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TR-Kommentar: Support your local Rugby Club
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 22. März 2019

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Auf den deutschen Rugby-Plätzen wird ehrlicher Sport geboten, der es verdient hat, unterstützt zu werden.

Morgen noch nichts vor? In weiten Teilen der Republik herrscht bestes Wetter zum Frühlingsauftakt - wie wärs mit einem Besuch beim Rugby-Klub um die Ecke? Am besten noch mit dem Nachwuchs oder ein paar Freunden im Schlepptau. Am TV die Action aus den großen Rugby-Kathedralen in England, Irland oder Südafrika zu verfolgen ist eine Sache, aber um unserem Sport hierzulande eine solidere Basis zu verschaffen und nach vorne zu bringen, gibt es nichts besseres, als beim lokalen Verein vorbeizuschauen und ein paar Euro für Bier und Bratwurst dazulassen.

Morgen geht der Spielbetrieb in fast ganz Deutschland nach einer schier endlosen Winterpause wieder so richtig los. Knapp 40 Vereinsspiele, sowie die sechs regionalen Siebener-Turniere der Damen stehen auf dem Plan. Höchste Zeit sich wieder Mal zum Rugby-Platz aufzumachen. Von Konstanz bis Karlshöfen, von Bad Reichenhall bis Greifswald und von Köln bis Kiel - fast überall und in ganz Deutschland hat man einen der über 100 Vereine in der Nähe, der sich über jeden Unterstützer freut.

Wie oft wurde selbst die Bundesliga in den sozialen Medien schon als Bier- und Bratwurstliga verhöhnt. Und ja, tatsächlich warten die meisten Plätze selbst im Oberhaus eher mit spartanischem Charme, als mit besonderen Annehmlichkeiten auf. Doch Mal ganz ehrlich, gibt es was besseres als das eigene Team bei kühlem Bier und frischer Bratwurst anzufeuern? Die alten Kollegen aus den aktiven Zeiten wiederzutreffen und über den neuen Verbinder zu fachsimpeln? Wo kommt man den Stars des Geschehens nach dem Ende der Partie noch derart nah. Rugby in Deutschland ist fast ausschließlich noch ehrlicher Sport zum Anfassen und mitfiebern - kaum einer der Spieler, selbst im Oberhaus, bekommt für all den Einsatz auch nur einen Cent. 

Die Arbeit an der Basis ist unheimlich wichtig, auch für den Erfolg an der Spitze

Immer wieder fragt sich Rugby-Deutschland was uns denn nun eigentlich fehlt, um als Rugby-Nation den nächsten Schritt zu machen. Warum wir bei der Nationalmannschaft nicht die nötige Kader-Tiefe auf gewissen Positionen haben. Ein Blick nach Spanien, ein Land mit dem wir seit Jahren im Fünfzehner sowie im Siebener konkurrieren gibt da Aufschluss. Bei nur gut halb so vielen Einwohnern haben die Iberer doppelt so viele Rugby-Vereine und drei Mal so viele aktive Spieler. Kein Wunder, dass das Champions Cup Finale im letzten Jahr in Bilbao und nicht in Berlin stattfand. Spaniens Vorsprung an der Spitze fußt vor allem auf der breiteren Rugby-Basis auf dem flachen Land. So unspektakulär und banal es klingt - Rugby wird vor allem in den Vereinen gelebt und wird auch nur dort wachsen.

Auch in Deutschland wird an der Basis tolle Arbeit geleistet. In vielen Vereinen sind ganze Familien seit Jahrzehnten im Dienste des ovalen Leders unterwegs - Jahr für Jahr investieren unzählige Ehrenamtliche tausende Stunden. Ob bei den Rugby-verrückten Ostberlinern vom RK 03 oder dem Pendant im Westen BRC, den Heusenstammer Füchsen, den Hendesser Löwen, den Hannoveraner Klubs Germania, 78 oder Odin, beim HRC oder Pauli, beim MRFC oder der Münchner StuSta - all diese Klubs und noch Dutzende mehr von der Bundesliga bis runter in die Verbandsligen sind die Basis des deutschen Rugbys und das Herzblut was dort investiert wird, trägt den Sport hierzulande.

Wir brauchen mehr solche Klubs, die das Fundament des Rugbys hierzulande bieten und von früh auf den Nachwuchs in den Bann ziehen. Wir brauchen mehr lokale Derbys der Kategorie TSV-SCN, HRC-Pauli, RK03-BRC, oder RKH-SC80, die auch Mal vierstellige Zuschauerzahlen an die Plätze locken können und damit auch für die Medien interessant sind. Dafür brauchen aber auch die existierenden Klubs euren Support.

Diese Arbeit zu unterstützen und sei es nur mit einem Besuch an diesem Wochenende, sollte sich jeder Rugby-Fan hierzulande auf die Kappe schreiben. Ob nun im Lions Park von Handschuhsheim, der Willi-Sänger-Anlage in Berlin, oder dem Siebener-Turnier der Damen in Fürstenfeldbrück. Man wird als Rugby-Fan überall herzlich empfangen und selbst als Novize findet man unter Garantie einen Freiwilligen, der die nicht immer einfachen Regeln unseres Sports erklärt. Mit einem Besuch trägt man auch dazu bei, dass der Rugby-Spirit weiter in Deutschland und nicht nur den Rugby-verrückten Ländern anderswo gelebt wird. Also macht euch auf an diesem Wochenende an die Rugby-Plätze der Republik, support your local Rugby club - unter anderem wartet die spannendste Bundesliga-Saison seit langem auf euch.

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Kommentare (8)add comment

Yan Waldner said:

3631
vor allem
braucht es nicht solche vor Allgemeinplätze, triefenden Artikel, dass Basisarbeit grundsätzlich für jede Sportart wichtig nun ja.....
Beispiel Köln, der sogenannte Rugby Park, außer schönen altem Waldbestand , gibt es nichts was einem zu einem erneuten Besuch animiert, Rübenacker, Sanitäre Anlagen (besser nicht darüber reden) und mit Bratwurst lockt man mittlerweile auck keinen hinter dem Keller hervor.
Wie es anders geht zeigen die lokalen Falcons (American Football) oder Cardinals ( Baseball)
Der Fisch fängt immer er erst am Kopf zu stinken, mehr muss man Zustand im deutschen Rugby nicht sagen.
März 23, 2019

Christian Fischer said:

3424
...
Ich sehe lieber geiles Rugby auf DAZN als Bier- und Bratwurstrugby auf Schulsportanlagen. duckundweg
März 25, 2019

Volker Kraft said:

243
Und genau deshalb
wegen obigen Business Lounge und Prosecco verwöhnten „Fans“ wird es Rugby Deutschland weiter schwer haben.

Da sind mir die Bier und Bratwurst Fans lieber, die anerkennen was Woche für Woche ehrenamtliche Mitglieder unter Opferung Ihrer Freizeit versuchen, Ihren Zuschauer das zu bieten, was in den Vereinen halt „nur“ möglich ist. Ich glaube es gibt keinen Verein in Deutschland, der nicht gerne mehr machen würde, aber an Personal, Geld und Zeit Mangel einfach nicht größere Schritte machen kann.
Am Samstag waren bei uns knapp 20 Personen ehrenamtlich damit beschäftigt einen normalen Bundesliga Spieltag abzuwickeln. Wer mehr fordert, sollte sich von seinem gemütlichen Sofa erheben und seinem Heimatverein tatkräftig helfen.

Danke an TotalRugby für diesen Kommentar, das war etwas Balsam auf die stark gereizten Nerven der ja so bösen Vereine und Ehrenamtliche Helfer.
März 25, 2019

Riemi R. said:

3754
Schwierig.
Es gibt bestimmt schlechteres als Bier und Bratwurst. Aber das darf nun mal nicht mehr der Anspruch in den deutschen Ligen/Vereinen sein. Einige Vereine machen es schon vor - leider sind die viel zu weit weg von mir.
März 25, 2019

Matthias Hase said:

381
...
Dann sollten wir uns bitte auch von einer wie auch immer gearteten Professionalisierung der BL, bewegte Livebilder im Internet, namhafte Sponsoren etc. verabschieden und uns damit abfinden, Nischensportart zu bleiben. Andere Sportarten sind uns mittlerweile voraus und generieren u.a. mit Business Lounges finanzielle Mittel, um einen Schritt weiterzugehen. Sie veranstalten für Zuschauer und Sponsoren attraktive Veranstaltungen. Denn es ist ja schön und gut, dass Außenstehende an den Rugbyplätzen(sic!) herzlich empfangen werden. Aber wer macht sich schon bei Regen und Wind auf, um im Matsch stehend ein Rugbyspiel in Deutschland zu verfolgen? Das sind nur die Rugby-Enthusiasten, die man per Handschlag begrüßen kann. wenn es schon in den Hochburgen nicht \"klick\" macht - wie soll das in der \"Diaspora\" geschehen? Besonders in den Metropolregionen, in denen sie sportliche Konkurrenz groß und professioneller aufgestellt ist.

Aber so weit braucht man im dt. Rugby gar nicht gehen. Es fehlt an den grundlegenden Basics, attraktive Veranstaltungen zu stemmen. Ein Blick auf den Liveticker genügt. Das geht aber auch ehrenamtlich - wie andere Sportarten ebenfalls wieder beweisen. Aber in der Rugby-BL bekommt man es nach mehreren Jahren noch nicht mal hin, sich auf ein einheitliches Liga-Logo und dessen Nutzung/Einsatz verbindlich zu einigen. Von komplexen Lizenzbedingungen ganz zu schweigen. Die Außendarstellung der BL und der Vereine ist einfach unterirdisch. Am Wochenende trat ein äußerst ambitionierter Verein in HH an, der aber eher den Eindruck einer Reisetruppe vermittelte. Höhepunkt: Auswechselspieler holt in der HZ für verletzten Spieler und Zuschauer Bier. Da klaffen Anspruch und Wirklichkeit massiv auseinander und es bleibt lediglich Wunschdenken. So wird es halt immer sehr \"local\" bleiben. Ist auch gemütlich - für mehr reicht es dann aber halt nicht.
März 25, 2019

Christian Fischer said:

3424
...
Ein Ruck muss durch die deutsche Rugby Community gehen. Aber das muss von oben kommen. Gibts neue Ideen?
März 27, 2019

Riemi R. said:

3754
...
Wieso muss was von oben kommen? Es fehlt mir persönlich beim Rugby an allen, was eine lebendige Szene ausmacht. Gibt es gut sichtbar so was wie Fangirls und Fanboys? Blogger? Aktivisten? Ausreichend Fachjournalisten? Liebevolle Irre die für den Sport brennen? Matthias Hase ist für mich so ein Beispiel. Er ist jemand der fundiert unangenehme Wahrheiten aussprechen kann und dafür regelmäßig "Lack" kriegt. Ok, austeilen kann er auch. Streitbar eben. Aber für den Rugbysport. Wie gesagt, meine persönliche Meinung, da ich weiß das einige "Puls" bekommen wenn...
Von meiner eigenen Situation her kann ich auch sagen, ich lebe in einer Großstadt und bin gefühlt der einzige Rugbyfan in der Region. Sonst kannst du die Leute hier für jeden scheiß begeistern. Rugby hingegen ist Sport von einem anderen Stern. Und das kann man nicht ändern!?
März 27, 2019

Matthias Hase said:

381
...
Es bedarf keiner \"neuen Ideen\". Einfach mal in anderen Sportarten umschauen, was dort Standard ist. Die haben das Rad auch nicht neu erfunden, halten es aber kontinuierlich in Schwung. Im dt rugby können sich die BL-Vereine ja noch nicht mal auf ein verbindliches Ligalogo und dessen Nutzung einigen. Geschweige denn, was sie dann damit anfangen sollen

Wenn so etwas \"von oben\" durchgesetzt werden würde, würde es lustig werden. Beispiel Lizenzbedingungen, die einen gewissen Standard vorschreiben, so wie in anderen Sportarten ebenfalls üblich. Würde lustig werden ... Dem stehen übrigens die Strukturen des DRV entgegen, in denen eben nicht mal eben so von oben etwas bestimmt werden kann.
März 27, 2019

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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 22. März 2019 )
 
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