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TR-Vorschau DRV-Pokalfinale: „Walking Dead“ wollen Überraschungscoup gegen „Green Machine" landen
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 31. März 2017

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Der zweite Titel in weniger als einem Jahr? Pforzheim strebt das Double an! Foto (c) Keßler

Wenn der SC Frankfurt 1880 morgen um 15 Uhr zu Gast beim TV Pforzheim im Finale des DRV-Pokals antritt, könnte die Rollenverteilung kaum klarer sein. Der in dieser Saison bislang ungeschlagene amtierende Meister ist vor heimischen Publikum im Südwest-Energie-Stadion der klare Favorit gegen den Underdog vom Main. In Frankfurt dagegen - momentan mit zahlreichen Ausfällen „gesegnet“ - bezeichnet man sich selbst in Anlehnung an eine populäre TV-Serie ironischerweise als „The Walking Dead“. Die „Untoten“ von Trainer Karl Savimaki werden alles daran setzen, die scheinbar unaufhaltsame grüne Maschine der Pforzheimer Rhinos nicht ins Rollen lassen zu kommen.

Die vom neuseeländischen Headcoach John Willis trainierten Pforzheimer dagegen wollen innerhalb von weniger als einem Jahr die zweite Premiere: Nach dem ersten Meister-Titel der Vereinsgeschichte soll nun mit dem ersten Pokalsieg auch der zweite nationale Vereinstitel erstmals eingefahren werden - so zumindest lautet die Losung des TVP-Teammanagers Jens Poff. Beim TVP „fiebern alle dem Samstag entgegen“ so der Macher der Rhinos weiter. Poff warnt seine Männer aber ebenso den morgigen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Angesichts des über weite Teile engen Duells in der Hinrunde betont Poff: „Das wird ein sehr harter Kampf!“

Mit Carlos Soteras-Merz, der mit der Siebener-Nationalmannschaft in Hongkong weilt, sowie den verletzten Michael Mannuß und Willians Portillo beklagt man auch beim Meister einige Ausfälle. Doch das ist kein Vergleich mit der Verletzten-Misere, die den SC 1880 in den letzten Tagen heimgesucht hat. Frankfurts Coach Savimaki fehlten am vergangenen Wochenende nach eigener Zählung „19 Spieler aufgrund von Verletzungen oder anderer Verpflichtung, so dass wir mit nur 18 Spielern nach Hannover gefahren sind und dort eine couragierte Leistung abgeliefert haben.“

Ein großes Fragezeichen steht darüber hinaus hinter dem Einsatz von Frankfurts beiden wichtigsten Leistungsträgern Wynston Cameron-Dow und Senzo Ngubane. Das im Sommer vom SCN verpflichtete Südafrika-Duo hat mit Verletzungen aus dem Halbfinal-Duell mit Hannover 78 zu kämpfen, wobei ein möglicher Einsatz von Verbinder Cameron-Dow bereits als gute Nachricht für 1880 zu werten ist. Denn nachdem sich der extrovertierte Spielmacher mit der langen Mähne am vorigen Samstag seine Schulter ausgekugelt hatte, war man bei den Frankfurtern von einem langen Ausfall des Schlüsselspielers ausgegangen. Doch eine eingehende Untersuchung am Mittwoch ergab die positive Nachricht - Cameron-Dow hat sich keinerlei schwerere Verletzung zugezogen. Er ist nur wenige Tage nach der Verletzung in der Lage zu passen und seine Schulter vollumfänglich zu nutzen. Ob es für ihn jedoch am Samstag für einen Einsatz unter Vollkontakt reichen wird, entscheidet sich laut Frankfurts australischem Coach Savimaki erst am Spieltag selbst.

Sein Landsmann Ngubane, wichtiger Anker im Frankfurter Sturmspiel, war gegen Hannover mit dem Knöchel umgeknickt und hatte nur unter Schmerzen das Spiel beenden können. Ob das Kraftpaket aus Durban trotz der starken Schwellung und Bänderverletzung im Pokalfinale auflaufen wird, entscheidet sich ebenso erst in allerletzter Minute. Frankfurts Trainer Savimaki ist sich völlig darüber im Klaren, dass seine Mannschaft als „absoluter Underdog“ nach Pforzheim reisen wird - „wir haben ihnen ohne einige unserer Leistungsträger in der Bundesliga-Hinrunde einen guten Kampf geliefert.“ Die Vorbereitung sei nun aber durch die zahlreichen Kader-Änderungen ein wenig chaotisch verlaufen, doch davon will man sich in Frankfurt nicht beirren lassen. Auch wenn Savimaki es gegenüber TotalRugby nicht explizit erwähnt - sollten seine beiden Südafrika-Asse ausfallen, dürften die Chancen auf eine Pokal-Überraschung weiter sinken.

Darüber hinaus wird beim SC 1880 ein Großteil der Mannschaft einen absoluten Sahnetag erwischen müssen, damit man überhaupt im Spiel ist. Immerhin hatte man im September die 17:35 Niederlage daheim gegen Pforzheim bereits als Erfolg verbucht. Aber vielleicht lässt die Aussicht auf einen Titel den einen oder anderen Frankfurter über sich hinauswachsen. Mit Senzo Ngubane und Wynston Cameron-Dow stehen ja immerhin zwei „Pokal-Titelverteidiger“ eventuell im Kader der Frankfurter. Allerdings hatten beide den Titel im Vorjahr mit dem SC Neuenheim gewonnen - die Mannschaft, die nach einer 83:16 Abreibung in der Vorwoche mit hängenden Köpfen den Rasen des Südwest-Energie-Stadions in Pforzheim verließ. Nach Geheimtipps um in Pforzheim zu bestehen, brauchen beide ihre ehemaligen Teamkollegen also nicht befragen.

Auch wir von TotalRugby sehen den TV Pforzheim als den klaren Favoriten - doch Frankfurts Trainer Savimaki betonte uns gegenüber nur 24 Stunden vor der Partie: „Meine Jungs glauben an den Sieg und Deutschlands Sieg gegen Rumänien sowie die Japan-Sensation bei der letzten WM haben gezeigt: Im Rugby ist alles möglich!“ Bleibt für Deutschlands Rugby-Fans nur abzuwarten und zu sehen, ob Savimaki recht behalten wird. Den Ticker zum Spiel gibt es natürlich morgen wieder bei uns zum live mitfiebern.

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Kommentare (1)add comment

Karl Savimaki said:

3947
JENSO not SENZO
Nur um zu klären. Es war nicht Senzo, der seinen Knöchel in Hannover verletzte. Es war JENSO (Jenso Listmann). Senzo spielte nicht im Halbfinale. Einfacher Fehler zu machen, wenn ich gab Ihnen die Informationen über Sprachnachricht.

just to clarfiy. It was not Senzo who injured his ankle in Hannover . It was JENSO (Jenso Listmann) . Senzo did not play in the semi final. Easy mistake to make though when I gave you the information over voice message .
März 31, 2017

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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 31. März 2017 )
 
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