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Der Aufbauhelfer
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Geschrieben von Jan Szyszka   
Donnerstag, 5. November 2009

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Im Moment ist es besser für den deutschen Rugbysport, wenn ich möglichst vielen Vereinen helfe

Es war kein einfacher Sommer für Philip “Lofty” Stevenson. Binnen weniger Wochen verlor der anerkannte Rugby-Fachmann aus Neuseeland zwei Jobs. Der SC 1880 Frankfurt feuerte ihn – trotz Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Pokal. Wenig später entließ der Deutsche Rugby-Verband Stevenson in seiner zweiten Funktion als U 21-Nationaltrainer im Siebener-Rugby.

Mittlerweile hat Stevenson eine neue Aufgabe: Er vermarktet sein Wissen als eigenständiger Rugby-Berater. Jürgen Zeiger, Präsident des Bundesligisten RK Heusenstamm, hat ihm dabei geholfen. “Sonst wäre Lofty hier nicht zu halten gewesen. Und das wäre schlecht für Rugby in Deutschland”, so Zeiger.

Erster Kunde des von Zeiger gegründeten Unternehmens “Lofty Stevenson Coaching und Consulting” war der RKH. Seit Oktober arbeitet der zweifache Meistertrainer zweimal in der Woche mit den “Füchsen”. Sein Aufgabengebiet ist breit gestreut: Stevenson schult das 14-köpfige Trainerteam und übernimmt Einzeltrainingseinheiten mit Nachwuchsspielern aus den elf Mannschaften. Zudem unterstützt er Cheftrainer Jens Steinweg bei der Bundesligaauswahl. “Sein Effekt soll in die Breite gehen”, sagt Zeiger.

Auch eine Art Mission

Die Idee, das Wissen des Spezialisten durch die gezeigte “Privatinitiative” in Deutschland zu halten, stößt auf Interesse. Neben dem RKH berät Stevenson derzeit zusätzlich drei deutsche Zweitligisten. Anfragen aus Obertshausen und Offenbach liegen vor. Und auch über die Grenzen sind seine Fähigkeiten gefragt: Vor einer Woche reiste Stevenson für vier Tage nach Österreich, arbeitete danach in der Schweiz und bildete schließlich Trainer in Luxemburg aus. “So sehe ich viel von Europa”, sagt Stevenson lakonisch und grinst.

Das Wochenende hat der weiter in Frankfurt wohnende Fachmann für die Spiele von Heusenstamm reserviert. Wenn an diesem Samstag der HRK den Heidelberger RK empfängt (13 Uhr, Sportzentrum Martinsee), wird Stevenson Chef-Trainer Jens Steinweg an der Seitenlinie unterstützen. Konfliktpotenzial sieht er nicht. “Im Rugby braucht man eigentlich drei Trainer”, sagt Stevenson, der weiterhin auch noch die derzeit pausierende deutsche U21-Nationalmannschaft im 15er-Rugby betreut.

Seinen neuen Job begreift der Neuseeländer auch als eine Art Mission. Er will die Randsportart, die durch die Aufnahme ins olympische Programm gerade in Aufbruchstimmung ist, auf ein höheres Niveau heben. “Im Moment ist es besser für den deutschen Rugbysport, wenn ich möglichst vielen Vereinen helfe.”

Grundweg positiv sieht auch SC-80-Manager Uli Byszio das Bleiben von Stevenson. “Das ist eine super Sache für den deutschen und hessischen Rugbysport.” Byszio, der mit Stevenson trotz der Entlassung weiter befreundet ist, kann sich gar mittelfristig eine Berater-Tätigkeit von Stevenson bei 1880 vorstellen. Der im Spätsommer entstandene Zwist zwischen beiden Klubs nach dem kurzfristigen Wechsel von Bevan Gray nach Frankfurt, ist ausgeräumt, wie beide Seite betonen. Ein Zusatzjob für Stevenson beim SC 80 scheint jedoch unwahrscheinlich. An Stevensons Fähigkeiten liegt es nicht: Er und Aaron Satchwell, aktueller SC-80-Trainer, gelten nicht als die besten Freunde.

Quelle: FR-online.de

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