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TR-Bundesliga-Update: RGH unterliegt HRK deutlich, Neckarsulm mit Remis in Heusenstamm
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Mittwoch, 11. April 2018

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Einst im Trikot des SCN unterwegs war Wynston Cameron-Dow entscheidet daran beteiligt, dass die Königsblauen weiter mit großen Schritten auf Liga 2 zugehen.

Die Rugby-Bundesliga lief auch während der Hong Kong Sevens und mit ein wenig Verspätung haben wir nun für euch auch unser gewohntes Update aus dem Oberhaus. Wie erwartet war das Spitzenspiel in der Südstaffel keine sonderlich spannende Angelegenheit - der HRK setzte sich im Harbigweg-Derby deutlich gegen seinen Nachbarn durch. Spannender ist es indes im Abstiegskampf: Neckarsulm feiert mit dem Last-Minute-Unentschieden einen weiteren Big Point, während der traditionsreiche SC Neuenheim dem Abstieg entgegentaumelt. Im Norden kann sich Hannover 78 mit einem Zittersieg in Berlin an der Tabellenspitze halten, während Konkurrent Germania mit einem Bonus die Lücke auf 3 Zähler in der Tabelle verkleinern kann.

Süd

RGH gegen HRK: Bei keinem Vereins-Duell in Rugby-Deutschland der letzten Jahren gibt es im Normalfall mehr Nationalspieler zu sehen, als wenn die beiden Konkurrenten vom Heidelberger Harbigweg aufeinandertreffen. Die Power des HRK-Sturms gegen den spielerischen Feingeist der Orange Hearts - dieses Duell fasziniert die Neckarstadt. In diesem Jahr gab es für die Fans im Rugby-Wohnzimmer allerdings nur das Top-Team des Klubs zu sehen. Die RGH musste ohne ihre Siebener-Stars auskommen, die nur Stunden zuvor unter dramatischsten Umständen an Japan gescheitert waren. Immerhin konnte Siebener-Nationalspieler Robert Haase sein Comeback nach längerer Verletzungspause geben.

Unter diesen schwierigen Umständen taten sich die Gastgeber erwartet schwer gegen einen selbstbewusst auftretenden Meister, der selbst aber auch auf den noch immer rotgesperrten Jaco Otto und den ebenso in Hongkong spielenden Niklas Hohl auskommen musste. Schon früh konnte der Gast mit der wohl kürzesten Auswärts-Anreise der Welt zuschlagen: Der im gesamten Spielverlauf klar überlegene Klub-Sturm nutzte eine Gasse um sich mit seinen schweren Jungs um Schröder, Poppmeier und Ferreira den Weg über die Linie zu powern. Es sollte keine zehn Minuten dauern, da hatte der Klub nach einem Parkinson Cross-Kick in Person von Schluss Marcel Coetzee den zweiten Versuch gelegt. Sein Kick-Passgeber wollte nun selbst noch einmal und kam nur Minuten später selbst über die Linie. Diese Partie war von Anfang an äußerst einseitig.

Nach nur 20 Minuten sicherte Sebastian Ferreiras Versuch bereits den HRK-Bonuspunkt und bis zur Pause sammelte der Klub ganze 52 Punkte an. Eine größere Machtdemonstration gegen den bis dahin an der Spitze der Tabelle rangierenden Nachbarn hätte man sich kaum vorstellen können. Durchgang zwei startete dann ebenso deutlich wie der erste - Sean Armstrong narrte zum zweiten Mal die RGH-Defensive und legte im Malfeld der Orangenen ab. Der Klubs war mit noch knapp 20 Minuten auf der Uhr und einem Punktestand von 76:0 klar auf dem Weg das Ergebnis dreistellig zu gestalten. Doch stattdessen kam die RGH tatsächlich mit einem Straftritt aus 40 Metern zu den ersten und einzigen drei Pünktchen. Zu mehr sollte es nicht reichen, aber auch der Klub setzte nun nicht mehr mit allerletzter Konsequenz nach. Einen neben dem 76:3 zusätzlich bitteren Nachgeschmack ergibt die späte Verletzung von RGH-Schluss Manuel Müller. Der HRK geht nun als Tabellenführer weiter unaufhaltsam auf das Bundesliga-Heimhalbfinale zu.


Ebenso bitter wie der RGH erging es dem SC Neuenheim, der nach der knappen Niederlage gegen Neckarsulm gegen den SC Frankfurt 1880 den nächsten Tiefschlag einstecken musste, während die direkte Konkurrenz punktete. Fünf Zähler sind es nunmehr Rückstand, die die Königsblauen auf Hauptkonkurrent Heusenstamm haben. Im direkten Duell könnte der SCN in 10 Tagen gleichziehen, aber eine derart schlechte Leistung, wie gegen Frankfurt dürfte dazu nicht reichen. Von Anfang zeigten sich die Gäste vom Main überlegen und angeführt vom Ex-Neuenheimer Wynston Cameron-Dow auch deutlich spielfreudiger. Nach ein wenig Auftaktgeplänkel war der Spielstand am Musuemsplatz früh eindeutig. Beringer, Sztyndera, Kettels und Haase brachten dem SC 80 innerhalb von einer guten Viertelstunde den Offensiv-Bonus. Noch vor der Pause dann Versuch Nummer 5 wieder durch Kettels zum 0:33 Pausenstand.

Ein weiterer Ex-Neuenheim, DRV-XV-Hakler Senzo Ngubane, wollte sich dann auch nicht lumpen lassen und eröffnete den Punktreigen in Hälfte zwei. Als Neuenheims georgischer Sturmtank Didebashvili dann auch noch verdient gelb sah, konnte einem Angst und Bange um den SCN werden. Und tatsächlich schraubte der SC 80 sein Punktekonto in der Folge weiter nach oben. Doch gegen Ende sollte der SCN das Ergebnis tatsächlich noch Mal ein wenig respektabler gestalten können. Rikadze und Klewinghaus legten in der Schlussphase noch zwei Versuche für Königsblau. Für den so dringend benötigten Bonuspunkt sollte dies aber nicht mehr reichen. Im Gegenteil - Frankfurts kraftvoller Achter du Plessis setzte mit dem Abpfiff den Schlusspunkt zum 57:10. In Frankfurt steigen damit die zugegeben nicht sonderlich großen Hoffnungen auf ein Erreichen des Bundesliga-Halbfinales - acht Punkte Rückstand auf die RGH bei vier ausstehenden Spielen müssten die Männer aus der Bankenmetropole aufholen.

Die direkt hinter dem SC 80 rangierenden und bisher punktgleichen Löwen vom TSV Handschuhsheim und Rhinos vom TV Pforzheim traten am Wochenende ebenso im direkten Duell miteinander an. Am Ende konnte der amtierende Vizemeister das klar bessere Ende für sich beanspruchen. Der Gast aus dem äußersten Süden der Republik spielte bei tollen Bedingungen gut auf. Sturm-Tank Tim Kasten und Luke Wakefield sorgten früh für eine deutliche 14:0 Rhinos-Führung. Auf den Anschlussversuch durch Kevin Klein zum zwischenzeitlichen 5:17 hatten die Gäste aber direkt die Antwort parat: Mark Hittel trug das Spielgerät über fast die gesamte Länge des Feldes bis ins Löwen Malfeld. TSV-Coach Gordon Hanlon machte aus seiner Unzufriedenheit keinen großen Hehl - mitten auf dem Feld gab er seine lautstarke Pausenansprache während sein TVP-Pendant Willis die Intimität der Kabinen im Lions-Park bevorzugte.

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Doch eine erste Anfangsoffensive der Löwen verpuffte schnell und stattdessen machte Sven Keleman mit dem 29:5 den Bonuspunkt sicher und fast schon den Deckel für seine Pforzheimer drauf, obwohl noch 30 Minuten zu spielen war. Nach einigen Wechseln im Sturm kam der TSV noch einmal und setzte sich mit mehreren Gedrängen an der 5-Meter-Linie fest. Doch wieder waren die Mühen vergebens, denn der TVP konnte mit einem 90-Meter-Konter über Josh Gando das Ergebnis noch weiter in die Höhe schrauben. Zum Ende hin betrieb der TSV noch ein wenig Ergebniskorrektur mit Versuchen für Marcus Bender und Thomas Genthner. Doch mehr als Ergebnis-Korrektur sollte dies nicht sein. Der TSV verabschiedet sich damit wohl endgültig aus dem Rennen um Platz drei, denn auch gegen den Klub werden die Löwen realistisch nichts holen. Pforzheim dagegen verbleibt damit nur einen Punkt hinter dem Frankfurter Rivalen um Rang drei. Coach John Willis zeigte sich sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Das war in allen Bereichen eine deutlich verbesserte Leistung im Vergleich zu unserem ersten Spiel nach der Winterpause“. Gleichzeitig lobte Willis aber auch den „leidenschaftlichen Kampf des TSV. Vor allem die eigene deutlich bessere Chancenverwertung sei der Schlüssel zum Sieg gewesen.

Das einzige Unentschieden des Spieltages gab es im Fuchsbau zu vermelden. Neckarsulm und Heusenstamm trennten sich 24:24 und gerade für die Gäste ist dieses Ergebnis Gold wert. Innerhalb von zwei Spieltagen wurden damit beide Konkurrenten um den Klassenerhalt auf Distanz gehalten. In Neckarsulm kann man nun fast mit Gewissheit für die Bundesliga-Saison 2018-2019 planen. Dabei hatten die gastgebenden Füchse den weitaus besseren Start erwischt. Es sollte zwar gute 20 Minuten dauern, aber mit einem Paket konnte der RKH unter dem Jubel seiner Fans bis ins Malfeld anschieben. Mit der Erhöhung und einem weiteren Straftritt von Schuster führte Heusenstamm nach gut 30 Minuten mit 10:0. Doch quasi im Gegenzug fanden die Gäste erstmals richtig in die Partie und konnten mit einem fein ausgespielten Konter zum 5:10 Anschluss kommen. Noch vor der Pause jedoch konnten die Gastgeber ihren zweiten Versuch nachlegen - die Partie war nach einer müden Anfangsphase in den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs so richtig lebendig geworden.

Die Gäste aus Neckarsulm erwischten in der Folge den besseren Start, doch als Heusenstamm einen tollen Konter mit dem Versuch von Moritz Hoehmann abschloss, schien beim Stand von 24:5 die Sache gegessen zu sein. Doch mit einer unglaublichen Energie-Leistung und drei unbeantworteten Versuchen kämpfte sich die Mannschaft von Mark Kuhlmann zurück in die Partie und zum Ausgleich. Am Ende wurde es in Heusenstamm noch einmal hochdramatisch, aber kein Team sollte mehr die entscheidenden Punkte erzielen können. Mit dem Bonus für vier erzielte Versuche zusätzlich zu den zwei Zählern für das 24:24 Remis konnte der Aufsteiger den Verfolger gar noch weiter distanzieren. Es scheint so, als würde Neckarsulm der Bundesliga erhalten bleiben. Heusenstamm dagegen hat mit dem Derby gegen Frankfurt und dem Abstiegs-Duell gegen den SCN zwei wichtige Spiele vor der Brust, in denen sich auch entscheiden wird, ob die Füchse über die Relegation im Oberhaus bleiben, oder den bitteren Gang in Liga zwei angehen müssen.

 

Nord

Dramatischer kann ein Sieg eigentlich nicht erfolgen. Über lange Zeit spielte der Tabellenführer Hannover 78 beim bis dato Vorletzten, dem Berliner RC, weit unter seinen Möglichkeiten gegen aufopferungsvoll kämpfende Gastgeber. Die Mannschaft von Coach Benjamin Krause zeigte eine sehr holprige Leistung im ersten Spiel des neuen Jahres und musste bis zur allerletzten Sekunde warten um noch extrem glücklich mit 12:11 als Sieger vom Platz zu gehen und die weiße Weste zu wahren. Bei perfekten Rugby-Bedingungen war es den 78ern ohne ihren in Hongkong spielenden Innen/Flanker Kain Rix selten gelungen das nötige Momentum im Angriff zu entfachen. Auch Nationalspieler Jan Piosik und Pascal Fischer konnten selten die Klasse zeigen, die sie zuletzt ausgezeichnet hatte. Nun geht es für den Traditionsklub in das wichtigste Spiel der Rückrunde: Es wartet niemand geringeres als Germania List. Es gilt für 78 die momentan nur zwei Zähler zurückliegenden Lokalrivalen im Hannover-Derby auf Distanz zu halten. So wie sich das Geschehen im Norden bisher entwickelt hat dürfte sich in diesem Duell auch entscheiden, wer das Bundesliga-Halbfinale daheim ausrichten darf und somit beste Chancen haben dürfte im Juli in Berlin um die Krone im deutschen Vereinsrugby zu kämpfen.


Deutlich besser konnten Germania List in die Derbywoche starten. Gegen den RC Leipzig gab es am Sonntag ein eigentlich nie gefährdetes 43:10. Doch es sollte gute 25 Minuten und eine ordentliche Verteidigung gegen Leipziger Angriffsbemühung dauern, bis Germania erstmals über seine blitzschnelle Hintermannschaft zuschlagen konnte. Wenn Leipzig einmal gefährlich wurde, dann über den Sturm das Gedränge. Daraus resultierte auch der zwischenzeitliche 5:5 Ausgleich durch Joshua Leutenecker, der aber nicht lange währen sollte. Quasi im Gegenzug kombinierte sich Germania in gewohnter Manier durch die Sachsen-Verteidigung. Und mit dem Halbzeitpfiff konnte Gedrängehalb Niklas Koch mit einem Intercept das Ergebnis in die Höhe schrauben.

Mit dem Beginn von Durchgang zwei bäumten sich die Sachsen ein letztes Mal auf und kamen durch Außen Reinhard Engelbrecht zum 10:17 Anschluss. Doch in der letzten halben Stunde war es fast ausschließlich die Germania, die mit ihrer überlegenen Kondition und Spielfreude glänzen konnte. Als dann Tom Cowley von den Leipzigern noch Gelb sah, waren die Chancen des Schlusslichts passe. Vier Versuche der Lister, die nun unentwegt angriffen machten den Spielstand am Ende deutlicher, als das der Spielverlauf es hergegeben hätte. Doch Leipzigs später Einbruch bedeutete auch, dass die Sachsen keine weiteren Punkte im Abstiegskampf erzielen konnten. Germania dagegen wird am Samstag mit breiter Brust beim Stadtrivalen antreten.

Der dritte Hannoveraner Klub im Bunde, die SG Odin/Döhren konnte gegen den RK 03, gegen den man im Hinspiel in Berlin noch zu einem Überraschungs-Remis gekommen war, keine Punkte einfahren und steckt nun tiefer denn je im Abstiegskampf. Gleich zu Beginn der Partie machte sich der Gastgeber das Leben selbst schwer. Flanker Jack Orching holte sich nach fünf Minuten eine der frühesten Gelben des Jahres ab. Der RK nutzte die Überzahl gnadenlos aus und erzielte in seiner Abwesenheit gleich zwei Versuche.  Bis zur Pause konnte sich die SG noch einmal ins Spiel kämpfen und hatte beim Stand von 10:19 noch Hoffnungen auf den dingend benötigten Heimsieg.

Doch Berlin spielte gerade in Durchgang zwei routiniert seinen Stiefel herunter. Ein Strafversuch brachte den Vorjahressieger der Nordstaffel, der nun wieder langsam zu alter Form zu kommen scheint, endgültig auf die Siegerstraße. Berlins Sturm und Reihe konnten gleichermaßen überzeugen und zum Auswärtssieg beitragen. 39:17 hieß es am Ende und damit ist der RK 03 nun wieder der erste Verfolger des Hannoveraner Duos an der Spitze. Mit gehörigen Abstand versteht sich. Die SG Odin/Döhren hingegen steht erstmals in dieser Saison auf dem Relegationplatz und muss mehr und mehr um den Ligaverbleib fürchten.

Der Hamburger RC konnte seinen starken Start ins Rugby-Jahr 2018 beim zweiten Heimspiel gegen die Berliner Grizzlies nicht bestätigen. Gegen starke Aufsteiger hagelte es eine unerwartete 12:18 Niederlage. Un das obwohl der HRC den deutlich besseren Start hatte - eine Druckphase der HRC mit dem bekannt starken Sturm endete im ersten Versuch durch Haney. In dieser Phase hatte Berlin keine Antwort auf die hanseatische Übermacht parat und Hamburgs Achter Valentin Richter konnte noch Mitte der ersten Hälfte zum 12:0 nachlegen. Doch das sollten tatsächlich die letzten Punkte der Gastgeber gewesen sein.

Kurz vor und nach der Pause verkürzte der Gast per Straftitt auf 6:12, bevor Schluss Gray mit einem tollen Solo-Versuch das Spiel kurz vor Ende endgültig auf den Kopf stellte. Hamburg hatte nun beim Stand von 12:13 nichts mehr hinzuzusetzen und kassierte mit der letzten Aktion gar noch den zweiten Versuch zum 12:18. Ein lange sicher geglaubtes Spiel ging für die Mannschaft von Carsten Segert verloren. Die Grizzlies pirschen sich somit ganz eng an den Hamburger Rivalen heran und entledigen sich selbst der gröbsten Abstiegssorgen, bevor man im Derby gegen den BRC dem Klassenerhalt noch ein entscheidendes Stück näher kommen kann. Hamburg dagegen wird beim RK 03 antreten müssen und dort um den dritten Platz kämpfen.

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