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TotalRugby Vorschau 1. Bundesliga - 1. Spieltag 2009/2010
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Geschrieben von Jamie Deuce   
Donnerstag, 27. August 2009

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Frankfurts neuer Sam Leung-Wai soll die großen Fußstapfen vom zurückgetreten Publikumsliebling Marcus Seuseu füllen und für Durchschlagskraft im Frankfurter Angriffsspiel sorgen

10 Mannschaften, zwei Überflieger, 5 Verfolger und drei Abstiegskandidaten, so lässt sich die Lage der Liga vor dem 1. Spieltag kurz zusammenfassen. Spannung ist garantiert, denn schließlich “liegt die Wahrheit auf dem Platz” – und nicht an der Wechselbörse und “totgesagte leben bekanntlich länger”. Die Bundesligasaison 2009/2010 verspricht daher eine besonders packende und brisante zu werden.


RK Heusenstamm : ASV Köln
Samstag, 29. August 13:30 Uhr

Im letzten Jahr sorgten die Füchse aus Heusenstamm an der Wechselbörse für reichlich Furore, ein neuseeländischer U19-Weltmeister kämpfte gemeinsam mit einem schottischen U19-Nationalspieler im Sturm der Hessen. Dahinter sorgten vor allem der 7er Nationalspieler Mark Sztyndera und natürlich der pfeilschnelle Außendreiviertel Bevan Gray für reichlich Punkte. Der Schotte Ralph McInally und Ex-Junior All Black Ashworth sind nicht mehr in Heusenstamm aktiv, Gray und Sztyndera sammeln in dieser Saison beim Nachbarn in Frankfurt Punkte. Die Rot-Grünen stehen vor einem Neuaufbau. In der letzten Spielzeit haben viele den RK Heusenstamm als künftigen Play-Off Kandidaten gesehen, in dieser Saison kann das Ziel des Teams von Trainer Jens Steinweg nur der Klassenerhalt sein. Für diesen gibt es trotz der oben beschriebenen Probleme nur ein Ziel: “5 Punkte einfahren!”. “Gegen einen Aufsteiger kann man der Mannschaft auch nichts vormachen, alles andere als ein Sieg wäre eine Katastrophe am ersten Spieltag”, so Steinweg. Die Anhänger am Martinsee können sich laut Steinweg auf ein superjunges Füchseteam freuen, welches hochmotiviert ist und alles für den Sieg gegeben wird, im Fokus stand in den letzten Wochen vor allem die Arbeit am Spielsystem, dabei erhielten der Tabellensiebte der vergangenen Saison von Lofty Stevenson, dem entlassenen Meistercoach des SC 1880 Frankfurt, tatkräftige Unterstützung. Das erarbeitete Spielsystem wurde in einem Vorbereitungsspiel gegen die 2. Garde des französischen Féderéale 1 Clubs Lille Métropole RC auf Herz und Nieren getestet und trotz der 24:44 Niederlage für gut befunden. Der RK Heusenstamm der Saison 2009/2010 wird in der neuen Saison versuchen müssen, seine guten Innendreiviertel Sam Rainger und Kapitän Markus Walger, sowie dessen in der letzten Saison glänzend aufgelegten Bruder Dennis so in Position bringen zu können, dass diese zu Versucherfolgen kommen. Der Weggang von Gray und Sztyndera hat viel Endgeschwindigkeit gekostet, eröffnet den Füchsen aber auch die Chancen auf ein variableres Spiel, hat man doch in der letzten Saison häufig (durchaus erfolgreich) versucht schon in der 1-2 Phase mit langen Pässen über außen zum Versuchserfolg zu kommen.

Viele Jahre war der ASV Köln eines der Spitzenteams der 2. Bundesliga Süd und die unumstrittene Nummer 1 im bevölkerungsreichsten Bundesland der BRD. Schon allein deswegen ist es logisch und überaus erfreulich, dass die Rheinländer in diesem Jahr die Bundesliga bereichern. Dass die erste Liga eine Herausforderung für den Aufsteiger wird und das erklärte Ziel nur der Klassenerhalt sein kann, ist den in weinrot gekleideten Jecken natürlich bewusst. “Wir sind gekommen, vielleicht bleiben wir auch!?”, so Arne Fischer der erfahrene Kapitän und Ex-Nationalspieler des ASV. Für den Verbleib in der ersten Bundesliga kann schon die erste Bundesligapartie, nach 10 Jahren Erstliga-Abstinenz, beim RKH eine richtungweisende sein, schließlich sind die Füchse laut Fischer eines der Teams, mit welchem sich der Verein aus der Karnevalshochburg nicht zuletzt auf Grund zahlreicher packender Duelle in Liga 2 auf Augenhöhe sieht. Daher bleibt den Kölnern nicht viel Zeit zum eingewöhnen, im Kampf um den Ligaverbleib geht es um jeden Punkt, weshalb die Kölner schon am Martinsee voll auf Sieg spielen müssen, um womöglich den ein oder anderen Punkt an den Rhein zu entführen. Der britische Trainerstab der Kölner um den erfahrenen Head Coach Steve Harries hat in der Saisonvorbereitung das Hauptaugenmerk darauf gelegt, seine Spieler körperlich für die Mission Klassenerhalt in Form zu bringen, doch auch im taktischen und spielerischen Bereich wurde viel gearbeitet. Auch die Kölner haben ein Vorbereitungsspiel bestritten, im Kräftemessen mit einem belgischen Erstligisten wurde am letzten Feinschliff gearbeitet. Laut Pressesprecher Simon Vogt ist das Team nun “superfit und durch die Trainer gut auf die Partie eingestellt.”

TotalRugby Head to Head: Arne Fischer , der oben zitierte Kapitän der Kölner hat zwar schon 33 Jahre auf dem Buckel, verfügt aber eben deshalb auch über reichlich Erfahrung. Fischer ist nicht nur der beste Gassefänger auf Seiten des ASV sondern der Ex-Nationalspieler hat auch einen außerordentlich guten Riechern für die gegnerische Mallinie, was 10 Versuche in der vergangenen Saison eindrucksvoll unter Beweis stellen. Doch vor allem in der Defensive muss Fischer sich in Hochform präsentieren, will er dem besten Stürmer auf Seiten des RK Heusenstamm, dem angriffslustigen Bart Karalus erfolgreich Paroli bieten. Der 26-jährige Kiwi ist ein nahezu kompletter Rugbyspieler. Im Angriff gelingt es ihm häufig, mit starken Durchbrüchen Räume für seine Mitspieler zu schaffen, in der Verteidigung bringt er sein Team mit krachenden Tacklings regelmäßig in Vorwärtsbewegung und sein kompromissloser Einsatz bei der Balleroberung und der Verteidigung gegnerischerer Pakete hat den RKH in der vergangenen Saison nicht selten vor größerem Übel bewahrt. Daher ist das Duell der beiden Sturmführer eines, welches maßgeblichen Anteil für den Ausgang der Partie haben wird.

TotalRugby Prognose: Die Heusenstammer starten mit einer jungen Mannschaft und einer gesunden Portion Wut auf ihren “großen” hessischen Nachbarn im Bauch in die neue Spielzeit. Klang das Ziel Klassenerhalt in der letzten Saison noch nach Tiefstapelei, darf es in dieser Spielzeit als durchaus realistisch gelten. Der ASV Köln hat das selbe Ziel, aber deutlich weniger Erstligaerfahrung als die Jung-Füchse. Im Sturm mag es dem ASV gelingen können den Gastgebern das Wasser zu reichen, doch die Hintermannschaft der Hessen ist trotz zahlreicher Abgänge einfach zu spielstark für den Aufsteiger. Der RKH gewinnt mit 29 Punkten Vorsprung gegen den Aufsteiger und sichert sich den Bonuspunkt.

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RG Heidelberg : RK 03 Berlin
Samstag, 29. August 15:00 Uhr

Die Rückkehr von Rudolf “Bazi” Finsterer sorgt für jede Menge Euphorie beim Deutschen 7er-Meister. Mit regelmäßig über 40 Mann wurde sich in zahlreichen Trainingseinheiten konzentriert und ruhig auf den Saisonstart vorbereitet. Neuzugänge hat die Rudergesellschaft kein zu verzeichnen, jedoch sorgen einige Altstars aus den Meistermannschaften 2006 und 2007 wie Christopher Weselek und Steffen Thier mit großem Trainingseifer dafür, dass die zahlreichen Nachwuchsspieler aus der Talentschmiede des Meisters von und mit ihren Vorbildern lernen können. Beide werden jedoch beim Saisonstart auf Grund von beruflichen Verpflichtungen (Thier) und Urlaub (Weselek) nicht zur Verfügung stehen können. Eine andere Personalie gibt Aufschluss über die Missstände im Deutschen Rugby – während andere Clubs in der Bundesliga ausländische und neuerdings auch einheimische Spieler für mehrere tausend Euro im Monat verpflichten können, wird Nationalspieler Tim Coly, seit Jahren einer der besten Deutschen Rugbyspieler, vermutlich seine Karriere aus finanziellen Gründen beenden müssen. Der Lehrer im Referendariat an einer Realschule in Pforzheim ist gezwungen, einen abendlichen Nebenjob anzutreten, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, weshalb ihm die Zeit fehlt, weiterhin an den Mannschaftstrainings teilzunehmen und somit auch, um weiter Rugby auf Bundesliga oder gar Nationalmannschaftsniveau zu spielen. Die Rolle als Sturmführer, welche Coly in der vergangenen Spielzeit gemeinsam mit Nationalspieler Manuel Wilhelm ausfüllte, hinter dessen Einsatz auf Grund von kleineren Verletzungssorgen und daraus resultierendem Trainingsrückstand ebenfalls ein Fragezeichen steht, wird in der neuen Saison der junge Nationalspieler Kehoma Brenner übernehmen. Es wird interessant zu beobachten sein, wie sich die RG Heidelberg, die in der letzten Spielzeit sehr sturmlastig agierte, unter dem Regiment des ehemaligen 1. Reihe Stürmers Finsterer taktisch präsentieren wird.

Der RK 03 Berlin präsentiert sich mehr und mehr als aufstrebender Verein, gemeinschaftlich basteln die Ostberliner daran, ihren Verein für zukünftige höhere Aufgaben zu positionieren und wer die Dynamik, mit welcher am Weißensee zu Werke gegangen wird etwas verfolgt, kann davon ausgehen, dass hier in naher Zukunft ein weiterer Titelkandidat heranwächst. Die Clubanlage verwandelt sich Stück für Stück in ein wahres Schmuckstück, die zahlreichen Jungstars aus den erfolgreichen Nachwuchsmannschaften der Gelb-Schwarzen gewinnen durch die steigende Erfahrung ebenfalls peu a peu an spielerischer Klasse und mit Allan Nugent konnte ein kompetenter ausländischer Übungsleiter gewonnen werden, der zukünftig die spielerischen Geschicke der Spreestädter leiten soll. Die Vorbereitung lief beim Rugbyklub 03 nach Plan, zwei Trainingsspiele gegen den Zweitligisten USV Potsdam und den Berliner RC führten dazu, dass die Mannschaft die neuen taktischen Vorgaben immer besser umzusetzen weiß. Entsprechend selbstbewusst reist man auch in Deutschlands Rugby-Hochburg, zumal die RGH, die in der letzten Saison zwar in drei Aufeinandertreffen dreimal als Sieger den Platz verlassen konnte, sich aber in der letzten Begegnung der vergangenen Saison nur äußerst knapp und glücklich mit 17:5 auf heimischen Boden durchsetzen konnte, einiges vom Schrecken vergangener Tage eingebüßt zu haben scheint. “Zielsetzung für das Spiel gegen die RGH ist es, Punkte aus Heidelberg zu entführen und zu gewinnen”, so der Manager des RK 03 Lutz Joachim. Das gesamte Team ist heiß auf die zweite Erstligasaison und will von Anfang an voll loslegen, um am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Natürlich ist man sich bei den Berlinern darüber bewusst, dass man vor allem im körperlichen Bereich noch einige Defizite gegenüber den Spitzenteams hat, diese möchte man aber laut Joachim durch schnelles Spiel und großen Einsatz wieder wettmachen.

TotalRugby Head to Head: Falk Duwe war in der vergangenen Spielzeit ganz nah dran am Team für die Hannover 7s und der 21-jährige Spotsoldat scheint Blut geleckt zu haben. In der letzten Saison bestritt der robuste Innendreiviertel alle 16 Bundesligaspiele für den RK 03 Berlin und in diesem Jahr möchte er mit guten Leistungen dazu beitragen, dass der RK 03 die Play-Offs erreicht und er einen Weg in die 15er Nationalmannschaft des DRV findet. Ganz anders sein Gegenüber Patrick Schachner , der vielseitig einsetzbare Sportmarketingstudent konnte auf Grund zahlreicher Verletzungen in der letzten Saison nur 8 Einsätze für die Bundesligamannschaft der Orangenen verbuchen, scheint aber nach starker Vorbereitung wieder auf dem Weg zur Form vergangener Tage, in denen er die Rudergesellschaft als Gedrängehalb und Verbinder zum Pokalsieg 2004 und zur Meisterschaft 2007 leitete. Während Duwe auf Grund seiner Schnelligkeit und starken körperlichen Präsenz vor allem im Angriffsspiel sehr stark einzuschätzen ist, ist Schachner, der auf der Position des Innendreiviertels auflaufen wird, ein Spieler mit einer sehr niedrigen Fehlerquote, großen technischen Fähigkeiten, sowie gutem Stellungsspiel in der Verteidigung. Wenn es Schachner gelingt, mit seiner großen Erfahrung und der Ruhe die er ausstrahlt, den jungen Verbinder Fabian Heimpel zu entlasten, wird sein Einsatz am Ende für die Gastgeber unheimlich wertvoll sein. Gelingt es Duwe, mit seiner Einsatzfreude das Angriffsspiel der Gäste ins Rollen zu bringen, steigen die Aktien der Berliner nicht unerheblich.

TotalRugby Prognose: Der RK 03 Berlin hat eine gute und strukturierte Vorbereitung bestritten. Die RG Heidelberg weiß nach der verkorksten letzten Saison und der Testspielniederlage gegen den TSV Handschuhsheim noch nicht genau, wo das Team steht. Kapitän Mustafa Güngör hat schon wie im vergangenen Jahr große Teile der Vorbereitung verpasst und die erfahrenen Stürmer Coly, Thier, Schroth und Dinah werden zum Bundesligaauftakt, ebenso wie 7s-Nationalspieler Christopher Weselek, nicht zur Verfügung stehen. Trotzdem mangelt es der RG Heidelberg nicht an Spielern von ordentlichem Bundesliganiveau, deshalb und weil die Orangenen mit dem Heimvorteil im Rücken starten, wird die RGH am Ende mit 23 Punkten Vorsprung gewinnen.

 

Berliner RC : Heidelberger RK
Samstag, 29. August 15:00 Uhr

“Stille Wasser sind tief”, wenn diese Weisheit zutrifft, dann kann vom Berliner RC in dieser Saison einiges erwartet werden. Seit der Halbfinalniederlage der Berliner gegen den SC 1880 Frankfurt war aus der Hauptstadt so gut wie nichts mehr zu vernehmen. Nach völlig verkorkstem Bundesligastart präsentierten sich die “All Blacks” (zu Ehren ihres verstorbenen Präsidenten liefen die Spreestädter ganz in schwarz auf), in toller Form und bezwangen unter anderem die stärker eingeschätzten Teams von Meister Frankfurt, dem damaligen Vizemeister RG Heidelberg und dem Bundesligadritten SC Neuenheim. Auch der amtierende Vizemeister und kommende Gegner des Berliner Rugby Club, der Heidelberger RK, kam in dieser Phase beim 12:10 Heimspielsieg mit einem blauen Auge davon. Obwohl die Frage über den kommenden Trainer der Westberliner noch nicht abschließend geklärt ist – Frankfurts Ex-Coach Lofty Stevenson leitete einige Trainingseinheiten und auch ein britischer Coach war im Gespräch – kann davon ausgegangen werden, dass sich die Gastgeber körperlich topfit präsentieren werden. Wie stark die Berliner einzuschätzen sind, lässt der 5:1 Testspielsieg über den dieses Jahr durchaus ambitionierten RK 03 Berlin nur vermuten. Doch da das Team der vergangenen Saison zusammengehalten werden konnte und sich daher noch eingespielter präsentieren dürfte, kann davon ausgegangen werden, dass die bei vielen als Titelfavorit geltenden Heidelberger in Berlin kein Zuckerschlecken erwarten dürfte. Seit Jahren sind der HRK und der BRC so etwas wie Erzrivalen und da beide Teams über spielstarke Hintermannschaften und körperlich starke Stürmer verfügen, dürfte diese Partie die Spitzenpartie des Bundesligaauftakts werden.

Die Transferpolitik des Heidelberger RK brachte dem Klub sogar Schlagzeilen in der Printausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, “Die Heidelberger haben sich eingestimmt auf den Angriff auf Meister SC 1880 Franfurt […]” heißt es dort unter anderem über den traditionsreichen Rugby- und Ruder-Verein. Murray Archibald, der australische Coach des Klubs, der sich jüngst um die vakante Stelle des DRV 7s Nationaltrainers beworben hat, glaubt an einen knappen Sieg seiner Mannschaft in Berlin, dieser sollte auch gelingen, wenn man sich für das Erreichen der Saisonziele, welche eine erneute Teilnahme im Deutschen Meisterschaftsendspiel als Minimum vorsehen, in eine gute Ausgangsposition bringen will. In der vergangenen Spielzeit hatte der HRK vor allem auf der Position des Verbinders mit Eigengewächs Andreas Götz häufig kein höchstes Bundesliganiveau, ein Problem, welches man mit der Verpflichtung von gleich drei neuen Verbindern – vom TSV Handschuhsheim kam Nationalmannschaftsverbinder Thorsten Wiedemann, aus Heusenstamm der Verbinder der DRV U21 Max Pietrek und aus Kanada der Kapitän der kanadischen U18 Nationalmannschaft Carlin Hamstra – behoben haben sollte. Außerdem war der Sturm des “Team Capri-Sonne” in der letzten Saison gegen starke Sturmreihen, wie zum Beispiel die des SC Neuenheim oder der RG Heidelberg häufig arg in Bedrängnis. Durch die Verpflichtung von Wilkes, Elisara und dem momentan noch in der Reha befindlichen Nationalspieler Benjamin Danso, sollte aber auch dieses Problem der Vergangenheit angehören. Jetzt gilt es natürlich für Coach Archibald, aus den vielen starken Einzelspielern auch eine starke Einheit zu formen und auch die Ur-HRK’ler, die durch die Neuverpflichtungen etwas ins Abseits geraten, bei Laune zu halten, dafür ist vor allem Archibalds psychologisches Geschick gefragt. Außerdem muss es gelingen, einen adäquaten Ersatz für Schluss Braam Pretorius, den besten Spieler des Vizemeisters in der vergangenen Spielzeit und Topscorer des aktuellen Tabellenführers im südafrikanischen Currie Cup, zu finden. Pretorius sicheres Stellungsspiel und seine Stärke vom Kickhüttchen hatten nämlich maßgeblichem Anteil am Finaleinzug.

TotalRugby Head to Head: Beim Länderspiel gegen Spanien spielten Colin Grzanna und Thorsten Wiedemann noch Seite an Seite, jetzt werden sie sich als Verbinder ihrer Teams gegenüberstehen. Wiedemann verfügt über ein gutes Passspiel, eine ordentliche Spielübersicht und auch eine nicht zu verachtende Spurstärke, doch seine wahre Stärke stellt das Kickspiel dar, sei es aus der Hand oder bei Straf- und Erhöhungstritten. Allerdings ist die Verteidigung von Wiedemann regelmäßig nicht besonders sattelfest, weshalb er beim TSV in der Verteidigung häufig auf Außendreiviertel “abgeschoben” werden musste, ein Privileg, welches er beim Klub vermutlich nicht genießen dürfte. Aber genau diese Verteidigung wird gegen den Berliner RC gefragt sein, da Grzanna permanent seine laufstarke 3. Reihe in den 10er-Kanal schicken wird, um seinen Gegenüber auf Herz und Nieren zu testen. Sollte mal kein Stürmer da sein, welchen Grzanna bedienen kann, wird der 191cm große und fast 100 Kilogramm schwere Modelathlet den Ball einfach behalten und den 10cm kleineren und fast 20kg leichteren Gegenüber versuchen zu überrennen. Doch hier sind wir auch schon bei einer der Schwächen von Grzanna, häufig neigt er in Drucksituationen dazu, Bälle zu fressen, d.h. wenn Wiedemann sich in der Verteidigung als sicher erweist, könnte er das Angriffsspiel der Gastgeber dadurch möglicherweise zum erliegen bringen.

TotalRugby Prognose: Diese Partie verspricht ein wahrer Kracher zu werden. Es treffen die zwei Mannschaften aufeinander, die in der Lage sind, an “ihrem Tag” das attraktivste und taktisch beste Rugby zu zeigen. Auf dem Papier hat der Heidelberger RK das stärkere Team, doch die gemeinsame Vorbereitung war kurz. Viele ausländische Stars sind erst spät in Heidelberg eingetroffen und auch Coach Murray Archibald war lange im Heimaturlaub und später noch mit der Deutschen U19 Nationalmannschaft auf Touren. Der Berliner RC wird versuchen, den Schwung der vergangenen Saison mitzunehmen und sich das erste Heimspiel der Saison nicht nehmen lassen wollen. Der BRC gewinnt ein packendes Spiel mit 6 Punkten Vorsprung.

 

SC 1880 Frankfurt : SC Neuenheim
Samstag, 29. August 15:00 Uhr

Der Deutsche Meister der vergangenen zwei Jahre gibt vor, in dieser Saison etwas kleinere Brötchen backen zu wollen, aus diesem Grund wurde die Anzahl der Ausländer im Kader der Mainstädter zu Saisonbeginn deutlich reduziert, doch wer sich eingehender mit dem Kader der Frankfurter beschäftigt, sieht schnell, dass die Frankfurter eine erste Fünfzehn auf den Platz bringen können, die auch in der Bundesliga als Meisterschaftsfavorit Nummer 1 gelten muss. Doch schon in der vergangenen Spielzeit startete der aktuelle Doublesieger mit einem ähnlich ehrgeizigen Konzept, um dann nach einigen Spieltagen doch noch einmal auf dem ausländischen Transfermarkt tätig zu werden und entsprechend nachzurüsten. In diesen Kontext passt auch die Aussage, welche Manager Ulrich Byszio im Interview mit der Frankfurter Rundschau traf: “Allein von den Namen her sollten mit unserem Kader die Meisterschaft und der Pokalsieg wieder drin sein[…]Wenn wir mit unserem Konzept abschmieren, müssen wir es überdenken”. Das heißt: sowohl der neue starke Mann auf der Frankfurter Trainerbank als auch die Spieler des SC 1880 Frankfurt, allen voran die Deutschen Hoffnungsträger, stehen schon ab dem ersten Spieltag unter gehörigem Druck. Sollte Byszio sich gezwungen sehen, sein Konzept zu überdenken, könnte dies nämlich auch das endgültige Aus für ihre Erstligakarrieren bedeuten. Musste man sich in den vergangenen Spielzeiten um Taktik beim Deutschen Meister eher weniger Gedanken machen, zu überlegen waren die Einzelspieler im direkten Vergleich mit ihren Konkurrenten, wird Satchwell in diesem Jahr ein taktisches Grundgerüst entwickeln müssen, welches auch den zu erwartenden etwas engeren Gefechten standhält. Aus dieser Sicht ist es ein äußerst mutiger Schritt, Jason Campell, den besten 10er der Bundesliga, gegen den in Frankfurter Kreisen als hochtalentierten geltenden U21 Nationalspieler Anton Ewald auszutauschen. Ewald wird künftig das Trikot mit der Nummer 10 auf dem Rücken tragen, wohingegen Campell Ewalds vakante Position als Innendreiviertel einnehmen wird. Die Vorbereitung der Frankfurter, in welcher ein Vorbereitungsspiel gegen das holländische Spitzenteam aus Hilversum souverän gewonnen werden konnte, lief nach Plan, lediglich der hochtalentierte Dritte Reihe Stürmer Timo Vollenkemper konnte unter anderem auf Grund eines WRA-Südafrika-Aufenthalts noch nicht ins Team integriert werden und wird sich ordentlich strecken müssen, um einen Stammplatz beim Meister zu ergattern.

Die Königsblauen haben einen kleinen aber qualitativ hochwertigen Kader und die Aufholjagd in der Bundesligarückrunde der vergangenen Saison hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was dieser zu leisten im Stande ist, wenn das eigene Potential ausgeschöpft wird. Das Trainerduo Kuhlmann und Vigh hat einige Zeit benötigt, um dem Team die neue Spielphilosophie zu vermitteln, doch die knappe und nicht zwingend verdiente Halbfinal-Niederlage gegen den Heidelberger RK weckte natürlich bei den Anhängern der Neuenheimer Lust auf mehr. Im Fokus der Vorbereitung stand beim SCN vor allem die Arbeit im Fitnessbereich, sowie ein Testspiel gegen den Erzrivalen aus Handschuhsheim, welches ausgeglichen gestaltet werden konnte. Die Vergangenheit hat es häufig gezeigt, am ersten Spieltag sind die Frankfurts Ausländer häufig noch nicht richtig eingespielt und zudem im Unklaren darüber welches Level die höchste Deutsche Spielklasse für sie bereit hält. Der SC Neuenheim möchte sich diesen Umstand zu Nutzen machen, zumal der famose Gedrängehalb Matias Vergara vermutlich das letzte Mal im Trikot der Königsblauen auflaufen wird. Der Nationalspieler Chiles und gelernte Jurist der auf Vermittlung des Ex-Neuenheimers Bodo Sieber von UCT aus Südafrika nach Heidelberg kam, findet in Deutschland keinen adäquaten Job und sieht sich daher zum Weiterziehen genötigt. Vor diesem Hintergrund ist die Rückkehr des Neuenheimer Eigengewächs Jacob Scheurich zu den Blauen mehr als eine Randnotiz, der Stipendiant der WRA hätte bei einem Verbleib Vergaras vermutlich mit der Ersatzbank Vorlieb nehmen müssen, wird nun aber spätestens ab dem 2. Bundesligaspieltag von enormer Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf des Sportclubs sein. Ob der aus München gekommene venzuelanische Nationalspieler Luis Vasquez gegen den Meister von Beginn an zum Einsatz kommen wird, bleibt abzuwarten. Der kräftige 1. Reihe Stürmer hat mit den Nationalspielern Klaus Mainzer und Marcus Trick durchaus namhafte Konkurrenz und wird hart arbeiten müssen, wenn er sich einen Stammplatz im Kader des Bundesligadritten der vergangenen Spielzeit sichern möchte.

TotalRugby Head to Head: Der junge Flanker Adam Taylor gehört zu den besseren seiner Zunft. Der 22-jährige Brite, der im Rahmen der U21-Europameisterschaft, an welcher er mit Spaniens Auswahl teilnahm, nach Heidelberg kam und dort seine Liebe zu der Stadt und vor allem zur besten Deutschen 7s-Spielerin Alysha Stone entdeckte, ist ein sehr guter Athleth. Stetig bemüht sich als Rugbyspieler weiterzuentwickeln, außerdem ist er als fleißiger Kämpfer an den Kontaktpunkten, sowie als guter Gassespringer eine echte Verstärkung für das Team der Gäste. Doch auf der anderen Seite wartet mit Andrew Porter der dominante 3. Flanker der vergangenen Jahre. Porter macht alles was Taylor macht, nur macht er all dies ein weniger besser. Seine Präsenz bei der Balleroberung sucht seines Gleichen, in der Gasse gehört er zu den stärksten Spielern der Bundesliga, außerdem ist Porter auch ein sehr gefährlicher Punktesammler, 9 Versuche in 12 Bundesligaspielen sprechen hierbei ein deutliche Sprache.

TotalRugby Prognose: Von den Anlagen sind beide Mannschaften sehr ähnlich, starke 1. Sturmreihen, etwas schwächere zweite Reihe Stürmer und mobile und spielstarke Dritte Reihe Stürmer stehen sich gegenüber. Auch in der Hintermannschaft sind beide Teams bis zu den Positionen der Außendreiviertel nahezu gleichwertig besetzt. Doch auf der Position der Außendreiviertel hat der SC 80 Frankfurt mit Sicherheit die schnelleren Spieler und vor allem die besseren Vollstrecker auf seiner Seite, gepaart mit dem Heimvorteil und der Motivation welche der Wechsel vom beim Team unbeliebten Lofty Stevenson, zum allseits beliebten Ex-Kapitän Aaron Satchwell mitbringt, wird es dem SC Neuenheim verwehrt bleiben am 1. Spieltag die Überraschung zu schaffen. In einem attraktiven Spiel gewinnt der SC 1880 Frankfurt mit 6 Punkten, für den SCN bleibt dabei nur der Defensivbonuspunkt.

 

TSV Handschuhsheim : Hannover 78
Sonntag, 30. August 15:00 Uhr

In der letzten Saison war man beim TSV mit hohen Erwartungen in die Saison gestartet, hinter welchem man trotz des erreichen des Pokalendspiels vor allem wegen dem schwachen Auftreten im Pokalfinale und dem scheitern im Kampf um die Play-Off Plätze recht deutlich zurückgeblieben war. Ex-Trainer Günther Sträßer forderte kostspielige Neuzugänge um das Team um Kapitän Johannes Laule zu einem Titelaspiranten zu formen, doch eben diese wurden ihm vom Vorstand der Löwen verwehrt. Stattdessen will man vermehrt auf die gut ausgebildeten Spieler aus dem Handschuhsheimer Jugendbereich setzen und hat aus diesem Grund den erfolgreichen Trainer der U18-Nationalmannschaft Jan Ceselka für die Aufgabe des Cheftrainer begeistern können. Tatkräftige Unterstützung erhält Ceselka bei dieser Aufgabe durch den ehemaligen Kapitän der DRV XV Jens Schmidt und dem Top Try Scorer der vergangenen Saison Alexander Pipa, welche als Co-Trainer die Geschicke des Bundesligasechsten der vergangenen Saison mitgestalten sollen. Doch nach den Abgängen der Leistungsträger Wiedemann, Brisse und Buckman ging es auch beim TSV Handschuhsheim nicht ganz ohne Neuzugänge, weswegen man sich in Heidelberg-Handschuhsheim glücklich schätzt das “Wettbieten” um die Karlsruher “Restposten” zu seinen Gunsten entschieden haben. Vor allem der variabel einsetzbare Neuseeländer Shaun Walker erweist sich als Verstärkung für den Kader des TSV und sollte den als sehr begeisterungsfähig geltenden Löwenanhängern einiges an Freude bereiten können. Ceselka dessen Stärke vor allem in der taktischen Schulung und der Analyse gegnerischer Teams liegt, hat seine Mannschaft in zahlreichen Trainingseinheiten und zwei durchaus vielversprechenden Testspielen, gegen die Stadtrivalen SC Neuenheim und RG Heidelberg, auf den Bundesligastart vorbereitet.

In der letzten Saison hatte der DSV Hannover 78, damals noch in einer Spielgemeinschaft mit 08 Ricklingen, nach Belieben dominiert. Doch im Finale der 2. Liga Finale musste man sich dann mit 24:10 gegen dem Vertreter der 2. Liga Süd geschlagen geben, der Gegner war die zweite Garde des Deutschen Meisters SC 1880 Frankfurt und somit ein erster kleiner Vorgeschmack darauf was den traditionsreichen Verein vom Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg in der Bundesliga erwarten wird. Doch schon bei der kurz darauf folgenden 7s-Meisterschaft in Heusenstamm konnten die 78er andeuten welche großes Potential in ihrer Jungen Mannschaft steckt, man verlor im gesamten Turnierverlauf nur eine einzige Partie und zwar gegen den späteren Meister RG Heidelberg. Bezwingen konnte man unterdes die Bundesligisten RK 03 Berlin, SC 1880 Frankfurt, den Heidelberger RK und im Spiel um Platz drei schließlich den kommenden Gegner, den TSV Handschuhsheim. Sven Gabbei, der die Nachfolge von dem nach Namibia ausgewanderten “Vater des Aufstiegs” Carsten Segert angetreten hatte, “will aus Hendesse mehr als einen Punkt entführen…” und ist besonders zuversichtlich, dass die jungen Talente des DSV auf Bundesligabühne zu überzeugen wissen werden. Allerdings reist der Aufsteiger ohne die drei Neuzgänge im Sturm Andy McGee, Ian Oates und Aldevinas Burokas nach Heidelberg, ihre Kraft und Erfahrung wird vom jungen leichgewichtigen Sturm der 78er schmerzlich vermisst werden und auch das Fehlen vom 4. Neuzugang, Innendreiviertel Vivile Dakunimata, ist den Chancen des Aufsteigers auf einen Überraschungserfolg nicht gerade zuträglich. Der Ex-Kapitän des DRC Hannover und ehemalige Nationalspieler Andreas Muder soll als Sturmtrainer dafür sorgen, dass sich die jungen Stürmer der Niedersachsen trotz ihre Gewichtsdefizit zu behaupten wissen und die laut Gabbei “phantastische Dreiviertelreihe” mit ausreichend verwertbaren Bällen versorgen. An der Schnittstelle zwischen Sturm und Hintermannschaft wird ein letztes Mal Nationalspieler Raphael Pyrasch agieren, der 23-jährige Gedrängehalb wird künftig beim englischen Luton RFC gemeinsam mit Nationalspieler Kieron Davies auf Punktejagd gehen.

TotalRugby Head to Head: Handschuhsheims Schlussspieler Matthias Pipa gehört inzwischen zweifelsohne zu den erfahrensten Bundesligaakteuren. Der 28-jährige ehemalige 15er- und 7er-Nationalspieler ist nicht mehr so schnell und Angriffslustig wie in früheren Tagen, doch sein gutes Stellungsspiel, sein sicheres Kickspiel und seine große Erfahrung wiegen dieses Defizit mehr als auf. Nachdem Abgang von Thorsten Wiedemann wird der vorzügliche Treter diese Aufgabe mit Sicherheit wieder für sein Team übernehmen und dadurch noch wichtiger als in der vergangenen Spielzeit, bei welcher Pipa in 15 Bundesligaspielen zu 5 Versuchen kam. Marvin Dieckmann ist zwar noch lang nicht so erfahren wie Pipa, doch er ist äußerst flink auf den Beinen und ein mindestens ebenso sicherer Treter wie Pipa 24 Versuche, 100 Erhöhungen, 13 Straftritts und ein Dropkick in 15 Partien (insgesamt 362 Punkte), der vergangenen 2. Ligasaison sprechen hier eine mehr als deutliche Sprache. Doch Dieckmann gehört nicht zu den längsten unter den Schlussspielern, weshalb der TSV Handschuhsheim ihn mit Sicherheit mit zahlreichen Hochkicks prüfen wird, wenn die Nerven des U19-Nationalspielers diesem Druck standhalten, wird Hannover 78 den TSV ernsthaft testen können, scheitert Dieckmann wird es für die Gastgeber ein leichtes Spiel. Dieckmann ist mit Sicherheit der aufregendere der beiden Spieler, dafür wird sich Pipa mit Sicherheit keine Blöße geben und seinem Team mit seiner Ausstrahlung die gewohnte Ruhe und Sicherheit verleihen.

TotalRugby Prognose: Die Hintermannschaft von Hannover 78 ist technisch stark und wieselflink. Hier liegt das große Potential der Niedersachsen und wenn erstmal die verhinderten Stürmer und der bärenstarke Dakunimata mit an Bord sind, wird der ein oder andere Favorit noch über den Aufsteiger stolpern. Doch für dieses Wochenende ist es zu viel “hätte, wäre, wenn”, der körperlich robuste Löwensturm wird die Fliegengewichte auf der Gegenseite schlicht erdrücken. Auch wenn der große Kämpfer Benjamin Krause alles in seiner Macht stehende tun wird um den Schmidts, Pipas, Hugs, und Bayers auf der Gegenseite Paroli zu bieten, werden auch seine Kräfte schwinden und die Löwen mit zunehmender Spielzeit immer mehr an Dominanz gewinnen. Der DSV 78 unterliegt sein erstes Spiel in Liga eins, nach aufopferungsvollem Kampf mit 28 Punkten Unterschied gegen den TSV und reist ohne Punkte im Gepäck zurück in die einstige Rugbyhochburg.

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Kommentare (19)add comment
..., Lowly rated comment [Show]

Ecke said:

1141
...
[...] Eine andere Personalie gibt Aufschluss über die Missstände im Deutschen Rugby – während andere Clubs in der Bundesliga ausländische und neuerdings auch einheimische Spieler für mehrere tausend Euro im Monat verpflichten können, wird Nationalspieler Tim Coly, seit Jahren einer der besten Deutschen Rugbyspieler, vermutlich seine Karriere aus finanziellen Gründen beenden müssen. Der Lehrer im Referendariat an einer Realschule in Pforzheim ist gezwungen, einen abendlichen Nebenjob anzutreten, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, weshalb ihm die Zeit fehlt, weiterhin an den Mannschaftstrainings teilzunehmen und somit auch, um weiter Rugby auf Bundesliga oder gar Nationalmannschaftsniveau zu spielen [...]

Einfach nur traurig. Coly ist seit Jahren einer der besten und konstantesten Akteure der Nationalmannschaft, ich erinnere mich an das Wahnsinnsspiel welches er in Berlin gegen die Walisische Amateurauswahl im vergangenen Jahr bestritten hat, mit seiner körperlichen Präsenz und seinem unbändigen Einsatzwillen hat er den Gegnern eine Menge Kopfzerbrechen bereitet. Ich weiß nicht um welche Summen es geht, aber wenn wir hier von Nebenjobs reden, kann es sich ja nur im Bereich von ein paar 100 € bewegen, warum ist so etwas für unsere Nationalspieler nicht zu machen? Also ich für meinen Teil freue mich mehr einen Coly in der Liga zu sehen, als einen ausländischen Hochkaräter (beides ist natürlich noch besser, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre meine Entscheidung ganz einfach!). Sicher würde man einen so erfahrenen Mann und Pädagogen auch als Coach in der WRA unterbringen können, aber dafür müsste er vermutlich den Verein wechseln.
 
August 28, 2009
Votes: +3

Felix Rieder said:

539
Artikel FAZ-Online vom 28.08.09
http://www.faz.net/s/Rub9CD731...1000DD173/ Doc~EEAA997E8525543D98A3CB890CB54841F~ATpl~Ecommon~Scon
tent.html

 
August 28, 2009
Votes: +0

Garry said:

904
...
"Also ich für meinen Teil freue mich mehr einen Coly in der Liga zu sehen, als einen ausländischen Hochkaräter (beides ist natürlich noch besser, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre meine Entscheidung ganz einfach!)."

+1



"Sicher würde man einen so erfahrenen Mann und Pädagogen auch als Coach in der WRA unterbringen können, aber dafür müsste er vermutlich den Verein wechseln."

Letzteres ist sicherlich eine Unterstellung. Allerdings wäre zumindest eine gute Chance gewesen, um ein klares öffentliches Bekenntnis abzugeben, dass die WRA nicht nur eine HRK-Nebenstelle ist (bzw. der HRK inzwischen ein WRA-Anhängsel). Allerdings ist es natürlich nicht, dass jemand sich vorhalten lassen müsste, es wäre falsch nichts für Tim Coly zu tun, nur weil für anderweitige Investitionen Geld da ist: Herr Wild investiert kräftig ins deutsche Rugby und es wäre schön, wenn Tim Coly in dem Schema auch noch mit untergekommen wäre. Das dies nicht der Fall ist, ist aber sicherlich nichts was man der WRA oder dem Herrn Wild vorwerfen kann!



P.S.: Gibts nicht ein paar Kilometer den Rhein rauf einen Verein, der vor der großen Herausforderung 2.BL steht, der gerade seine ausländischen Leistungsträger verloren hat, dem ein bißchen Nachhilfe in professioneller Einstellung und Erfahrung auf BL-Ebene sicherlich nicht schlecht täte, der von einem (Co-/Spieler-)Trainer Coly enorm profitieren würde, der dann eine deutsche Leitfigur zur Identifikation und als Vorbild hätte und der in einer locker pendelbaren Entfernung liegt (je nachdem wo das Referendariat absolviert wird, wenn nicht in HD)? Ein paar 100 Euro im Monat auf Referendariatsgehalt wär das schon wert - und so wie das Geld letztes Jahr zum Fenster rausgeworfen wurde wärs schon lustig wenn man dazu jetzt zu pleite wäre...
 
August 28, 2009
Votes: -1

Levan said:

1033
...
ach das ist doch alles uninteressant ob wra oder nicht (wer weiß ob die wra überhaupt von dieser personalie wußte, außerdem hat garry recht, mit den fördermitteln kann die wra verfahren wie es ihr gedüngt und momentan ist nun mal der hrk im fokus). ich kann mir ohnehin nicht vorstellen, dass ein tim coly innerhalb deutschlands den verein wechselt, er scheint mir wie ein rugby-spieler vom "alten schlag". dramatisch ist doch, dass einer unserer besten rugbyspieler (coly war beim länderspiel gegen georgien in meinen augen der mit abstand beste deutsche spieler), wegen ein paar 100 euro vermutlich die rugbyschuhe an den nagel hängt. wie soll deutschland auf diese weise den so eminent wichtigen klassenerhalt in der division 1 bewerkstelligen?

allerdings kann ich auch die rgh nicht ganz aus der verantwortung nehmen. ich weiß nicht's über deren finanzielle situation, aber auch bei der rgh spielen immer wieder ausländische spieler und die machen das sicher auch nicht nur für ein butterbrot.

unabhängig davon, eine tolle vorschau und ich freue mich, dass es endlich wieder losgeht...wäre gerne beim kracher brc vs hrk
 
August 28, 2009
Votes: +3

Hetfield said:

194
...
wie kommt es eigentlich das nur von 3 Abstiegskandidaten gesprochen wird?
Wer von dem Quartett ASV,RKH,78 und RK03 gilt denn als so etabliert das er nicht in den Kreis der Abstiegskandidaten gehört?
ASV: sicherlich die Wundertüte. Mal sehen ob und welche Neuzugänge hier sind. (haben sich da ja sehr bedeckt gehalten)
RKH: Viele Abgänge. Aber in der ersten Hälfte der Vorletzten Saison ohne einen "gekauften" Spieler gut mitgespielt und jetzt mit 2 Jahren 1. BL Erfahrung
78: Gute Neuzugänge aber das Finale um die 2. BL-Meisterschaft gegen FFM2 verloren
RK03: Haben sich nen guten Trainer geholt (vermute ich mal). Aber ansonsten ja auch nicht so aktiv auf dem Transfermarkt gewesen.

Also für mich spricht hier bei jedem Verein etwas dafür zu den potenziellen Absteigern zu gehören
 
August 28, 2009
Votes: +1

TimR said:

144
...
"Also ich für meinen Teil freue mich mehr einen Coly in der Liga zu sehen, als einen ausländischen Hochkaräter (beides ist natürlich noch besser, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre meine Entscheidung ganz einfach!)."

Das ist nunmal eine Sache die denke ich manche Vereine eine einfach ignorieren oder sich dem nicht einmalbewusst sind. Die Wichtung der Talente aus der eigenen Jugend gegenüber den "fremden" oder auswärtigen Spielern. Ausländische Hochkaräter hin oder her, man sollte als Verein nicht vergessen dass die eigenen "Gewächse" generell Vorrang haben, beziehungsweise Vorrang haben sollten.

Wenn Vereine solche Hochkaräter vorweisen können, wie Tim Coly,Colin Grzanna,Markus Walger um nur ein paar zu nennen, sollte man diese hegen und pflegen, sprich alles daran setzen dass sie dem Verein erhalten bleiben.
Stattdessen holen sich manche Verstärkung aus dem Ausland und lassen ihre eigene "Gewächse" verwelken,dabei spielen die Leistung oder Effizienz des Spielers für das Team keine Rolle.

Damit tut man sich selbst und dem Deutschen Rugby keinen Gefallen, eher im Gegenteil.
 
August 28, 2009
Votes: +2

Aile said:

379
...
Wie es Jens Schmidt kurz vor seinem Rücktritt bereits formulierte (http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/ Doc~E3086ACCBFC7F401FBCD7C21A2D35B97B~ATpl~Ecommon~Scon
tent.html), gehört auch Tim Coly oder ein Markus Walger zur "traurigen Generation". Die Himmers, Dieckmanns, Heimpels, Vollenkempers, usw. werden noch früh genug ihr Geld mit Rugby verdienen (hier oder im Ausland) und haben natürlich auch Spitzenförderung verdient.
Aber den extrem wichtigen Verbleib in der A-Gruppe (fast so wichtig wie 7s bei Olympia) kann man zum jetzigen Zeitpunkt nur mit den van Looks, Grzannas, Schmidts, Walgers, Wilhelms und Colys erreichen. Und das soll an ein "paar" Euro scheitern?
 
August 28, 2009
Votes: +0

Hannes said:

1079
...
hab in der vergangenen Saison einige Spiele von 1880 gesehen und kann deshalb nur den Kopf schütteln über Satchwells Entscheidung, Campbell von der 10 zu nehmen. Ewald ist mir nie besonders (gut oder schlecht) aufgefallen, doch Campbell war ein ums andere Mal der Schlüsselspieler und ist mit Sicherheit der beste Verbinder in der Liga!
 
August 28, 2009
Votes: +0

O.Werner said:

802
...
@Hannes

Aber ich finde genau darum geht es doch! Jason Campbell ist sicherlich einer,wenn nicht der stärkste Verbinder der Liga gewesen. JC hat aber auch NPC gespielt uuuund ist Neu Seeländer. A. Ewald hat in der vergangenen Saison einen soliden Job auf Center gemacht und das ein oder andere sehr sehr gute Spiel auf 10 für die Zweite Mannschaft (Der Sieg gegen Hannover78 und die Niederlage gegen TSV im Pokal) gespielt. Ich finde es nur richtig es ihn jetzt auch in der ersten Bundesliga versuchen zu lassen! Soviel zum Thema Eigengewächse fördern.

Außerdem glaube ich, dass wir an Jason Campbell noch genug Freude haben werden, auch wenn er auf Center spielt oder spielen sollte.
 
August 29, 2009
Votes: +0

jason said:

743
...
hi...weiss einer wie es in dem spiel heusenstamm-köln aussieht?
 
August 29, 2009
Votes: +0

blackpudding said:

96
...
Sieh bei Rugbyweb.de nach, schneller geht es eigentlich nur wenn dich wer direkt vom Sportplatz anruft.smilies/grin.gif
 
August 29, 2009
Votes: +0

RayBourque said:

688
...
SCN gewinnt in Frankfurt 23:20
BRC gewinnt daheim gegen HRK mit 25:17
RGH vernichtet RK03 mit 68:03
RKH gewinnt gegen Köln 25:15
 
August 29, 2009
Votes: +0

blackpudding said:

96
...
Was stimmt denn nun? Bei Rugbyweb steht es 50:0 für SCN ???smilies/cry.gif
 
August 29, 2009
Votes: +0

klopfer said:

764
...
Gerüchten zufolge hat 1880 Gray eingesetzt, der war aber noch wg der roten Karte bei der 7er Meisterschaft gesperrt.
 
August 29, 2009
Votes: +0

mulu said:

63
...
Dieses Gerücht kann ich bestätigen. Das 20:23 auf dem Platz wird auf Grund des Einsatzes von Gray zu einem 0:50 aus Frankfurter Sicht.
 
August 29, 2009
Votes: +0

blackpudding said:

96
...
Fehler passieren.
Aber dafür möchte ich den Frankfurtern die "goldene Pappnase" verleihen.
 
August 29, 2009
Votes: +0

vorneinnemitte said:

236
...
Na was für ein 1. Spieltag. BRC schlägt den HRK. Und er HRK führte schon 12 : 3. SCN gewinnt gegen 80 so oder so. Nur eine Frage, bekommt 80 es jetzt wieder von allen Seiten? Würde mich langweilen
 
August 29, 2009
Votes: +0

vorneinnemitte said:

August 29, 2009
Votes: +0

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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. August 2009 )
 
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Tabellen Meisterrunde

   SDP
78 781367763
BRC BRC1445452
RK 03 RK 031434349
Germania Germania13-531
Pauli Pauli12-7321
Victoria Victoria12-21213
08 0810-3728
BSV 92 BSV 9214-8128
   SDP
HRK HRK14104070
TVP TVP1470960
SCN SCN149442
RGH RGH14-238
RKH RKH14-25930
TSV TSV14-18823
SC 80 SC 8014-50216
ASV ASV14-892-2
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Nächste Begegnungen 1. Bundesliga

Sa, 19. Apr 2014 14:00 Uhr
08 Ricklingen/Wunstorf
08 Ricklingen/Wunstorf
: RK 03 Berlin
RK 03 Berlin
Saisonstatistik
Letzte Begegnung 10.11.2013
Meisterrunde
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TSV Victoria Linden
TSV Victoria Linden
: FC St. Pauli
FC St. Pauli
Saisonstatistik
Letzte Begegnung 07.09.2013
1. Bundesliga
FC St. Pauli - TSV Victoria Linden   :

Meisterrunde - Top Try Scorer

Jacobus Otto (HRK)   34
Jarrid Els (HRK)   22
Tim Kasten (TVP)   19
Manasah Sita (TVP)   14
Pierre Mathurin (HRK)   14

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