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TR-Vorschau Rugby-Bundesliga: Vorgezogenes Rhein-Main-Derby
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 3. Mai 2019

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Mark Sztyndera kennt beide Seiten des Derbys. Er war sowohl für Heusenstamm als auch für 1880 aktiv. Foto (c) Kessler

Das Rhein-Main-Derby bekommt in diesem Jahr einen gesonderten Termin - denn durch das Jugendfestivel der Frankfurter am kommenden Wochenende wurde das Derby auf diesen Samstag vorverlegt. Für die Gastgeber geht es um das Heim-Halbfinale, während die Gäste nach dem gesicherten Klassenerhalt befreit aufspielen können. Doch wenn man mit den Beteiligten spricht wird klar: Bei diesem Spiel geht es um weit mehr, als ein paar Ligapunkte.

SC Frankfurt 1880 - RK Heusenstamm
Samstag 4. Mai, 14 Uhr

Einer der beide Seiten dieses Derbys genau kennt, ist Mark Sztyndera. Der mittlerweile 33-jährige 1880-Routinier war vor genau zehn Jahren von der Frankfurter Eintracht zum RK Heusenstamm gewechselt und hatte dort erste Bundesliga-Luft geschnuppert, bis er nach drei Jahren aus dem Frankfurter Speckgürtel in die Finanzmetropole selbst gewechselt war. Dort machte sich der mit 1,90 m für einen Außen großbewachsene Sztyndera einen Namen und schaffte es bis in beide Herren-Nationalteams.

Im Gespräch mit TR betont Sztyndera, der in dieser Saison abwechselnd als kurze Ecke oder erster Innen aufgelaufen ist, welchen Stellenwert dieses Spiel für 1880 habe: „Das ist ein Riesen-Spiel für uns, da wächst jeder über sich hinaus.“ Von der momentan geführt klaren Ausgangslage will sich Sztyndera derweil nicht blenden lassen: „Da wird überhaupt nichts auf die leichte Schulter genommen, die Heusenstammer haben gute Jungs und die darf man auf keinen Fall unterschätzen.“

Auf dem Platz werde man sich sicher nichts schenken, doch abseits des grünen Rasens herrsche Kollegialität, wie Sztyndera abschließend betont: „Ich bin mit einigen der Heusenstammer gut befreundet, wir machen auch ab und an was zusammen - ich gönne sowieso niemanden was schlechtes, aber trotzdem wollen wir morgen das Derby gewinnen.“ Sein Team-Manager Todd Kearns unterstreicht derweil, dass man zumindest im Trainer-Team den Blick schon zwei Wochen weiter auf das entscheidende Top-Spiel mit dem TSV lege und deshalb eventuell einige Spieler schonen wolle, bzw. früh wechseln werde.

Zwanzig S-Bahn-Minuten entfernt bereitet man sich in Heusenstamm auf das Spiel der Saison vor. Zwar sieht Trainer Jens Steinweg seine Mannschaft nicht in der Favoriten-Rolle, gleichwohl erklärt er gegenüber TR: „Es wäre wohl vermessen von Siegchancen zu sprechen, aber wir sind noch nie aufs Feld gegangen um zu verlieren!“ Immerhin habe man im Derby-Hinspiel bis in Durchgang zwei mithalten können. Ein weiterer Sieg jedenfalls würde die gelungene Saison krönen, nachdem bereits letzte Woche der Klassenerhalt gesichert wurde.

 

So wollen die Füchse ins Derby gehen

Wo man sich bei den Füchsen selbst gegenüber Frankfurt im Vorteil sieht, ist auch klar: „Unsere Stärke ist, wenn wir als Mannschaft aufspielen und zusammenspielen und uns dadurch einen Vorteil verschaffen können. Ich denke wir werden ein gutes Spiel abliefern.“ Nadelstiche werde man nur setzen können, indem man kollektiv verteidigt und 1880 von Minute eins an unter enormen Druck setze, so der Konsens im dreiköpfigen RKH-Trainer-Team, bestehend aus Mickey Ferraris, Markus Walger und Jens Steinweg.

In Sachen Personal sieht es bei den Füchsen, ganz im Gegensatz zum Ligatrend, immer besser aus. Ben Sabinarz und Marc-Andre Bettner kehren in die Heusenstammer Reihen zurück, während auch das Comeback von Leon Hees immer näher rückt. Freilich fehlen die Siebener-Asse Biniak und Rainger weiterhin, doch daran ist man bei den Heusenstammern mittlerweile gewöhnt.

TotalRugby-Prognose: Heusenstamm ging zuletzt immer als Außenseiter in die Derbys mit dem großen Nachbarn - der letzte Sieg datiert aus dem Mai 2017 und damals gewann man am Ende mit nur einem Zähler Vorsprung. Dieses Mal können die Füchse, die die letzten Jahre immer bis zum letzten Spieltag und zum Teil darüber hinaus um den Ligaverbleib zittern mussten, schon früh den Klassenerhalt feiern. Gäbe es da eine bessere Krönung dieser tollen Saison, als ein Sieg gegen die übermächtigen 1880er? Eigentlich nicht und auch wenn die Füchse mit weniger Druck in dieses Spiel gehen, haben sie gleichzeitig auch weitaus weniger Star-Potenzial im Kader. Klar kann man über mannschaftliche Geschlossenheit einiges herausholen, doch in dieser Saison ist Frankfurt einfach zu stark besetzt. Der Ausrutscher kam bereits bei einer schwachen Leistung in Heidelberg. Frankfurt wird das Derby nach leidenschaftlichem Kampf der Füchse am Ende dennoch vergleichsweise deutlich mit +15 gewinnen.

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