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TR-Vorschau Rugby-Bundesliga: Die spannendste Saison seit langem geht weiter
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Donnerstag, 21. März 2019

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Der TSV Handschuhsheim eröffnet am Samstag die Jagd auf Frankfurt 1880. Foto (c) Contin

Das Warten hat ein Ende. Die schier endlose Winterpause ist vorbei und am Samstag gibt es wieder landauf und landab Rugby-Bundesliga-Action. Die spannendste Saison seit langem geht weiter und egal wohin man schaut, es ist verdammt eng. Im Abstiegs- wie im Kampf um die Playoff-Plätze, im Norden wie im Süden. Acht Partien gibt es für deutsche Fans des ovalen Leders am Samstag und Sonntag zu beschauen, wir blicken auf alle Spiele.

Süd / West

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 SC Frankfurt 1880 8 39 +249
2 TSV Handschuhsheim 8 33 +188
3 RG Heidelberg 8 33 +130
4 Heidelberger RK 8 21 +16
5 RK Heusenstamm 8 19 -2
6 Neckarsulmer SU 8 10 -193
7 SG TV / CfR Pforzheim 8 9 -212
8 RC Luxemburg 8 9 -176

 

SG TV CfR Pforhzeim - RG Heidelberg
Samstag 23. März, 14 Uhr

Die Pforzheimer Rhinos starten ihr Rugby-Jahr 2019 mit einem imminent wichtigen Heimspiel. Das bisher erfolgsverwöhnte Team des neuseeländischen Coach John Willis befindet sich in einem engen Dreikampf um den Klassenerhalt. Als momentan Vorletzter sind die Goldstädter punktgleich mit Schlusslicht Luxemburg und nur einen Zähler hinter Neckarsulm.

Von diesen drei Teams wird eines höchstwahrscheinlich den direkten Gang in Liga zwei antreten müssen und ein weiteres immerhin die Chance erhalten, gegen ein Team der zweiten Liga in der Relegation die Klasse zu halten.

Für die Pforzheimer ein ungewohntes Los, hatte man doch seit dem Aufstieg im Jahr 2011 Jahr für Jahr um den Titel mitgespielt und ihn 2016 gar gewonnen. Doch ein personeller Aderlass und weniger Verstärkungen, als in den Vorjahren, dezimierten die Stärke des Pforzheim-Kaders in dieser Saison.

Ein Sieg gegen die am Samstag gastierende RGH käme bereits einem Befreiungsschlag gleich, traut den Rhinos doch gegen das Top-Team keiner so recht was zu. Doch im Hinspiel im Rugby-Wohnzimmer hatte die SG eine ihrer besseren Saisonleistungen gezeigt - das mit offenem Visier ausgetragene Duell endete 54:32 für Orange, wobei sich Pforzheim mit gleich mehreren Karten selbst schwächte.

Für das Rückspiel visiert man in Pforzheim zumindest ein oder zwei Bonuspunkte an - „das ist nicht unmöglich und wir wollen uns gewiss nicht kampflos ergeben“, wie Coach Willis betont. Insgesamt fordert der Meistertrainer von 2016 für die sechs anstehenden Partien mehr „Killer-Instinkt“ von seiner Truppe, um den Abstieg zu verhindern. 

Bei den gastierenden Orange Hearts hat man andere Ziele im Sinn. Coach Jeff Tigere erläutert im Gespräch mit TR: „Unser Ziel ist es die Playoffs zu erreichen!“ Der Kampf um die ersten drei Plätze verspricht in dieser Saison genauso spannend zu werden, wie der im Keller. Die RGH liegt momentan punktgleich mit dem zweitplatzierten TSV Handschuhsheim auf Rang drei.

Da könnte ein Ausrutscher beim momentanen Kellerkind Pforzheim den Orange Hearts natürlich teuer zu stehen kommen. Nach einer ordentlichen Vorbereitung, wie Coach Tigere die letzten Wochen zusammenfasst, muss der Mann an der Seitenlinie der RGH mächtig rotieren. Mit Tim Lichtenberg, Bastian Himmer, Fabian Heimpel und Sebastian Fromm fehlen der RGH gleich vier Schlüssel-Spieler, die sich in der Hongkong-Vobereitung befinden. Mit Marvin Dieckmann und Wolfram Hacker fehlen zwei weitere Leistungsträger verletzt.

„Wir müssen umstellen - unsere jungen Spieler und einige aus der zweiten Mannschaft werden jetzt die Chance bekommen, den nächsten Schritt zu machen“, so der aus Simbabwe stammenden Coach und Ex-Leistungsträger der RGH Tigere.

TotalRugby-Prognose: Für beide Teams geht es um viel und bei frühlingshaften und schnellen Bedingungen erwartet die Zuschauer im Südwest-Energie-Stadion von Pforzheim wahrscheinlich ein offenes Spiel. Dass die RGH personell stark geschwächt bei Deutschlands südlichstem Bundesligisten antritt, wird das Spiel weitaus spannender machen. In der Hinrunde noch hatte sich die RGH zu viele Defensiv-Fehler geleistet und nur mit gütiger Mithilfe der Goldstädter am Ende klar gewonnen. Auch am Samstag sehen wir Orange vorn, zu routiniert und eingespielt sind die Heidelberger, aber es dürfte ein hartes Stück Arbeit werden - die RGH gewinnt mit +6, aber Pforzheim behält immerhin einen Bonuspunkt zu Hause.

TSV Handschuhsheim - RK Heusenstamm
Samstag 23. März, 14 Uhr

Für die Löwen war es eine willkommene Pause, obwohl man nach der Hinrunde so gut dasteht, wie lange nicht mehr. Coach Gordon Hanlon jedenfalls betont: „Ich liebe diese lange Winterpause, das gibt uns Zeit intensiv zu arbeiten, an unseren Fähigkeiten, neue Ideen reinzubringen - wir haben hart gearbeitet und wollen das Samstag unter Beweis stellen“, so der Ire im Gespräch mit TR.

Für Hendesse ist das erklärte Ziel die Qualifikation für die Playoffs und als momentan zweiter ist man auf dem Weg dorthin. Dahingehend habe man alles in der Hand, so betont es Hanlon - wenn man die RGH im direkten Duell Schlage und sich auch sonst keine Ausrutscher erlaube, werde es am Ende das gewünschte Resultat geben.

Die Tatsache, dass eine Reihe seiner Leistungsträger immer wieder in Nationalmannschafts-Diensten unterwegs waren, sei indes nur positiv zu bewerten. „Wir sind stolz auf die Jungs, die mit Deutschland trainieren und spielen, speziell diejenigen, die da letztes Jahr noch nicht waren“, wie Hanlon erklärt. Das zeige auch, dass die beim TSV gemachte Arbeit ihre Wertschätzung erfahre.

Bei den Löwen erinnert man sich der Tage an alte Erfolge und will an diese anknüpfen - das Halbfinale ist das Ziel des TSV

Innen Eden Syme, Erste-Reihe-Stürmer Paul Schüle und Verbinder Nikolai Klewinghaus, so ist man sich beim TSV sicher, hätten besonders von der Erfahrung Nationalmannschaft profitiert. Nun will man bei den Löwen den Kampf um die Playoffs daheim erfolgreich starten. Von den gastierenden Füchsen erwartet man durchaus einen formidablen Gegner, jedoch auch, dass man mit der investierten Arbeit gewinnen müsse.

Heusenstamm wiederum geht als Fünfter mit zwei Zählern Rückstand auf den HRK und neun Zählern Vorsprung auf Neckarsulm und zehn Zählern auf die Abstiegsränge in die Rückrunde. Dass dieser Vorsprung trügerisch sein kann, ist auch in Heusenstamm kein Geheimnis. Das Team aus dem Frankfurter Speckgürtel hat sich gewissenhaft auf die Rückrunde vorbereitet, unter anderem mit einem Spiel gegen Nord-Topteam Germania List.

Doch am Samstag werden die Füchse nur eine geschwächte Mannschaft aufbieten können. Sam Rainger und Tim Biniak befinden sich zur Hongkong-Vorbereitung in Madrid und mit den Brüdern Leon und Zinzan Hees fehlen zwei weitere Schlüsselspieler verletzt. RKH-Coach Jens Steinweg konstatiert deshalb im Gespräch mit TR: „Gegen den TSV hatten wir immer schöne Duelle, aber aktuell sind sie leider kein Maßstab mehr für uns.“

Mit den in der letzten Sommerpause verpflichteten Nationalspielern seien die Löwen eine Nummer zu stark, was sich am Hinspielergebnis von 7:60 festmachen lässt. Die Marschroute bei den Gästen lautet deshalb wie folgt: „Wir werden unser Ding machen und schauen dass wir in der Verteidigung stabil stehen und ein paar Akzente mit dem Sturm setzen können.“

Der TSV Handschuhsheim ist bereit für den Kampf um die Playoff-Plätze

TotalRugby-Prognose: Tatsächlich haben Handschuhsheim und Heusenstamm sich in den letzten Jahren immer wieder spannende Duelle geliefert. Aber das Gastspiel der Füchse im Lions Park wird leider kein sonderlich enges. Zwar spielen auch die Gäste eine durchaus gute Saison, aber unter anderem auch durch die personellen Verstärkungen der Löwen sind die Leistungskurven beider Teams zu weit auseinander gegangen. Mit Klewinghaus, Otto, Coetzee und Co. wird der TSV am Samstag kurzen Prozess machen. Handschuhsheim gewinnt mit +25 Zählern.

RC Luxemburg - SC Frankfurt 1880
Samstag 23. März, 14 Uhr

Spitzenreiter Frankfurt 1880 startet seinen Anlauf auf die Playoffs im Großherzogtum Luxemburg. Doch der Besuch auf dem künstlichen Grün von Cessange, am Rande von Luxemburg-Stadt, ist nicht unbedingt ein Zuckerschlecken, wie schon so mancher Bundesligist feststellen musste. Der Anspruch des Spitzenreiters beim Schlusslicht muss dennoch ein klarer Sieg sein.

Wie 1880-Teammanager Todd Kearns betont, ist das gesamte Frankfurter Team heiß darauf, dass es wieder losgeht: „Wir sind bereits seit Januar wieder im Training, haben viel an Kraft und Fitness gearbeitet und mit der Hilfe von Niels Schlägel auch zusammen mit dem Frankfurter Kampfsport-Studio „Spirit MMA“. In Frankfurt wähnt man bereit für die sechs Spiele bis zu den Playoffs.

Die Spieler, die in den letzten Wochen in Diensten der schwarzen Adler unterwegs waren, sind nun alle wieder fit bei 1880 an Bord. Dazu hat man bei 1880 einige Jugendspieler hochgezogen, um sie an die Bundesliga zu gewöhnen. Lediglich der Verlust von Hakler Marcel Becker, den es nach Frankreich gezogen hat, schmerzt die Frankfurter. Wobei Manager Kearns unterstreicht, dass man Becker nur das Beste auf seinem weiteren Rugby-Weg wünsche.

Rückrunden-Vorbereitung Mal anders: Frankfurt 1880 beim MMA-Training

Mit Luxemburg erwartet man einen heimstarken Gegner und will sich an doch sehr eigene Spielweise der Himmelblauen gewöhnen. Die Gastgeber wiederum starten das neue Jahr mit der roten Laterne in der Hand, könnten aber bereits mit zwei Bonuspünktchen zwei Plätze nach vorne rutschen. Doch das ist nicht die einzige Sorge im luxemburgischen Rugby. In drei Wochen steht für die Nationalmannschaft das Abstiegsduell daheim gegen Moldawien um den Verbleib in der drittklassigen Rugby Europe Conference 1 (zwei Klassen unter der Championship) an.

Für RCL-Coach Scott Brown ist die lange Pause für das Bundesliga-Team dagegen ein Nachteil: „Nach einer derart langen Pause fühlt es sich an wie eine neue Saison. Nach einer wohlverdienten Pause - denn für einige Jungs gab es im Sommer nur einige wenige Tage Erholung - haben wir hart an der Vorbereitung gearbeitet.“ Gegen Frankfurt wollen die Luxemburger viel mit dem Ball versuchen - „die Frankfurter sind ein tolles Team und waren wirklich gastfreundlich, als wir in der Hinrunde dort waren, jetzt wollen wir uns dafür revanchieren.“

Eine der wichtigsten Aufgaben für den RCL wird nun sein, die Bundesliga- und Luxemburg-Verpflichtungen der zahlreichen Nationalspieler zu balancieren. Ohne dabei zu sehr zu rotieren, um das Selbstvertrauen und Verständnis untereinander zu verbessern, wie Scott Brown gegenüber TR weiter erläutert.

TotalRugby-Prognose: Es gibt sicher angenehmere Auswärtsspiele, als das in Luxemburg. Doch die dreistündige Anreise und das kampfstarke Team aus dem Großherzogtum sollte für den Bundesliga-Spitzenreiter eine machbare Hürde darstellen. Zu stark präsentierten sich die bisher ungeschlagenen 1880er bisher in dieser Saison. Mit allen Nationalspielern an Bord wird Frankfurt Luxemburg auch auswärts klar schlagen. 1880 siegt mit +23 Punkten.

Heidelberger RK - Neckarsulmer SU
Sonntag 24. März, 14 Uhr

Der amtierende Champion empfängt die in der Liga noch immer relativ neue Neckarsulmer SU. Doch was noch in der Vorsaison eine einseitige Geschichte geworden wäre, verspricht nun immerhin ein wenig mehr Spannung. Der momentan auf Rang vier stehende Ruderklub steht nur zwei Plätze und zwölf Zähler vor der NSU - nach einer „turbulenten Hinrunde“, wie man es beim Klub selbst formuliert, soll nun wieder mehr Konstanz ins Klub-Spiel kommen.

Deshalb hat Klub-Trainer Pieter Jordaan seinen Männern den Winter über viel Arbeit in Sachen Fitness, Skills und Spielverständnis aufgebürdet. Jordaan gibt die Zielsetzungen für den Klub in den kommenden sechs Spielen wie folgt aus: „Wir haben unsere Leistungen aus der Hinrunde genau analysiert und möchten in der Rückrunde nun auf die guten Leistungen, wie beispielsweise gegen die RGH oder Pforzheim, aufbauen und die Fehler aus unseren schwächeren Spielen abstellen.“ Für die Playoffs dürften die zwölf Zähler Rückstand auf den momentan zweitplatzierten TSV zu groß sein, aber zumindest will man beim Klub wieder zu den Top-Teams im Süden Anschluss finden.

Der HRK will nach einer turbulenten Hinrunde wieder souveräner durch die Liga marschieren

In Sachen Personal muss man derweil zumindest im Sturm umstellen. Mit dem an den Rippen verletzten Jörn Schröder und dem im Urlaub weilenden Hakler Dasch Barber fehlen die beiden Erste-Reihe-Stürmer unserer schwarzen Adler - dazu noch der am Fuß verletzte Prop Arthur Zeiler. Immerhin kann der Klub auf die, wie es in der Pressemeldung des Klubs heißt, „pausierenden Nationalspieler“ Sean Armstrong und Steffen Liebig auf der Dreiviertelreihe zählen.

Die Gäste dagegen befinden sich im brutal engen Abstiegskampf, wo am Ende jedes Pünktchen entscheidend sein könnte. Da ist das Auftaktprogramm - auswärts beim HRK und 1880, sowie daheim gegen die RGH - für die NSU knüppelhart. Gäste-Coach Mark Kuhlmann hofft zumindest auf einige Bonuspunkte, von denen man in der Hinrunde zu wenige mitgenommen habe. Die NSU hat derweil immer noch mit Verletzungproblemen zu kämpfen - die Langzeitverletzten Philip Carter und Lucas Sack werden beispielsweise in dieser saison wohl gar nicht mehr zum Einsatz kommen.

Dafür hat man einige Spieler aus dem Nachwuchs hoch zu den Herren gezogen. Die wichtigen Spiele, so NSU-Trainer Mark Kuhlmann zu TR, seien die gegen Pforzheim, Luxemburg und Heusenstamm: „Diese Gegner sind auf unserem Niveau, gegen Pforzheim und Heusenstamm spielen wir jeweils auswärts und müssen gewinnen. Aus meiner Sicht bleibt man mit 20 Punkten in der Liga, dazu fehlen uns noch 10“, so Kuhlmann weiter.

TotalRugby-Prognose: Der einstige Abo-Meister ist zwar bei weitem nicht mehr die Übermannschaft der vergangenen Jahre, ist aber immer noch eine sehr erfahrene und abgeklärte Bundesliga-Truppe mit einigen Top-Spielern. Selbst mit den Schwächungen auf der ersten Sturmreihe hat der HRK immer noch genug Waffen im Arsenal, um Neckarsulm daheim zu schlagen. Wir sehen den Klub mit +15 Punkten vorne.


Nord / Ost

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 Hannover 78
8 35 +243
2 Berliner RC
8 32 +146
3 SC Germania List
8 31 +135
4 RC Leipzig
8 27 +93
5 RK 03 Berlin
8 19 -109
6 RC Berlin Grizzlies
8 16 -60
7 Hamburger RC
8 6
-233
8 FC St. Pauli
8 5 -215

RK 03 Berlin - SC Germania List
Samstag 23. März, 14 Uhr

Rückrundenauftakt, fast 20 Grad in der Hauptstadt, ein Hannoveraner Top-Team zu Gast und sicherlich viele Zuschauer an der Berliner Buschallee. Die Stimmung beim Hauptstadt-Klub könnte kaum bessern sein. Nach einer für RK-03-Verhältnisse enttäuschenden Hinrunde „soll der Weg wieder nach oben gehen“, wie Team-Manager Lutz Joachim gegenüber TR erklärt. Für den Tabellen-Fünften dürfte es ein richtungsweisendes Spiel sein - so sieht man es auch bei den Gelb-Schwarzen aus dem Osten der Hauptstadt.

Mit einem Sieg gegen den Tabellen-Dritten könnte sich der Blick allmählich nach oben richten, eine Niederlage und man müsste sich eventuell sogar Gedanken um den Klassenverbleib machen. Dass gegen die Hannoveraner durchaus etwas drin ist, hatten die Berliner im September in einem hochdramatischen Spiel unter Beweis gestellt: Damals gewannen die Berliner 29:24 abwärts.

Nun gelte es, so Team-Manager Joachim weiter, „in jedem Spiel und in jedem Training 100% im Kopf dabei zu sein und in jedem Spiel zu überzeugen.“ Dann klappt es auch mit dem Gewinnen, ist man sich beim RK 03 sicher. In der Vorbereitung hat man unter anderem mit Judo experimentiert und gegen die Handschuhsheimer Löwen getestet. Dazu ist mit Falk Duwe der Kapitän und RK-03-Talisman zurück im Team.

Mit Blick auf das Spiel gegen die Germania resümiert Joachim: „Ob das für einen Sieg gegen Germania reicht weiß ich nicht, aber wir nehmen uns das fest vor und glauben daran!“ Bei den Gästen hat man derweil das Hinspielergebnis ebenso nicht vergessen: „Das RK-03-Spiel war der Tiefpunkt unserer bisherigen Saison - sie haben damals den Sieg zweifelsohne verdient, aber das Team und ich waren noch in einer Art Gewöhnungsphase“, wie Coach Danny Stephens erläutert, der im vergangenen Sommer vom BRC nach Hannover gewechselt war.

Germania List bereitete sich unter anderem mit einem Testspiel gegen den RK Heusenstamm vor

Seitdem habe man sich aber gefunden, sei auf dem Feld geduldiger geworden und habe sich vor allem zu einem Team entwickelt, das in der zweiten Hälfte stark ist. Genau mit diesen Stärken wollen die Germanen nun auch in der Hauptstadt bestehen. Gegen eine Mannschaft, „die sturmstark ist und mit ihrer Physis versucht zu dominieren“, wie der walisische Trainer der Hannoveraner weiter erläutert. Man dürfe dem RK mit unnötigen Straftritten keine Chancen geben, die sie mit ihrer starken Gasse ausnutzen können.

In der Vorbereitung habe man besonders an den eigenen Schwächen gearbeitet und sei bereit für eine positive Rückrunde, in der man sein Schicksal selbst in der Hand habe. Die vier Zähler Rückstand auf den Lokalkonkurrenten 78 gelte es zu überwinden, um sich endlich das Heim-Halbfinale sichern zu können. Die zu erwartenden Ausfälle aufgrund von Nationalmannschafs-Einsätzen von Siebener-Spielern werde man deutlich besser kompensieren können, als das bisher der Fall war.

TotalRugby-Prognose: Es verspricht ein toller Rugby-Tag zu werden an der Berliner Buschallee. Das Duell dieser beiden Klubs ist auch eines der Philosophien - der sturmstarke RK 03 gegen die spielfreudigen Germanen. Die schnellen Bedingungen bei fast schon frühsommerlichen Temperaturen spielen dabei eher den Gästen in die Karten. Diese haben mit den Hauptstädtern noch eine Rechnung offen. Auch wenn der RK der Germania einen harten Kampf liefern dürfte, sehen wir List am Ende mit +9 Zählern vorne.


Hamburger RC - RC Berlin Grizzlies
Samstag 23. März, 14 Uhr

Wenn die Rugby-Bundesliga wieder zurück in die Hamburger Anlage an der Saarlandstraße zurückkehrt, empfängt der Siebtplatzierte die Nummer Sechs der Tabelle. Doch der Blick auf die Tabelle verrät - Hamburg hat nach einer durchwachsenen Hinrunde, in der lediglich ein Sieg gegen Schlusslicht Pauli gelang, bereits einen ordentlichen Rückstand von zehn Zählern auf die Grizzlies. Soll der Klassenerhalt ohne den Umweg Relegation erfolgen, gilt es für die Hanseaten bereits am Samstag im direkten Duell zu punkten.

Die Rugger vom HRC waren seit Mitte Januar wieder in der Vorbereitung, mussten aber wetterbedingt einige Male auf Sporthallen ausweichen. Zwei Siege in Testspielen gegen Dänemarks Meister Aarhus und dem Bremer Zweitligisten 1860 haben den HRC-Ruggern Selbstbewusstsein verliehen. Man erwartet mit den Grizzlies zwar einen harten Gegner, will jedoch unbedingt punkten, um direkt im Oberhaus zu verbleiben.

Kapitän Tom Barry gegenüber TR: „Das Spiel gegen die Grizzlies ist eine große Chance. Wir hatten nach der Winterpause eine gute Vorbereitung. Die Spieler sind gut mitgezogen. Um sicherzustellen, dass wir auch in der nächsten Saison in der ersten Bundesliga verbleiben, müssen wir uns aber in allen Facetten des Spiels verbessern. Die Spieler sind bereit für diese Herausforderung und freuen sich auf das Spiel am Wochenende“

Doch auch die Gäste gehen guter Dinge in den Saison-Schlussspurt, wie der australische Coach Ian Fowler unterstreicht: „Wir haben die lange Winterpause genutzt, um unsere Spieler fitter und stärker zu bekommen. Dazu stand auch die Arbeit an unseren Skills im Fokus, ich bin gespannt inwiefern das bereits am Wochenende Früchte trägt.“ Man rechnet sich in allen sechs verbleibenden Spielen der Saison Chancen aus.

Wo die Grizzlies sich aber insbesondere verbessern wollen, ist in Sachen Disziplin und Konsistenz. Auch wenn an diesem Wochenende nicht der beste Kader aufgeboten werden könne, so die Grizzlies weiter, wolle man sich einen Sieg sichern.

Bei nicht immer einfachen Bedingungen haben die Grizzlies den Winter über geschuftet

TotalRugby-Prognose: Das Gastspiel der Grizzlies ist vor allem für den HRC quasi die letzte Chance sich in der Tabelle nach oben zu orientieren. Sollten die Berliner in Hamburg den Sieg holen, bleibt den Hanseaten eigentlich nur noch die Losung, Pauli hinter sich zu lassen. Das will das Team von Carsten Segert vermeiden und wird am Samstag alles geben, um den erst zweiten Sieg der Saison einzufahren. Gegen auswärts nicht immer groß aufspielende Grizzlies könnte das durchaus was werden. Zwar hatten diese das Hinspiel mit 42:5 für sich entschieden, aber bis dato noch nicht einen einzigen Sieg auf fremden Platz eingefahren. Es dürfte eine aggressiv und physisch geführte Partie werden, die sich erst ganz am Ende entscheidet. Wir sehen die Grizzlies hauchdünn mit +4 Punkten vorne, aber bereits Kleinigkeiten könnten am Samstag entscheidend sein.


Hannover 78 - RC Leipzig
Samstag 23. März, 14 Uhr

Der Spitzenreiter steigt Samstag Nachmittag mit einem Heimspiel am schnellen Graben gegen den Tabellenvierten RC Leipzig ein. Nach dem 31:17 Sieg in Leipzig ist die Marschroute für 78 glasklar: „Wir haben durchaus Respekt vor Leipzig, aber auf dem eigenen Platz müssen wir sie schlagen, wenn wir wieder ins Halbfinale wollen“, so 78-Trainer und Urgestein Benjamin Krause. Da sollen auch die Ausfälle von Phil Szczesny und Jarrod Saul, beide unterwegs mit der DRV Siebener-Auswahl in Madrid, nicht als Ausrede dienen.

Die Winterpause habe man, so ist von den Hannoveranern zu hören, intensiv genutzt, um an der Fitness, den Standards und der Weiterentwicklung des Spielsystems zu arbeiten. Nun gelte es diese Fortschritte auf dem Platz umzusetzen und die eigene Schnelligkeit gegen physisch starke Leipziger bei perfekten Bedingungen zu nutzen. Immerhin sind die Verfolger BRC und Germania List nur drei bzw. vier Punkte hinter dem Tabellenführer, weswegen 78 bei einem Ausrutscher direkt auf Platz drei durchgereicht werden könnte.

Aber auch die Gäste können nach einer sehr guten Hinrunden mit viel Optimismus in den Rugby-Frühling gehen. Die fünf Zähler Rückstand auf den zweiten Platz aufzuholen und damit in die Playoffs einzuziehen scheint alles andere als utopisch. Doch RCL-Team-Manager Sven Paukstat will die Euphorie ein wenig bremsen - die Vorbereitung sei nicht wirklich optimal verlaufen und mit Gedrängehalb Reinhard Engelbrecht fehlt den Leipzigern nach dessen Knie-OP der absolute Dynamo und Antreiber des RCL-Spiels. Dazu hat sich Sturm-Ass Carling Forwood in der Vorbereitung ebenso am Knie verletzt und wird in dieser Saison gar nicht mehr zum Einsatz kommen.

Dennoch gehe man motiviert ins Spiel, wohlwissend, dass Auswärtsspiele bei 78 kein Zuckerschlecken sind. „Die Favoritenrolle liegt ganz sicher nicht bei uns, aber wir werden versuchen sie unter Druck zu setzen. Das Ziel ist nicht ohne Punkte nach Hause zu fahren“ so Paukstat resümierend.

Die Leipziger Gäste wollen nach einer tollen Hinrunden weiter punkten und schielen auf die Playoff-Plätze


TotalRugby-Prognose: Beide Teams müssen aus unterschiedlichen Gründen auf einige Top-Spieler verzichten. Bei den Leipzigern jedoch wirken derartige Ausfälle schwerer, als bei den mit einem sehr tiefen Kader gesegneten 78ern. Bei trockenen und damit schnellen Bedingungen haben diese am Samstag sowieso einen Vorteil. Hannover 78 wird sich am Ende souverän mit +12 Zählern durchsetzen, auch wenn Leipzig durchaus die Chance auf etwas Zählbares am Ende hat.


FC St. Pauli - Berliner RC
Sonntag 24. März, 14 Uhr

Im zweiten Spiel in der Hamburger Rugby-Arena an der Saarlandstraße des Wochenendes geht es für beide Teams um einiges. Während der gastgebende FC St. Pauli endlich die rote Laterne loswerden will und dafür „lediglich“ zwei Zähler braucht, vorausgesetzt der HRC punktet 24 Stunden vorher an gleicher Stelle nicht, geht es für den BRC um die Playoffs. Die momentan auf Rang zwei liegenden Berliner haben sich für die Rückrunde viel vorgenommen und haben dafür eine „recht lange, teilweise sehr intensive Vorbereitung“ absolviert, wie Coach Uwe Maaser gegenüber TR erklärt.

 

Der BRC hat sich unter anderem mit einem Testspiel gegen Polens Meister vorbereitet

Jetzt sei die Aufbruchsstimmung im Kader spürbar, denn es geht endlich wieder los. Man habe zwar gegen Pauli nicht alle Spieler an Bord und werde die sturmstarken Hanseaten nicht unterschätzen, doch der 51:0 Hinspielsieg sagt einiges über die Kräfteverhältnisse zwischen beiden Teams aus. Berlins Trainer Uwe Maaser erklärt weiter: „Unsere Ziele für die Rückrunde sind es Schnelligkeit und Intensität unseres Spiels zu steigern und taktisch variabler zu werden.“ Mit einer ähnlichen guten Leistung wie vergangenen Herbst sollte dies für einen Playoff-Platz reichen.


TotalRugby-Prognose: Der BRC tritt in Pauli als haushoher Favorit an. Zwar haben die Aufsteiger des letzten Sommers auch im bisherigen Saisonverlauf unter Beweis gestellt, zum Teil auch mit den Top-Teams Kopf-an-Kopf gehen zu können. Doch der spielfreudige BRC wird bei tollen Bedingungen sein Spiel gnadenlos aufziehen und am Ende mit +26 Zählern gewinnen.

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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 22. März 2019 )
 
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