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Rugby-Festtage auf der Insel: Die großen Duelle um die Feiertage
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 28. Dezember 2018

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Adam Hastings, der Sohn von Schottland-Legende Gavin, soll Schottland bald als Spielmacher zu alter Stärke führen. Doch nach einem schwachen Auftritt steht der 22-jährige Spielmacher nun im ältesten Vereinsduell der Welt unter besonderer Beobachtung.

Es ist zu einer Art Tradition in Großbritannien geworden - rund um die Festtage gibt es im Fußball und Rugby die ganz großen Vereins-Duelle, während bei uns der Spielbetrieb ruht. Wer also bereits genug von Biathlon, Bob und Co. Im Öffentlich-Rechtlichen hat, dem wird an diesem Wochenende Spitzenrugby ohne Ende geboten. In England, Irland und Schottland stehen die größten Vereins-Duelle des Jahres an.

Derbys in der Guiness Pro 14

In der einst als keltischen Liga gestarteten Pro 14 ist großer Derbyspieltag. Allen voran das Duell Munster gegen Leinster hält Irland in Atem. Fast alle Stars des Weltranglisten-Zweiten stehen bei diesem Duell der Erzrivalen am Samstag (16 Uhr deutscher Zeit) im legendären Thomond Park auf dem Rasen. Seit Wochen ist das legendäre Stadion von Limerick ausverkauft und das trotz eigens für dieses Spiel installierter zusätzlicher Plätze.

Leinster-Verbinder und Weltspieler des Jahres Johnny Sexton tritt gegen seinen einstigen Lehrling Joey Carbery an, der im vergangenen Sommer den Wechsel von den Blauen zu den Roten vollzogen hatte. Für Irland-Prop Cian Healy wird es ein ganz besonderes Spiel, denn der 31-jährige Kraftprotz steht vor seinem 200. Spiel im Blau der Dubliner.

Healy und Sexton sind noch aus dem Leinster-Team von 2009 übrig, das mit dem Heineken-Cup-Sieg nicht nur Munster als Europacupsieger ablöste, sondern die unglaublich erfolgreiche Ära der Landsmannes beendete und diese überholte. Sie haben die bisher zehn stärksten Jahre der Dubliner geprägt und wollen das wohl erfolgreichste Jahr in Irlands Rugby-Geschichte mit einem Sieg beenden.

Joey Carbery war bei Leinster zwei Jahre lang Lehrling von Jonny Sexton, jetzt tritt er in Munster-Farben gegen den Lehrmeister an

In Schottland scheint eine solche Wachablösung noch nicht nah zu sein, doch die Übermannschaft Glasgow musste trotz Tabellenführung in Konferenz A gegen die Erzrivalen aus Edinburgh eine schmerzliche Niederlage einstecken. Vor über 20.000 Zuschauern ging das Hinspiel des 1872 Cup, benannt nach dem Jahr des ersten Duells beider Teams, mit 23:7 an Edinburgh.

Das Team aus der Hauptstadt hat sich unter Ex-Leicester Coach Cockerill gemausert und steht im Heineken-Cup vor der erst zweiten Qualifikation für ein Viertelfinale und konnte nun den vermeintlichen größeren Lokalrivalen schlagen. Allerdings unter freundlicher Mithilfe von Schottlands Nachwuchs-Verbinder Adam Hastings.

Der Sohn der Schottland- und British-Lions-Legende Scott Hastings hat in dieser Saison die schwierige Aufgabe, den nach Paris abgewanderten Superstar Finn Russel zu ersetzen und bisher gute Leistungen gezeigt. Gegen Edinburgh jedoch warf er als Spielmacher gleich zwei Interceptions - die beiden abgefangenen Pässe führten zu 14 direkten Punkten und damit kostete er seinem Team das Spiel.

Ein Spiel zum Vergessen für Verbinder Hastings

Wenn beide Teams morgen zum Rückspiel in Glasgow erneut aufeinander treffen, dürfte es spannend zu sehen sein, wie Hastings diesen Nackenschlag verkraftet hat. Denn Hastings dürfte auch für die schottische Nationalmannschaft künftig eine große Rolle spielen und zwar nicht unbedingt nur als Backup für Russel.

Bereits heute Abend 20:35 deutscher Zeit (live auf DAZN) treffen Connacht und Ulster im zweiten irischen Derby aufeinander. Während Connacht vor einer Woche eine dramatische Niederlage gegen Leinster verkraften musste - Leinster legte in den letzten zehn Minuten gleich drei erhöhte Versuche und drehte damit das Spiel - hat Ulster nach einem Kampfsieg über Munster Rückenwind.

Mit Jacob Stockdale hat die Truppe aus Belfast den wohl momentan besten Außen der Welt in der Mannschaft und hat nach schwierigem Saisonstart langsam Fuß gefasst. Doch auch Connacht mit Star-Innen Bundee Aki ist, gerade daheim im windigen Galway, gefährlich. Für beide Teams geht es im Kampf um die Playoff-Plätze um wichtige Zähler.


Traditionsduelle in England

Auch in England geht es um die Feiertage zur Sache. Fast schon traditionell, zum elften Mal, laden die Harlequins ins Nationalstadion Twickenham. Immer um die Feiertage spielen Quins ein Spiel statt im heimischen Stoop im nur wenige hundert Meter entfernten 82.000 Zuschauer fassende Rugby-Tempel.

Morgen kommen Wasps zu Gast - damit kommt es zum Duell zweier traditionsreicher Teams vor voller Hütte. Doch beide Teams kriselten zuletzt leicht und sind mit gehörigem Abstand hinter den Über-Teams Exeter und Saracens auf vier und fünf. Spannend zu sehen sein dürfte, ob Lima Sopoaga langsam die hohen Ansprüche bei den Wasps erfüllt. Der Star-Einkauf mit der Erfahrung aus immerhin 18 Einsätzen für die All Blacks hatte zuletzt bei seinem neuen Klub enttäuscht.

Bereits heute Abend empfangen die Northampton Saints den Tabellenführer Exeter (20:45 auf DAZN). Exeter steht nach dem Sieg über die Saracens unangefochten an der Spitze und dürfte auch auswärts im Franklin’s Gardens Favorit sein. Als Achter haben die Saints nicht einmal halb so viele Punkte auf dem Konto wie Vizemeister Exeter.

Das ändern will Taqele Naiyaravoro - der XXL-Winger im Körper eines Zweite-Reihe-Stürmers war bereits bei den Waratahs in Sydney eine tödliche Waffe. Nun will der Australier mit Fidschi-Wurzeln auch in der Premiership zu einem der Top-Stars wachsen. Am Sonntag dann um 16 Uhr deutscher Zeit beenden Bath und Leicester (live auf DAZN) das Wochenende der Topspiele.

Im Rec, direkt unterhalb der zum Weltkulturerbe zählenden Altstadt von Bath, kommt der Rekordmeister zu Gast. Leicester Tigers hatten zuletzt die tiefste Krise der jüngeren Vergangenheit durchgemacht. Aber nach acht Niederlagen sprach der Verein Interims-Coach Geordan Murphy überraschend das Vertrauen aus - was das Team den Verantwortlichen mit einem deutlichen Sieg über Quins dankte.

Im Duell mit dem direkten Tabellennachbarn Bath könnten die Tigers nun nicht nur am Rivalen aus den West Midlands vorziehen, sondern im Optimalfall bis auf Rang vier vorrücken. Nach der bisher verkorksten Saison sicherlich eine gute Ausgangssituation, um in die zweite Saisonhälfte im neuen Jahr zu starten.

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