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Deutschlands Gegner Belgien: Zwar regiert König Fußball, doch der König ist ein Rugger!
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Mittwoch, 1. März 2017

Gegen die vermeintlich haushoch überlegen bis zur letzten Minute im Spiel: Deutschlands kommender Gegner Belgien. Foto (c) Belgian Rugby
Gegen die vermeintlich haushoch überlegen bis zur letzten Minute im Spiel: Deutschlands kommender Gegner Belgien. Foto (c) Belgian Rugby

Auch in unserem Nachbarland, beim Gegner der deutschen Rugby-Nationalmannschaft Belgien, ist Fußball unangefochten die Sportart Nummer eins. Doch Belgien hat ebenso eine lange Rugby-Tradition vorzuweisen und der regierende Monarch, König Phillip höchstselbst, ist ein Rugby-Spieler. Dem mittlerweile 56-jährigen wurde in der Vorwoche in der belgischen Tageszeitung Laatste Nieuws von seinem ehemaligen Trainer noch einmal sein großes Engagement und leider nicht dermaßen großes Talent während seiner Zeit als Spieler beim Brüsseler Klub Avia attestiert. Im belgischen Fernsehen waren auch Bewegtbilder vom damals 18-jährigen künftigen Monarchen mit dem Rugby-Ei in der Hand zu sehen.

König Phillip von Belgien, das Staatsoberhaupt mit dem Rugby-Ei in der Hand

 

Die Popularität des Rugby-Sports ist, auch aufgrund der engen kulturellen Verbindung mit der Rugby-Großmacht Frankreich, nicht zu unterschätzen. In den 60 belgischen Vereinen spielen rund 15.000 registrierte erwachsene Spieler, in etwa so viele wie in Deutschland. Viele ambitionierte junge belgische Spieler wagen früh den Weg zu französischen Klubs, um eine Chance zu haben, Rugby professionell spielen zu können. Doch dass diese Entwicklung für den belgischen Verband durchaus ein zweischneidiges Schwert sein kann, zeigt der Fall Vincent Debaty. In Frankreich schaffte es der gebürtige Wallone bis zum Top-Klub Clermont und lief bisher 37 Mal für Frankreichs Nationalmannschaft auf. Der in Frankreich nur als „der Belgier“ bekannte Erste-Reihe-Stürmer hätte der Nationalmannschaft seines Landes zweifelsohne eine riesige Stütze sein können, doch für seine professionelle Karriere war die Wahl für Frankreich zu spielen die bessere.

Gegen unsere DRV XV gab es für die als „schwarze Teufel“ bekannten Belgier in den zehn bisherigen Aufeinandertreffen vier Siege, ein Unentschieden und fünf Pleiten. Auch in das Duell am Samstag gehen den Gäste tendenziell als Underdogs, denn immerhin ist Belgien der Aufsteiger in der Rugby Europe Championship und hat die beiden Auftaktspiele gegen Georgien und Russland verloren. Daraus allerdings den Schluss zu ziehen, dass die deutsche Nationalmannschaft auf einen leichten Gegner trifft, wäre ein völliger Trugschluss. Belgien war in der Aufstiegssaison in der zweiten Division der Rugby Europe Championship die absolut dominante Mannschaft und stand vor zwei Wochen gegen Russland vor einer wahrhaften Sensation. Gegen den haushohen Favoriten verloren die schwarzen Teufel zwar mit 18:25. Doch hätten die Russen über ihren Innendreiviertel Gerasimov nicht noch in der Nachspielzeit einen erhöhten Versuch erzielt, wären die Belgier mit einem Unentschieden aus dem Duell gegen die Russen gegangen. Immerhin ist Russland als WM-Teilnehmer von 2011 und 18. der Weltrangliste ganze neun Plätze vor den Belgiern platziert und seit Jahren fest in der Rugby Europe Championship etabliert.

In Belgiens Kader gegen Russland befanden sich gleich vier Profis aus den ersten beiden französischen Ligen, sowie ein großes Kontingent von den beiden Top-Klubs des Landes, Royal Kituro und Dendermonde. Gegen diese beiden Vertreter konnte Deutschlands erfolgreichster Klub der letzten Jahre, der Heidelberger RK, im Europacup in diesem und im Vorjahr jeweils Siege einfahren. Traditionell haben die Belgier ihre Stärken im schnellen Spiel mit der Hintermannschaft, aber gegen das starke russische Gedränge konnten die „Diables noirs“ beweisen, dass auch die starken Männer von Trainer Guillaume Ajac mittlerweile auf europäischem Top-Niveau mithalten können. Für die deutsche Mannschaft ist ein Sieg gegen Belgien essenziell, um den Traum von der WM-Teilnahme am Leben zu halten. Das das drittgrößte Sport-Event der Welt, findet 2019 in Japan statt und ist für die deutsche Mannschaft, das alles überragende Ziel. Die Belgier sind für die Mannschaft von Nationaltrainer Kobus Potgieter durchaus schlagbar, doch ist die Gefahr eines Ausrutschers gegen die schwarzen Teufel eine ebenso große.

Im 26-köpfigen belgischen Kader, der bereits seit dem heutigen Mittwoch in Deutschland befindet, um sich auf dieses wichtige Spiel vorzubereiten, befindet sich erneut ein Kontingent von vier Frankreich Profis. Darüber hinaus auch zwei Brüder mit dem für das belgische Rugby so bekannten Nachnamen Debaty. Denn neben „dem Belgier“ in den Reihen der französischen Nationalmannschaft haben es mit Louis und Christophe Debaty in die Auswahl der „Diables noirs“ geschafft. Christophe sogar, genau wie sein berühmterer Bruder Vincent, als Erste-Reihe-Stürmer.

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Kommentare (2)add comment

Ingo Goessgen said:

3369
Frankreich Profis
Hier wirft sich die Frage auf, warum Belgien seine Frankreich Profis mit an Bord hat und die Deutsche Nationalmannschaft auf wichtige Spieler die in Frankreich spielen verzichten muß.
März 02, 2017

Frank Riemenschneider said:

3754
Legionäre
Ich finde das ganze System merkwürdig:
Anscheinend hat man als Nationalmannschaft Glück oder Pech mit der Freistellung wichtiger Spieler.
März 02, 2017

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