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Noch gute 3 Wochen bis zum EM-Auftakt: Blick auf die deutsche Konkurrenz
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Donnerstag, 17. Januar 2019

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Rumänien feuerte nach zwei Niederlagen im November den erst zuvor ernannten Coach Thomas Lievremont.

Es wird bald ernst in der Rugby Europe Championship. Nur noch gute drei Wochen sind es, bis das Team von Mike Ford in der EM antritt. Grund genug für uns von TR auf unsere kommenden EM-Gegner zu blicken. Im ersten Teil unserer Serie geht es um Belgien und Rumänien, auf die unsere Jungs in den ersten beiden REC-Runden treffen wird.

Belgien mit Verstärkungen im Trainer-Team und prominentem Rücktritt

Deutschlands Auftakt-Gegner bei der Rugby Europe Championship, die belgischen Diables Noirs, gehen erneut mit Erfolgstrainer Guillaume Ajac in die EM. Der 38-jährige ist bereits seit 2014 Cheftrainer der Rugby-Auswahl unseres Nachbarland. Damals wurde er als Trainer der U19 Jugend-Nationalmannschaft des belgischen Verbandes zum Nationaltrainer befördert, ohne selbst zuvor Top-Teams betreut zu haben.

Zur neuen EM-Saison werden Ajac vom belgischen Verband nun allerdings zwei prominentere Co-Trainer an die Seite gestellt. Fabrice Landreau, ehemaliger Frankreich- und Stade-Français Hakler, wird sich um die Arbeit mit dem Belgien-Sturm kümmern und für die Defensiv-Arbeit zuständig sein. Der 50-järhige Landreau hatte nach seinem Karriereende unter anderem im Trainerteam von Stade, Toulon und zuletzt Grenoble mitgewirkt.

Für Belgiens Hintermannschaft wird Cédric Garcia, ein ehemaliger spanischer Nationalspieler, zuständig sein. Der ehemalige Gedränghalb hatte erst 2015 seine durchaus illustre Erstliga-Karriere in Frankreich bei Castres beendet und übernimmt nun seinen ersten prominenteren Trainerjob, nachdem er zuletzt als Cheftrainer beim französischen Viertligisten Comité Pays Catalan tätig war.

Nachdem die Belgier im November keinerlei Spiele absolviert haben und nun zumindest kein offizielles Vorbereitungsspiel angesetzt hat, dürfte das Leistungsniveau der Belgier für unsere schwarzen Adler eine Wundertüte bleiben. Zumindest beim Spieler-Personal hatte es zuletzt eine wichtige Meldung gegeben.

Zum EM-Auftakt gegen Deutschland wird ein prominenter Name in der Aufstellung der Belgier fehlen: Mit Alan Williams beendete bei den Belgiern zuletzt ein ganz wichtiger Strippenzieher seine Nationalmannschafts-Karriere. Seine in 61 Länderspielen erzielten 693 meist vom Kicking-Tee erzielten Punkten machen den Verbinder/Schluss zum besten Punktesammler in der Geschichte des belgischen Rugbys.

Noch im Vorjahr gegen Deutschland hatte Williams mit einem Versuch und sechs Erhöhungen als Fullback der Diables Noirs entscheidenden Anteil an der damaligen Schlappe des deutschen Teams. Der erst 30-jährige, der einst als Erstliga-Profi des mehrfachen französischen Meisters Castres auflief, wird bei den Belgiern schmerzlich vermisst werden.

Rumänien: Stürmische Zeiten, Trainer-Karussell und Vorbereitungsspiel gegen Portugal

Anders als die Belgier, mussten die rumänischen Eichen im November antreten, um den Abstieg in die zweitklassige Rugby Europe Trophy zu verhindern. Und zwar nicht, wie von den Fans der Eichen erhofft, um sich für die neunte WM in Folge zu qualifizieren. Nach dem Skandal um nicht spielberechtigte Nationalspieler bei der EM 2018, mussten die Rumänen den größten Punktabzug verkraften und landeten folgerichtig auf dem letzten Rang der letztjährigen Championship.

Das Relegationsmatch gegen Portugal gewann Rumänien im heimischen Baia Mare dann aber klar mit 36:6. Die anderen beiden November-Tests gegen die USA (5:31) und Uruguay (20:27) gingen jedoch jeweils mehr oder weniger deutlich verloren. Aus Sicht des rumänischen Verbands Grund genug den gerade erst ernannten Thomas Lievremont zu entlassen.

Nach einer deutlichen Schlappe gegen die USA kassierte Rumänien auch gegen Uruguay durch diesen Versuch eine Last-Minute-Schlappe

Der Bruder von Ex-Frankreich-Coach Marc Lievremont, hatte erst vergangenen September den Waliser Lynn Howells ersetzt. Der war nach dem EM-Gesamtsieg 2017 und der vermeintlichen Qualifikation für die in WM in Japan eigentlich dafür vorgesehen, die Eichen im Land der aufgehenden Sonne zu weiteren Höhen zu führen, hatte sich aber im Alter von 68 Jahren dazu entschieden nicht perspektivisch auf die WM 2023 hinzuarbeiten. 

Nach der Entlassung vom erst zwei Monate im Amt befindlichen Lievremont hieß es seitens des rumänischen Verbandes in einer Verlautbarung trocken, dass er sich nicht an vertraglich vereinbarte Vorgehensweisen gehalten und Zielvorgaben verpasst habe. Nun übernimmt Ex-Frankreich-Profi und Eichen-Hakler Marius Tincu den Job interimsmäßig für die EM.

Insgesamt waren die letzten Wochen und Monate im rumänischen Rugby äußerst stürmisch. Zweite-Reihe-Stürmer Andrei Ursache sah sich veranlasst seinen eigenen Verband öffentlich  zu kritisieren. Die Einbürgerung von eingekauften Profis aus dem Ausland habe den Teamspirit zerstört. Sein Kapitän Mihail Lazar sieht Rumänien als Rugby-Nation vor dem Scheideweg.

Bei den Eichen herrscht momentan Unzufriedenheit im Kader und Unruhe im Umfeld. Daheim gegen unsere schwarzen Adler in der im äußersten Nordosten des Landes nahe dem Länderdreieck mit der Ukraine und Moldawien gelegenen Stadt Botosani, dürften die Eichen aber dennoch als Favorit gelten. Zumal sie in der Vorbereitung, anders als die Belgier, ein Vorbereitungsspiel gegen Portugal absolvieren und dann bereits gegen Georgien den ersten Härtetest hinter sich haben.

 

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Kommentare (5)add comment

achim behring-scheil said:

4008
...
Anstatt hier einen Artikel über deutsche Gegner loszulassen würde mich viel mehr interessieren, was denn so im DRV (Vorstand) und Vorbereitung des Teams passiert. Seit den neuen Vorstandswahlen schippert der >Verband so daher. Kein Kommentar zum Rücktritt Alexander Michls. Die Neuverpflichtung von Ford und Boutha ist gut, aber erfolgt zu spät für eine gute Vorbereitung. Aber warum soll sich etwas ändern? Auch die Vorbereitung auf das Repechage-Turnier wurde viel zu spät angegangen. Und wie geht es nach der Frühjahrrunde weiter? Nachhaltigkeit und Öffentlichkeitsarbeit ist im DRV wohl unbekannt. Schade.
Januar 17, 2019

Roland Welsch said:

97
Danke schön Herr Behring -Scheil
So siehts aus!
Januar 17, 2019

Matthias Hase said:

381
...
Ich würde mir auch mehr Texte über das deutsche Rugby wünschen. Aber was kann TR für die ÖA des DRV? Die ÖA des DRV ist übrigens genauso gut/schlecht wie die der den DRV bildenden Vereine: Schweigen im Walde seit dem letzten Spieltag im vergangenen Jahr.
Januar 18, 2019

Riemi R. said:

3754
...
Für mich zum Verständnis. Ist TR auf die ÖA des DRV so angewiesen? Wenn es offiziell keine bis wenig Informationen gibt, würde ich mich trotzdem über eine Einschätzung von Expertenseite, TR verfügt doch bestimmt noch über andere Informationsquellen (bitte korrigieren wenn es nicht so ist), freuen.
Den Artikel oben habe ich aber auch sehr gerne gelesen und freue mich auf die Spiele unserer Fünfzehner.
Januar 18, 2019

Matthias Hase said:

381
...
Zunächst steht es TR völlig frei, welche thematischen Schwerpunkte redaktionell gesetzt werden. Da macht es die Sache natürlich einfacher, wenn DRV und Vereine TR mit PM beliefern, was auch für die Zusammenarbeit mit allen anderen Medien gilt. Erfolgt dies nicht, hängt es davon ab, ob TR in die Recherche geht. Bei den personellen Ressourcen über die TR verfügt, überlegt man sich halt, welches Thema man wann bearbeitet. Zumal andere Quellen eben nicht der DRV sind und man die entsprechenden Infos von mindestens zwei unterschiedlichen Quellen bestätigen lassen sollte, was die Recherche aufwendiger gestaltet. Alles andere wäre Spekulatius. Um mediale Berücksichtigung zu finden, gilt es für den DRV und die Vereine also, TR als das zentrales Rugby-Medium in Deutschland regelmäßig mit PM zu versorgen.
Januar 18, 2019

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