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Stade Français wildert in Deutschland: 1880-Supertalent & Potgieter vor dem Sprung nach Paris
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Sonntag, 23. Dezember 2018

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Als der Heidelberger Rugby-Mäzen Dr. Hans-Peter Wild den Pariser Spitzenklub Stade Français übernahm, war die Hoffnung groß, dass das deutsche Rugby von der Verbindung des französischen Glamour-Vereins mit dem ehemaligen DRV-Hauptsponsor profitieren könnte. Jetzt scheinen sich die wohlsituierten Pariser erstmals aus Deutschland verstärken zu wollen.

Für die DRV XV bedeutet dies allerdings erst einmal nichts Gutes. Wie TotalRugby aus gut informierter Quelle erfahren hat, steht Kobus Potgieter vor dem Sprung zu Stade. Der Südafrikaner hatte nach jahrelanger Tätigkeit als Nationaltrainer zuletzt als Director of XVs Rugby fungiert. Nun will Stade, dessen sportlicher Leiter Potgieters alter Vorgesetzter Robert Mohr ist, Potgieter für das Trainerteam der eigenen U-21 verpflichten.

Bereits die Meldung, dass Nationaltrainer Mike Ford vor dem Sprung zu Englands Rekormeister Leicester Tigers stehen soll, hatte für Unsicherheit im Umfeld der Nationalmannschaft gesorgt. Immerhin steht für die schwarzen Adler bereits am 9. Februar in Brüssel das erste schwere Auswärtsspiel der Rugby Europe Championship vor der Tür. Mit Potgieter würde ein absoluter Fachmann den DRV-XV-Trainerstab verlassen, der zudem allerbeste Kenntnisse vom deutschen Rugby-Spitzenpersonal auf und neben dem Feld hat.

In seiner potenziellen neuen Rolle als Nachwuchs-Coach bei den Parisern könnte er Emil Rupf trainieren. Der Zweite- und Dritte-Reihe-Stürmer von Frankfurt 1880 gilt als eine der größten Hoffnungen der Talentschmiede am Main. Stade hat, laut gut informierten Quellen, offiziell um eine Freigabe beim DRV angefragt.

Rupf ist erst 18 Jahre als, hat aber bereits Erfahrung in den Jugend-Nationalmannschaften des DRV sammeln können, war Teil der Marseillle-Vorbereitung der DRV XV und ist trotz seiner jungen Jahre schon Teil der ersten Herren-Mannschaft des Bundesliga-Tabellenführers.

Rupf hatte bereits in Jugend-Jahren einen Schüleraustausch in Frankreich absolviert, damals von Robert Mohr eingefädelt und dabei in der Akademie von Stade Rochelais gespielt. Eben jenem Klub, bei dem auch Eric Marks spielt und dessen Kapitän Mohr einst war. Die Französisch-Kenntnisse dürften bei Rupf also kein Problem sein, ebensowenig wie die Anpassung an das Leistungsniveau in Frankreich.

Frankfurt-Macher Byszio: "Wir haben das Luxus-Problem, dass internationale Vereine an unseren Spielern dran sind"

Bei den Frankfurtern will man sich vorerst zum konkreten Fall Rupf nicht äußern - Abteilungsleiter Uli Byszio betont gegenüber TR jedoch: „Wir haben derzeit das Luxus-Problem, dass einige internationale Vereine an unseren Nachwuchsspielern dran sind. Wir überlegen zurzeit gemeinsam mit diesen Spielern, welches Modell für sie am besten ist. Es kommt darauf an, nicht nur einen Verein zu finden, der ihnen eine gute Rugby-Zukunft bietet, sondern auch eine gute Ausbildung. Darüber hinaus spielen natürlich auch finanzielle Dinge eine Rolle.“

Für Rupfs spielerische Entwicklung dürfte ein Wechsel in das hochprofessionelle Nachwuchs-System Frankreichs sicherlich nicht nachteilig sein. Außerdem würde er nach der Absolvierung der drei Akademie-Jahre als einheimischer Spieler gelten. In fünf Jahren dann dürfte Rupf, wenn er bis dahin nicht für die DRV XV aufgelaufen sein sollte, sogar für Frankreich spielen. Noch steht eine Entscheidung des Frankfurters allem Anschein aber noch aus.

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Kommentare (7)add comment

Andreas Hauer said:

2314
15er
Gibt es eigentlich ein paar News zur 15er Nationalmannschaft?
In 5 Wochen geht doch schon die EM los.

Man hört und liest nichts.., so dass mir schon etwas mulmig wird...
Januar 03, 2019

Robert Martin said:

143
..
Laut einem RNZ Bericht kürzlich soll das Spiel gegen Russland am 02.03. in Heidelberg stattfinden, das Spiel gegen Spanien am 17.03. wieder in Köln.

Aber offiziell fix ist wohl noch nichts, sonst könnte man das ja schreiben.
Januar 04, 2019

tim spengler said:

2957
...
oje hoffentlich stimmt diese info nicht...
ich hatte echt gehofft, dass es nach der super leistung in marseille und der großen medienpräsens endlich vorwärts geht mit den schwarzen adlern.
dann war ein großes meeting für den 8.12.2018 angekündigt, wo der neue präsident seine zukunftsvisionen vorstellen wollte. da habe ich mit großer spannung drauf gewartet. doch leider hat man bis heute nichts davon gehört. fand diese versammlung überhaupt statt? schade, dass man nach wie vor die fans nicht richtig mitnimmt.

und jetzt hatte man endlich das interesse der deutschen medienlandschaft und vielen neuen fans geweckt und will dann wieder vor 1000 zuschauern auf dem bolzplatz in heidelberg spielen? das ist echt traurig...
wenn man in köln 7000 leute ins stadion bekommt, wieso versucht man das beim russland spiel nicht auch? irgendwo wird ja wohl ein
Januar 05, 2019

tim spengler said:

2957
...
...irgendwo wird ja wohl ein stadion
Januar 05, 2019

Matthias Hase said:

381
...
"Das große Medieninteresse" ist immer nur temporär - zu sportlichen Höhepunkten wie WM, olympischen Spielen oder eben auch WM-Quali. Einfach mal schauen, was alles 2015 und 2016 inkl. Bewegtbildreportagen und Liveübertragungen lief. Nur sind diese Höhepunkt halt spärlich gesät und solange nix von der Basis kommt, wird es in den Zeiten dazwischen still bleiben. Und zudem die REC medial zu verkaufen wird, wird ein hartes Stück Arbeit. Warten wir also auf den Herbst. Aber auch dann wird es nicht mal ebenso gehen.
Januar 05, 2019

tim spengler said:

2957
...
ja, dass das medieninteresse nur temporär ist liegt ja daran, dass es zwischendrin nichts gibt, was von interesse wäre. auch wenn die bundesliga jetzt vermeintlich spannender ist als vorher, bleibt die atmosphäre aber trotzdem auf kreisliga rundball niveau (wenn überhaupt) und auch das format ist unnötig kompliziert.
da man ja scheinbar eh nicht vor hat die phase 2 der ligareform umzusetzen, könnte man auch wieder zu einem eingleisigen system zurückkehren (auch wenn ich auswahlmannschaften nach wie vor für die bessere lösung halte).
und um den rec medial besser zu verkaufen wäre es wahrscheinlich hilfreich, nicht auf irgendeinem bolzplatz in heidelberg zu spielen, sondern in einem ordentlichen stadion mit um die 10000 kapazität. dann frühzeitig den kartenverkauf starten (das wurde schon versäumt), viel werbung machen und vielleicht noch eine lokale band zur stimmungsmache einladen. in köln klappt das doch auch wunderbar.
und dann sollte man, auch wenn es nicht viel zu berichten gibt, die fans ein wenig auf dem laufenden halten. vom drv hat man nun seit oktober nichts zum 15er team gehört.
Januar 06, 2019

Matthias Hase said:

381
...
Sehe nicht, dass das Format der BL kompliziert ist. Ist absolut gängig. Da gibt es kompliziertere Systeme. Was das Drumherum angeht, habe ich ja geschrieben, dass mehr von der Basis kommen muss, um das Produkt Rugby dauerhaft interessant zu machen.

Was die Stadien angeht, gebe ich dir recht. Aber die Zusammenarbeit vor Ort scheint von unterschiedlicher Qualität zu sein. Und wenn die deutsche Rugby-Community nicht gewählt ist, für ein LS 400 Kilometer zu fahren oder ein DM-Finale nicht als Saisonhöhepunkt sieht, fehlt neben der sportlichen Relevanz auch der Zuschauerzuspruch als medialer Effekt. Warum sollen also die Medien darüber berichten?

Und wieso soll die PR Beim DRV besser laufen als bei den Vereinen. Alle arbeiten in diesem Bereich (leider) nur mit Bordmitteln, da PR Personal, Zeit und entsprechende Entlohnung kostet.
Januar 06, 2019

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