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World Rugby Awards: Irland dominiert, DRV-Kontingent feiert mit den ganz Großem im Welt-Rugby
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 26. November 2018

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Vertraten Deutschland in Monaco auf dem roten Teppich der World-Rugby-Awards: Eric Marks, Dasch Barber, Michael Poppmeier und Raynor Parkinson.

Irlands Nationalmannschaft, ihr Spielmacher und Stratege Johnny Sexton sowie Coach Joe Schmidt waren die großen Gewinner am gestrigen Abend in Monaco, wo World Rugby die besten unseres Sports ehrte. Nach dem Grand Slam und dem historischen Sieg über die All Blacks, einer insgesamt nahezu perfekten Saison, sahnte Irland gestern die begehrtesten Trophäen verdientermaßen ab. Auch Deutschland war im Fürstentum Monaco durch ein Quartett um DRV-XV-Kapitän Michael Poppmeier vertreten.

Mit der Zeremonie des Weltverbands, bei dem die besten unseres Sports geehrt wurden, endete auch das internationale Rugby-Jahr und die Botschaft aus Monaco ist eindeutig: Die seit einer Dekade anhaltende Dominanz der All Blacks schwindet langsam aber sicher, das hat nicht nur der Sieg der Iren vor gut einer Woche unterstrichen. Nachdem Beauden Barrett zuletzt zwei Mal in Folge zum Weltspieler gewählt wurde und seit 2011 nur Neuseeländern diese Ehre zu Teil wurde, war nun der Irland-Verbinder Sexton an der Reihe als Weltspieler des Jahres gekürt zu werden.

Sexton ist erst der zweite Ire, der zum Weltspieler des Jahres gewählt wurde. Im Jahr 2001 war es Weltklasse-Hakler Keith Wood, der als erster Empfänger überhaupt mit dieser Trophäe nach deren Einführung geehrt wurde. Irlands Verbinder Sexton hatte in diesem Jahr mit seinem Klub Leinster, sowie mit Irland alles nur erdenkliche gewonnen: Die Pro 14, sowie den Champions Cup in überragender Manier mit Leinster - den Grand Slam bei den Six Nations, einen 2:1 Sieg auf der Australien-Tour, sowie drei Siege bei den November Internationals.

Nicht nur sprichwörtlich sprachlos: Johnny Sexton bei seiner Ehrung zum Spieler des Jahres

Seine nicht immer spektakuläre, aber unglaublich effektive Art das Spiel der Iren zu lenken und anzutreiben, steht maßgeblich hinter dem Erfolg Irlands. Sexton ist, wie seine Mitspieler immer wieder betonen, der Antreiber und Stratege hinter dem irischen Erfolg. Wenn Konkurrent Beauden Barrett mit spektakulären Runs und Versuchen aufblitzt, ist Sexton eher der Dirigent des irischen Erfolgs. Er scheint, nach mittlerweile sieben Jahren als Irlands Spielmacher, soweit gereift, immer gefühlt die richtige Option zu wählen: Ob Kick, Pass oder sein berühmter „Wrap Around“, bei dem er den Ball vom Angespielten zurückbekommt und so oftmals eine Überzahl kreiert. Dazu beweist der erfahrene Ire auch in den ganz engen Situationen einen klaren Kopf: Sein 40-Meter-Dropgoal zum Six-Nations-Auftakt in Paris ermöglichte dieses perfekte Jahr für die Iren erst.

Als Sexton gestern dann mit der Trophäe geehrt wurde, fehlten ihm die Worte und das nicht nur sprichwörtlich. Zum ungünstigsten Zeitpunkt hatte ihn eine Hals-Infektion erwischt und so musste sein Kapitän Rory Best sein präpariertes Statement vorlesen - Sexton, der daneben stand brachte nur ein kurzes „meine Stimme ist weg“ ins Mikrofon.


Irland als Team des Jahres nach 8 Neuseeland-Siegen in Folge

Nachdem Neuseeland seit 2010 jedes Jahr zum Team des Jahres gewählt wurde, war nun Irland erstmals überhaupt an der Reihe. Insgesamt hat sich das Spiel des momentan Weltranglisten-Zweiten über die letzten Jahre gewandelt - war Coach Joe Schmidt noch vor wenigen Jahren für seinen erfolgreichen Kick-lastigen Spielplan kritisiert worden, hat sich das irische Spiel signifikant weiterentwickelt.

Mittlerweile legt es Irland auf Ballbesitz aus und kann damit auch das immer noch weltbeste Team Neuseeland Phase um Phase dominieren und damit unter Druck setzen. Dazu haben die Iren, angeführt von Defensiv-Coach Andy Farrell, die wohl beste Verteidigung im Welt-Rugby. Erst heute wurde bekannt, dass Farrell nach der WM im kommenden Jahr den sich zur Ruhe setzenden Joe Schmidt ersetzen wird.

Zum Abschied sozusagen wurde Schmidt noch die Ehre Coach des Jahres zu Teil. Dem gebürtigen Neuseeländer wurden zuletzt immer wieder Ambitionen nachgesagt All-Blacks-Coach Steve Hansen zu beerben. Nun aber hat Schmidt angekündigt nach der WM Ende des kommenden Jahres seinen Trainerjob aufzugeben, um sich seiner Familie widmen zu können. Sein bereits bestimmter Nachfolger Andy Farrell, der bisher lediglich als Defensiv-Coach gearbeitet hat, wird große Fußstapfen zu füllen haben.

Bei der gestrigen Zeremonie war mit DRV-XV-Kapitän Michael Poppmeier, sowie Raynor Parkinson, Eric Marks und Dasch Barber ein DRV-Quartett auf dem roten Teppich vertreten. Von Marseille aus mussten die vier nur gute zwei Stunden Autobahn-Fahrt zurücklegen, um ins Fürstentum zu gelangen. Mit Prinz Albert, dem Gastgeber, sowie reichlich Rugby-Prominenz konnten Poppmeier und Co. bei der After Party auf die gelungene Saison anstoßen. Dabei dürften die deutschen Jungs mittlerweile auch in den großen Rugby-Kreisen keine unbekannten mehr sein. Zuletzt hatte All-Blacks-Legende Andrew Mehrtens, der von Mitte der 90er bis Mitte der 2000er-Jahre Neuseelands Spielmacher war, den deutschen über die sozialen Medien zum Erfolg über Kenia gratuliert.

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Kommentare (1)add comment

Ralf Scharnagl said:

3020
Spielerin des Jahres
Als Spielerin des Jahres wurde die Französin Jessy Trémoulière mit dem World Rugby Award ausgezeichnet. Bei den Frauen waren von fünf Nominierten übrigens vier aus Frankreich. Im Gegensatz zu den französischen Männern, darf man von der französischen Frauenmannschaft in den nächsten Jahren noch einiges erwarten. Ihr letztes Spiel gegen Neuseeland haben die Französinnen mit 30 : 27 vor über 17.000 Zuschauern gewonnen. Auch diese Zuschauerzahl, die schon bei den Six Nations im Spiel gegen England erreicht, zeigt die wachsende Bedeutung und Beliebtheit des Frauenrugby in Frankreich.

Auf Rugbyrama steht noch ein interessantes Interview mit Jessy Trémoulière.
November 27, 2018

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