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TR-Review: BRC mit Kantersieg im Derby, 78 siegt zum Jubiläum, 1880 souverän
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 17. September 2018

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Am Ende in allen Belangen besser: Die neuen Kings of Berlin, die Männer vom BRC. Foto (c) Grzanna

Auch wenn es nur drei Spiele waren, der Mini-Spieltag der Rugby-Bundesliga hatte mit dem Berliner Derby, den Jubiläums-Feierlichkeiten von Deutschlands ältestem Rasensport-Verein einiges zu bieten. Es läuft im Norden alles auf ein tolles Duell BRC-78 in zwei Wochen hinaus. Im Süden unterstreicht der SC 1880 Frankfurt erneut seine hohen Ambitionen in diesem Jahr und setzt sich mit seinem Sieg an die Tabellenspitze.

Nord/Ost

RK 03 Berlin 12 - 35 Berliner RC

Das Berliner Derby versprach den zahlreich im Stadion Buschallee erschienenen Fans einiges und lieferte am Ende noch mehr - wenn auch nicht immer zum Gefallen der mehrheitlich gelb-schwarzen Anhängern. Denn gleich zu Beginn des Berliner Traditionsduells unter Leitung von Martin Pertenais musste RK-03-Kapitän Falk Duwe verletzt vom Platz. Aus Sicht der Gastgeber das Resultat eines nicht geahndeten zu hohen Tackles und damit nicht genug, es sollte aus Gastgeber-Sicht noch dicker kommen. Der BRC zog das Spiel mehrmals von Seite zu Seite auf und zog die RK-03-Defensive wie eine Ziehharmonika auseinander. Nachwuchsstar Anton Gleitze konnte schlussendlich für die Gäste vollenden und den vorausgegangenen RK-03-Straftritt egalisieren.

Doch so langsam fing sich der Hausherr und konnte erst per Ifrah-Straftritt mit 6:5 in Führung gehen, bevor sich BRC-Kapitän und Flanker Eugen Feidt eine gelbe für wiederholte Regelverstöße abholte. Aus einer Dominanz-Phase vor dem Malfeld mit Gedränge konnten die Hausherren dann aber kein Kapital schlagen, im Gegensatz: In Überzahl gab der RK einen leichtsinnigen Straftritt davon, den BRC-Verbinder Albert Jürgens durch die Stangen zur erneuten Führung jagte. Nach einer weiteren Gelben, dieses Mal für den anderen BRC-Stürmer Veidt, dem Hakler Viktor, spielte der RK die letzten Minuten der Hälfte in numerischer Überzahl. Während dieser Periode konnten die Hausherren aber nur lediglich einen Straftritt herausholen und verwandeln, den der BRC sogleich egalisierte - 8:11 zur Pause aus Sicht der Gastgeber nach einer relativ ausgeglichenen aber noch von Fehlern durchzogenen Hälfte Bundesliga-Rugby.

Auch Durchgang zwei sollte zunächst ausgeglichen starten, auch wenn der BRC sukzessive mehr und mehr vom Spiel hatte. Einmal noch sollte der RK mit seinem vierten Straftritt in Front gehen, doch wieder einmal hatten es die Gastgeber nicht verstanden die Defensive des Erzrivalen auszuhebeln. Diese Effektivität, die der RK 03 vermissen ließ, legte der BRC in der Schlussphase der Partie an den Tag: Erst konnte der eingewechselte Tom Schneider eine schöne BRC-Kombination mit 15 Minuten auf der Uhr vollenden, dann war es Innendreiviertel Hendrik Zimmermann, der mit seiner Schnelle durch die RK-Defensive spritzte. Der Doppelschlag hatte gesessen und die vor dem Spiel favorisierten Gastgeber waren geschlagen.

Doch der BRC hatte noch nicht genug und drängte mit der letzten Aktion des Spiels noch auf den Offensiv-Bonus - die fleißigen BRCler wurden dann mit dem Glück des Tüchtigen belohnt. In einer unübersichtlichen Situation verlor der RK 03 vor dem eigenen Loch die Murmel und Gäste-Flanker Jean-Marie Bahu reagierte am schnellsten, nahm das Leder auf und legte unter dem Jubel des mitgereisten Gäste-Anhangs zum Bonuspunkt ab. Der Triumph war perfekt und nicht viele hätten ein solches Ergebnis nach der tollen Leistung des RK gegen Germania erwartet. BRC-Coach Uwe Maaser jedenfalls zeigte sich wenig überraschend hochzufrieden: „Es war das erwartet harte, emotionsgeladene Derby mit der Rollenverteilung RK stark in den Standards, der BRC im offenen Spiel.“ Mit diesem Sieg springt der BRC gleich auf Rang zwei und kann im Falle eines Bonuspunktsieges in Leipzig nächste Woche mit 37 Zählern Unterschied gar am Spitzenreiter Hannover 78 vorbeiziehen. Beim RK 03 wird dagegen nicht viel Zeit zum trauern sein, denn bereits am kommenden Wochenende wartet mit den Grizzlies der nächste Lokalrivale auf seine Chance.

Hannover 78 67 - 0 Hamburger RC

Zum 140-jährigen Jubiläum der 78er zeigten sich die Hanseaten als besonders höfliche Gäste. Von Minute eins fügte sich der HRC in seiner Rolle und wollte keinesfalls als Spielverderber dastehen. Bei bestem Wetter am schnellen Graben waren die Bedingungen perfekt für das Hannoveraner Tempo-Spiel und gerade auf die neue Mittelfeld-Traumkombo aus den beiden Innen Jarrod Saul und Pascal Fischer hatte der HRC selten eine Antwort. Diese beiden sorgten dann auch nach nur wenigen Minuten für die ersten Durchbruch und damit dem 7:0. Pascal Fischer legte mit einem weiteren Solo nach und noch bevor eine Viertelstunde herum war, konnte Verbinder Max Kopp, zur neuen Saison aus Neckarsulm zu seinem Heimatverein zurückgekehrt gleich zwei Hamburger zum 19:0 aussteigen lassen.

Nach diesem Schema sollte es in der Folge auch weitergehen, Hamburg konnte sich kaum befreien und wurde von den 78ern nahezu schwindlig gespielt. Jarrod Saul, Pascal Fischer zum lupenreinen Hattrick und Cattenao tauchten noch vor der dreißig-Minuten-Marke ins Malfeld ein - Saul und Windolf legten noch vor der Pause nach und Hamburg konnte sich beim nicht sonderlich gut aufgelegten 78-Kicker Piosik bedanken, dass es zu diesem Zeitpunkt nur 43:0 stand. Prompt übernahm nach der Pause auch Gedrängehalb Windolf die Kick-Pflichten und stellte sich besser an: Als Verbinder Kopp erneut durch die HRC-Defensive tanzte und ablegen konnte erhöhte Windolf zum 50:0.

Trotz zweier gelber Karten für den frustriert wirkenden HRC schaltete der Gastgeber nun einen Gang runter, wechselte früh fast die gesamte Bank ein, die Feierlichkeiten sollten schließlich bald beginnen. Doch nicht bevor Pascal Fischer seinen Vierer-Pack vollendete - der HRC drängte zwar gegen Ende noch einmal auf den Ehrenversuch, aber selbst nach einer Gasse an der fünf für die Gäste sollte nicht zählbares rausspringen. 78s Achter Körner beendete diese mehr als einseitige Bundesliga-Partie und dann konnte es am Gelände des Traditionsklubs losgehen mit den Feierlichkeiten zum Jubiläum, die dem vernehmen nach durchaus etwas länger gegangen sein sollen. Mit dem Platz an der Sonne im Rücken und einer realistischeren Chance denn je auf nationale Ehren feierte es sich gut für die Hannoveraner.

Am Tag nach den Feierlichkeiten zeigte man sich bei den 78ern noch immer hocherfreut über das Geschehen von Samstag, Trainer Benjamin Krause über die Partie und das anstehende Topspiel gegen den BRC um die Tabellenspitze in zwei Wochen: „Wir haben unsere Taktik gut umgesetzt und haben dementsprechend viele Punkte gemacht, ein gutes Spiel gezeigt. Bis zum BRC-Spiel haben wir zwei Wochen Zeit, wir wollen noch an ein paar Sachen arbeiten denn bei den Berlinern auf dem Platz wird es sicher nicht einfach werden.“

 

 

 

 


Süd/West

SC Frankfurt 1880 71 - 12 RC Luxemburg

War das gleiche Duell an selber Stelle vor gut 18 Monaten erst in letzter Sekunde entschieden worden, wurde der Gastgeber diesmal der eigenen Favoritenrolle mehr als nur gerecht. Gleich in der Anfangsphase zeigte sich die 1880-Dreiviertelreihe brandgefährlich: In Szene gesetzt von Verbinder Deichmann und Raynor Parkinson als erstem Innen gelang Außen Ian Minjire gleich in den ersten zwanzig Minuten ein Hattrick. Nur kurz darauf konnte Frankfurts Achter Marcel Henn zum Offensiv-Bonus verwandeln. Luxemburg konnte in diesem Spiel, wenn überhaupt, mit dem Sturm ins Spiel finden. Frankfurts dritte Sturmreihe mit den Nationalspielern Henn, Listmann und Haase hatte den Gäste Sturm nicht immer unter Kontrolle und so gelang den Männern aus dem Großherzogtum noch vor der Pause zumindest ein Versuch.

Zu viel mehr sollte es aber nicht reichen. Direkt nach Wiederanpfiff tanzte sich erst Verbinder Deichmann durch bevor die Brüder Grimm (Phillip und Max) das Ergebnis in die Höhe schrauben konnten. Ein Doppelpack von Ersatz-Prop Moloi, verwandelt vom nun kickenden Mark Sztyndera und ein weiterer Ehrenversuch der Luxemburger quasi mit dem Schlusspfiff sorgten für den doch sehr klaren 71:12 Endstand, der den Frankfurtern den Platz an der Sonne noch vor dem HRK beschert. Die Gäste konnten sich nur in ganz wenigen Phasen gefährlich zeigen, während Frankfurt erneut unterstrich in dieser Saison mit großen Ambitionen in die Bundesliga gestartet zu sein. Team-Manager Todd Kearns freute sich vor allem über die Leistung seiner Bank, genauer gesagt den Erste- und Zweite-Reihe-Stürmern unter ihnen, die die letzen vier Versuche der Frankfurter besorgten. Außerdem lobte Kearns die solide Defensive seiner 80er, die den Luxemburgern keine Chance geboten habe, richtig ins Spiel zu kommen.


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