ seien am Ende entscheidend.

TotalRugby-Prognose: Mit dem überraschenden Sieg gegen den BRC im Rücken geht der HRC mit Selbstbewusstsein in das Derby, steht damit aber nicht allein da. Die braun-weißen Gastgeber konnten sich im Verlauf der Rückrunde stetig steigern und können nun frei von jeder Sorge als Underdog in das Spiel des Jahres gehen. Kapitän Tom Behrendt und Co. werden die 14 Punkte Rückstand auf den HRC in den verbleibenden Spielen sicher nicht mehr wettmachen können, aber die Verhältnisse zumindest in diesem Spiel gerade rücken können. Zwei Mannschaften im Aufwind, die Zuschauer an der Saarlandstraße dürfte ein spannender Kampf erwarten. Wir von TotalRugby geben dem vermeintlichen Außenseiter Pauli eine gute Chance. Sollten die Gastgeber am Samstag ebenso beherzt verteidigen, wie gegen den RK 03, dürfte es für den HRC schwer werden Lücken in der Pauli-Defensive zu finden. Dann wird der FC St. Pauli hauchdünn mit +3 vorne liegen.

SC Germania List - Victoria Linden
Samstag 6.Mai, 15:00


Es ist das Duell eines Spitzenteams gegen den schon praktisch feststehenden Absteiger. Für die einen geht es in den kommenden vier Spielen um den Einzug in das Halbfinale der Bundesliga, für die anderen sich lediglich mit erhobenen Haupt vorerst von der Bühne Bundesliga zu verabschieden.


Das Spitzenteam ist in diesem Fall die Germania vom irischen Trainer Duiane Lindsay, jeden erdenklichen Punkt mitnehmen muss, um Platz zwei zu verteidigen, oder gar noch den Sprung auf Platz eins zu schaffen. Trainer Lindsay war in der Vorwoche völlig  unzufrieden mit seiner Mannschaft, denn immerhin hätte diese gegen Leipzig fast zum wiederholten Male ein sicher geglaubtes Spiel aus den Händen gegeben. „Einige Spieler haben schlicht nicht das geleistet, zu was sie im Stande sind“ so der SCG-Trainer. Dementsprechend werde es einige Änderungen im Kader geben. So würden auch einige Spieler, die sonst von der Bank kämen, eine Chance erhalten es besser zu machen, als ihre etablierten Kollegen.


Victoria sei ein junger und ein sich ständig verbessernder Gegner den man aus dem Vorbereitungsspiel im März gut kenne - „Die Jungs kämpfen über die gesamten 80 Minuten und davon können wir uns eine Scheibe abschneiden“ so der Coach der Germania weiter. Mit Blick auf die Tabelle erwartet man bei der Germania aufgrund des vermeintlich leichteren Restprogramms von Hannover 78, dass diese sich die maximale Punkteausbeute sichern werden. Deshalb gelte es auch aufgrund der beiden anstehenden Auswärtsspiele alles zu geben.


Bei Victoria Linden ist man sich nach der deutlichen Niederlage gegen St. Pauli darüber im Klaren, dass die Reise für die junge Mannschaft von Ex-Siebener-Nationaltrainer Rainer Kumm nun in Liga zwei gehen wird. Damit können zum einen die Planungen für den direkten Wiederaufstieg beginnen und zum anderen werden die Zebras befreit und ohne Druck aufspielen können. Angesichts des Restprogramms, mit Spielen gegen alle drei Top-Teams der Nord-Staffel, wird das auch von Nöten sein.


TotalRugby-Prognose: Auswärts beim Stadtrivalen wird es für Victoria Linden nicht viel zu holen geben. In einem offensiv geführten Schlagabtausch wird sich Germania List am Ende deutlich mit +34 Punkten durchsetzen und weiter Richtung Halbfinale marschieren.

 

Hannover 78 - RC Leipzig
Sonntag 7. Mai, 14:00

Für Hannover 78 ist die Devise klar. Nur mit einem Sieg gegen immer stärker werdende Leipziger werden die Niedersachsen am Spitzenduo Germania/RK 03 dranbleiben. Die Niederlagen gegen die beiden anderen Top-Klubs im bisherigen Hinrundenverlauf haben die Ausgangslage deutlich erschwert für die Mannschaft vom Trainer-Duo Schippe/Krause. Aber punktgleich mit dem Lokalrivalen Germania und sechs Punkte hinter Spitzenreiter RK 03 ist 78 alles andere als chancenlos im Kampf um die Playoffs. Zumal das anstehende Spiel gegen Leipzig das vermeintlich schwerste auf Kaldender der 78er ist. Danach müssen die Blau-Weißen aus der Landeshauptstadt "nur" noch gegen die drei Kellerkinder des Nordens antreten. Mit einem Bonuspunkt-Sieg gegen Leipzig wäre da ein guter Anfang. Doch genauso wird man sich am schnellen Graben an die Hinrunde entsinnen. Damals hatte die starke Phase der Leipziger begonnen und mit 78 hätte es fast das erste große Skalp für die Sachsen gegeben. Am Ende konnte sich 78 mit sechs Punkten Abstand knapp aus der Affäre ziehen und gar den Offensiv-Bonus mit auf den Heimweg nehmen.

Leipzig hingegen will seinen vierten Tabellenplatz weiter festigen. Die knappe Niederlage gegen den anderen Hannoveraner Topklub in der Vorwoche konnte man beim RCL als moralischen Sieg verbuchen. Wären da nicht diese verflixten ersten 20 Minuten gewesen, in denen Leipzig drei erhöhte Versuche kassiert hatte, wäre ein Sieg absolut wahrscheinlich gewesen. Leipzigs Team-Manager Sven Paukstat lobt nicht umsonst die Moral seiner Mannschaft und den Kampfeswillen, gleichwohl mahnt er auch mehr Aufmerksamkeit in der Anfangsphase an. Um die Situation der Hannoveraner ist man sich sehr wohl bewusst und erwartet einen engagierten Gegner mit ausgeglichener Spielanlage. "Sowohl im Sturm als auch auf der Dreiviertelreihe sind sie gut besetzt" ist sich Paukstat sicher.

Die Stimmung im eigenen Team sei derweil gut, man wisse wozu man im Stande sei, müsse aber ebenso an der Konstanz arbeiten ist man sich in Leipzig sicher. Insgesamt sei man zwar der Underdog in diesem Aufeinandertreffen, könne aber mit gutem Spiel und mit viel Druck auf den Gastgeber durchaus für eine Überraschung sorgen.

TotalRugby-Prognose: Der RCL wird für Hannover 78 ein unangenehmer Gegner, darüber ist man sich bei den Niedersachsen im Klaren. Dennoch wird das Duell am Sonntag extrem wichtig, denn mit einer Niederlage würde man sich de facto aus dem Rennen um den Aufstiegsplatz verabschieden. Mit diesem klaren Ziel vor Augen und der insgesamt erfahreneren Mannschaft wird sich 78 mit +6 durchsetzen.

Süd / West

 

RK Heusenstamm - SC Frankfurt 1880
Samstag 6.Mai, 15:00

DAS SPIEL WIRD WEGEN UNBESPIELBARKEIT DES PLATZES VORAUSICHTLICH AUF DIENSTAG 9. MAI VERLEGT!

Das Hessenderby stand beim RK Heusenstamm bereits direkt nach dem wichtigen Erfolg im Kellerduell gegen den RC Luxemburg im Fokus. „Jetzt wollen wir natürlich auch gegen Frankfurt gewinnen“, hatte „Füchse“-Trainer Jens Steinweg vergangenen Samstag gesagt und die Vermutung geäußert, dass man das Hinspiel gegen die Achtziger (12:21) mit dem gleichen Personal wie beim Luxemburg-Spiel wohl gewonnen hätte. In der Tat kamen in der vergangenen Partie von der Bank wichtige Impulse. Unter anderem wurde in Benedikt Sabinarz ein Stürmer eingewechselt, der bereits in einem Testspiel für Deutschland zum Einsatz gekommen war.

„Im Sturm sind wir derzeit sehr gut drauf und brauchen uns vor keinem Gegner verstecken“, so Steinweg. „In der Hintermannschaft wird es darauf ankommen, wie die Politik bei den Siebener-Nationalspielern diese Woche aussieht. Es wird ja anscheinend immer kurzfristig entschieden, wer spielen darf. Die Entscheidungen werden auf jeden Fall große Auswirkungen auf die Situation im Tabellenkeller haben. Falls alle gesperrt bleiben, wie ursprünglich geplant, wird auch der TSV Handschuhsheim eine Chance wittern, gegen den Heidelberger RK zu punkten. Diese Chance wurde uns ja zumindest erschwert, da sehr kurzfristig noch einige HRK-Spieler spielen durften. Ohne diese wäre der HRK wohl nur mit 15 Spielern angereist.“ Steinweg blickt aber nach vorne: Man werde einen eventuellen Ausfall vom Sam Rainger und Leon Hees (beide sind für das Centrale Sevens in Paris nominiert) kompensieren können, sagt der RKH-Trainer. Beide waren zuletzt allerdings wichtige Faktoren im Spiel der „Füchse“. Hees war mit 26 Punkten Topscorer gegen Luxemburg und Rainger brachte ebenfalls Ruhe und Übersicht in die Partie. „Ohne sie werden wir unser Spiel etwas anders gestalten müssen, aber es wird gehen“, ist Steinweg überzeugt. Verzichten muss er auf Gedrängehalb Pascal Schuster (Oberschenkelzerrung) und Tobias Apelt, der bereits gegen Luxemburg gefehlt hatte. Den Platz von Schuster wird wohl Joshua Sayson einnehmen. Die Ausfälle schmälern das Selbstvertrauen aber nicht. Im Gegenteil: „Wir haben natürlich Aufwind durch die bisher gute Rückrunde“, betont Steinweg.

Beim SC Frankfurt 1880 lief es hingegen alles andere als gut. Einem mühevollen Sieg gegen Schlusslicht Luxemburg (22:20) folgten zuletzt zwei Niederlagen, beim jüngsten Spiel gegen Neuenheim blieb man sogar völlig ohne Punkte, verlor 0:12. „Neuenheim war heiße auf dieses Spiel. Vielleicht hatten sie eine andere Motivation als wir“, sagte Frankfurts Trainer Karl Savimaki und kritisierte zudem die mangelnde Disziplin. „Wir hatten zwei Gelbe Karten und zu viele Straftritte gegen uns“, so der Coach. An den Problemen arbeiten konnte Savimaki unter der Woche nicht. Aufgrund eines Trauerfalls in der Familie wird er bis Freitag nicht im Lande sein. Fest steht, dass einige Verletzte bis zum Derby wieder zur Verfügung stehen werden. Heuenstamms Trainer Jens Steinweg wundert das nicht: „Auch wenn der SC 80 im Moment ein bisschen schwächelt: Gegen uns sind immer alle da und fit.“

Totalrugby-Prognose: Bei Frankfurt war zuletzt die Luft etwas raus. Es wird schwierig sein, den Hebel wieder umzulegen. Andererseits sorgt das Derby immer für Motivation. Diese wird beim RKH dennoch größer sein, zumal es für sie um den Klassenerhalt geht. Sofern die „Füchse“ mit ihren Siebener-Nationalspielern antreten können, sind sie sogar Favorit. Ohne das Duo wird es eine enge Kiste, zumal dann wohl auch wichtige Kickpunkte fehlen werden. Der RKH wird sich letztlich knapp mit +5 Punkten durchsetzen, Frankfurt also zumindest einen Defensiv-Bonuspunkt holen.


TV Pforhzeim - SC Neuenheim
Samstag 6. Mai, 15:00


So souverän der deutsche Meister und Pokalsieger TV Pforzheim die Hinrunde absolviert hatte, so holprig ist die Rückrunde für die Rhinos bisher verlaufen. Vor allem auswärts zeigte sich die Mannschaft von Coach John Willis bisher äußerst anfällig - zwei Niederlagen in Heidelberg, vor allem die in der Vorwoche gegen den Außenseiter Handschuhsheim sind Zeuge dessen. Was könnte da gelegener kommen als ein Heimspiel im eigenem Wohnzimmer, dem Südwest-Energie-Stadion. Gast wird am morgigen Samstag der Sportclub Neuenheim sein.


Beim Gastgeber sieht man die Neuenheimer als „höchst unbequemen Gegner“, immerhin hatten die Königsblauen erst in der Vorwoche einen Auswärtssieg in Frankfurt gelandet und dabei nicht einen einzigen Gegenpunkt hinnehmen müssen. Entsprechend warnt Pforzheims neuseeländischer Coach Willis: „ Neuenheim wird keine einfache Beute sein, schon gar nicht nach dem Motivationsschub durch den jüngsten Auswärtssieg in Frankfurt!“


TVP-Teammanager Jens Poff konstatiert, dass die anderen Mannschaften die Angst vor den Rhinos verloren hätten. Noch vor nicht allzu langer Zeit sei es leichter gefallen „zaudernde Abwehrreihen zu durchbrechen“, so der Macher hinter dem Erfolg des TVP weiter. Nun gelte es an der Einstellung der vielen talentierten Spielern zu arbeiten, die bisher nicht immer professionell genug gewesen sei. Willis warnt davor die Aufgabe mit ganzem Herzen anzugehen, sonst stünde gegen den SCN ein zu harter Arbeitstag bevor.


Mit Tim Kasten, Sam Fatal und Luke Wakefield werden drei Veteranen nach verletzungsbedingter Abwesenheit wieder in die Mannschaft rücken und dieser Stabilität verleihen. Ein Sieg wäre für Pforzheim essenziell um den auf drei Punkte geschmolzenen Vorsprung auf den Dauer-Rivalen HRK zu behalten. Denn bereits in der kommenden Woche treffen beide Mannschaften aufeinander und spätestens dann dürfte sich entscheiden wer mit der besten Ausgangslage in die Playoffs einzieht.

Neuenheim dagegen gibt sich vor dem Duell mit dem Meister bescheiden. Man will sich, so SCN-Trainer Lars Eckert, besser schlagen als beim 3:39 in der Hinrunde. Denn Pforzheim dürfte dieses Mal "hellwach" in die Begegnung gehen, so Eckert, der in der Vorwoche seine Königsblauen als Verbinder zum Sieg in Frankfurt geführt hatte. Personell können die Königsblauen aus dem Vollen schöpfen, einzig der kickende Schluss des SCN Jonathan Catona wird mit der ungarischen Nationalmannschaft unterwegs sein und deshalb nicht für den SCN auflaufen können.

TotalRugby-Prognose: Die Wahrscheinlichkeit eines dritten TVP-Ausrutschers in kurzer Zeit dürfte eigentlich gering sein. Denn immerhin hatten die Rhinos bis jetzt nur auswärts gepatzt und dürften nach einem erneuten Donnerwetter ihres Trainers nun hochkonzentriert in das Duell mit Neuenheim gehen. Zwar dürften die Königsblauen nicht ohne Ambitionen in die Goldstadt fahren, dennoch sehen wir den TVP mit +15 Punkten vorne.

 

Heidelberger RK - TSV Handschuhsheim
Samstag 6.Mai, 15:00


Beim Heidelberger Ruderklub befindet man sich momentan eindeutig im Aufwind. Der klare Sieg gegen die RGH hat bewiesen - mit vollem Kader kann man immer noch den Anspruch erheben Deutschlands beste Rugby-Mannschaft zu sein. Beim kommenden Aufeinandertreffen mit den Handschuhsheimer Löwen will man den Endspurt um die Tabellenspitze fortführen, ist sicher aber der Gefahr, die die Löwen darstellen, bewusst. Nicht umsonst war den Lokalrivalen in der Vorwoche ein dramatischer Sieg gegen Meister Pforzheim gelungen.


Speziell die Klub-Stürmer wissen, was auf sie zukommen wird. Da kam die Gedränge-Sondereinheit von Rekord-Nationalspieler Alexander Widiker absolut gelegen. In Deutschland gibt es wohl keinen größeren Gedränge-Guru als den Erste-Reihe-Veteranen, der noch vor nicht allzu langer Zeit selbst das Trikot des Ruderklub trug.


Klub-Trainer Pieter Jordaan sieht den HRK vor vier Endspielen - „wir müssen alle Spiele mit Bonuspunkt gewinnen, um das Halbfinale auf eigenem Platz spielen zu können“ - so die Marschrichtung des Südafrikaners. Jordaan erwartet weiter, dass der TSV seinen favorisierten Jungs das Spiel richtig schwer machen werde. Dabei muss der HRK einmal mehr auf seine Siebener-Asse verzichten. Harris Aounallah und Niklas Hohl werden mit dem Siebener-Team bei den Centrale Sevens in Paris vertreten sein und die restlichen Kandidaten für die Ende des Monats beginnende EM-Saion sind vom DRV gesperrt.

 

 

 

Der HRK und Kapitän Brenner wollen ihre Siegesserie fortsetzen

 


Beim TSV wiederum ist man zwar angesichts des Überraschungssieges über den Meister guter Dinge. Doch Löwen-Coach Peter Ianusevici warnt zugleich: „Der HRK ist noch einmal eine Klasse besser als Pforzheim!“ Speziell im Sturm würde dieser Unterschied deutlich werden. Die erste Reihe des Klubs, ebenso wie dessen dritte Reihe. Der ehemalige Bundestrainer ist sich sicher - nur mit viel Ballbesitz kann seine Mannschaft gegen den Favoriten bestehen.


Die defensive Organisation sei in den letzten Wochen besser geworden, aber dennoch gebe es da Potenzial. Nur wenn man den HRK weitestgehend hinter der Vorteilslinie halten könne, bestünde laut Löwen-Trainer Ianusevici eine realistische Chance auf einen Sieg. Weniger hilfreich sind da zwei prominente Opfer aus dem Spiel gegen Pforzheim: Christopher Korn wird mit einem Bänderriss längerfristig ausfallen, während Vincent Spieß wohl erstmal nur angeschlagen im Heidelberger Derby ausfallen wird.
Des Weiteren will man beim TSV eine mögliche Überbelastung der eigenen Spieler vermeiden. Deshalb dürfte es die eine oder andere Änderung im Löwen-Kader geben. Dabei werde man allerdings nicht mit einem Auge auf das anstehende Duell mit Luxemburg werfen. „Ich schütze meine Spieler“ so Ianusevici, der beispielsweise Erste-Reihe-Stürmer Felix Martel nach 80 Minuten gegen Pforzheim nun vorerst auf der Bank lassen wird.


TotalRugby-Prognose: Angesichts der Tatsache, dass der HRK auf einige Siebener-Spieler verzichten muss, dürfte diese Begegnung enger werden, als man dies hätte vermuten können. Dennoch war der Sieg über Pforzheim für den TSV ein absoluter Kraftakt. Ob dies den Löwen in der zweiten Woche in Folge gelingt, ist zu bezweifeln. Die Löwen werden sich lange im Spiel halten und vielleicht sogar einen Bonuspunkt von der anderen Neckarseite entführen können. Doch für einen Sieg am Harbigweg wird es nicht reichen, der HRK gewinnt mit +12.v

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