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Gastbeitrag: Rugby in der Nordostdeutschen Diaspora – der Freibeuter RC Wismar


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Geschrieben von Freibeuter Wismar   
Mittwoch, 22. August 2018

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Bei den Wismarer Ruggern nennt sich der Nachwuchs

Rugby hat in Mecklenburg-Vorpommern keine lange Tradition. 1953 musste sich die lediglich ein Jahr existierende Mannschaft des ASK Vorwärts Rostock dem DDR-Serienmeister BSG Stahl Hennigsdorf im Pokalfinale mit 6:3 geschlagen geben.
Vierzig Jahre später betraten die Dierkower Elche, auch aus Rostock, die Bühne. 
Ende der Neunziger regte sich an der Universität Greifswald ebenfalls ein ovales Pflänzchen, welches mittlerweile bei Fortuna Neuenkirchen prächtig gedeiht.

Im August 2009 trafen sich vier ehemalige Dierkower Elche in Wismar wieder und beschlossen, eine Rugbymannschaft aus der Taufe zu heben. Der Verein größte Verein der Hansestadt, der Polizeisportverein (PSV), bot uns die Gründung einer Abteilung unter seinem Dach an. Wir gründeten und hatten schnell eine Abteilungsleitung gewählt, schließlich galt es, unseren bis dato einzigen Spieler angemessen zu verwalten und fit zu machen.
Eine Werbeaktion in den Wismarer Medien bescherte uns viele Neugierige. Trainiert wurde auf dem Kunstrasenplatz des PSV unter Flutlicht und tatkräftiger Unterstützung der Dierkower Elche. Trainer André Kökenhoff freute sich über seine engagierte, trainingsfleißige Truppe.

Namensgebung und Wahl der Mannschaftsfarben sowie des Logos gestalteten sich langwierig und zeigten uns, wie anstrengend aber fruchtbar demokratische Prozesse sein können.
Unsere sportlichen Erfolge entsprachen unseren bescheidenen Anfängen, doch waren die schon in der Verbandsliga Nord etablierten Vereine nicht außer Reichweite. 
Wir haben sportlich sehr von Austauschprogramm der Hochschule Wismar mit ihrer Partnerin in Auckland profitiert und unseren Kiwis viel zu verdanken, allen voran Joe Chalmers, dessen Bruder Hugh derzeit beim RC Vannes unter Vertrag steht.

Als es den erfahrenen, rugbybegeisterten Pierre Fandrich von Greifswald nach Wismar verschlug, hatten wir auch endlich einen kompetenten Trainer, der bis zu seinem Abschied im vergangenen Winter sehr viel Herzblut und Zeit investiert hatte. Carsten Pust hat nun hauptverantwortlich die Leibesübungen übernommen.
Leider ist es uns bis dato nicht gelungen, die Zahl unserer Spieler so groß zu halten, dass wir eine eigenständig spielfähige 15er-Mannschaft stellen können. Deshalb spielen wir mit den Dierkower Elchen und Fortuna Neuenkirchen als Rugbyspielgemeinschaft MV der Verbandsliga Nord.

Da trotz mehrjähriger Suche innerhalb der Mauern Wismars kein geeigneter Naturrasenplatz zu finden war, weiteten wir unsere Suche auf die Umgebung aus. Wir wurden vor zwei Jahren in Hornstorf fündig, circa. 7 km östlich der Stadt und praktisch für rugbykritische Verschwörungstheoretiker, unmittelbar am Friedhof gelegen. Die Gemeinde hat uns mit offenen Armen empfangen und uns bisher alle erdenkliche Unterstützung gegeben. Wir sind Teil des Gemeindelebens geworden, haben durch einen eigenen Platz und ein menschenwürdiges Sozialgebäude neuen Schub bekommen.

Unsere Kinder- und Jugendabteilung befindet sich in einer verlängerten Aufbauphase, macht uns viel Freude und hat sich bereits mit Hamburger Mannschaften messen können.
Wenn wir im kommenden Jahr unser Zehnjähriges feiern, so werden wir das mit unserer Freibeuter Brut und allen eingeladenen Mannschaften tun. Vielleicht gelingt es uns sogar, sämtliche Rugbyvereine der Wismarer Partnerstädte nach Hornstorf zu bewegen.

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