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TotalRugby-Vorschau Bundesliga: RGH,TSV und Berliner Klubs steigen ins Geschehen ein
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Donnerstag, 6. September 2018

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Hannover 78 will nach dem gelungenen Auftakt auch in Leipzig beim Überraschungs-Tabellenführer nachlegen. Foto (c) Griepentrog

Spieltag zwei der Rugby-Bundesliga und jetzt steigen auch die Berliner Traditionsklubs sowie zwei Heidelberger Schwergewichte ins Geschehen ein. Der TSV Handschuhsheim und die RG Heidelberg gehen beide als Favoriten in den Saisonauftakt. Dazu gastiert Hannover 78 bei den toll gestarteten Leipzigern, das Duell Erster gegen Zweiter im Norden.

Süd/West

RK Heusenstamm - TSV Handschuhsheim
Samstag 8. September, 15:00 Uhr

Nach dem ernüchternden Bundesliga-Auftakt für die Füchse gegen den Meister HRK wird die noch junge Saison für die Männer aus dem Frankfurter Speckgürtel nicht unbedingt einfacher. Beim ersten Heimspiel der Saison gastieren gleich die Hendesser Löwen. Der um zahlreiche Nationalspieler aufgerüstete TSV Handschuhsheim kommt mit breiter Brust an den Martinsee. Auch RKH-Coach Markus Walger erwartet einen „richtig guten TSV“ - der ehemalige Nationalspieler der Füchse diagnostiziert: „Die haben sich richtig gut verstärkt!“

Das eigene Spiel beim Heidelberger RK in der Vorwoche, das man schlussendlich 3:26 verloren hatte, war kein Mutmacher. Zu wenig hatten die Füchse aus ihren Chancen gemacht, trotz gefühlt zwei Drittel Ballbesitz-Anteil standen nach achtzig Minuten lediglich drei magere Pünktchen bei den Füchse zu Buche - „Wir waren zu harmlos“, so auch die Einschätzung von Walger, der gegenüber TR mit Blick auf das erste Heimspiel jedoch verspricht: „Wir werden um jeden Meter kämpfen!“ Mit Erste-Reihe Stürmer Markus Otterbein fehlt jedoch ein wichtiger Pfeiler im RKH-Sturmspiel, Spielmacher Sam Rainger wird mit der DRV VII in Polen beim letzten EM-Turnier weilen.

Die Gäste starten nun mit einer Woche Verspätung ambitioniert in die Saison. Doch bereits am vergangenen Wochenende hatten die Löwen von Coach Gordon Hanlon einen echten Härtetest im Elsaß - beim französischen Traditionsklub Illkirch absolvierten die Löwen ein Freundschaftsspiel und gewannen nur knapp. Dabei nutzte das TSV-Trainerteam die Gelegenheit neue Kombinationen zu probieren, sowie an der Taktik zu feilen.

Die Löwen informieren ihre Fans auch in dieser Saison wieder per Vlog

Mit Blick auf diesen Samstag gibt sich TSV-Trainer Hanlon im Gespräch mit TotalRugby zurückhaltend: „Ehrlich gesagt finde ich das erste Spiel immer schlimmer, als ein Finale. Erst nach dem Abpfiff ist man komplett im Bilde und weiß woran noch gearbeitet werden muss. Gegen Ende der Saison hat man eingespielte Abläufe und muss nur noch an ein zwei Details arbeiten.“ Weiter will Hanlon seinen Spielern die Möglichkeit einräumen sich auf dem Platz im Rahmen des taktischen Korsetts auszuleben - es gebe eine riesige Konkurrenzsituation im Kader, so dass jeder um seinen Platz im Kader zu kämpfen habe.

In Sachen Personal ist der TSV noch nicht bei voller Sollstärke. Neben dem bei der DRV VII spielenden Anjo Buckman, gibt es noch einige Verletzte sowie verspätete Urlauber. Doch die prominente Neu-Löwen sind zumindest eine Option für das Gastspiel in Heusenstamm: Außen Nikolai Klewinghaus und Schluss Marcel Coetzee waren schon bei der Siebener-Meisterschaft für den TSV aufgelaufen und nun könnte es auch das Debüt von DRV-XV-Starflanker Jaco Otto geben. Der in Südafrika geborene Dritte-Reihe-Stürmer ist zumindest eine Option für die Löwen-XV am Samstag.

TotalRugby-Prognose: Heimstarke Füchse, die nach einem ordentlichen aber schlussendlich harmlosen Auftritt in Heidelberg nun daheim die ersten Punkte einfahren wollen. Zu Gast kommt aber ausgerechnet der stärkste TSV Handschuhsheim seit Jahren. Bei den Löwen herrscht richtiggehend Aufbruchsstimmung: „Die Mannschaft brennt darauf, zu zeigen, was sie zu leisten imstande ist“, so formuliert es Kapitän Sven Wetzel. Mit Klewinghaus und Coetzee haben die Löwen mehr Speed hinzugewonnen, Rob May dürfte den TSV-Sturm mit all seiner Erfahrung clever lenken und Jaco Otto als gnadenloser Tackler und Finisher auch im Löwen-Trikot einer der wertvollsten Spieler der Liga sein. Es fällt schwer da an einen Heimerfolg der Füchse zu glauben: Wir sehen den TSV Handschuhsheim mit +18 Punkten vorne.

RG Heidelberg - SG TV-CfR Pforzheim
Samstag 8. September, 15:00 Uhr

Mit der RG Heidelberg startet ein weiterer Heidelberger Traditionsklub eine Woche später in die Saison. Die Orange Hearts wollen nach der Vizemeisterschaft in der Vorsaison und der viel ausgeglicheneren Gemengelage in der Rugby-Bundesliga nach dem ersten Titel seit dem Jahr 2007 greifen. Anders als die Lokalkonkurrenz beim TSV setzen die Orange Hearts dabei auf personelle Konstanz, sowohl auf als auch neben dem Feld. Mit Jeff Tigere wurde ein verdienter RGH-Veteran zum Headcoach und Nachfolger von Rudolf „Bazi“ Finsterer ernannt.

Seine erste Aufgabe als Strippenzieher an der Seitenlinie wird der aus Simbabwe stammenden Ex-Stürmer der Orange Hearts gegen Pforzheim haben. Schon in der abgelaufenen Saison konnte die RGH den absoluten Top-Klub der letzten Jahre überflügeln und das gilt es nun zu untermauern. Tigere selbst gegenüber TR: „Nun ja, so gut wie jeder Trainer erwartet Siege von seiner Mannschaft, mir geht es da genau so.“ Die zusätzliche Trainingswoche nach der erfolgreichen Siebener-Meisterschaft habe dem Team gutgetan ist sich Tigere sicher.

Von der klaren 0:43 Niederlage der Pforzheimer will sich Tigere nicht zu falschen Schlüssen verleiten lassen: „Ihre Niederlage muss für unser Spiel nichts bedeuten - sie können an ihren Fehlern aus der Vorwoche arbeiten, was natürlich ein Vorteil ist.“ Gleichwohl könne man selbst vom emotionalen Hoch, der Gewinn der Siebener-Meisterschaft, viel Schwung in das erste Liga-Duell nehmen. Vier Spieler der erfolgreichen Siebener-Mannschaft - Tim Lichtenberg, Bastian Himmer, sowie die Verletzten Manuel Müller und Elmar Heimpel - werden indes aber durch ihre Einsätze in der DRV VII und Verletzungen nicht für Orange auflaufen können, auch wenn mit Verbinder Fabian Heimpel ein wichtiger Pfeiler des RGH-Spiels in Heidelberg verbleiben wird und auch am Samstag seine RGH anführen wird.

Insgesamt erwartet Tigere von seinen Jungs einen Sieg mit Bonuspunkt, auch wenn das kein einfaches Unterfangen werde. Die Gäste wiederum sehen sich nach der laut Pressemitteilung der Rhinos „erwartbaren“ Niederlage gegen Frankfurt 1880 erneut nur in der Außenseiterrolle. Die erste richtige Klatsche seit dem Aufstieg im Jahr 2011 ist kaum verdaut da wartet die nächste „Mission impossible“, so zumindest sieht man bei den Pforzheimern selbst das Auswärtsspiel bei den Orange Hearts.

Positiv sieht man in Pforzheim, dass man immerhin eine Halbzeit lang mit den Frankfurtern mithalten konnte. Die Entwicklung soll mittelfristig auch wieder nach oben gehen, wie Team-Manager Jens Poff erklärt: „Die Mannschaft muss sich erst noch finden. Wir können den Aderlass an wichtigen Stammspielern nicht sofort hundertprozentig ausgleichen. Außerdem wollen wir nachhaltig planen und setzen daher verstärkt auf den Nachwuchs, der zum Teil auch aus unserer eigenen Jugend kommt.“

Die Verletzung von Sturm-Brocken Tim Kasten kommt da eher ungelegen. Immerhin können die Rhinos wieder mit Flanker Lee Murray planen, der noch in der Vorwoche fehlte. Coach John Willis, der die Pforzheimer erst vor zwei Jahren zum Meistertitel geführt hatte, erwartet von seinen Jungs in Heidelberg „konsequentes und konzentriertes“ Verteidigen, um die RGH-Angriffsmaschinerie zu stoppen. Momentan befinde sich der SG TV-CfR in einer Umbruchs- und Aufbauphase und man könne nur mit kleinen Verbesserungen von Woche zu Woche rechnen.

TotalRugby-Prognose: Der „extreme Umbruch“, wie man den Transfersommer in Pforzheim selbst beschreibt, hat aus einem Titelkandidaten ein Team gemacht, das auf einen Platz unter den Top fünf hofft - wohlgemerkt von acht Teams. Die Selbstfindung der Rhinos ist noch lange nicht vorbei und man hofft nach der sang- und klanglosen Niederlage daheim gegen Frankfurt noch immer auf Verbesserungen. Vorerst jedoch werden Fans der Rhinos viel Geduld aufbringen müssen. Auch gegen eine durch Nationalmannschafts-Abstellungen geschwächte RGH dürfte vorerst nichts zu holen sein. Die Orange Hearts sind dafür zu eingespielt und nach einem freien Wochenende werden die Gastgeber am Samstag bei schnellen Bedingungen zu stark sein für den Meister von 2016. Wir sehen die RG Heidelberg mit +22 vorne.

Neckarsulmer SU - Heidelberger RK
Samstag 8. September, 15:00 Uhr

Heimpremiere in der neuen Saison für die Unterländer und gleich zum Auftakt gastiert der deutsche Meister Heidelberger RK in Neckarsulm. Nach dem enttäuschenden Auftakt in Luxemburg keine leichte Aufgabe für die Männer von Mark Kuhlmann. Der NSU-Trainer betont auch unumwunden: „Natürlich ist der HRK als deutscher Meister Favorit“ - die Neckarsulmer gehen mit bescheidenen Ansprüchen in die Partie, man wolle in erster Linie zum eigenen Spiel finden, nachdem man in Luxemburg sang- und klanglos gegen einen direkten Gegner im Kampf um den Klassenerhalt untergegangen war. Darum, so Mark Kuhlmann gegenüber TR, sei der Gegner auch erstmal egal.

Von seinen Jungs erwartet der Neckarsulmer Coach vor allem eine bessere Leistung, als in der Vorwoche zu bringen, „was das am Ende beim Schlusspfiff bedeutet, werden wir sehen“ so Kulhmann. Dass man gerade im Sturm aufgrund von Verletzungen nicht in Bestbesetzung auflaufe, kommt da sicherlich ungelegen. Denn gerade da hat der HRK, auch nach dem Exodus den Sommer über, noch immer seine Stärke. Gegen Heusenstamm hatte das Klub-Paket mal wieder die gewünschten Ergebnisse abgeliefert.

 

Auch beim neuformierten HRK ist die erste Sturmreihe (hier Hakler Dash Barber) das Prunkstück

Kein Wunder, dass der HRK den zweiten Saisonsieg anpeilt, auch wenn beim 26:3 gegen Heusenstamm noch bei weitem nicht alles perfekt lief. Viel zu oft hatte der Klub die eigenen Bälle leichtfertig hergegeben, so dass die unterlegenen Füchse am Ende viel mehr Ballbesitz hatten. Das Augenmerk im Klub-Training von Head Coach Pieter Jordaan lag dementsprechend auf den Ruck-Situationen. Gleichwohl hebt der südafrikanische Coach des Klubs hervor, dass man im Angriff ordentliche Raumgewinne erzielt habe und darauf aufbauen könne.

Trotz der Auftaktniederlage des kommenden Gegners in Luxemburg erwartet Jordaan einen „kämpferisch starken Gegner, der das Spiel gerne schnell macht“. Da kommt die Rückkehr von Gedrängehalb Sean Armstrong, Sturm-Veteran Julio Rodriguez und Nachwuchs-Hakler Thore Schmidt gerade wie gelegen. Die internationale Erfahrung des Trios dürfte dem Klub helfen das eigene Spiel besser zu organisieren und nicht nur auf der Anzeigetafel zu dominieren. Weiterhin fehlen wird Timo Vollenkemper, sowie Jonas Malaizier und Benedikt Rehm, die aus beruflichen Gründen nicht im gestreiften Klub-Trikot auflaufen werden.

TR-Prognose: Nach der unerwartet deutlichen NSU-Schlappe im Großherzogtum wartet auf die Mannschaft von Trainer Mark Kuhlmann zum Heimauftakt eine knifflige Aufgabe. Der Meister ist zu Gast und gleichwohl dies nicht wie in den Vorjahren einer fast schon garantierten hohen Heimniederlage gleichkommt, könnte es einfachere Aufgaben geben. Immerhin können die NSU-Recken ohne Druck befreit aufspielen, doch mit dem Klub-Sturm um das Prunkstück erste Klub-Sturmreihe dürfte es schwer werden, ins Spiel zu kommen. Der Meister ist nicht mehr das alles überragende und dominierende Ausnahme-Team, aber sicher noch eine überdurchschnittliche Bundesliga-Mannschaft, die bei den schlecht gestarteten Neckarsulmern gewinnen dürfte. Der HRK setzt sich mit +12 Zählern durch.

 

Nord/Ost

SC Germania List - RK 03 Berlin
Samstag 8. September, 14:00 Uhr

Nach dem Zittersieg von Hamburg tritt die Lister Germania nun erstmals in dieser Saison daheim an. Zu Gast an der Schneckenburgstraße ist der RK 03 Berlin, einer der absoluten Topklubs der Vorjahre. Doch wie stark die Hauptstädter einzuschätzen sind, weiß man auch in Hannover nicht wirklich. Neu-Coach Danny Stephens gegenüber TR: „Wir wissen nicht ganz, was wir erwarten sollen - sie haben ja schließlich noch nicht gespielt!“

Zumal man sich bei der Germania vorerst vor allem mit dem eigenen Spiel auseinandersetzen will. Nach dem Gastspiel in Hamburg, das der Vorjahres-Zweite im Norden hauchdünn gewann, gebe es genug Verbesserungspotenzial, so Coach Stephens: „Wir in der Defensiver müssen vor allem härter und intensiver verteidigen und in der Offensive geduldiger sein, um den Ball länger zu halten.“

Insgesamt sieht der ehemalige BRC-Coach, der den Gegner vom Samstag nur zu gut kennt, sich noch in der Einarbeitungsphase, weswegen die Implementierung des eigenen Ansatzes die absolute Priorität sei. Erst später werde die Anpassung des eigenen Spiels an den jeweiligen Gegner von größerer Bedeutung sein. Der Heimsieg gegen den RK ist aber Pflicht aus Germania-Sicht: „Das würde uns einen tollen Saisonstart verschaffen und uns viel Momentum für den weiteren Saisonverlauf geben“, wie der walisische Trainer der Hannoveraner abschließend betont.

Für den RK 03 ist das Gastspiel in Hannover der Saisonauftakt, da das eigentlich für den letzten Samstag nach einem Rohbruch sprichwörtlich ins Wasser fiel. Doch das habe keinerlei Auswirkungen auf den RK 03, wie Team-Manager Lutz Joachim gegenüber TR betont: „Das ist weder ein Vor- noch ein Nachteil - wir waren zwar auf das Spiel eingestellt, aber gegen sowas kann man nichts machen.“ Man habe einfach weiter trainiert und sich auf den kommenden Gegner Germania eingestellt.

Natürlich sei der Gegner damit ein wenig eingespielter und generell sei es in Hannover auswärts immer schwer, wie man beim RK 03 konstatiert. Deswegen sei Germania auch Favorit in diesem Duell, dennoch verspricht Joachim: „Wir wollen jedoch alles rein hauen und wenn möglich Punkte, egal in welcher Form mitnehmen!“ Der Kader sei gut besetzt, so dass erst nach dem Abschlusstraining feststehen werde, wer es in die 22 der Berliner schafft.

TR-Prognose: RK 03 gegen Germania war in den letzten Jahren immer ein absolutes Topspiel. Jedoch bleiben die Berliner zu diesem Zeitpunkt, nach einer für die hohen Ansprüche der Hauptstädter durchwachsenen Vorsaison, eine Wundertüte. Die Germania hatte nach dem Siebener-Triumph von Heusenstamm mit der Vizemeisterschaft leichte Anlaufschwierigkeiten in der Bundesliga, konnte sich jedoch die wichtigen fünf Zähler für die Tabelle sichern. Auch am Samstag dürften die Männer von Coach Danny Stephens als Favorit in die Partie gehen, jedoch wird der ambitionierte RK-Sturm den Listern ordentlich Paroli bieten wollen. Wir sehen dennoch die Hannoveraner daheim vorne, Germania gewinnt mit +8 Zählern.

RC Leipzig - Hannover 78
Samstag 8. September, 15:00 Uhr

Es war ein chaotischer Sommer für die Sachsen, erst spät wurde den Leipziger überhaupt erst mit Brief und Siegel versichert, dass sie in der Bundesliga würden bleiben können. Da war man beim RCL mehr als nur froh endlich auf dem Platz für Schlagzeilen sorgen zu können und zwar wie: Der Kantersieg in Pauli hat die Gelb-Blauen direkt an die Tabellenspitze im Norden katapultiert. Team-Manager Sven Paukstat freut sich verständlicherweise über die Leistung seiner Männer und erläutert: „Anfänglich haben wir noch sehr nervös agiert, was sich aber im Verlauf des Spiels deutlich gebessert hat.“ Das eigene Angriffsspiel sei im Vergleich zur Vorsaison stark verbessert, lediglich die Schwäche im Gedränge hatte den Sachsen Sorgenfalten auf der Stirn bereitet.

Mit dem Vorjahres Nord-Meister 78 erwartet man einen harten Brocken in Leipzig, der sicher Favorit auf den erneuten Gewinn der Nord-Staffel sei. Um überhaupt eine Chance zu haben müsse man bei den Standards glänzen, ist sich Paukstat sicher. Denn nur mit Ballbesitz könne man überhaupt gefährlich werden und 78 unter Druck setzen. Bis auf einige Ausfälle geht man beim RCL in ordentlicher Besetzung in die Partie.

Die 78er erwarten, wie schon bei ihrem Auftaktspiel gegen die Grizzlies, ein körperlich anspruchsvolles Spiel, wie Coach Bennie Krause gegenüber TR erläutert. Das sturmlastige Spiel der Sachsen wolle man mit der eigenen schnellen Hintermannschaft auskontern und auch mit der dritten Sturmreihe Lücken reißen. „Als Favorit stehen wir unter Druck und die anderen Mannschaften werden alles tun, um uns zu ärgern“ ist sich der ehemalige Sturm-Tank der 78er Krause, der nun seinen Stammverein trainiert, sicher. Man habe aber fast alle Mann an Bord, bis auf wenige Blessuren und den mit der Siebener-Nationalmannschaft eingebundenen Phil Sczcesny.

TotalRugby-Prognose: Ordentlich gestartete Leipziger empfangen den Liga-Primus. Es verspricht ein spannendes Spiel in Leipzig zu werden. Die Leipziger haben in Hamburg gegen Pauli unter Beweis gestellt, dass sie in diesem Jahr nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollen. Sollte den Sachsen gegen 78 tatsächlich der eine oder andere Punkt gelingen, wäre das ein Ausrufezeichen und quasi die Anmeldung höherer Ansprüche. Doch die Hannoveraner haben in beiden Mannschaftsteilen zu viel Feuerkraft, als dass wir hier an eine Überraschung glauben. Wir sehen den RCL lange wettbewerbsfähig, doch 78 setzt sich mit all der Erfahrung und +16 Zählern durch.


Berliner Grizzlies - Hamburger RC
Samstag 8. September, 15:00 Uhr

Zum Saison-Auftakt setzte es für beide Gegner dieses Duells jeweils eine Niederlage gegen einen der beiden Hannoveraner Spitzenklubs. Doch während die Hanseaten aus ihrem Duell mit Germania List - einer knappen und unglücklichen Niederlage mit drei Zählern - viel Positives und gleich zwei Bonuspunkte mitnehmen können, kehrten die Grizzlies mit leeren Händen und lediglich einem spät erzielten Versuch zurück in die Hauptstadt. Daheim wollen die traditionell heimstarken Berliner es nun besser machen, wo ihnen bereits im Vorjahr ein Sieg gegen den HRC gelang.

Wobei sich Team-Manager Moritz Koburg im Gespräch mit TR zurückhaltend gibt: „Wir werden noch eine Woche brauchen, um in den Bundesliga-Rhythmus zu kommen, da die Startbedingungen natürlich denkbar schwierig waren. Dennoch konnten wir einiges aus dem Hannover-Spiel lernen und ziehen. Die Jungs finden sich so langsam in ihren Positionen ein.“ Gleichwohl werde man mit neuem Trainerteam auch Zeit brauchen um die Abläufe einzustudieren. Das werde, so Koburg abschließend, eine spannende Entwicklung: „Wir werden sehen zu was das reicht - es herrscht Aufbruchsstimmung und die Mentalität wir sind trotzdem noch da, darauf bauen wir auf!“

Die Gäste sehen sich indes vor einer „großen Hürde“ wie es Kapitän Thomas Barry gegenüber TR formuliert. Gleichwohl betont Barry, dass man sich auf diese Herausforderung in der Mannschaft freue: „Die Grizzlies sind ein gutes Team mit viel Spieltalent und haben uns in der letzten Saison zwei Mal geschlagen.“ Wichtig werde es, so Barry weiter, keine einfachen Versuche, wie gegen Germania zu kassieren. Man sei immer auf der Suche nach kleinen Verbesserungen und genau darauf habe man nun den Fokus gesetzt.

Der eigenen Auswärsschwäche ist man sich indes bewusst: „Auswärtsspiele können sehr schwierig sein, aber wir haben in der letzten Spielzeit unter Beweis gestellt, dass wir in der Lage sind die vollen 80 Minuten mitzuhalten. Genau das werden wir am Samstag von uns selbst verlangen“, so die klare Botschaft von Kapitän Barry. Die gegen Germania List verschwendeten Punkte gelte es nun wieder herauszuholen.

TotalRugby-Prognose: Das Duell der beiden sturmstarken Teams dürfte ein knallhartes Duell zwei der stärksten Stumreihen der Nordstaffel werden. Hamburg ist besser in die Saison gestartet, die Grizzlies haben dafür als heimstarke Mannschaft gegen die auswärtsschwachen Hanseaten einen kleinen Vorteil. Dieses Spiel dürfte das wohl engste des ganzen Spieltags werden - auf der heimischen Willi-Sänger-Anlage sehen wir die Grizzlies aber hauchdünn mit +2 Zählern vorne.


Berliner RC - FC St. Pauli
Samstag 8. September, 15:00 Uhr

Für die Berliner ist der Saisonauftakt, nachdem der erste Saisonhöhepunkt mit dem Derby aufgrund eines banalen Wasserschadens an der Buschallee des Erzrivalen RK 03 ausgefallen war. Wie die Berliner sich unter Neu-Trainer Uwe Maaser schlagen werden dürfte spannend zu sein. Zuletzt unter Danny Stephens hatten die Männer aus dem Westen der Hauptstadt kontinuierlich zugelegt und mussten sich in der Rückrunde lediglich knapp dem späteren Nord-Meister Hannover 78 geschlagen geben.

Unter Maaser soll sich zu aller erst die Fitness und das Skill-Level verbessern. Denn genau da sieht der ehemalig U-18 Coach noch Potenzial bei seinen Männern. Als ehemaliger Jugendtrainer will Maaser zudem den erfolgreichen Meister-Jahrgang, den er selbst zum Titel führte, sukzessive in die Mannschaft integrieren. Zu erst einmal soll jedoch der Bundesliga-Auftakt gegen Aufsteiger Pauli erfolgreich gestaltet werden.

Der Aufsteiger wiederum kommt nach der ernüchternden Heimniederlage gegen Leipzig nicht mit der allerbreitesten Brust nach Berlin. Trainer Fritze Michau gegenüber TotalRugby: „Wir haben bisher an den Problemen vom Leipzig Spiel gearbeitet, da gibt es genug Dinge, die wir richtig gut machen wollen und können.“ Vor allem sieht Michau die Notwendigkeit „im Kollektiv an die Leistungsgrenze zu kommen“, was zum Auftakt nicht der Fall gewesen sei. Insgesamt, so Michau, sei es wichtig „technisch und taktisch bei 100% zu sein, um in der ersten Liga Spiele zu gewinnen.“

TotalRugby-Prognose: Für den BRC ist das erste Heimspiel nach dem ausgefallenen Derby fast schon ein lockerer Aufmarsch. Daheim gegen St. Pauli, so das Selbstverständnis des BRC, muss ein Sieg her. Pauli dagegen sucht nach der Ernüchterung zum Saisonauftakt nach positiven Zeichen, um Mut für die schwierige Rückkehr ins Rugby-Oberhaus zu tanken. In Berlin wird es für die Hanseaten aber noch nichts zu holen geben, der BRC setzt sich mit +19 Zählern durch.

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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 8. September 2018 )
 
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