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TR-Review Bundesliga: RGH mit Zittersieg, HRC gelingt Big Point, Pauli bleibt das Pech treu
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 25. März 2019

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Pforzheim mit 7er-Ass Soteras-Merz verpasste die Sensation gegen die RGH nur knapp. Foto (c) Thomas Jahnke

Die Rugby-Bundesliga ist aus der Winterpause zurück. Acht Spiele über das Wochenende und die Vorfreude wurde nicht enttäuscht. In Pforzheim und Hamburg gab es echte Rugby-Krimis zu bestaunen. Hamburg gelang im Abstiegskampf ein Big Point. Die beiden Heidelberger Top-Klubs TSV und RGH siegen, wobei die Orange Hearts bis zuletzt zittern mussten.

Nord / Ost

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 Hannover 78
9 40 +257
2 Berliner RC
9 37 +149
3 SC Germania List
9 31 +121
4 RC Leipzig
9 27 +79
5 RK 03 Berlin
9 24 -95
6 RC Berlin Grizzlies
9 16 -78
7 Hamburger RC
9 11 -215
8 FC St. Pauli
9 6 -218

RK 03 Berlin 34 - 20 SC Germania List

Ein Ausrufezeichen vom Hauptstadt-Klub zum Auftakt ins neue Bundesliga-Jahr. RK-03-Teammanager Lutz Joachim sprach im Nachgang zum überraschend deutlichen Sieg der Berliner von einem „Spiel auf sehr hohem Niveau, sehr schnell, wirklich gutes Rugby“. Zuvor hatten die Gastgeber bei tollen Bedingungen an der Buschallee sich über 80 Minuten einen hart erkämpften Sieg gegen den aus Hannover angereisten Favoriten herausgearbeitet.

Von Minute eins an wollten die Berliner, angeführt vom wiedergenesenen Kapitän Falk Duwe Zeichen setzen und begegneten den frühen Angriffsbemühungen der Germanen mit viel Härte. Die Tackles der Gelb-Schwarzen saßen - doch Berlins Hakler Max Schilling übertrieb es und sah für einen zu späten Hit zurecht Gelb sah. Die besser gestarteten Germanen konnten sich in Überzahl nach einer Viertelstunde endgültig in Berlins Hälfte festsetzen. Zwei verpasste Kick-Chancen störten die Gäste nicht allzu sehr, da sie sich mit einer tollen Kombination unter die Stangen arbeiteten und mittig zum 0:7 ablegen konnten.

Doch völlig unerwartet verlor Germania den Faden und kassierte nur wenige Zeigerumdrehungen später den Ausgleich - RK-Kapitän Duwe hatte einen Straftritt schnell angekratzt und auf Sturmkollege Franz Müller zum Versuch abgelegt. Als sich dann Germanias Gedrängehalb Riege noch eine gelbe Karte für eine handfeste Auseinandersetzung mit gleich mehreren Berlinern abholte, drohte das Spiel zu Gunsten der Gastgeber zu kippen. Doch noch ein Mal hatte Germania die passende Antwort parat: Nico Windemuth sah, dass der RK an die Seiten eines Rucks keine Guards gestellt hatte und reagiert blitzschnell. Sein Versuch und zwei späte Straftritte, jeweils für jedes Team einen, brachten den Hannoveranern die 15:10 Pausenführung.

Gut 400 Zuschauer verfolgten an der Berliner Buschallee den am Ende souveränen Sieg des RK 03

Direkt zum Auftakt in Durchgang zwei konnte der RK seine Ambitionen und kam über Duwe und Tormann, die den eingewechselten Murray bedienten, zum 15:15-Ausgleich. Als der eingewechselte Maurice Riege mit 20 Minuten auf der Uhr die Germania mit einem tollen Sprint durch die Lücke in Front brachte, schien das Pendel endgültig Richtung Gäste zu schwingen, die im bisherigen Saisonverlauf mit ihrer tollen Kondition viele Spiele in Durchgang zwei für sich entscheiden konnten. Als Germania dann mit gut zehn Minuten auf der Uhr eine lange Drangphase des RK-Sturms in der eigenen 22 abwehren konnte und dabei lediglich einen Gelbe, aber keine Punkte kassierte, hätte man meinen können der Favorit setzt sich hier durch.

Aber stattdessen gelang es dem RK 03 Berlin in einer fulminanten Schlussphase gleich drei Versuche zu erzielen und das Spiel innerhalb der letzten zehn Minuten klar für sich zu entscheiden. Erst brach Ersatz-Hakler Schmidt kraftvoll durch und bediente Murray. Dann konnte die Germania ein RK-Paket nur illegal stoppen und kassierte einen Strafversuch, bevor Innen Winnten den wohl schönsten RK-Versuch nach einem Lauf quer über den Rasen des Stadions Buschallee abschließen konnte. Berlin hatte in den letzten Minuten noch ein Mal unglaublich aufgedreht, während die Germanen sprichwörtlich zusammenbrachen.

RK-03-Teammanager Lutz Joachim betonte, dass auch die Gäste hätten gewinnen können, betonte aber man habe sich cleverer angestellt und die bessere Bank gehabt. Weiter erläuterte Joachim gegenüber TR: „Insgesamt war es mit Abstand unsere beste Saisonleistung, sowohl spielerisch als auch als Mannschaft. Genau so werden wir weiter machen und Spiel für Spiel Wiedergutmachung für den Herbst betreiben.“

Mit dem Sieg auf dem Konto steht man zwar immer noch „nur“ auf Rang fünf, hat den Abstand zu Leipzig und Germania verkürzen können. Um noch einmal in den Kampf um die Top 3 eingreifen zu können, müsste schon alles zusammenpassen, aber mit einer solchen Leistung, warum nicht? Germania hingegen hat sich damit in eine schwierige Ausgangslage gebracht und sein Schicksal nicht mehr in der eigenen Hand. Germania-Kapitän Stefan Mau erläuterte im Gespräch mit der Hannoverschen neuen Presse: „Wir haben den Kampf gegen einen physisch dominanten Gegner nie aufgegeben, es war ein gutes Spiel.“ Im kommenden Heimspiel muss Germania gegen Schlusslicht Pauli aber punkten, damit man noch ein Wort um Kampf um die Playoff-Plätze reden kann.

Hamburger RC 28 - 10 Berlin Grizzlies

Als der Sturm der Berliner Grizzlies sich schon bei seinem allerersten Ausflug in die 22 der Gastgeber nach nur drei Minuten den Auftakt-Versuch sicherte, schien es schlecht bestellt um die Chancen des HRC, sich den erst zweiten Sieg der Saison zu sichern. Doch die Gastgeber kämpften sich in die Partie - nach zwanzig Minuten kam erstmals Hoffnung unter den zahlreichen Anhängern der Rothemden auf. Erst traf HRC-Kapitän und Verbinder Tom Barry per Dropgoal zum 3:5 Anschluss und dann kassierte Loosehead Peel wegen Kollabieren des Gedränges Gelb.

Hamburg war nun plötzlich im Spiel und konnte die aus der Hauptstadt angereisten Gäste für längere Phasen unter Druck setzen. Gedrängehalb Andreas Pfeffer besorgte Hamburgs ersten Versuch. Nur zwei Zeigerumdrehungen nach wurde ein Doppelschlag daraus, als HRC-Schluss Louis Pradelles nach toller Solo-Leistung ins Malfeld einlief. Noch vor der Pause dann der nächsten Streich von Pradelles, der am Ende einer sehenswerten Kombination wieder eintauchen konnte. Mit drei verpassten Erhöhungen waren die Gäste aber beim Stand von 18:5 noch nicht hoffnungslos abgeschlagen.

Und tatsächlich keimte bei den Gästen noch einmal Hoffnung auf, als der Grizzlies-Sturm wieder den klar besseren Start erwischte und auf 10:18 verkürzen konnte. Zu mehr jedoch sollte es nicht reichen. Nach einer Phase in der sich beide Teams zu viele Fehler leisteten, war es der HRC, der als nächster punktete. Der zum Innen umfunktionierte Gedrängehalb Steffen Abel konnte seine Schnelligkeit zum 23:10 für die Gastgeber nutzen. Der Bonuspunkt und die Vorentscheidung - die Grizzlies holten sich derweil frustriert einen weiteren Karton ab und Hamburgs Kapitän Barry sorgte per Dropgoal für den Endstand.

Für den HRC ein wichtiger Befreiungsschlag im Abstiegskampf, auch wenn man weiter auf Relegationsrang sieben verbleibt - der Abstand auf die Grizzlies und damit das rettende Ufer beträgt nur noch fünf Zähler. Vielleicht kann der HRC ja schon im kommenden Heimspiel gegen Tabellen-Primus 78 wieder punkten. Hamburgs Neuner Andreas Pfeffer zeigte sich nach Abpfiff zufrieden und betonte: „Die Mannschaft hat eine starke Teamleistung gegen die Grizzlies gezeigt, mit guter Kombination zwischen Sturm und Hintermannschaft. Besonders in der Verteidigung gab es deutliche Fortschritte im Vergleich zur Hinrunde, jedoch müssen wir noch an einigen Aspekten in der kommenden Woche hart arbeiten um uns weiterhin zu verbessern.“

Die Berliner Grizzlies haben im direkten Vergleich also immer noch einen Vorsprung, müssen aber auch in der Rückrunde ähnlich heimstark auftreten, um nicht doch noch in Abstiegsgefahr zu geraten. Das Heim-Derby gegen den RK 03 am kommenden Wochenende wird für die Grizzlies schon ein wichtiger Fingerzeig.

Hannover 78 22 - 8 RC Leipzig

Am Ende war es der erwartete Favoritensieg und selbst der erhoffte Bonuspunkt gelang den Gastgebern - Tabellenführer Hannover 78 ist damit weiter auf Playoff-Kurs, auch wenn das Spiel gegen den RCL ein hartes Stück Arbeit war. Bis zur 60. Minute waren die Leipziger beim Stand von 10:8 nahe an der Sensation, doch am Ende setzte sich 78s Routine durch. Auf die ersten beiden Versuche durch Felix Schippe und Igor Marinkovic hatte Leipzig jeweils noch eine Antwort, aber in der Schlussphase konnte erst Sturm-Ass Andre Körner etwas Luft zwischen seine Hannoveraner und die Gäste bringen.

Die allerletzte Aktion brachte dann den Versuch des Tages und den so sehnlichst erhofften Offensiv-Bonus für 78: Tief aus der eigene Hälfte setzte Liam Boese zum Sprint an und arbeitete sich auf spektakuläre Art und Weise bis tief in die Leipziger Hälfte vor. Mit einem perfekt getimeten Pass hebelte Boese dann den Schluss aus und Beuste konnte unter dem Jubel des 78-Anhangs unter den Stangen zum Bonus einlaufen.

78-Trainer Steven Bouajila gab sich nach dem Spiel gegenüber der Hannoverschen neuen Presse versöhnlich: „Wir haben nicht in die Partie gefunden, aber unser Ziel knapp er­reicht“. Gleichwohl erkannte Bouajila auch die Leistung der Leipziger an, die phasenweise gut gespielt hätten - der Schlüssel habe in der stabilen 78-Defensive gelegen. Aufgrund des Patzers der direkten Konkurrenz vom anderen Ende der Stadt läuft es nun in den kommenden Wochen wohl auf einen Zweikampf zwischen dem BRC und 78 um Rang eins hinaus.

Beim HRC wird sich 78 effektiver zeigen müssen, um erneut per Bonus zu gewinnen. Leipzig dagegen kann den Hannoveranern im direkten Duell mit dem BRC Schützenhilfe geben. Es bleibt spannend im Norden.

FC St. Pauli 22 - 25 Berliner RC

Der FC St. Pauli bleibt weiter das Pech treu. Nachdem die Hanseaten schon zu Gast beim RK 03 in der Hinrunde lange als Underdog geführt hatten, nur um am Ende unglücklich zu verlieren, ereilte die Paulianer gestern ein ähnliches Schicksal. Bis kurz vor Abpfiff lagen die bravourös kämpfenden Gastgeber gegen den hochfavorisierten BRC vorne, nur um am Ende doch noch zu verlieren. Die Niederalge bringt die Braun-Weißen ein Stück näher an den Abgrund, da der Stadt-Rivale am Vortag einen Bonuspunkt-Sieg einfuhr. Vorzuwerfen haben sich die Hamburger aber rein gar nichts.

Obwohl der BRC früh in Überzahl und dann über eine schnelle Kombination auf die Ecke in Führung ging, bissen sich leidenschaftlich kämpfende Paulianer früh fest und kamen so in die Partie. Verbinder Niklas Putzke nutzte nach einem starken Ballvortrag des Pauli-Sturms die unorganisierte Defensive des BRC und spritzte durch die sich bietende Lücke zum 5:5 nach nur zehn Minuten. Das atemberaubende Tempo für dieses Spiel war früh vorgegeben.

Schlusslicht Pauli lieferte dem BRC einen harten Kampf und verlor am Ende dennoch

Die Gastgeber ließen sich indes auch von zwei toll herausgespielten Versuchen in kurzer Folge der Berliner, zum 17:5, nicht aus der Ruhe bringen. Das am Sonntag überragend aufspielende Eigengewächs Putzke, mit der Zehn auf dem Rücken, sorgte dann noch vor der Pause für den 12:17 Anschluss und ließ die Hoffnungen des Heim-Anhangs in die Höhe schnellen. Als Niklas Putzke dann nach gut zehn gespielten Minuten im zweiten Durchgang zu seinem persönlichen Hattrick einlief, der gleichzeitig den 17:17 bedeutete, roch es in der Hamburger Rugby-Arena nach einer Sensation.

Doch nur wenige Minuten später sollte sich Sankt Pauli selbst ein Bein stellen. Olli Wegner behinderte einen BRC-Springer in der Gasse und kassierte dafür Gelb-Rot. Gute zwanzig Minuten in Unterzahl waren die Folge, doch zuerst sollten die Gastgeber per Straftritt auf 22:17 erhöhen. Nur um in der absoluten Schlussphase doch noch zu verlieren: Über das gesamte Feld arbeitete sich der BRC nach vorne und konnte schließlich seine Überzahl ganz außen zum Ausgleich ausspielen. Ein weiterer Straftritt brachte Berlin in Front und auch wenn Pauli noch ein Mal zur Gasse setzen konnte - der letzte Anschub brachte nicht den erhofften Erfolg.

Der erste Sieg wollte erneut nicht gelingen und mit dem Sieg des HRC beträgt der Abstand auf den Relegationsrang nunmehr fünf Zähler und die Aufgaben werden vorerst nicht einfacher. Demnächst steht der schwere Gang zur Lister Germania an. Der BRC hingegen ist mit der späten Rettung im Soll und muss jetzt daheim gegen Leipzig nachlegen.

Süd / West

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 SC Frankfurt 1880 9 44 +287
2 TSV Handschuhsheim 9
38 +217
3 RG Heidelberg 9
38 +131
4 Heidelberger RK 9
26 +70
5 RK Heusenstamm 9
19 -31
6 SG TV / CfR Pforzheim 9
11 -213
7 Neckarsulmer SU 9
10 -247
8 RC Luxemburg 9
9 -214

 

SG TV/CfR Pforzheim 42 - 43 RG Heidelberg

Der Rückrunden-Auftakt im Pforzheimer Südwest-Energie-Stadion wurde bei bestem Wetter zu einem wahrhaften Rugby-Fest. Die RGH konnte sich in einem spektakulären Spiel am Ende den Bonuspunktsieg sichern und marschiert damit weiter im Gleichschritt mit dem TSV Handschuhsheim. Doch auch die Pforzheimer können zufrieden sein, hat man doch gegen ein Top-Team der Liga gleich zwei im Abstiegskampf wichtige Zähler mitnehmen können.

Ohne einige ihrer Siebener-Asse und den verletzungsbedingt ausgefallen Kapitän Elmar Heimpel erwischten die Orange Hearts dennoch den besseren Start und zeigten sich spielfreudig wie eh und je. Zwei schnelle Versuche brachten den Gästen eine 10:0 Führung, doch auch Pforzheim war mit seiner gefährlichen Dreiviertel-Reihe um Soteras-Merz, Gando und Chitokwindo gefährlich. Nach einem Ballgewinn schalteten die Rhinos schnell und legten über Sürer ihrerseits den ersten Versuch. Es entwickelte sich ein packendes Hin- und Her - als Pforzheims rechter Prop Jordan Gogo dann nach einem schnell angespieltem Straftritt über die Linie donnerte, lagen die Rhinos plötzlich 14:10 vorne und so ging es auch in die Pause.


Die zweite Hälfte startete gemächlich mit Fehlern auf beiden Seiten - was jedoch danach folgen sollte, waren hochunterhaltsame 25 Minuten mit sage und schreibe neun Versuchen. Erst sollte die RGH in zwischenzeitlicher Überzahl nach Gelb für Pforzheims Hakler Bruyn zwei Mal in schneller Folge punkten. Dann besorge Pforzheims Siebener-Nationalspieler Soteras Merz den Anschluss, nur um quasi im Gegenzug wieder einen RGH-Versuch hinnehmen zu müssen. Chitowkindo konnte immerhin mit Versuch Nummer vier für den Offensiv-Bonus sorgen.

Doch beim Stand von 28:43 aus Gastgebersicht schien es mit fast 80 Minuten auf der Uhr nichts mehr zu holen zu geben. Das mit offenem Visier geführte Duell blieb aber bis zur letzten Sekunde großes Kino für die Fans beider Teams. Carlos Soteras-Merz konnte mit zwei weiteren Versuchen den zweiten Bonuspunkt für seine Rhinos holen und seinen persönlichen Hattrick vollenden. Was für ein Spiel und aus Rhinos-Sicht eine durch die zwei Punkte für die Tabelle verschmerzbare Pleite - immerhin steht man nun auf einem Rang, der den direkten Klassenerhalt bedeutet. Pforzheim Trainer Willis lobte anschließend den Kampfgeist seiner Jungs, betonte aber auch, dass man mit etwas mehr Disziplin hätte gewinnen können.

Gäste-Coach Jeff Tigere zeigte sich sehr zufrieden: „Es war ein tolles Spiel, ich bin glücklich mit den fünf Punkten. Die Jungs haben sich wirklich noch Mal gesteigert im Vergleich zur Vorbereitung. Auch wenn einige Spieler in ungewohnten Positionen ran mussten - ein Neuner als Zehner, ein Zweite-Reihe-Stürmer als Achter und Ersatz-Kapitän Florian Wehrspann als Innen und Luca Behlke mit einem tollen Debüt in der zweiten Reihe - er hat alles gemacht, was ich von ihm erwartet habe. Wir waren zudem sehr diszipliniert. Insgesamt gibt uns das Spiel einen großen Schub moralisch, jetzt geht es weiter und wir wollen noch besser werden!“  

Während die RGH daheim gegen Schlusslicht Luxemburg kommende Woche wieder punkten will, steht für Pforzheim das extrem wichtige Gastspiel in Heusenstamm an, wo man die nächste Chance auf Punkte hat.

TSV Handschuhsheim 43 - 14 RK Heusenstamm

Hochsouveräner Rückrunden-Auftakt für den TSV Handschuhsheim im heimischen Lions Park. Gegen den RK Heusenstamm, den Löwen-Coach Hanlon für seine physische Spielweise lobte, zeigte sich Handschuhsheim im Angriff von Beginn an gefährlich. „Wir haben ein paar großartige Versuche erzielt, aber gerade unsere Defensive war brillant im ersten Durchgang“ so Coach Hanlon nach Abpfiff im Gespräch mit TR.

Zuvor hatten die Gastgeber das Geschehen über die 80 Minuten fast durchgehend dominiert. Verbinder Klewinghaus hatte mit einem tollen Cross-Kick auf Nationalmannschafts-Kollegen Coetzee direkt zum Auftakt die Marschrichtung vorgegeben. Nach tollem Gedränge hatte Alex Hug von der Acht aus nachgelegt, bevor ein dynamischer Lauf von Atu Katoa und dessen feine Ablage auf Benny Müssig den dritten Versuch nach dreißig Minuten brachte.

Schon vor der Pause folgte der Offensiv-Bonus und dieses Mal war es ganz nach dem Geschmack des Löwen-Anhangs. Eine Straf-Gasse tief in der Füchse-22 diente dem Löwen-Sturm als Basis für ein Paket, an dessen Ende Hug zum zweiten Mal eintauchen konnte. Noch vor der Pause erfolgte der wohl schönste Versuch des Tages zum 33:0: Nikolai Klewinghaus, der momentan in toller Form agiert, hebelte die aufrückende Gäste-Defensive mit einem feinen Überkick aus, fing den Ball selbst und spielte per Offload Innen Syme frei, der einlaufen konnte.

TSV-Trainer Gordon Hanlon war besonders mit der Defensive seines Teams zufrieden

Auch nach der Pause ging es zunächst nur in eine Richtung: Die Löwen drückten auf weitere Punkte und als Publikumsliebling Marcus Bender mittig durchbrechen konnte, konnten die Füchse die Situation nicht entschärfen. Katoa war mustergültig Unterstützung gelaufen und legte zu Versuch Nummer sechs ab. Damit war beim TSV aber auch ein wenig die Luft raus - man ließ die Gäste noch einmal kommen, auch da nun viele Wechsel erfolgten.

Heusenstamms Hakler Gino Gennaro konnte zuerst von der erstmals schwächer werdenden TSV-Defensive profitieren und sich über die Linie wuchten. Als dann Marcus Bender mit Gelb zwischenzeitlich runter musste und RKH-Prop Weber den zweiten Versuch legte, keimte beim Gäste-Anhang kurzzeitig Hoffnung auf einen Offensiv-Bonus auf. Die Schlussphase jedoch gehörte wieder den Löwen, die mit einem Eden-Syme-Durchbruch den Schlusspunkt setzen konnten.

Schon in der kommenden Woche wartet im Derby gegen den HRK dann eine schwerere Aufgabe für die Löwen - um mit Frankfurt 1880 an der Spitze mitzuhalten wird jedoch auch gegen den einstigen Abomeister ein Sieg benötigt. Heusenstamm wird sich daheim gegen Pforzheim von jeglichen Abstiegssorgen befreien wollen.

RC Luxemburg 7 - 45 SC Frankfurt 1880

Für Frankfurt 1880 war es ein Auftakt nach Maß. Der Auswärtstrip ins Großherzogtum bescherte den Frankfurtern einen souveränen 45:7 Sieg und das, obwohl man nur 60 Minuten das zeigte, was man im Repertoire hat. So zumindest die Analyse von 1880-Teammanager Todd Kearns. Frankfurt konnte sich sogar den Luxus leisten Samy Füchsel eine wohlverdiente Pause nach fünf anstrengenden EM-Einsätzen zu gönnen.

Auf dem künstlichen Grün des RCL gab es keine weiteren Blessuren und so marschiert 1880 weiter souverän an der Spitze der Liga. Mit weiterhin sechs Zählern Vorsprung könnte sich Frankfurt gar eine Niederlage im direkten Duell mit Verfolger Handschuhsheim erlauben und würde dennoch als erster in die Playoffs einziehen und hätte damit den Luxus eines Halbfinales daheim. Luxemburg dagegen verharrt so mit der roten Laterne auf dem letzten Platz und muss kommenden Samstag bei der RGH ran.

 

Heidelberger RK 61 - 7 Neckarsulmer SU

Für den Ruderklub war es ein entspannter Sonntags-Spaziergang, könnte man meinen. Auch ohne die etatmäßige erste Sturmreihe, konnte der Klub die Gäste vom Oberlauf des Neckars bei tollen Bedingungen mit einer Klatsche nach Hause schicken. Angetrieben von Gedrängehalb Seam Armstrong machte der HRK früh Druck - die Gäste konnte nur in der Anfangsphase dagegenhalten. Einen ersten Klub-Versuch durch Fraser egalisierte Neckarsulms englischer Siebener-Experte Onyeahasi, jedoch schien dies für die Gastgeber der Weckruf gewesen zu sein.

Drei Versuche durch Neu-Nationalspieler Felix Lammers, Fraser und Sean Armstrong brachten schon mit dem Pausenpfiff den Offensiv-Bonus. In der zweiten Hälfte kam Neckarsulm dem erklärten Ziel Bonuspunkt nicht näher. Stattdessen schraubten die Liebig-Brüder und Lammers das Ergebnis weiter mitleidslos in die Höhe. Für den Klub nach zähem Beginn ein ganz souveräner Sieg, der den amtierenden Meister den vierten Platz festigen lässt.

Mit Abstand nach hinten wie vorne werden die nächsten Wochen aus Klub-Sicht interessant, aber in der Tabelle dürfte sich erst einmal nicht allzu viel ändern. Zum Derby gegen den TSV in der kommenden Woche wird man aber keinen der Klub-Spieler extra motivieren müssen. Neckarsulm rutscht mit der Niederlage auf den Relegations-Rang und die Aufgaben werden nicht einfacher - nächsten Samstag muss die NSU in Frankfurt beim Tabellenführer antreten.

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 25. März 2019 )
 
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