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TR-Vorschau Rugby-Bundesliga: Derbyzeit in Berlin und Heidelberg
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 29. März 2019

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In Berlin ist wieder Derbyzeit - die Grizzlies empfangen den RK 03.

Die Rugby-Bundesliga geht in den zweiten Spieltag seit der Winterpause und Fans in der Bundeshauptstadt sowie der Rugby-Hauptstadt erwarten zwei heiß umkämpfte Derbys. Die Heusenstammer Füchse versuchen sich derweil endgültig aus Abstiegskampf zu verabschieden - ein Sieg gegen Pforzheim wäre ein riesiger Schritt in diese Richtung.

Süd / West

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 SC Frankfurt 1880 9 44 +287
2 TSV Handschuhsheim 9
38 +217
3 RG Heidelberg 9
38 +131
4 Heidelberger RK 9
26 +70
5 RK Heusenstamm 9
19 -31
6 SG TV / CfR Pforzheim 9
11 -213
7 Neckarsulmer SU 9
10 -247
8 RC Luxemburg 9
9 -214

SC Frankfurt 1880 - Neckarsulmer SU
Samstag 30. März, 14 Uhr

Unterschiedlicher könnte die Ausgangslage dieser beiden Klubs kaum sein. Während die Frankfurter von der Tabellenspitze grüße und die beste Saison seit ihrem letzten Titel spielen, geht in Neckarsulm die Abstiegsangst um. Die Gastgeber stehen souverän an der Tabellenspitze, die Gäste momentan auf dem Relagationsrang, nur einen Zähler vor dem direkten Abstiegsplatz.

Für 1880 muss die Losung klar lauten: Daheim gegen die NSU müssen fünf Zähler und damit ein Bonuspunkt-Sieg her. So deutlich wird Team-Manager Todd Kearns im Gespräch mit TR nicht, betont aber gleichwohl: „Uns ist die mittel- und langfristige Mannschaft dieses Teams wichtig - ob wir jetzt gegen einen Top-Klub oder das Schlusslicht spielen, wir ändern unsere Vorbereitung nicht.“

Zudem habe man weiterhin den Titel im Visier und erst nachdem man die nächsten sieben Spiele gewonnen habe, könne man sich legitimerweise ein Champion-Team nennen. Für das Frankfurter Publikum wird es ein Festtag - bei großartigem Wetter laufen neben der Zweitvertretung, die in der zweiten Bundesliga West spielt, noch mehrere andere 1880-Teams auf. Bei großartigem Wetter sollte an der Feldgerichtsstraße viel los sein.

Trainer Byron Schmidt beschreibt die Arbeits-Ethik bei 1880 derweil so: „Erfolg besitzt man nicht, man mietet ihn und die Miete muss man jeden Tag bezahlen.“ Will sagen, dass man sich bei den 80ern nicht auf den Lorbeeren ausruhen will. Nachdem die Nationalspieler Samy Füchsel und Marcel Henn in der Vorwoche eine Verschnaufpause erhalten haben, sind beide nun wieder im Rennen um Kaderplätze, so ist vom Trainerteam zu hören. Momentan müsse man den vorläufigen 28er-Kader noch reduzieren - entsprechend hart sei der Konkurrenzkampf um die 22 zu vergebenden Plätze.

Mit ganz anderen Sorgen reist der Gast in die Main-Metropole. Neckarsulm kämpft am anderen Ende ums nackte Überleben und die am Ende doch überraschend deutliche 7:61 Schlappe beim HRK hat da nicht weitergeholfen. „Leider konnten. Wir gegen den HRK nicht viel von dem umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten“, so das bittere Urteil von NSU-Coach Mark Kuhlmann.

Dass man bei 1880 nicht unbedingt als Favorit antritt, ist auch den Unterländern bewusst. Trainer Kuhlmann fasst die Zielsetzung der Gäste wie folgt zusammen: „Gegen Frankfurt haben wir nichts zu verlieren und wollen schlichtweg unsere Leistung steigern.“ Ob das für einen Bonuspunkt, der im momentanen Abstiegsdreikampf noch unglaublich wichtig sein könnte reich, wird abzusehen sein.

TotalRugby-Prognose: Meisterschaftsfavorit gegen Abstiegskandidat. In Frankfurt treten zwei Teams mit ungleichen Waffen gegeneinander an. Während die Gastgeber mit einer bisher perfekten Bilanz Richtung Titel marschieren, muss sich Neckarsulm Sorgen um den Verbleib in der Liga machen. Dass Frankfurt nun im Vergleich zur Vorwoche noch zwei Nationalspieler nachschießen kann, macht die Sache nicht einfacher. Frankfurt 1880 wird diese Partie klar mit +40 für sich entscheiden. Neckarsulm muss die Punkte zum Ligaverbleib anderswo holen.

RG Heidelberg - RC Luxemburg
Samstag 30. März, 14 Uhr

Das Gastspiel der Luxemburger im Rugby-Wohnzimmer ist für beide Teams unglaublich wichtig. Die Gastgeber müssen im Kampf um die Playoff-Plätze dringend den Anschluss an die Spitze halten und Luxemburg befindet sich in einem gnadenlosen Dreikampf um den Klassenerhalt. Beide Teams müssen also dringend punkten, wobei die RGH sicherlich auch aufgrund des 56:31 Hinspielsiegs Favorit ist.

Für RGH-Coach Jeff Tigere ist die wichtigste Botschaft an seine Mannschaft: „Wir wollen nach dem Spiel nicht mit uns hadern und sagen hätten wir sie doch Mal ernst genommen!“ Auch mit Blick auf das spektakuläre Spiel gegen Pforzheim in der Vorwoche müsse man die Konzentration bis zum allerletzten Pfiff des Unparteiischen hochhalten. Das sei die wichtigste Lektion aus dem 43:42 Sieg, „auch wenn wir 15 Punkte vorne liegen ist das Speil noch nicht gewonnen“, so Tigere weiter.

Mit Pforzheim erwartet man bei der RGH einen unberechenbaren Gegner, während man selbst weiter auf zahlreiche Leistungsträger verzichten muss, die derzeit in den letzten Zügen der Hongkong-Vorbereitung sind. Mit Bastian Himmer, Fabian Heimpel, Sebastian Fromm und Tim Lichtenberg, sowie den verletzten Dieckmann und Hacker fehlt fast die gesamte etatmäßige Dreiviertelreihe.

Für den RC Luxemburg ist das Spiel im Fritz-Grunebaum-Sportpark dennoch eine „harte Nuss“, wie es RCL-Coach Scott Brown im Gespräch mit TR beschreibt. „Sie sind eine klasse Mannschaft und sehr spielfreudig - dass sie momentan auf Rang drei liegen, ist ja kein Zufall. An das letzte Spiel gegen die RGH hat man indes gute Erinnerungen, unter anderem da man einige gute Versuche hatte legen und zumindest den Offensiv-Bonus mitnehmen können.

Für Luxemburg wäre jeder Punktgewinn ein Erfolg, denn bei den momentan unglaublich engen Abständen im Tabellenkeller, könnte im Mai ein einziger Zähler über den Ligaverbleib entscheiden. Bei Luxemburg jedoch will man sich nicht unter Druck setzen lassen und die Zeit in der Bundesliga als Chance wahrnehmen: „Wir haben den Wettbewerb in diesem Jahr absolut genossen, wir werden weiter spielen, unser bestes geben und am Ende sehen, wo wir landen.“

TotalRugby-Prognose: Nach dem Hinspielergebnis und dem RGH-Resultat vergangene Woche, sowie schnellen Bedingungen in Heidelberg, muss man kein Prophet sein, um zu prognostizieren: Dieses Spiel wird nicht 0:0 enden. Die Orange Hearts sind momentan genauso offensivstark wie defensivanfällig. Die Gäste aus dem Großherzogtum dürften durchaus die eine oder andere Lücke finden und haben realistische Chancen auf den Offensiv-Bonus. Am Ende siegt die RGH aber mit +15 Zählern.

RK Heusenstamm - SG TV CfR Pforzheim
Samstag 30. März, 15 Uhr

Der Blick auf die Tabelle verrät, dass dieses Spiel richtungsweisend werden könnte. Beim gastgebenden RK Heusenstamm könnte man sich endgültig von den Abstiegssorgen befreien. Die Füchse könnten mit einem Sieg 13 Zähler zwischen sich und Pforzheim bringen und den Abstand auf den direkten Abstiegsplatz auf 15 Punkte vergrößern. Das wäre für den restlichen Saisonverlauf quasi eine Lebensversicherung.

So ähnlich sieht es auch Füchse-Trainer Jens Steinweg, der gegenüber TR betont: „Wir haben jetzt die drei entscheidenen Spiele hintereinander {es folgt das Gastspiel in Luxemburg, sowie das Duell mit Neckarsulm, Anm. d. Redaktion}. Wenn wir jetzt gegen den TVP gewinnen könnten, dann sind wir in einer richtig guten Position.“ Den 44:10 Hinspielsieg habe man noch gut in Erinnerung, jedoch dürfe man sich nicht in falscher Sicherheit wiegen, denn Pforzheim habe damals nicht als Mannschaft gespielt. Deshalb dürfe man die Rhinos keinesfalls unterschätzen.


Zwar hat man bei den Füchsen einige angeschlagene Spieler wieder zur Verfügung, muss aber mit Sam Rainger und Tim Biniak verzichten, die beide mit der DRV-Auswahl am Sonntag nach Hongkong fliegen werden. Trainer Steinweg ergänzt, dass man sich gegen Pforzheim bereits zu oft unter Wert verkauft habe - nach der ansprechenden Leistung gegen den TSV gelte es nun in jedem Fall zu punkten.

Aber auch Pforzheim wird mit viel Optimismus in dieses Duell gehen. Die Niederlage gegen die RGH wurde den Rhinos mit gleich zwei Bonuspunkten versüsst und auch wenn man in der Defensive anfällig war, hat man doch zugleich in der Offensive unter Beweis gestellt, dass man immer für Punkte gut ist. Siebener-Ass Soteras Merz steht den Gästen ebenso zur Verfügung wie das gefährliche Simbabwe-Duo Gando-Chitokwindo.

TotalRugby-Prognose: Am Heusenstammer Martinsee dürfte vor allem der Kampf der Sturmreihen darüber entscheiden, wer am späten Samstag-Nachmittag einen imminent wichtigen Sieg feiern darf. Der Füchse-Sturm gilt nicht immer als das Prunkstück der Grün-Roten - doch gerade im Duell mit Pforzheim dürfte der RKH hier Vorteile haben. Bereits gegen den TSV Handschuhsheim war die Sturmreihe des RKH gleich zwei Mal erfolgreich. Sollte es den Pforzheimern gelingen die schweren Jungs der Gastgeber zu neutralisieren, dürften sie ihre Geschwindigkeitsvorteile auf der Dreiviertelreihe nutzen können. Wir sehen jedoch den RKH in diesem Duell leicht mit +5 Punkten vorne.

TSV Handschuhsheim - Heidelberger RK
Samstag 30. März, 16 Uhr

Zum Abschluss des Bundesliga-Samstags gibt es im Norden der Neckarstadt Heidelberg ein traditionsreiches Derby zu sehen. Die Handschuhsheimer Löwen empfangen den auf der anderen Seite des Neckars beheimateten HRK. Was in den letzten Jahren immer eine mehr oder weniger klare Sache für den Klub war, findet nun unter umgedrehten Vorzeichen statt. Nicht zuletzt auch, weil mit Jaco Otto und Marcel Coetzee zwei absolute Klub-Stars zu den Löwen gewechselt sind.

Neckarsulm war für den HRK nur ein Sparringspartner, das Derby gegen den TSV wird der Härtetest

In der Hinrunde hatte der HRK eine klare 12:41 Heimschlappe einstecken müssen und auch jetzt gehen die Löwen favorisiert ins Derby. Coach Gordon Hanlon warnt jedoch, dass dieses Spiel kein Selbstläufer werde: „Der HRK ist eine gute Mannschaft, sie haben Spieler von internationalem Kaliber, sind ein stolzer Klub mit vielen Erfolgen.“ Hanlon erläutert weiter, dass er ein sehr hartes und physisches Spiel erwarte - ein weiteres Highlight-Spiel der neuen Bundesliga, wie Hanlon es beschreibt.

Auf die Frage ob man die Stärken des HRK neutralisieren müsse, gibt sich der irische Coach der Löwen aber selbstbewusst: „Ich glaube nicht, dass wir die Stärken des Klubs neutralisieren müssen, wie im bisherigen Saisonverlauf auch - wenn jeder hart für den anderen arbeitet und seine Leistung bringt, sind wir auf einem Leistungsniveau, das kein anderes Team der Liga mitgehen kann.“ Wenn das Mal keine Kampfansage ist.

Der Klub geht derweil nach dem überzeugenden Sieg gegen Neckarsulm selbst mit breiter Brust und siegesgewiss ins Derby, auch wenn man nach dem Sonntagsspiel nur sechs Tage zwischen den Partien hat. Für das wichtige Duell gegen den TSV kehrt zudem mit Arthur Zeiler, Jörn Schröder und Dasch Barber die etatmäßige erste Sturmreihe zurück in den Kader.

Klub-Trainer Jordaan sieht seine Jungs „topvorbereitet“ in das Duell gehen und erläutert weiter: „Natürlich ist der TSV mit seinen Nationalspielern ein anderes Kaliber, ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass wir am Samstag das Spiel mit einer weiteren Leistungssteigerung als Sieger beenden“ Für den Klub ist der Abstand Richtung Spitzentrio zwar beträchtlich, aber mit einem Sieg könnte man immerhin von einem Top-3-Finish träumen.

TotalRugby-Prognose: Beide Teams hatten einen lockeren Aufgalopp zum Derby und waren nicht wirklich gefordert. Am Samstag Nachmittag wird sich zeigen, welches Team den Winter über die bessere Arbeit geleistet hat. Der HRK hat sich nach dem Schock vergangenen Sommer, der mit dem Ende des Engagements von Förderer Dr. Hans-Peter Wild einherging, sowie dem darauffolgenden Aderlass erholt. Der Klub, der noch in der Hinrunde deutlich gegen den TSV verloren hatte, hat sich mittlerweile gefunden. Der HRK dürfte für die Löwen eine deutliche höhere Hürde sein, als noch vor wenigen Monaten. Dennoch sehen wir den TSV in diesem Duell am Ende relativ souverän mit +14 Zählern vorne.

Nord / Ost

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 Hannover 78
9 40 +257
2 Berliner RC
9 37 +149
3 SC Germania List
9 31 +121
4 RC Leipzig
9 27 +79
5 RK 03 Berlin
9 24 -95
6 RC Berlin Grizzlies
9 16 -78
7 Hamburger RC
9 11 -215
8 FC St. Pauli
9 6 -218

Berliner RC - RC Leipzig
Samstag 30. März, 14 Uhr

Der Berliner Rugby Club spielt seine beste Saison seit Jahren. Doch im engen Kampf um die Playoff-Plätze haben die Männer aus dem Westen der Hauptstadt einen nicht zu verachtenden Nachteil: Nur zwei ihrer Rückrunden-Spiele finden auf heimischen Platz statt. Gerade deshalb will man beim BRC aber ungewohnte Wege gehen. Nachdem man letztes Jahr beim U-18-Finale über 1000 Zuschauer in das Ernst-Reuter-Stadion locken konnte, wird man das Derby gegen die Grizzlies in einigen Wochen wieder dort steigen lassen. Aber auch das Spiel gegen den RCL wird von der nicht allen Ansprüchen genügenden Jungfernheide verlegt und zwar an den Sportplatz Sachtlebenstraße. Um aus dem Umzug einen großen Erfolg zu machen, hänge sich jeder im Verein besonders rein und mache Werbung, so Coach Uwe Maaser gegenüber TR - „Der ganze Verein hängt sich rein und macht Werbung“

Auf dem temporären Heimspielplatz Sachtlebenstraße will der BRC viele Zuschauer gegen Leipzig locken

Auf dem Feld will man den Anhang schließlich ebenso ein Spektakel bieten, wie abseits des Rasens, wie Trainer Uwe Maaser betont: „Die Mannschaft wird alles dafür tun ihren Teil zu diesem Rugbyfest beizutragen. Dafür müssen wir die vielen kleinen Fehler, die wir noch gehen St. Pauli gemacht haben, abstellen.“ Gleichwohl ist man sich der Gefahr, die von den Leipziger Gästen ausgeht, sehr wohl bewusst. Im Hinrunden-Duell hatte Leipzig noch zur Pause geführt, wenn der BRC sich am Ende auch durchsetzen konnte. Nach der zum Teil sehr unkonzentrierten Leistung in Hamburg letzte Woche gegen Schlusslicht Pauli, muss nun wieder eine konstante und vor allem konzentrierte Leistung her.

Die Gäste reisen derweil guten Mutes in die Bundeshauptstadt. Leipzig hatte gegen Tabellen-Primus Hannover 78 in der Vorwoche lange mithalten können und stand zeitweise gegen den Liga-Favoriten vor einer Sensation. Das, so Team-Manager Sven Paukstat gegenüber TR, nehme man als Motivation mit nach Berlin. Gegen den BRC, den Paukstat als „sehr homogenes und eingespieltes Team“ lobt, wolle man aber auch seine eigenen Akzente setzen. Die Favoritenrolle liege indes klar beim Gastgeber.

TotalRugby-Prognose: Der Berliner Rugby Club will am Wochenende ein großes Rugbyfest ausrichten und hat sich für das erste von nur zwei Heimspielen bis zu den Playoffs viel vorgenommen. Könnte Leipzig da zum Spielverderber werden? Potenziell, denn die Sachsen haben einen äußerst aggressiven Spielstil und können nicht nur physisch jedem Nord-Team Probleme machen. Mit zwei äußerst schnellen Außen sind sie auch im Konterspiel gefährlich. Samstag werden sie dem BRC durchaus Probleme bereiten können. Ob das reicht, um den Tabellenzweiten zu stürzen, ist fraglich. Auch wenn der BRC gegen Pauli nicht sein stärkstes Spiel zeigte, ist die Mannschaft zu gefestigt, um daheim gegen Leipzig zu stolpern. Der BRC setzt sich in einem hart umkämpften Spiel knapp aber verdient mit +6 Zählern durch.


Berliner Grizzlies - RK 03 Berlin
Samstag 30. März, 14 Uhr

Derbyzeit in der Hauptstadt, die Grizzlies empfangen den großen Stadtrivalen RK 03. In der Tabelle sind beide Hauptstadt-Klubs Nachbarn, am Samstag gehen sie jedoch mit gänzlich unterschiedlichen Ausgangslagen in das direkte Duell an der Willy-Sänger-Anlage. Während der RK 03 das Hannoveraner Spitzenteam Germania List überraschend deutlich schlagen konnte, stolperten die Grizzlies beim HRC und unterlagen den Hanseaten überraschend deutlich.

Für Grizzlies-Coach Ian Fowler eine enttäuschende Pleite: „Wir waren nicht konsequent und diszipliniert genug. Wir haben zu viele Bälle verloren und haben zwei gelbe Karten kassiert - das sind alles Dinge, die wir verbessern müssen.“ Mit Blick auf den Gegner haben die Grizzlies durchaus Respekt, auch wenn man den RK im Vorjahr daheim bezwingen konnte - „nach einem tollen Sieg letzte Woche erwarte ich, dass der RK mit Volldampf in das Spiel geht und im Sturm versucht zu dominieren - wir haben aber einen Plan, das zu verhindern“ so der Australier Fowler weiter. Der Schlüssel zum Sieg, so ist man bei den Grizzlies überzeugt, sei die Tackles verlässlich zu setzen und die eigenen Angriffswaffen einzusetzen.

Der RK reist derweil mit Wind in den Segeln in das nur 12 km entfernte Treptow. In Sachen Einstellung müsse man genauso entschlossen auftreten, wie gegen Germania, ist sich Team-Manager Lutz Joachim sicher. Für den RK seien die Grizzlies weiterhin eine „Wundertüte“ - man wisse nie wer spielt, erst recht nicht nach der Winterpause. Deswegen, so Lutz Joachim, gehe man vor allem mit Blick auf sich selbst in diese Partie.

TotalRugby-Prognose: Es dürfte ein unglaublich hart umkämpftes Spiel der Bundesliga-Nord werden, so viel steht fest. Für die in der Bundesliga immer noch relativ neuen Grizzlies ist der Besuch des RK das absolute Spiel des Jahres. Die beiden Ost-Berliner Klubs verbindet eine gewisse Rivalität, auch wenn für den RK das traditionelle Derby immer noch gegen den BRC ist. Doch für die Grizzlies kommt das Spiel zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt. Die Niederlage gegen Hamburg war nicht die Glanzstunde der jungen Bundesliga-Geschichte der Berliner. In Sachen Motivation muss sich niemand Sorgen um die Grizzlies machen, jedoch erwartet die Mannschaft von Ian Fowler ein weitaus kampfstärkerer Gegner, der selbst mit breiter Brust antreten wird. Der RK 03 ist in seiner momentanen Form eine Nummer zu stark und siegt mit +12 Zählern.

 

Germania List - FC St. Pauli
Samstag 30. März, 14 Uhr

Es war ein katastrophaler Start für Germania List in das neue Rugby-Jahr. Nicht nur verlor man überraschend deutlich gegen den RK 03. Kapitän und Sturmführer Stefan Mau droht nun mit einer Fußverletzung länger auszufallen. Immerhin konnte SCG-Coach Danny Stephens der Niederlage einige positive Punkte abgewinnen. Man habe, so der Waliser, gegen den RK 03 gut mitgehalten. Aber nachdem der Kapitän und der Verbinder verletzungsbedingt vom Feld mussten, habe man kopflos agiert und der RK habe dies ausnutzen können.

Mehr Führungsfiguren auf dem Platz zu entwickeln müsse daher mittelfristig das Ziel sein, wie Stephens betont. Doch bereits diesen Samstag geht das Rennen um die Playoff-Plätze weiter und da gibt es aus Germania-Sicht zwei gute Nachrichten: Spielmacher Daniel Koch sowie der durchbruchsstarke Henrik Mayer sind von ihrem Siebener-Einsatz zurück und mit dem Heimspiel gegen das Schlusslicht steht das vermeintlich leichteste Duell der Saison an.

Doch so einfach will Stephens die Gleichung nicht sehen: „Pauli hat dem BRC alles abverlangt, wir müssen gewarnt sein und dürfen sie keinesfalls unterschätzen!“ Gegen Pauli gelte es geduldig zu spielen und die Chancen zu nutzen, wenn sie sich ergeben. Das letzte Spiel gegen Pauli habe man auch erst in der zweiten Hälfte mit der besseren Kondition gewonnen. „Wir müssen positiv an die Sache rangehen, nicht denken sie sind Letzter, wir müssen sie als einen Ligakonkurrenten sehen und entsprechend behandeln.“

Für St. Pauli werden die Aufgaben nach der unglücklichen Niederlage gegen den BRC nicht einfacher, jedoch hat die couragierte Leistung dem Team von Fritze Michau Auftrieb gegeben. Zudem bedeuten die zwei Bonuspunkte, dass man mit einem Bonuspunkt-Sieg gegen den HRC noch immer gleichziehen könnte. Jedoch müssen die Hanseaten im sonstigen Saisonverlauf noch fleißig Pünktchen sammeln, wo auch immer möglich. Ein Bonuspunkt gegen Germania wäre ein erster Schritt um den Abstiegskampf wieder so richtig spannend zu machen.

TotalRugby-Prognose: So sehr man den Paulianern den Befreiungsschlag im Abstiegskampf gönnen würde, in Hannover gegen Germania dürfte es schwer werden. Bei geradezu sommerlichen Bedingungen wird die Germania-Offensive über achtzig Minuten wirbeln und für die Gäste schwer unter Kontrolle zu bringen sein. Die SCG gewinnt am Ende mit +17 Zählern.

Hamburger RC - Hannover 78
Samstag 30. März, 14 Uhr

Nach dem starken Heimsieg der Hanseaten über die Berliner Grizzlies kommt nun eine noch härtere Aufgabe auf den HRC zu. Der Tabellenführer und Staffelsieger der Vorsaison, Hannover 78, kommt in der Hamburger Rugby-Arena zu Besuch. Doch beim HRC will man sich davon nicht einschüchtern lassen, Sturmtrainer Felix Bodensieck erklärt: „Das Spiel gg die Grizzlies hat gezeigt, dass wir dazu in der Lage sind, unser Spiel zu machen und uns auch nicht von Rückschlägen, wie den zwei Versuchen durch die Grizzlies aus dem Konzept bringen zu lassen.“ Mit diesem neuen Optimismus wollen die Rot-Schwarzen auch in das Duell gegen Hannover 78 gehen.

Denn bei den Hamburgern ist man sich darüber im Klaren, dass der Lokalrivale im Rückrundenverlauf auch noch einige Punkte sammeln dürfte. Denn Sankt Pauli weiterhin nur einen Bonuspunktsieg hinter dem HRC - den Abstieg zu vermeiden ist schließlich die oberste Maxime des HRC. Deshalb wird man selbst gegen den haushohen Favoriten nichts unversucht lassen, wie Bodensieck weiter erläutert: „Auch wenn 78 der klare Favorit ist, haben wir mit dem Heimvorteil im Rücken eine Möglichkeit weiterhin unser Spiel zu machen und die Hannoveraner gehörig zu ärgern, um am Ende Punkte in der Tabelle mitnehmen zu können. Genau das ist unser Vorhaben.“

Für die Hannoveraner ist indes nur ein einziges Resultat akzeptabel und das ist natürlich ein Sieg. 78-Coach Krause erwartet einen traditionell starken HRC-Sturm. „Es wird ähnlich wie gegen Leipzig, wir müssen uns auf viel Defensiv-Arbeit einstellen, das wird nicht einfach zu spielen“, wie Krause weiter betont. In den letzten Wochen und Monaten habe man hart an den eigenen Standards gearbeitet, nachdem man diese zuletzt als Schwäche identifiziert hatte.

TotalRugby-Prognose: Die Marschroute bei den Gästen lautet den HRC-Sturm zu neutralisieren und gleichzeitig mit der schnellen Hintermannschaft zuzuschlagen. Auch wenn man Phil Szczesny und Jarrod Saul zwei Stützen der Dreiviertelreihe durch ihren Hongkong-Einsatz ausfallen, dürfte diese Losung aufgehen. Sicherlich wird der HRC den Hannoveranern Probleme bereiten und dabei auch zu Punkten kommen. Doch die Gäste von der Leine setzen sich am Ende durch - 78 mit +14 Zählern.

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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 29. März 2019 )
 
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