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7er-DM in Heidelberg: Gelingt der RGH der Titel-Hattrick?
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 21. Juli 2017

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Gelingt der RG Heidelberg der Titelhattrick?

Am morgigen Samstag beginnt auf dem Gelände des ausrichtenden Sportclub Neuenheim das zweitägige Turnier um die deutsche Meisterschaft im olympischen Siebener-Rugby. Favorit ist ohne Zweifel der Titelverteidiger RG Heidelberg - die Orange Hearts könnten am Sonntag den dritten Titel in Folge einheimsen. Ein Kunststück, das der RGH bereits zwischen 1997 und 1999 bereits gelungen war.  Doch vor allem von Seiten des Finalgegners aus dem Vorjahr, dem TV Pforzheim sowie dem HRK dürfte einiges an Gegenwehr zu erwarten sein.

Die gute Nachricht vorneweg: Nach einem durch den SCN perfekt organisierten Turnier im Vorjahr wächst die 7er-DM weiter. Aus zwölf antretenden Mannschaften im Vorjahr sind in diesem Jahr gleich 16 geworden. Auch fünf Zweitligisten und ein Verbandsligist werden in Heidelberg an den Titelkämpfen teilnehmen. Aber ebenso bemerkenswert ist, dass sechs Erstligisten gar nicht erst antreten, allen voran wie im Vorjahr Spitzenklub RK 03 Berlin. Immerhin richten die Ostberliner selbst eines der größten Siebener-Turniere im Lande aus und können in der Bundesliga Nord selbst bestens sehen, wie beispielsweise Nord-Rivale Germania List von seiner Siebener-Spielpraxis profitiert.


Die Titelkandidaten

Realistische Titelchancen dürften sich eigentlich nur drei Vereine ausrechnen. Die beiden Giganten der Bundesliga - Meister Heidelberger RK und der Vizemeister TV Pforzheim - aber allen voran die RG Heidelberg. Kein Verein im Lande verkörpert das pfeilschnelle Siebener-Spiel so sehr, wie die Orange Hearts. Bereits am vergangenen Wochenende konnten die von Rudolf Finsterer trainierten Organe-Hemden ihr Können unter Beweis stellen, als sie bei den AMS Sevens in Neckarsulm hinter Heusenstamm und Neuenheim den dritten Rang erreichten.

Dabei fehlten der RGH mit Fabian Heimpel, Bastian Himmer, Robert Haase, Tim Lichtenberg und Johannes Schreieck gleich fünf Siebener-Nationalspieler, die in DRV-Diensten in Exeter waren und an diesem Wochenende zum Kader stoßen werden. Wenn man nun noch den für Exeter nicht nominierten Robin Plümpe und Simon Schreieck dazunimmt, kann man sich vorstellen welch Luxusprobleme Rudolf Finsterer vor sich hat, wenn es um die Startaufstellung geht.

In Gruppe A werden es die Heidelberger mit dem Berliner RC und dem ASV Köln zu tun bekommen, die das Turnier im Vorjahr nur einen Platz voneinander getrennt beendeten. Zwischen diesen beiden Teams wird es um den Viertelfinal-Einzug gehen, da der letzte Gruppengegner Tübingen in dieser Hammergruppe wohl Lehrgeld zahlen muss. Zwar haben sowohl die Berliner, als auch die Kölner in den letzten Jahren ihre Anstrengungen im Siebener verstärkt, aber für die RGH dürfte die Gruppenphase nicht mehr als ein Warmlaufen werden.

RGH-Trainer Finsterer machte auch aus den Ambitionen der RGH keinen Hehl „von der Qualität her müssen wir um den Titel mitspielen“ und visiert den Titel an, warnt jedoch gleichzeitig: „Wir sind nicht die einzigen mit einem qualitativ gut besetzten Kader unsere Finalgegner aus den Vorjahren wollen ebenso den Titel holen.“ Noch sei nichts in trockenen Tüchern und deshalb gelte: „Wir müssen uns auf jedes einzelnes Spiel konzentrieren und kein dummes Zeug machen.“

 

 

 

Den insgesamt zehnten Siebener-Titel vor Aufgen hat die RGH



Vorjahres-Finalist Pforzheim beispielsweise sieht selbst für sich nur „Außenseiterchancen“ - so zumindest äußerte sich Team-Manager Jens Poff im Vorfeld. Mit etwas Glück könne man vielleicht an die früheren Erfolge anknüpfen. Die Vorbereitung auf den diesjährigen Titelkampf hatte der neuseeländische  Rhinos-Verbinder Matthew Bressons zusammen mit dem immer noch verletzten Super-Sprinter Tafadzwa Chitokwindo übernommen. Gerade dessen Ausfall dürfte den Goldstädtern einiges an Gefahr nehmen.

Verbinder Bressons, der bereits im Dress der italienischen Nationalmannschaft auflaufen durfte, gibt das Ziel Titel aus und betont: „Wir haben beim TVP so viel Talent zur Verfügung.“ Mit Carlos Soteras-Merz von der DRV VII und Manasah Sita, der für sein Heimatland Simbabwe bereits bei den Hongkong 7s auflief, hat Bressons zwei weitere Top-Spieler internationalen Kalibers im Team. Sollte den Rhinos der zweite Sieg gelingen, wäre es der zweite Siebener-Titel nach 2012.

Die Gruppengegner Neuenheim, StuSta München und RC Leipzig sollten dabei den Viertelfinaleinzug nicht allzu schwer machen. Der zweite Platz in der Gruppe, der ebenso zum Viertelfinaleinzug berechtigt, dürfte aber heiß umkämpft sein. Neuenheim muss sicherlich als leichter Favorit gelten, aber auch Leipzig und StuSta München sind nicht chancenlos gegen den gastgebenden Sportclub.

Der wohl größte Herausforderer der Orange Hearts dürfte aber der direkte Nachbar vom Harbigweg sein - der Heidelberger RK. Auch bedingt durch viele Verletzungsausfälle früh im Turnier hatte es der Klub im Vorjahr nur auf den vierten Rang gebracht. In diesem Jahr hat der HRK aber wieder einen bärenstarken Kader beisammen. Alle Siebener-Nationalspieler in Anjo Buckman, Steffen Liebig, Pierre Mathurin, Niklas Hohl und der zurückgetretene Robert Hittel - dazu noch Fünfzehner-Nationalspieler Jaco Otto, Jarrid Els, Sean Armstrong, Raynor Parkinson und Kehoma Brenner - dieser Kader dürfte den HRK-Gegnern Respekt einflößen und den Klub selbst macht er automatisch zu einem heißen Titelkandidaten.

 

Royale Unterstützung: Die Spieler des HRK holten sich vor dem Titelkampf noch Tips von Rugby-Experte Prinz William



Zwar gibt man sich beim HRK zurückhaltend und verweist auf die Tatsache, dass man lediglich eine einzige gemeinsame Trainingseinheit gehabt habe. Doch auch der RGH erging es ähnlich, da die Siebener-Nationalspieler nach einer langen EM-Saison erst im Laufe der Woche zum Training eintrudelten. Sollte sich der HRK an Tag eins gegen Bayreuth, Germania List und die Handschuhsheimer Löwen spielerisch finden, ist mit dem Klub zu rechnen. Germania List mit den Koch-Brüdern und Jarrod Saul an Bord dürfte der Favorit auf den zweiten Platz in der Gruppe sein. Doch auch der TSV hat mit Siebener-Nationalspieler Joshua Tasche einen brandgefährlichen Akteur in den eigenen Reihen.

Gruppe C wiederum verspricht die spannendste am Samstag zu werden. Mit dem traditionell im Siebener starken Heusenstammer Füchsen und dem Vorjahres-Dritten Hannover 78 gibt es zwei ähnlich starke Kandidaten auf den Gruppensieg.  Der dritte im Bunde Rottweil könnte jedoch zum Stolperstein werden. Für höhere Ambitionen fehlen aber sowohl den Füchsen, als auch den 78ern absolute Schlüsselspieler. Phil Sczcesny bei den Niedersachsen fällt ebenso aus, wie Leon Hees und Tim Biniak beim RKH. Mit Sam Rainger wird die Mannschaft von Jens Steinweg immer noch einen aktuellen Siebener-Nationalspieler im Team haben - sowie mit Zinzan Hees und Louis Biniak zwei weitere unglaublich talentierte Akteure. Aber spätestens im Halbfinale dürfte Schluss sein für den RKH.

 

Die Gruppen
Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D
RG Heidelberg TV Pforzheim Hannover 78 Heidelberger RK
Berliner RC SC Neuenheim RK Heusenstamm SC Germania List
ASV Köln StuSta München RC Rottweil TSV Handschuhsheim
RC Tübingen RC Leipzig Heidelberger TV Bayreuther Turnerschaft
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