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TR-Review Rugby-Bundesliga: Alles beim alten: HRK und 78 an der Spitze
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 10. September 2018

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Der TSV Handschuhsheim startete in Heusenstamm eindrucksvoll in die Saison. Foto (c) Meichsner

Viel hatte sich getan, seitdem sich der Heidelberger Ruderklub im Juni in Berlin den deutschen Meistertitel gesichert hatte. Wenn man aber nun einen Blick auf die Tabelle wirft könnte man meinen, es sei alles beim alten geblieben: Auch in der neuen Spielzeit im Rugby-Oberhaus grüßt der alte Meister nach zwei Spieltagen wieder vom Platz an der Sonne. Mit einem souveränen Sieg in Neckarsulm kletterte der Klub ebenso auf Platz eins, wie es die 78er im Norden getan haben. Doch beide Teams haben jeweils einen starken Konkurrenten, der jeweils nur ein Spiel absolviert hat.

Süd/West

Neckarsulmer SU 7 - 52 Heidelberger RK

Bei den Gastgebern war man durchaus mit berechtigten Hoffnungen auf einen Punktgewinn in diese Partie gegangen, hatte man doch noch in der Rückrunde dem damals europakalgeschwächten HRK auf dessen Platz fast eine Niederlage zufügen können. Beim 24:32 aus NSU-Sicht sah die Klub-Aufstellung ähnlich derjenigen aus, die am Samstag in Neckarsulm auflief. Doch es sollte kein enges Spiel werden, so viel stand schnell fest.

Die Gäste mussten eine erste Drangphase der vom eigenen Publikum nach vorne gepushten Neckarsulmer Gastgeber überleben, die mehrere Chancen verlorene Standards in der Klub Hälfte vergeudeten - doch dann nahm der Klub angetrieben von Gedrängehalb Sean Armstrong mehr und mehr das Zepter. Nach einem Gedränge in der NSU-22 nach knapp 15 gespielten Minuten wanderte das Leder schließlich schnell nach außen, wo Steffen Liebig für die ersten Klub-Punkte sorgen konnte.

Der HRK grüßt auch in der neuen Saison von der Tabellenspitze

Noch vor der Pause sollten sein Bruder Matthias Liebig, Prop Arthur Zeiler und Zweite-Reihe Stürmer Fraser drei weitere Versuche zum Bonuspunkt nachlegen, gleichbedeutend mit dem Bonuspunkt vor dem Pausenpfiff. Lediglich Neckarsulms Innen Webb hatte dem mit einem schönen Durchbruch etwas entgegenzusetzen und legte für die ersten Punkte der Gastgeber ab.

Nach der Pause das gleiche Bild: Der HRK zeigte sich in einem durchaus aggressiv geführtem Spiel wacher und fokussierter. Gegen eine zunehmend ermüdende NSU-Defensive ließ sich oft zu einfach ausspielen und Felix Lammers, Lukas Malaizier, Jörn Schröder, sowie erneut Steffen Liebig nutzten die sich bietenden Lücken zu weiteren vier Klub-Versuchen.

Mit dem 52:7 meldet sich der Meister eindrucksvoll zurück aus dem Sommer und hat nun bis zum 29. September Zeit sich auf das Spitzenspiel gegen den SC Frankfurt 1880 kommt, wo es zum Wiedersehen mit einigen altbekannten Klub-Gesichtern kommen wird. Neckarsulm hingegen wird bereits eine Woche zuvor gegen Frankfurt ran müssen - ob es für die Unterländer dabei für die ersten Zähler reichen wird, ist indes fraglich.

RG Heidelberg 54 - 32 SG TV CfR Pforzheim

Zu einem wahrhaften Schützenfest kam es im Rugby-Wohnzimmer, wo der Vizemeister von 2018 den Vizemeister von 2017 empfing und nach 80 Minuten mehr als ein Punkt pro gespielter Minute erzielt wurde. Pforzheim trat dabei ohne Supersprinter Tafadzwa Chitokwindo und lediglich mit 15 Mann an, da sich Prop-Neuling Ryan Buchanan beim Warmmachen eine Blessur zuzog und die Gäste laut Reglement ohne Ersatzspieler für die erste Reihe ohne Bank spielen mussten.

Trotz aller Widrigkeiten zeigten sich die im traditionellen Grün auflaufenden Gäste stark verbessert gegenüber der Vorwoche, als man gegen Frankfurt daheim nicht einen einzigen Zähler erzielen konnte. Gegen die RGH geschah dies bereits nach nur fünf Minuten, als die Gäste per Versuch in Front gingen und nach 13 Minuten schon nachlegen konnten. Die Orange Hearts zeigten sich geschockt, ob des Offensivdrangs der Pforzheimer.

Es sollte über eine halbe Stunde dauern bis Pforzheims aufopferungsvoll kämpfender Defensiv-Riegel gebrochen war. Innen Robin Plümpe fasste sich ein Herz und per Durchbruch zu den ersten RGH-Punkten kam. Jetzt hatten die Orange Hearts Blut geleckt und begannen eine Schlussoffensive, in der die jungen wilden Außen Paul Pfisterer und Wolfram Hacker zu Versuchen kamen. Fabian Heimpels Erhöhungen schraubten den Spielstand auf 19:12 zur Pause hoch.

Doch wer glaubte, dass die ohne Verstärkungen von der Bank antretenden Pforzheimer, die nach der Verletzung von Jerome Himmer in Durchgang zwei in Unterzahl antreten musste, sich einfach geschlagen geben würden, sah sich getäuscht. Erneut punktete Pforzheim zuerst zum Ausgleich und es entwickelte sich 20 Minuten lang ein dramatisches Hin- und Her. Nicht immer waren die Versuche dabei sauber herausgespielt, beide Teams profitierten von den Fehlern ihres Gegners.

Die Wende kam dann beim Stand von 33:32, als mit dem an diesem Samstag kämpferisch überragenden Flanker Lee Murray der zweite Rhinos-Stürmer verletzt vom Rasen musste. Von nun an hatte die RG Heidelberg gleich zwei Mann mehr und kam nun auch im Sturm zu einfachen Versuchen durch Übelohr und Schreieck. Pforzheim fiel in der Schlussphase schließlich auseinander - die müder werdenden Beine der Rhinos ließen die durch die Unterzahl sowieso schon großen Lücken noch größer werden.

Das 54:32 reflektiert also nicht vollends das Kräfteverhältnis beider Teams. Rhinos Coach Willis zeigte sich mit der stark verbesserten Leistung seiner Männer zufrieden: „Das war eine bemerkenswert verbesserte Leistung gegenüber dem Saisonstart.“ Genau entgegengesetzt äußerte sich sein siegreicher Gegenüber Jeff Tigere: „Es ist gut, dass wir gewonnen haben, aber das war nicht die Art und Weise wie wir spielen wollen, es war ein chaotisches Spiel.“ Dennoch wird man bei der RGH die fünf Zähler dankbar annehmen und in zwei Wochen in Luxemburg versuchen nachzulegen. Pforzheim wird dann daheim gegen den RK Heusenstamm den ersten Saisonsieg anpeilen.

RK Heusenstamm 7 - 60 TSV Handschuhsheim

Mit dem neuen Löwen-Sturmstar Jaco Otto an Bord trat der TSV Handschuhsheim am Heusenstammer Martinsee an und unterstrich eindrucksvoll, dass in diesem Jahr mit den Löwen zu rechnen sein wird. Dabei hatte der RK Heusenstamm den klar besseren Start erwischt. Bereits nach nur zwei gespielten Minuten hatte sich Heusenstamm tief in die TSV-Hälfte vorgearbeitet, wo der Füchse-Sturm aus kurzer Distanz nach mehreren Pick&Go-Phasen vollendete. Was für ein Auftakt für die Füchse, doch das Heusenstamm-Hoch sollte von kurzer Dauer sein.

Debüt im Löwen-Dress: Sturm-Star Jaco Otto

Zwar verteidigten die Füchse eine erste Gasse kurz vor dem eigenen Mal noch ansprechend. Doch in dieser Saison hat der TSV weitaus mehr Waffen im Arsenal, als seinen seit Jahren berühmt berüchtigten Sturm. Die Dreiviertelreihe des TSV drehte das Spiel mit einem weiten Überpass sowie einer einstudierten Kombination nach einer Gasse innerhalb von wenigen Minuten. Als sich der RKH noch einen weiteren Gegenversuch durch einen abgefangen Pass einbrockte, sah es schon nach nicht einmal einer halben Stunde düster aus um die Chancen auf den ersten Füchse-Saisonsieg. Mit dem Halbzeit erhöhte der TSV dann per Paket auf 38:7 und war mit dem Bonus in der Tasche klar auf der Siegerstraße.

In Durchgang zwei ließ es der TSV dann eine Weile ruhiger angehen, schraubte das Ergebnis aber gegen Ende noch noch. Marcel Coetzee tanzte sich gleich zwei Mal durch mehrere Verteidiger zum Versuch und bewies, ebenso wie Jaco Otto, eine wichtige Verstärkung für die Löwen zu sein. Trainer Gordon Hanlon zeigte sich wenig überraschend hochzufrieden mit dem Resultat: „Es war ein Auftakt nach Maß für uns, es bleibt aber noch viel zu tun und die zurückkehrenden Spieler müssen ins Team integriert werden. Damit wird der Konkurrenzkampf und das Niveau im Training aber nur noch höher - wir haben ein tolles Fundament, auf dem wir aufbauen können.“ Erst am 29. September steigen die Löwen wieder ins Geschehen ein, wenn Pforzheim in Hendesse gastiert. Heusenstamm wird dagegen schon in zwei Wochen gegen eben jene Rhinos antreten müssen.

Nord/Ost

SC Germania List 24 - 29 RK 03 Berlin

Spitzenspiel an der Schneckenburgstraße, Germania List empfängt den RK 03 Berlin - ein Duell der Philosophien bei dem sich der sturmstarke Gast schlussendlich hauchdünn gegen den laufstarken Gastgeber in hochdramatischer Weise durchsetzte. Mit der allerletzten Aktion hatte der RK 03 beim Stand von 24:24 den Germanen, die sich auf ein Dropgoal einstellten, den Ball geklaut und über 80 Meter zum siegbringenden Versuch ins Germania-Mal getragen. Ausgerechnet Berlins Bundesliga-Debütant Maxi Kaiser hatte den Vorjahres-Zweiten versenkt. 

Doch der Reihe nach: In Durchgang eins hatten die Berliner Gäste, für die es nach der Derby-Absage der Saisonauftakt war, sich mit cleverem Spiel in eine ordentliche Ausgangsposition gebracht. Mit dem Wind im Rücken hatte sich der RK 03 immer wieder tief in der Germania-Hälfte festgesetzt und die Gastgeber dort festgenagelt. Drückend überlegen bei den Standardsituationen hatten die Berliner sich erst per Paket an dessen Ende Leske ablegte, dann nach einem Gedränge, dass Gedrängehalb Christian Lill zu einem Hechtsprung ins Malfeld nutzte und schließlich mit einem Aufbruch von Achter Hinds-Johnson nach starkem Gedränge eine 19:3 Führung erarbeitet, bevor eine halbe Stunde gespielt war.

Die Gastgeber wirken geschockt, erst als Verbinder Daniel Koch zu einem Solo ansetzte und unter den Stangen zum 10:19 ablegen konnte, waren die Hausherren erstmals im Spiel. Ein weiterer Versuch nach schönem Cross-Kick von Koch wurde dann allerdings aberkannt, da sich der Außen der Lister im Abseits befunden haben soll.

Emotionaler Sieg für die Berliner

In Durchgang zwei dann ein umgekehrtes Bild: Germania war nun am Drücker und konnte mit dem starken Wind im Rücken sich vom RK-03-Kickspiel leichter befreien. Wieder war es Daniel Koch der nach zwölf Phasen in der Berliner 22 ablegen konnte und das Spiel mit 20 Minuten auf der Uhr richtig spannend machte. Germania-Neuner Clasen glich schließlich aus und beim Stand von 24:24 war die Partie auf Messers Schneide.

Zwei Versuche zu einem Dropgoal der weiter überlegenen Germanen scheiterte und als sich dann ein Germania-Stürmer tief in der Berliner Hälfte den Ball im Kontakt klauen ließ, kam es zum verhängnisvollen 80-Meter-Konter der das Spiel entschied. Die Germania-Herzen waren gebrochen und wenig verwunderlich sprach SCG-Coach Danny Stephens von einer „bitteren Niederlage“ - gegenüber TR erläuterte der Waliser weiter: „Wir haben uns nicht sonderlich schlau angestellt und müssen vor allem kaltschnäuziger werden.“

Positiv wertet der Ex-BRC-Coach, dass seine Germania im zweiten Durchgang mit der besseren Fitness dominierte und dementsprechend blickt Stephens optimistisch auf den restlichen Saisonverlauf. Beim nächsten Spiel in zwei Wochen in Pauli wollen die Hannoveraner ihren zweiten Sieg in der Hamburger Rugby-Arena einfahren. Die Berliner dagegen werden am kommenden Wochenende schon ihr Stadt-Derby nachholen können.

RC Leipzig 17 - 31 Hannover 78

Spitzenspiel in Leipzig: Nachdem die Leipziger noch in der Vorsaison bis zuletzt um den Klassenverbleib zittern mussten, empfingen die Sachsen Hannover 78 nun als Tabellenführer zum Spitzenspiel. Die favorisierten 78er setzten sich schlussendlich durch, doch Leipzig konnte gegen den Vorjahres-Nordmeister unter Beweis stellen, dass mit dem RCL in dieser Saison zu rechnen sein wird.

Schon in der Anfangsphase konnte Leipzigs Verbinder Sima sich an seinem Gegenüber Kopp vorbeischleichen und zur RCL-Führung ablegen. Doch diese sollte nicht lange halten, 78 näherte sich mit seinem Sturm der Line und konnte nach nur zehn gespielten Minuten den Sachsensturm überrumpeln und ausgleichen. Bis zur Pause konnten die Gäste noch zwei Mal nachlegen, einmal per Sturmphase und einmal durch einen abgefangenen Pass - der auf Innen spielende Kapitän Pascal Fischer hatte die Lunte früh gerochen und konnte zur 19:5 Führung ablegen, bevor 78s-Achter Körner mit einem kraftvollen Run die Pausenführung auf 26:5 hochschraubte.

Leipzigs südafrikanischer Innen van Zyl glänzte mehrmals für die am Ende unterlegenen Sachsen

Kurz nach der Pause verkürzte Leipzig mit einem schön herausgespielten Spielzug den Kapitän und Innen Leroux van Zyl abschloss. Eben jener Südafrikaner van Zyl sollte in der Folge Leipzig weiter antreiben: Erst sicherte er kurz vorm eigenen Mal einen wichtigen Turnover, bevor er einen Mitspieler per spektakulärem Pass in Szene setzte und Leipzig plötzlich beim Stand von 17:26 dran war. 

Doch die Hoffnung währte nur kurz - 78s anderer Innen Cattenao tankte sich mit knapp zehn Minuten auf der Uhr zur Entscheidung durch. Leipzig konnte trotz ansprechender Leistung in Durchgang zwei nichts Zählbares mit nach Hause nehmen, hat aber gleichwohl unter Beweis gestellt, gerade daheim ein unangenehmer Gegner zu sein. 78 übernimmt damit standesgemäß die Tabellenspitze und will schon kommende Woche gegen Hamburg nachlegen, während der RCL erst in der darauffolgenden Woche den BRC empfängt.

Berliner RC 51 - 0 FC St. Pauli

Für den BRC war es ein gelungener Saisonauftakt vor ordentlicher Kulisse mit gut 350 Zuschauern, für Pauli dagegen schon die zweite herbe Niederlage. Zwei schnelle Versuche für den BRC sorgten früh für klare Verhältnisse in der Hauptstadt und so sollte es auch weitergehen. Die Gastgeber setzten die Hanseaten stark unter Druck und nur phasenweise konnte sich der Aufsteiger aus dem Würgegriff befreien. Schon zur Pause stand es 34:0, Berlin hatte damit den Offensiv-Bonus bereits sicher und bis zum Abpfiff ließ man es entsprechend lockerer angehen. Dennoch folgten weitere drei Punkte für die Mannschaft von Neu-Coach Uwe Maaser.

Dieser zeigte sich im Gespräch mit TR auch entsprechend zufrieden mit der Leistung seiner Jungs im ersten Saisonspiel: „Insgesamt {war es} ein sehr gelungener, verheißungsvoller Auftakt. Man konnte in vielen Phasen erkennen, dass die Mannschaft das neue Spielsystem umzusetzen beginnt und dann auch direkt erfolgreich war.“ Gleichwohl betont der ehemalige U-18-Trainer der Hauptstädter, dass man noch viel Arbeit vor sich habe, gerade im Hinblick auf Abstimmung und Umsetzung der Standards. Weiterhin will Maaser die eigene Jugend erfolgreich in die erste XV integrieren und am Wochenende feierten gleich acht Talente aus der eigenen Jugend ihr Debüt. Ihre Feuerprobe dürften diese dann am kommenden Wochenende haben, wenn es im Berliner Derby gegen den Erzrivalen vom anderen Ende der Hauptstadt geht. Pauli dagegen wird daheim gegen Germania in zwei Wochen auf die ersten Zähler in dieser Saison hoffen.

Berliner Grizzlies 42 - 5 Hamburger RC

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