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TR-Vorschau Bundesliga: Derby-Fieber in Hannover, Frankfurt, Berlin und Heidelberg
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 13. April 2018

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Hannover 78 Coach Benny Krause hat selbst genug Derby-Schlachten ausgetragen, nun will er von seinen Jungs gegen Germania die Revanche!

Derby-Spieltag in der Rugby-Bundesliga: Landauf und landab treffen alte Rivalen aufeinander. Allen voran in Hannover, wo das Traditionsduell 78-Germania seit mehr als 100 Jahren ausgetragen wir und Jahr für Jahr zelebriert wird. Das Duell dürfte auch entscheiden, wer die Ehre hat, das Bundesliga-Heim-Halbfinale im Norden auszurichten. Aber auch in Frankfurt, Berlin und Heidelberg wird es heiß umkämpfte Lokalduelle geben.

Nord/Ost

Hannover 78 - SC Germania List
Samstag 14. April, 15 Uhr

Kaum ein Duell im Rugby-Oberhaus fasziniert die Beteiligten und die Stadt derart, wie das, der beiden Hannoveraner Traditionsvereine 78 und Germania List. Bereits seit 120 Jahren duellieren sich die beiden alten Rivalen nicht nur um die Krone in der niedersächsischen Landeshauptstadt, sondern zählen auch zu den absoluten Spitzenvereinen im Lande mit jeweils mehreren Meisterschaften auf dem Konto. Auch in diesem Duell am morgigen Samstag, zu dem bis zu 1000 Zuschauer erwartet werden, geht es um weit mehr, als lediglich ein paar Pünktchen in der Bundesliga-Nord.

Die Tabellenkonstellation verspricht dem Sieger im Duell, der bisher im Norden alles überragenden Teams, ein Bundesliga-Halbfinale daheim. Ganze 18 Zähler beträgt Lücke zwischen der zweitplatzierten Germania und dem ersten Verfolger, Vorjahres-Primus RK 03 - außerdem hat keine der beiden Hannoveraner Top-Mannschaften gegen irgendeinen anderen Konkurrenten Punkte liegen lassen. Umso motivierter gehen die beiden alten Rivalen in das Duell.

Die Ausgangslage ist dabei, nachdem beide Klubs vor Wochenfrist gegen Abstiegskandidaten antreten mussten, eine völlig andere. Germania löste seine Aufgabe gegen Leipzig mit Bravour - die 78er zeigten sich in ihrem ersten Punktspiel seit einer Weile nicht nur ein wenig eingerostet. Gegen den Vorletzten BRC konnte sich der bisher ungeschlagene Tabellenführer nur mit der allerletzten Aktion und dem knappsten aller Abstände durchsetzen.

78-Coach Benjamin Krause führt dies auf mehrere Faktoren zurück: „Es war nicht unsere Top-Mannschaft; mit Pascal Fischer und Kaine Rix haben zwei ganz wichtige Jungs gefehlt, dazu noch ein paar angeschlagene Stürmer und wir haben dazu noch Spieler geschont“. All dies solle man jedoch nicht als Ausrede verstehen, so Krause gegenüber TR. Man habe auch „in den entscheidenden Phasen schlechte Entscheidungen getroffent, Bälle weggeworfen, etc“ so der ehemalige 78-Stürmer analysierend.

All dies gelte es nun abzustellen, um gegen die Germania erfolgreich zu sein, denn das sei der Anspruch bei 78. Logischerweise sei auch genau dies das Ziel: „Nach der Heim-Niederlage im Vorjahr wollen wir Revanche“ - so gibt Coach Krause die Losung vor. Mit Pascal Fischer, Kain Rix, dem von einem Kreuzbandriss wiedergenesenen Dritte-Reihe-Stürmer Florian Weber und Todd Johnson habe man eine richtig gute Truppe zusammen.

Das Sturmspiel der 78er soll im Derby zum Sieg führen

Der Schlüssel zum Sieg sei die Defensive, so ist man sich bei 78 sicher. Beim Hinspielsieg sei genau dies der Schlüssel zum Sieg gewesen - den Germania-Angriffswirbel zu bändigen. Dazu die eigene Stärke bei den Standards ausspielen, um so selbst in der Offensive Akzente setzen zu können.

Die gastierenden Germanen sehen sich trotz des weitaus besseren Start in das neue Rugby-Jahr in der Außenseiter-Rolle - so zumindest betont es Germania Coach Duiane Lindsay gegenüber TR. Dem Ergebnis in Berlin messe man nicht derart viel Bedeutung zu: „Es ist nie einfach dort zu spielen und gerade nach einer Pause von fast 6 Monaten - 78 wird am Samstag ganz anders auftreten“ so Germanias nordirischer Coach gegenüber TR.

Selbst hat die Germania mit großen Personalsorgen zu kämpfen. Zahlreiche Akteuere fallen aus - vor allem die dritte Sturmreihe sei momentan das absolute Sorgenkind, so dass man wohl nicht darum herumkommen werde, gelernte Dreiviertelspieler einzusetzen. Mit Jarrod Saul droht ein ganz wichtiger Akteur für den Rest der Saison auszufallen.

Dennoch wird es nicht an der Leidenschaft in diesem Kampf mangeln, so betont man es bei den Männern von der Schneckenburgstraße. „Ein Großteil meiner Spieler ist mit der Germania aufgewachsen und wird am Samstag 100% und mehr geben, dieses Spiel, dieses Derby bedeutet ihnen alles“ so Lindsay gegenüber TR. Über einen Sieg wolle man gar nicht unbedingt reden, aber es den 78ern so schwer wie möglich machen. „Sie sollen am Ende wissen, dass es ein Kampf war“ betont Germanen-Coach Lindsay, für den es vorerst das letzte Derby sein wird, da er künftig allein die polnische Nationalmannschaft betreuen wird.

TotalRugby-Prognose: Ob man bei der Germania schlicht tief stapeln will, oder ob man personell wirklich auf dem Zahnfleisch geht, ist für uns bei TR nicht gänzlich ersichtlich. Doch die Favoriten-Bürde bei diesem Duell hätte so oder so bei den Gastgebern gelegen. Als Hinspielsieger, Tabellenführer und Gastgeber müssen die 78er schlicht vorlegen. Und die Männer vom Maschsee scheuen vor dieser Rolle auch nicht zurück und betonen: „dieses Spiel zu gewinnen ist unser Anspruch“. Sollte 78 wieder eine derart dominanten Defensiv-Leistung aufrufen können und mit seinem stärkeren und insgesamt auch erfahrenerem Sturm punkten können, dürfte dieses Spiel an die Gastgeber gehen. Hannover 78 setzt sich in einem weiteren packenden Derby mit +5 durch und kann damit fürs Heim-Halbfinale planen.

RK 03 Berlin  - Hamburger RC
Samstag 14. April, 15 Uhr

Der RK 03 startet mit einer gewissen Portion Motivation in die anstehende Partie gegen den Hamburger RC. Der Arbeitssieg gegen den Erstliga-Debütanten SG Odin/Döhren gab den Berlinern neuen Optimismus für die anstehenden Spiele. „Wir haben einiges gutzumachen“, gibt sich RK 03-Teammanager Lutz Joachim im Hinblick auf die desolate Hinrunde kämpferisch.

Dass das Spiel gegen den HRC kein leichtes wird, ist sich Joachim bewusst: „Die Hamburger haben uns in der Hinrunde knapp geschlagen. Wir wissen also was auf uns zukommt. Wir erwarten einen starken HRC und stellen uns auf ein sturmlastiges Spiel ein.“

In den vergangenen Tagen dürften die Berliner an ihren Standards gearbeitet haben, denn das Spiel gegen die Hannoveraner hat doch einige Abstimmungen in der Gasse vermissen lassen, was natürlich gegen die langen Kerle von der Elbmetropole fatal wäre.

Das Saisonziel der Hauptstädter, ein Platz unter den ersten zwei und damit der Einzug ins Viertelfinale, scheint derzeit unerreichbar zu sein. Dennoch wollen sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, denn die Hamburger liegen nur drei Punkte hinter dem RK 03 in der Tabelle. Allerdings haben die Elbstädter ein Spiel mehr auf dem Konto.

Woran es dem RK 03 in der Hinrunde mangelte, scheint sich auch fortzusetzen. Die Tiefe im Kader und eine solide Startformation. So musste Berlins Coach Bonnanno auch gegen die Hannoveraner seinen Kader umstellen und Flanker Falk Duwe fand sich auf seiner ehemaligen Position als Innendreiviertel wieder. Dennoch hofft Teammanager Joachim am Samstag gegen den HRC so viel Mann wie möglich an Bord zu haben.

Die Hamburger sind nach der vergangenen knappen Niederlage gegen die Berlin Grizzlies umso motivierter. Ein großes Manko war die zweite Halbzeit, in der durch mangelnde Spieldisziplin und Unkonzentriertheit der Sieg an die Berliner vergeben wurde. Daran haben die Elbstädter gearbeitet und blicken nun nach vorne: „Wir haben uns fest vorgenommen nach der zweiten Halbzeit von Samstag wieder direkt nach vorne zu arbeiten und alles zu geben über 80 Minuten. In erster Linie ist das Ziel zu gewinnen und uns weiter von der unteren Tabellenregion zu entfernen“, berichtet HRC-Pressesprecher Friedrich Paul Drügh. Dass sie mit RK 03 Berlin als Gegner hierbei eine Mammutaufgabe vor sich haben, weiß Drügh genau: „Es wird auf jeden Fall keine leichte Aufgabe. Die RK hat im Moment viel Schwung bekommen, gerade durch den Sieg letztes Wochenende, wodurch sie an uns in der Tabelle vorbeigezogen sind.“

Dennoch treten die Hamburger selbstbewusst die Reise nach Berlin an: „Generell, sehen wir uns auf einer Höhe. Nur kann man sich davon nichts kaufen und gerade ein Spiel entwickelt schnell eine Eigendynamik, die nichts mehr damit zu tun hat wer als stärker eingeschätzt wurde. Wir wollen natürlich den Sieg aus dem Hinspiel bestätigen“, so Drügh. Als wichtigstes Element sieht Drügh hierbei die Teamarbeit in den letzten Spielminuten und wünscht sich, dass sein Team auch kurz vor dem Schlusspfiff nochmal alles rausholt und nicht die Köpfe hängen lässt.

Für das Spiel beim RK 03 kann Teamchef Carsten Segert aus dem Vollen schöpfen. „Wir haben alle Mann an Bord“, verkündet Drügh.

TotalRugby Prognose: Der HRC steht derzeit genau wie der RK 03 hinter den eigenen Erwartungen. Beide Teams wollen sich von den enttäuschenden Niederlagen in der Hinrunde entfernen und treten daher mit ordentlich Schwung in die Rückrunde. Die Berliner konnten sich mit dem vergangenen Sieg eine bessere Ausgangslage verschaffen und mit dem Heimvorteil im Rücken wird es für die Hamburger sehr schwer, zu Punkten zu kommen. Am Ende einer äußerst kontaktfreudigen Partie gewinnt der RK 03 mit +12.

 

RC Leipzig - SG Odin/Döhren
Samstag 14. April, 15 Uhr

Abstiegs-Showdown in der Messestadt - der abgeschlagene aber in der bisherigen Rückrunde verbesserte Tabellenletzte RC Leipzig empfängt den Vorletzten SG Odin/Döhren. Die Hannoveraner wollen nicht noch tiefer in den Abstiegskampf schlittern - für Leipzig dagegen geht es ums nackte Überleben. Die Sachsen liegen neun Zähler hinter dem Relegationsplatz, auf dem sich der morgige Gegner befindet. Deshalb muss der Gastgeber quasi gewinnen, alles andere würde de facto den Abstieg bedeuten.

Das sieht man auch beim einzigen Vertreter aus den neuen Bundesländern so. RCL-Pressesprecher Sven Paukstat: „Gegen Odin/Döhren muss ein Sieg her, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen.“ Intern sei man mit den ersten 60 Minuten gegen Germania List, in denen man das Ergebnis offen halten konnte, zufrieden aber gleichwohl frustriert, dass es wieder nicht gereicht habe. Bereits gegen den BRC war man nach guter Leistung gescheitert und will das nun um jeden Preis verhindern. Dementsprechend hochmotiviert geht man in die Begegnung.

Nach der knappen Niederlage gegen den BRC gilt es für Leipzig: Alles oder nichts gegen die SG

Aus dem Hinspiel (5:47) hat man beim RCL einen dominanten Sturm der Hannoveraner in Erinnerung, der damals den das RCL-Pendant überrannt und damit den Unterschied ausgemacht habe. Dieses Mal jedoch könne man selbst in besserer Besetzung antreten. Mit einer Leistung wie gegen die Germania in der Vorwoche werde es ein offenes Spiel, so ist man sich in Leipzig sicher. Wenn man das Zusammenspiel vom Sturm und der Hintermannschaft noch verbessern könne, sei ein Sieg drin.

Auch beim morgigen Gast ist man sich der Ausgangslage bewusst. Spielertrainer Rafael Pyrasch spricht gegen über von TR von einem „unglaublich wichtigen Spiel für uns“. Man werde punkten müssen gegen den Abstieg so Pyrasch weiter. Denn bereits ein oder zwei Bonuspunkte würden die Ausgangslage der SG stark verbessern. Gleichwohl hat man mit Personalproblemen zu kämpfen - „unser Kader dünnt sich mit den Spielen so langsam aus“.

Die Stimmung sei gleichwohl besser nach der Niederlage gegen den RK, als nach den beiden vorigen gegen den HRC und die Grizzlies. Man habe sich steigern können ist man in Hannover überzeugt. An der Motivation dürfte es in jedem Fall nicht scheitern: „Die Jungs wissen was auf dem Spiel steht“ betont der Gedrängehalb mit Erfahrung in beiden DRV Senioren-Nationalmannschaften. Veteran Pyrasch, mit all seiner Erfahrung, ist sich sicher: „Es wird ein Spiel bei dem Moral und Charakter entscheiden, wer es gewinnt.“

TotalRugby-Prognose: Nach dem 47:5 in der Hinrunde hätten wohl wenige gedacht, dass diese beiden Teams im Rückspiel auf den Plätzen sieben und acht befinden. Während beim Aufsteiger aus Hannover ein deutlicher Abwärtstrend zu erkennen ist, haben sich die Leipziger gesteigert, ohne bisher Ergebnisse einfahren zu können. Von daher dürfte es eine verdammt spannende Angelegenheit werden zwischen beiden Abstiegskontrahenten. Leipzig steht mit dem Rücken zur Wand und wird mit dem Mut der Verzweiflung dafür Sorgen, dass es im Abstiegskampf noch Mal spannend wird. Der RCL gewinnt in einem Abstiegskrimi mit +4 Zählern.

Berliner Grizzlies - Berliner RC
Sonntag 15. April, 15 Uhr

Derby-Zeit in der Hauptstadt. Die Grizzlies sind in der Rückrunde angekommen und konnten am vergangenen Spieltag gegen den Hamburger RC eine Aufholjagd starten, die in der Nachspielzeit mit einem Sieg belohnt wurde. Mit diesem Sieg im Rücken und einem vier-Punkte-Vorsprung vor dem gastierenden BRC will sich die international bunt gemixte Truppe in der Tabelle weiter nach oben schrauben. Die Pflicht für den Debütanten in der ersten Bundesliga ist getan, jetzt folgt die Kür. Der Klassenerhalt ist so gut wie gesichert. Die Frage ist, mit was für einem Kader die Grizzlies auflaufen. Hierbei hält sich das Management gegenüber TotalRugby bedeckt.

Der Berliner RC wähnt sich in alter Form zurück. Nach der enttäuschend knappen Niederlage gegen den Tabellenprimus Hannover 78 ist sich BRC-Headcoach Danny Stephens sicher: „Wir haben unseren Glauben an uns und unsere Identität wieder gefunden.“ Daher blickt Stephens optimistisch in die anstehende Partie, weiß aber zugleich um die Stärken der Grizzlies: „Wir haben mitbekommen, dass die Grizzlies ziemlich fit sind. Nach einem 12:3 Rückstand wieder zurückzukommen ist keine einfache Leistung. Also sind wir bereit dafür. Außerdem wissen wir aus dem Hinspiel, dass diese Partie ein enges Match wird. Sie haben gezeigt, dass sie auf allen Ebenen Stärken haben. Also haben wir uns auf keine besondere Strategie festgelegt, sondern wollen uns aus dem Spiel gegen Hannover 78 verbessert präsentieren.“

Der BRC findet demnach zu seiner alten kontaktfreudigen Spielweise zurück und will das Spiel gegen die Debütanten dominieren. Allerdings muss Stephens erneut auf einige wichtige Akteure verzichten. Der robuste Innendreiviertel Hendrik Zimmermann fällt wegen eines Bänderrisses wahrscheinlich für den Rest der Saison aus. Eckdreiviertel Alex Beckmann laboriert immer noch an seiner Schulterverletzung. Dafür heißt Stephens vier Spieler willkommen zurück im Kader. Gedrängehalb Francisco Aruda, Prop Dorian Baro, Innendreiviertel Andrew Bennett und Flanker Mick Burisch verstärken am Sonntag die Reihen des Berliner Traditionsclubs.

TotalRugby Prognose: Ein neues Berliner Derby erwartet die Zuschauer am Wochenende. Der BRC liegt punktgleich mit der SG Odin/Döhren auf dem 6. Platz und muss endlich wieder was Zählbares rausholen. Die Grizzlies spielen mit ihrer individuellen Spielstärke frech auf und sind noch lange nicht fertig. Es wird also ein Spiel, bei dem sich beide Mannschaften nichts schenken werden. Wenn der BRC allerdings wieder zu seiner alten Spielstärke zurückgefunden hat, werden es die Debütanten aus Berlin-Schöneweide schwer haben ihre individuelle Klasse auszuspielen. Nach 80 Minuten gelingt dem BRC der Sieg mit +9

 

Süd/West

Heidelberg RK - TSV Handschuhsheim
Samstag 14. April, 13 Uhr

Das Heidelberger Derby steht unter klaren Vorzeichen. Am Mittwoch sicherte sich der Klub im Nachholspiel gegen Neckarsulm einen 32:24 und konnte sich dabei den Luxus erlauben, nahezu die gesamte Mannschaft aus der Machtdemonstration im letzten HD-Derby gegen die RGH zu schonen. Mit Klub-Star Jaco Otto zurück in der Start-XV nach seiner langen Rotsperre und zahlreichen Akteuren aus der zweiten Mannschaft des Klubs reichte es am Ende für einen knappen 32:26 Sieg mit Offensiv-Bonus, bei dem Aufsteiger Neckarsulm nur um Haaresbreite am zweiten Bonuspunkt vorbeischlitterte.

Gegen den alten Heidelberger Rivalen von der anderen Neckarseite Handschuhsheim wird der HRK, nun wieder in Bestbesetzung antreten. Keine guten Nachrichten für die Löwen, hat der Klub doch bisher in diesem Jahr alle Spiele gnadenlos dominieren können. Für den HRK ist es die letzte Chance sich für den Europapokal-Kracher gegen Timisoara warmzulaufen. Bis auf Erste-Reihe-Stürmer Samy Füchsel und Verbinder Hagen Schulte, die beide an den Folgen einer Gehirnerschütterung leiden, kann Klub-Coach Pieter Jordaan dabei auf sein volles Spieler-Kontingent zurückgreifen.

Die Löwen bieten einen Einblick in das Geschehen rund um den TSV

Beim TSV ist man sich der Schwierigkeit der kommenden Aufgabe bewusst. „Sie sind der beste Klub im Land und haben sich das über Jahre aufgebaut“ so Löwen-Trainer Gordon Hanlon. „Wir selbst sind mit unserem Projekt erst im 6. Monat und Samstag wird eine gute Gelegenheit zu sehen, inwieweit wir uns verbessert haben“ so Hanlon weiter. Man habe sich selbst Ziele gesetzt intern, die die eigene Leistung bewerten. Von einem Sieg spricht beim TSV freilich niemand. Zu groß ist die Lücke zwischen dem Meister und dem Rest der Liga.

Mit Blick auf den Rest der Saison betont Hanlon, dass man mit 18 Ausfällen einige Ziele habe abschreiben müssen, aber dennoch an der bestmöglichen eigenen Leistung arbeiten werde. Gegen den ultra-dominanten HRK wird dies freilich nicht für einen Sieg reichen, das weiß man auch im Lions Park.

TotalRugby-Prognose: Auch im zehnten Spiel der laufenden Rugby-Bundesliga-Saison wird der Klub am Samstag einen Bonuspunkt-Sieg einfahren. Dabei wird die furchteinflößende Punktedifferenz des Klubs nur noch weiter anschwellen. Zu stark ist der Klub in allen Belangen für den Rest der Liga, inklusive den Löwen. Die Mannschaft von Pieter Jordaan wird diese Partie dominieren - der HRK gewinnt mit +63 Punkten.

SC Frankfurt 1880 - RK Heusenstamm
Samstag 14. April, 15 Uhr

Mitten in die Derby-Vorbereitungen platzte aus Füchse-Sicht am Mittwoch Abend die Hiobs-Botschaft: Neckarsulm hatte entgegen allen Erwartungen beim in B-Besetzung spielenden HRK einen Bonuspunkt herausgeholt. Zum ersten Mal in dieser Saison konnte damit ein Gegen gegen den HRK zumindest ein Pünktchen holen und es ist gerade der Aufsteiger. Damit haben sich die Chancen der Heusenstammer, die Liga ohne den Gang in die Relegation halten zu können, nahezu erledigt. Mit nunmehr elf Zählern Rückstand wird auch ein Sieg im direkten Duell mit Bonus in der kommenden Woche nur noch wenig daran ändern. Der Ärger der Füchse über diesen Vorgang ist verständlich.

Nun gilt es aber den Kopf für das Duell beim großen Nachbarn freizubekommen. Denn in den vergangenen Jahren waren die Rhein-Main-Derbys enge Angelegenheiten, auch wenn das Hinspiel mit 17:30 schlussendlich relativ deutlich an die Frankfurter ging. RKH-Coach Markus Walger äußerte gegenüber der Offenbach-Post die Hoffnung, dass seine Füchse an die Leistung im ersten Durchgang gegen Neckarsulm anknüpften. Dann würde, zumal mit Markus Otterbein ein wichtiger Pfeiler im Füchse-Sturmpspiel zurückkehrt, was gehen gegen den SC 80. Immerhin gilt es die nur vier Zähler zurückliegenden Neuenheimer auf Distanz zu halten, um somit zumindest sicherzustellen, dass der Klassenerhalt im Relegations-Duell gesichert werden kann.

 

 

Nach dem unglücklichen Remis gegen Neckarsulm will der RKH im Derby punkten

Spielerisch wird es keine leichte Aufgabe gegen die in dieser Saison munter aufspielenden Achtziger, die in der Vorwoche keinerlei Probleme mit dem SCN hatten. Luke Mahoney aus dem Trainerteam von 80 muss mit einigen Verletzungssorgen leben und hofft „eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzubekommen“. Welche Ausfälle er genau zu beklagen hat, wollte er nicht verraten. Aber Frankfurt wird, und da sind wir uns bei TR recht sicher, eine konkurrenzfähige XV zusammenbekommen. Ziel der Frankfurter ist es auf dem dritten Rang zu verbleiben. Zu weit ist die zweitplatzierte RGH eigentlich enteilt, aber sollten die Orange Hearts noch einmal patzen will man zur Stelle sein.

TotalRugby-Prognose: Die Füchse werden den Frankfurtern einen harten Kampf liefern und wie in den Derbys eigentlich immer, leidenschaftlich auftreten. Doch spielerisch fehlt es den Füchsen in diesem Jahr mit dem Weggang von Tobi Apelt und dem verletzungsbedingten Ausfall der drei Siebener-Stars der Füchse. Mit Markus Otterbein und Benni Polheim kommt immerhin ein wenig Power zurück in die Mannschaft. Aber gegen die in diesem Jahr auch durch Verstärkungen stark verbesserten Frankfurter wird es wohl nicht reichen. Der SC 80 entscheidet das Derby mit +13 für sich.

 

Frankfurts Vorbereitung sah ein wenig anders aus - der HR war zu Gast


TV Pforzheim - SC Neuenheim
Samstag 14. April, 15 Uhr

Die Ausgangslage am Pforzheimer Rattachweg könnte kaum klarer sein: Der mit einem Sieg und einem Sieg in das neue Liga-Jahr gestartete Vizemeister empfängt das abgeschlagene Schlusslicht. So sieht man es auch bei den gastgebenden Rhinos - Team-Manager Jens Poff gibt die Marschroute vor: „Wir wollen unseren Fans unser bestes Rugby zeigen und da ist ein Sieg mit Bonus-Offensivpunkt Pflicht“. Zugleich fordert Rhinos-Coach Willis aber höchste Konzentration und vollen Einsatz. Man will sich nicht vorwerfen lassen müssen den SCN unterschätzt zu haben.

Nach einer, so Willis, „in allen Belangen deutlich verbesserten Leistung“ will man bei den Pforzheimern zumindest die nur einen Punkt voranstehenden Frankfurter von Platz drei verjagen. Es gelte nun die einfachen Dinge richtig zu machen und als Team spielen, dann ergäben sich die Chancen so oder so. Ob die beiden in Hongkong aktiven Siebener-Stars Soteras Merz und Chitokwindo zum Einsatz kommen entscheidet sich wohl erst in letzter Minute.

Beim SCN wiederum ist man sich der schweren Auswärts-Aufgabe bewusst. Trotz einiger Verletzungen wolle man „offensiver und vor allem selbstbewusster spielen“ als beim Auftritt gegen Frankfurt, wie Coach Lars Eckert gegenüber TR bestätigte. Am Ende müsse eine Leitung dabei rauskommen, mit der die Spieler zufriedener sein können. Trotz einer bisher katastrophal verlaufenen Saison beträgt der Abstand zum Vorletzten RKH immer noch nur fünf Punkte und ist damit bereits mit einem Bonuspunktsieg wettzumachen. Gegen Pforzheim gibt man sich bei den Königsblauen aber erst einmal bescheiden und will nur ein besseres Ergebnis als beim 3:93 Hinspiel herausholen.

TotalRugby-Prognose: Eine derartige Demonstration, wie im Hinspiel dürfte es sicher nicht werden. Aber auf einen SCN-Sieg zu tippen wäre dennoch vermessen. Pforzheim schickt sich an zumindest Rang drei in der Tabelle zu sichern. Spielerisch und körperlich werden die Rhinos ihre Überlegenheit auszuspielen wissen. Am Ende gibt es einen deutlichen Pforzheim-Sieg mit +38 Punkten.

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RG Heidelberg - Neckarsulmer SU
Samstag 14. April, 15 Uhr

Für den Aufsteiger wird es das zweite Gastspiel in Heidelberg innerhalb von nicht einmal 70 Stunden. Nach dem späten Bonuspunkt beim HRK durch Verbinder Max Kopp gilt es nun beim Gastspiel auf der anderen Straßenseite des Harbigwegs zu bestehen. Keine einfache Aufgabe, wie auch Coach Mark Kuhlmann unterstreicht. „Die Belastung aus drei Spielern innerhalb von nur einer Woche ist aus meiner Sicht zu hoch und meine Spieler gehen schön auf dem Zahnfleisch“ so der NSU-Coach gegenüber TR.

Mit dem Bonuspunkt beim HRK sei man zufrieden, aber angesichts der Umstände hätte man das auch gewinnen können, so die Überzeugung beim Aufsteiger. Nun will man bei den Neckarsulmern den Klassenerhalt endgültig eintüten. Dabei betont Kuhlmann, dass die erste Priorität Siege sein, erst danach interessiere er sich dafür ob man als „sympathischer Aufsteiger“ oder Schönspieler wahrgenommen werde. Mit den zahlreichen angeschlagenen Spieler habe man einige Probleme, aber das sei zu diesem Zeitpunkt in der Saison nichts ungewöhnliches. „Wir haben unser Schicksal selbst in der Hand und müssten wirklich doof sein noch abzusteigen“ - so fasst Coach Kuhlmann die Ausgangslage vor den vier verbleibenden Spielen zusammen.

Bei der RGH wiederum ist die Ausgangslage ebenso klar. Acht bzw. neun Zähler beträgt der Abstand auf die beiden Verfolger Frankfurt und Pforzheim. Dieses Jahr soll es endlich Mal wieder klappen mit dem Bundesliga-Halbfinale. Deshalb muss gegen die NSU schlicht ein Sieg her. Coach Rudolf Finsterer kommt dabei natürlich äußerst gelegen, dass er seine Siebener-Jungs, anders als gegen den HRK in der Vorwoche, nunmehr wieder an Bord hat. Zumal mit Manuel Müller ein wichtiger Kreativ-Spieler erst einmal auszufallen droht. Für die Siebener-Jungs um Fabian Heimpel und Tim Lichtenberg gibt es sicher keine bessere Ablenkung, als am Samstag wieder auf dem Rasen zu stehen.

TotalRugby-Prognose: Neckarsulm schlägt sich für einen Aufsteiger sehr gut und kann mit ein paar weiteren Zählern den Aufstieg endgültig sicher machen. Bei der RGH jedoch dürfte es, auch aufgrund der fehlenden Erholungszeit nach dem kräfteraubenden Auftritt gegen den HRK, äußerst schwer werden. Die Orange Hearts sind bald fast wieder bei voller Stärke und werden daheim keine halben Sachen machen. Über die 80 Minuten hinweg im Rugby-Wohnzimmer dürfte es für die NSU schwierig werden, den Angriffswirbel der RGH unter Kontrolle zu bringen. Die Gastgeber siegen mit +25 Punkten.

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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 9. Mai 2018 )
 
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