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Noch 100 Tage bis zur Rugby-WM: Die Vorfreude auf Japan 2019 steigt
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Mittwoch, 12. Juni 2019

Der WM-Pokal im Schatten und im Hintergrund ist ein überdimensionales Logo der WM 2019 zu sehen.
Die Rugby-WM 2019 wirft ihre Schatten voraus.

Es wird der allererste Rugby World Cup in Asien sein und heute sind es nur noch genau 100 Tage bis zum Eröffnungsspiel Japan-Russland in Tokio. Das insgesamt knapp sechs Wochen dauernde Turnier wird in Deutschland von ProSieben Maxx übertragen, also dürfen sich auch Rugby-Fans hierzulande über eine Extra-Ladung Rugby im Free TV freuen. Doch wie sieht der Fahrplan der Teams bis zur WM aus und gibt es für deutsche Fans jetzt überhaupt noch Chancen es zur WM zu schaffen?

Bryan Habana und Shane Williams waren der Geleitschutz des Webb-Ellis-Cups, der goldenen WM-Trophäe, benannt nach dem Erfinder des Rugby-Sports, als dieser gestern auf japanischem Boden landete. Von Tokio aus wird der Pokal die verbleibenden Tage an allen Ecken und Enden der Inselnation zu sehen sein. Die Macher bei World Rugby haben weder das Datum noch die Begleitung des Pokals zufällig gewählt, sind es doch heute genau noch 100 Tage bis zum ersten Ankick des World Cups. Der südafrikanische Pokal-Kurier Habana hat mehr Versuche bei seinen drei WM-Teilnahmen gelegt, als jeder Spieler vor oder nach ihm. Lediglich der Größte aller Zeiten, Jonah Lomu, hat es ebenso auf 15 Versuche gebracht.

Gefeiert wurde das symbolische Datum mit einem großen Presse-Event in Japan und das Interesse der dortigen Medien war entsprechend groß. Es hatte durchaus Zweifler, als World Rugby vor knapp zehn Jahren das Turnier in das Land der aufgehende Sonne vergab. Mittlerweile sind diese Stimmen aber deutlich ruhiger geworden, wenn nicht gar gänzlich verstummt. 5,5 Millionen Ticket-Anfragen hatte es in der ersten Bewerbungsphase gegeben, mehr als doppelt so viele wie verfügbare Tickets. Leere Sitze, wie von manch einem Kritiker befürchtet, wird es in Japan wohl kaum zu sehen geben. Dazu seien die Vorbereitungen der japanischen Organisatoren hervorragend, wie World Rugby CEO Gosper heute betonte - die Stadien seien in einem makelosen Zustand.

Auch das Interesse der Japaner, für die Rugby nach Baseball und Fußball nur auf Rang drei in der Liste der populärsten Sportarten rangiert, ist deutlich höher als erwartet. World Rugby ließ darüber hinaus verlauten: Über eine Million japanische Schulkinder seien durch die WM erstmals in den Kontakt mit Rugby gekommen. Dazu sei die WM schon jetzt ein kommerzieller Erfolg - durch höhere Sponsoren-Einnahmen als 2015 übertrifft das 2019er-Turnier schon jetzt die Einnahmen von 2015, worüber sich World Rugby im kommenden WM-Zyklus weitestgehend finanzieren muss. Der wirtschaftliche Wert für die Volkswirtschaft Japan insgesamt wird auf knapp zwei Milliarden Euro geschätzt.

Der Countdown läuft, noch 100 Tage bis zum größten Sportereignis des Jahres

Wie geht es für die Teams weiter?

An diesem Wochenende finden die Finalspiele der französischen Top 14 und der amerikanischen MLR statt. Damit sind dann alle professionellen Ligen der Nordhemisphären beendet. Für den Großteil der Spieler geht es dann in einen kurzen Urlaub - die Spieler aus Wales beispielsweise bekommen mit vier Wochen am meisten Zeit, sind aber bereits übernächste Woche wieder im Einsatz. Für die meisten Teams geht es nämlich noch diesen Monat in die lange und brutale Vorbereitung auf das Turnier.

Frankreichs Spieler, die nicht im Halbfinale oder Finale der Top 14 involviert waren müssen am 25. Juni ihre Vorbereitung im nationalen Leistungszentrum Marcoussis bei Paris antreten. Anfang Juli folgt dann ein erstes Trainingscamp in den Alpen, vor allem um Kondition zu bolzen, bevor das Team im August bei Valencia sich zehn Tage lang den letzten Schliff holt. Wales hält es ähnlich und bereitet sich wie schon 2015 in den Schweizer Alpen in der Höhe vor. England wird im Juli ein längeres Trainingscamp im norditalienischen Treviso abhalten, da die Bedingungen dort denen in Japan ähneln, wie Coach Eddie Jones unterstreicht.

Im August schließlich spielen alle Teams Warm-Up-Spiele, zum Teil auch gegen vermeintlich kleinere Nationen. So tritt Schottland in Georgien an und ist damit das erste Weltklasse-Team, das sich der Herausforderung Tbilisi stellt. Die Südhalbkugel-Teams sind momentan noch im Super-Rugby-Wettebewerb involviert und werden dann ohne eine längere Pause direkt in die Rugby Championship übergehen, die dieses Jahr wegen der WM aber nur in verkürzter Form ausgetragen wird. Danach haben fast alle Top-Teams, inklusive der Rugby-Championship-Mannschaften, noch ein Vorbereitungsspiel am ersten September-Wochenende, bevor es in die jeweiligen Camps in Japan geht.

Kann ich als Fan jetzt noch eine Reise zur WM buchen?

Auch für deutsche Fans ist es noch nicht zu spät, eine WM-Reise nach Japan zu organisieren. Im offiziellen Ticketshop der WM (erreichbar unter folgendem Link) gibt es noch Restkarten für viele der 48 Spiele, ab etwa 40€. Als Faustregel gilt: Je attraktiver die Partie desto teurer die Karten und für die absoluten Topspiele, wie Neuseeland-Südafrika, die K.o.-Spiele und die des Gastgebers gibt es bereits keinerlei Tickets mehr.

So bleiben für Spätentschlosse aktuell noch Karten für eine Reihe von Spielen, wie Australien-Uruguay in Oita, in der günstigsten Kategorie schon für knapp 40€ zu kaufen. Für die Partie der Wallabies gegen Georgien am 11. Oktober in Shizuoka gibt es Karten ab 50€. Selbst Tickets für die All Blacks könnte man Stand heute noch erhalten, jedoch „nur“ gegen Kanada und für den saftigen Preis von umgerechnet 150€ für Kategorie B.

Flüge ins Land der aufgehenden Sonne gibt es ab Deutschland je nach Datum und Abflughafen ab etwa 600€ - wenn man Wert auf Direktflüge und spezifische Daten legt, muss man mit einigen hundert Euro mehr rechnen. Vor Ort sind die Lebenshaltungskosten in Japan durchaus mit denen in Deutschland vergleichbar. Dazu sollte man in einen Japan Rail Pass investieren - mit diesem Ticket kann man wahlweise eine, zwei oder drei Wochen lang alle öffentlichen Verkehrsmittel inklusive dem legendären Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen nutzen.

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