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TR-Awards Öffentlichkeitsarbeit
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Samstag, 8. Juli 2017

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Ehre wem Ehre gebürt: Manche Vereine bewegen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement sehr viel in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und erreichen damit auch etwas für Rugby-Deutschland insgesamt.

Nachdem wir in der vergangenen Woche die besten Leistungen der abgelaufenen Bundesliga-Saison auf dem Feld mit unserer TR XV der Saison geehrt haben, wollen wir nun die Arbeit der Vereine abseits des grünen Rasens würdigen. Denn um als Rugby-Verein erfolgreich zu sein, bedarf es weit mehr, als nur eines guten Trainers und Kaders. Langfristiger Erfolg ist abseits der Öffentlichkeit nicht zu erreichen.

Eine gute Medienarbeit lockt potenzielle Spieler, Fans und nicht zuletzt auch Sponsoren an. Insgesamt wird Rugby in der Bundesrepublik nur mit der aufwendigen Arbeit der vielen Vereine im flachen Land vor Ort weiter florieren. Im Zeitalter der sozialen Medien bieten sich den Vereinen dabei weitaus mehr Werkzeuge, als das noch vor wenigen Jahren der Fall war. Unsere TR-Awards sollen gute Leistungen in der Medienarbeit würdigen, anderen und eventuell neuen Vereinen aber auch gute Vorbilder zeigen.

Die beste „klassische“ Pressearbeit

Zwar hat die klassische Pressearbeit mit den immer wichtiger werdenden Alternativen durch Social Media ein wenig an Relevanz verloren. Doch die Lokalzeitung glücklich zu halten, eventuell Mal das Radio zum Training zu bringen, den Lokalreporter regelmäßig zu spielen einzuladen und mit Infos zu versorgen, zahlt sich noch immer aus. Zwar mag ein potenzieller Nachwuchsspieler seltener in die gedruckte oder Online-Version der Lokalzeitung blicken, aber potenzielle Sponsoren tuen es dafür umso eher.

Auch uns bei TotalRugby wird die Arbeit ungemein erleichtert, wenn man sich auf regelmäßige Pressemitteilungen der beteiligten Bundesliga-Vereine verlassen kann. Statt den Mittwoch- und Donnerstag-Abend damit zu verbringen, sich mühsam jeden Informationsschnipsel per E-Mail, Telefon oder Facebook zusammenkratzen zu müssen, genügt ein schneller Blick in eine (hoffentlich) gut gemachte Pressemitteilung. Eine kurze Vorschau aus Sicht des Vereines, zwei oder drei zitterfähige Sätze des Trainers, Kapitäns oder Präsidenten, all dies reicht für eine ordentliche Pressemitteilung und wäre in einer guten halben Stunde zu erstellen.

Umso verwunderlicher ist es, dass dies nur zwei Vereinen in der Bundesliga regelmäßig gelingt. Lediglich der Heidelberger RK und der vor zwei Wochen entthronte Ex-Meister TV Pforzheim. Auf dem Feld verloren die Rhinos in dieser Saison das Prädikat meisterlich, aber ihre Pressearbeit verdient es sich dafür regelmäßig. Pünktlich 48 Stunden vor Anpfiff und spätestens 24 Stunden nach Abpfiff versorgt der TVP die Medien mit einer gut geschriebenen Pressemeldung. Die Ausgangslage, die Tabellensituation und die für das Schreiben eines ordentlichen Berichts so interessanten Zitate. Das Resultat sind glückliche Pressevertreter und eine regelmäßige Berichterstattung, wie man beispielsweise in der Pforzheimer Zeitung und ab und an beim Südwest-Rundfunk sehen kann.

Viele Vereine in der Bundesliga dagegen verpassen so auch die Möglichkeit die Berichterstattung über den eigenen Verein ein Stück weit zu beeinflussen und in positive Bahnen zu lenken. Verpasste Chancen allerorts, auch wenn uns bewusst ist, dass viele Versuche die lokale Presse zu bespielen auf Taube Ohren stoßen dürften. Doch insistieren und Durchhaltevermögen zahlen sich aus, speziell im Umgang mit den Medien.

Internetseite

Auch der klassische Internetauftritt hat mit der steigenden Relevanz der sozialen Medien zu einem gewissen Grad an Wichtigkeit verloren. Aber dennoch, für viele Interessierte, ob es potenzielle Spieler, Sponsoren oder Eltern auf der Suche nach einem Vereine für den Nachwuchs seien, ist die Webpage die allererste Anlaufstelle. Und bekanntlich kann man den ersten Eindruck nie gutmachen.

Dabei ist nicht jede Vereins-Homepage eine gute Informationsquelle. Manche Seiten von auf dem Feld durchaus ambitionierten Bundesligisten wurden seit Monaten nicht mehr aktualisiert. Doch ebenso gibt es gute Beispiele und bei unserem Sieger Heidelberger RK zahlt sich die starke Pressearbeit hier auch aus.

So kann der HRK seine Pressemitteilungen als Spielberichte direkt auf der Homepage übernehmen. Darüber hinaus ist die Internetseite seit ihrem Relaunch vor ein paar Monaten auch optisch sehr aufgeräumt und bietet alle wichtigen Infos auf einen Blick. Optisch macht die Webseite mit großformatigen und hochauflösenden Bildern zum Empfang einiges her. Im Vergleich der Webseiten der Rugby-Bundesligisten schneidet der Klub damit am besten ab.


Der beste Liveticker

Der Liveticker liegt uns bei TotalRugby natürlich besonders am Herzen. Wir stellen dieses Tool für alle Rugby-Bundesligisten seit Jahren zur Verfügung und bieten diesen damit eine große Plattform. An interessanten Spieltagen sind am Samstag-Nachmittag zu jedem Zeitpunkt über 500 User auf der Liveticker-Subpage unterwegs und über den Spieltag hinweg informieren sich tausende Fans über das Spielgeschehen in der Bundesliga via Liveticker.

Zur Nutzung dieses Tools benötigt der gastgebende Vereine lediglich ein Smartphone und 3G-Empfang. Natürlich lässt sich der Ticker besser mit einem Laptop nutzen, doch die Ergebnisse mit ein paar kurzen Erklärungen per Smartphone an die deutsche Rugby-Community weiterzugeben, sollte eigentlich für jeden Bundesligisten möglich sein. Doch dem ist leider nicht immer so. Während zwei Vereine den Ticker in der abgelaufenen Saison konsequent boykottiert haben, sind andere Vereine Woche für Woche Wackelkandidaten. Ticker-Zusagen werden nicht eingehalten, da sich angeblich niemand finden ließ um über die 80 Minuten zumindest einmal zehn Updates zu schreiben.
Bei anderen Vereinen kommt der Ticker eher einem Steno-Protokoll des Punktestandes gleich. Zwar ist dies besser, als gar nicht informiert zu werden, doch viele Bundesligisten dienen als gutes Vorbild. Der TV Pforzheim beispielsweise bietet Woche für Woche die Aufstellungen und einen interessanten, wenn auch manchmal etwas nüchtern daherkommenden Ticker, der das Spielgeschehen akkurat wiedergibt. Der RK Heusenstamm ist ebenso immer mit einem Ticker vertreten und informiert gefällig über das Geschehen am Martinsee.

Doch unser Favorit ist in dieser Kategorie der RK 03 Berlin. Neben den wichtigen Grundlagen, also den Aufstellungen und der akkuraten Beschreibung des Spielgeschehens, versucht sich der RK 03 des Öfteren an Wortwitz und kurzweiliger Unterhaltung. Zwar ist man im vergangenen Jahr im Halbfinale gegen Pforzheim mit Einlassungen über Gegner und Schiedsrichter sicherlich über das Ziel hinausgeschossen. Doch immerhin sorgen die Berliner regelmäßig für ordentlich Gesprächsstoff und machen die Ticker-Lektüre interessant. Uns bleibt zu hoffen, dass so viele Vereine wie möglich diesem positiven Beispiel folgen. Rugby-Deutschland wird es euch danken.

Bester Facebook-Auftritt

Das beliebteste soziale Medium ist ohne jeden Zweifel Facebook. Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist bei Facebook vertreten - für Vereine ist das größte und bekannteste soziale Netzwerk damit die optimale Chance von ihren Spielen zu berichten, Nachwuchs zu rekrutieren, aber auch um eigene Sponsoren zu präsentieren. Diese Chancen lassen sich auch die Rugby-Vereine der Republik nicht entgehen: Mit Ausnahme von Absteiger TSV Victoria Linden - wenn man nach diesem sucht, landet man auf einer recht skurrilen Seite, die scheinbar nicht vom Verein betrieben wird - hatten alle Vereine der ersten und zweiten Bundesliga eine aktive Facebook-Seite.

Jedoch unterschied sich die Qualität der Facebook-Auftritte erheblich. Dabei geht es uns nicht nur um die optische Gestaltung, sondern schlicht auch um die Aktualität und Regelmäßigkeit der Posts. Während einige Vereine mit fast täglichen Updates, Vor- und Nachberichten, Bildern und Videos aufwarten, wartet man bei anderen Vereinen zum Teil tagelang auf Updates.
Als bei einem Bundesligisten, den wir hier nicht angeben wollen, ein Bundesliga-Resultat selbst Tage nach dem Spiel nirgends zu finden war, sahen wir uns genötigt öffentlich in einem Facebook-Kommentar nachzufragen. Der Verein reagierte dann tatsächlich einen Tag später, aber nur indem er das Ergebnis im fünften Absatz eines Posts über ein Jugend-Turnier beiläufig erwähnte. Wenn man es selbst Anhängern und interessierten Journalisten schwer macht, ein Ergebnis, geschweige denn Details zum Spiel herauszufinden, braucht man sich über mangelnde öffentliche Aufmerksamkeit nicht wundern.

Aber hier geht es ja darum positive Beispiele hervorzuheben und da gibt es etliche. Natürlich sind da der Meister HRK und der TV Pforzheim zu nennen, die ihre Anhängerschaft regelmäßig mit Updates versorgen und dabei vieles richtig machen. Auch der Rugby Club Leipzig, oder der RK 03 Berlin wissen mit ihren Auftritten zu gefallen.

Doch für uns ist der beste Facebook-Auftritt, derjenige des TSV Handschuhsheim. Die Löwen versorgen ihre zahlreichen Anhänger nicht nur regelmäßig und verlässlich mit den wichtigen Infos und Foto- und Video-Material. Darüber hinaus macht der Auftritt der Löwen auch optisch einiges her. Statt die eigene Startaufstellung vor Bundesliga-Spielen in schnöder Textform zu präsentieren, animiert der TSV vor jedem Heimspiel eine Grafik mit seiner aktuellen 22 inklusive Fotos der Spieler.

 

 

Der TSV bietet darüber hinaus seinen Sponsoren ebenso Raum in seinem Facebook-Auftritt und mit den etwa 2.500 Followern dürfte dies für lokale Unternehmen durchaus interessant sein. Dabei ist der Facebook-Auftritt des TSV alles andere als Hexenwerk und wäre mit zwei bis drei Stunden Engagement pro Woche für jeden Erst- oder Zweitligisten machbar. Durch das Prinzip von Facebook werden gute Inhalte durch Teilen belohnt, wodurch sich mit geschickten Posts weitaus mehr Anhänger erreichen lassen, als dies über die Hompage oder vor Ort machen ließe.

 

Bestes Twitter-Profil

Neben dem fast schon allgegenwärtigen Facebook gibt es auch weitere soziale Medien, die von den Rugby-Vereinen der Republik genutzt werden können und sollten. Twitter beispielsweise wird insgesamt von deutlich weniger Usern genutzt, jedoch trifft man bei Twitter überaus häufig „Multiplikatoren“. Und genau diese, also beispielsweise Journalisten und Verbands-Verantwortliche, kann man via Twitter mit wichtigen Infos versorgen. Leider nutzen nur wenig Vereine dieses Tool und wieder sind da der HRK und der TV Pforzheim zu nennen.

Doch ebenso vermeintlich kleinere Vereine wie der Hamburger RC sind bei Twitter recht aktiv. Andere, wie der RC Leipzig sind sporadisch auf Twitter aktiv, während der anderweitig sehr aktive RK 03 Berlin seinen Twitter-Account seit Jahren brach liegen lässt. Doch der wohl aktivste Verein in der Bundesliga ist die RG Heidelberg, die fast tagtäglich selbst twittert oder Rugby-Nachrichten per Retweet verbreitet. Mit seinem Auftritt mag die RGH mit ihren 600 Followern deutlich weniger User erreichen, doch für schnelle Updates eignen sich die 140 Zeichen optimal. Die Orange Hearts wissen diese einzusetzen.

 

Bester Instagram-Auftritt

Auch die Foto-Plattform Instagram eignet sich für Rugby-Vereine, um vom eigenen Spielgeschehen zu berichten. Mit dem richtigen Einsatz von Hashtags lassen sich mit spektakulären Bilder der eigenen Spiele auch Rugby-Fans erreichen, die gar nicht spezifisch nach demjenigen Verein gesucht haben.

Wie man die Foto-Platform Instagram gut bespielt kann sich die Bundesliga-Konkurrenz beim frischgebackenen Meister HRK abschauen. Dieser erfreut seine Anhänger mit einer Mischung aus Spielfotos, Trainings-Videos und spätestens seit der Meisterfeier auch mit zahlreichen Jubel- und Feierbildern.

 

 

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Kommentare (1)add comment

Bene Müller said:

3977
Werkzeuge für Öffentlichkeitsarbeit
Ich finde ein sehr anregender Bericht. Hilfreich wäre ein Folgebericht, der unerfahrenen Vereinen den Einstieg in eine gute Öffentlichkeitsarbeit erleichtert. Zum Beispiel mit Info über Apps für Liveticker (evtl. Tickaroo) etc. Miteinander und voneinander lernen macht uns gemeinsam stärker.
Juli 13, 2017

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