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TR-Review Rugby-Bundesliga: RGH und BRC mit wichtigen Derbysiegen
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Dienstag, 13. November 2018

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Leipzig bleibt mit dem vierten Sieg in Folge an der Spitzengruppe dran. Foto (c) Kirschner

Der Blick von ganz Rugby-Deutschland richtete sich an diesem Wochenende nach Marseille - doch in der Rugby-Bundesliga stand der wichtige letzte Spieltag des Kalender-Jahres an und es gab noch einige wichtige Duelle auszufechten. Die RG Heidelberg und der Berliner RC konnten in ihren jeweiligen Derbys wichtige Erfolge einfahren und ihre Position in den oberen Gefilden der beiden Bundesliga-Staffeln festigen. Der RK Heusenstamm fertigte indes einen geschwächt antretenden HRK ab und entledigt sich damit erst einmal der gröbsten Abstiegssorgen.

Süd/West

RG Heidelberg 38 - 32 TSV Handschuhsheim

Die Orange Hearts sicherten sich Samstag daheim ganz wichtige fünf Zähler im Kampf um die Playoffs. Die Männer von Coach Jeff Tigere holten daheim einen ganz wichtigen Sieg - „uns war immer klar, dass es ein verdammt hartes Stück Arbeit werden würde, wir haben weniger Fehler gemacht, das hat den Unterschied gemacht“, fasste der neue RGH-Trainer das Geschehen gegenüber TR zusammen.

Zuvor hatten sich die beiden Heidelberger Traditionsklubs ein heißes Duell geliefert. Auf den frühen ersten Schlag von Löwen-Innen Syme antwortete die RGH mit einem einstudierten Spielzug, den Schreieck abschließen konnte. Die Gäste konnten in Abwesenheit ihrer drei DRV-XV-Helden immerhin auf ihr Gedränge und einige weitere Speedster bauen - Siebener-Nachwuchs-Nationalspieler Christopher Korn vollendete einen Löwen-Spielzug zur erneuten Führung des TSV.

Doch auch die RGH hat vielversprechenden Siebener-Nachwuchs - der eingewechselte Wolfram Hacker mit seiner Geschwindigkeit und Zweite-Reihe-Stürmer Hug mit seiner Power brachten die RGH in Front. Der zum Achter umfunktionierte Atu Katoa jedoch zeigte die Qualitäten eines Innen, als er einen RGH-Pass abfing und zum Versuch einlief. Noch vor der Pause jedoch konnten die Gastgeber sich ein wenig Luft verschaffen - Fabian Heimpel per Strafritt und Dropgoal schraubte das RGH-Punktekonto auf 25 zu 17 der Löwen.

Eine mögliche Löwen-Aufholjagd wurde durch eine gelbe Karte für Sturm-Veteran Rob May erheblich erschwert. Dennoch brachte Syme, nachdem es zuvor einen Straftritt auf beiden Seiten gegeben hatte, den TSV in Schlagdistanz. Die Hoffnung beim von der anderen Neckarseite mitgereisten Gäste-Anhang währte aber nur wenige Minuten. Ein Basti-Himmer-Solo brachte Orange wieder deutlicher in Front - ein weiterer Heimpel-Straftritt vergrößerte die Lücke auf elf Zähler.

Aber es sollte tatsächlich noch einmal richtig spannend werden, als Nachwuchs-Löwe Dustin Innorcia ganz außen durchbrach und ablegen konnte und Übelhör auf RGH-Seite gelb kassierte. Die Gäste warfen nun noch einmal alles nach vorne und kamen über den Sturm auch nochmal gefährlich nah. Doch am Ende hielten die Orange Hearts ihre Linie sauber und feierten einen enorm wichtigen Sieg. Bereits in einem Monat werden beide Teams auf im Norden der Neckarstadt in einem Nachholspiel erneut aufeinandertreffen. Dann sicherlich mit den DRV-XV-Stars der Löwen.

Deren Trainer Gordon Hanlon zeigte sich auch allzu enttäuscht: „Wir haben uns erneut in eine Position gebracht das Spiel zu gewinnen, haben zwei Punkte geholt, bleiben aber Herr der Lage, da wir noch einmal gegen die RGH im Dezember spielen. Wir werden an unseren Fehlern arbeiten und geduldiger werden müssen.“ Mit Blick auf die Lage der Liga ergänzte der Ire: „Es war ein weiteres großartiges Rugby-Spiel, mir gefällt die neue Bundesliga richtig gut.“ 

Neckarsulmer SU 38 - 13 RC Luxembourg

Zweiter Sieg in Folge und dabei noch die rote Laterne endlich losgeworden. Aus Neckarsulmer Sicht hätte das Duell mit den Ruggern aus dem Großherzogtum kaum besser verlaufen können. Ein Mann, der für die NSU seit seiner Ankunft im Großraum Heilbronn den Unterschied macht ist Benjamin Soto. Der Dritte-Reihe-Stürmer war eine späte Verstärkung und im Hinspiel in Luxemburg noch nicht mit von der Partie. Er brachte die Blauen früh in Front und deren Schluss Alex Webb legte noch vor der Pause nach - mit zwei Erhöhungen und einem Straftritt ging es beim Stand von 17:6 in die Kabine.

 



Die Fans in Obereisesheim mussten gegen Beginn des zweiten Durchgangs noch einmal bangen, als ihre Helden sich gleich mehrere dumme Fehler leisteten und mit zwei gelben Karten auf einmal mit nur noch 13 Mann ihre Linie verteidigten. Luxemburg nutzte dies zum 13:17 Anschluss, konnte aber in der Folge kein weiteres Kapital schlagen. Im Gegenteil, nach einem Strafversuch wegen eines kollabierten Gedränges war die NSU wieder auf der Siegerstraße und konnte in der Schlussphase das Ergebnis durch Freddie Austin und Alexandru Axin hochschrauben. Der damit erzielte Bonuspunkt könnte im weiteren Saisonverlauf noch von entscheidender Bedeutung sein. Luxembourg kann sich jedoch noch vor der Winterpause mit zwei Nachholspielen gegen Handschuhsheim und den HRK an der NSU vorbeischleichen und die rote Laterne zurückgeben.

RK Heusenstamm 67 - 17 Heidelberger RK

„Es hat gut getan nach zehn Jahren Mal wieder gegen den HRK zu gewinnen“, so Füchse-Urgestein und Trainer Markus Walger nach dem deutlichen Sieg seiner Mannschaft gegen den Serienmeister der vergangenen Jahre. Dass dies nicht der Ruderklub der letzten Jahre sein würde, war allen Beteiligten klar, zumal dem Klub neben den Sommer-Abgängen die in Marseille weilenden DRV-XV-Spieler fehlten. Dennoch betonte Walger, dass er eine „gute Entwicklung“ seiner eigenen Truppe gesehen habe. Zumal der Sieg im Kontext der RKH-Saison sehr wichtig ist. Mit 19 Zählern haben die Füchse nun zum Anfang der Rückrunde schon vier mehr auf dem Konto, als in der gesamten Vorsaison.

Die Gastgeber waren dem Klub von der ersten Minute an klar im Sturm und auf der Dreiviertelreihe überlegen. Mit Sam Rainger, Leon Hees und Tim Biniak waren gleich alle drei Siebener-Asse der Füchse mit einmal auf dem Platz, was den Füchsen in den letzten Jahren nicht dermaßen oft vergönnt war. Mit viel Tempo und Spielfreude überrollte die RKH-Reihe den Gegner geradezu, aber auch der Sturm war dem geschwächt antretenden Klub überlegen, so dass es im Minutentakt im Klub-Malfeld klingelte.

Bereits zur Pause führten die Füchse mit 43:5 und in Abwesenheit einiger wichtiger Akteure musste sich Prop Kleebauer an die Erhöhung des einzigen Versuchs machen. Der Erste-Reihe-Brocken stellte sich dabei erstaunlich gut an, verfehlte jedoch unter den Augen des eigentlichen Kickers Steffen Liebig, der an diesem Tag als Trainer fungierte. Nach 80 Minuten standen beim RKH sage und schreibe 67 Punkte zu Buche, während der HRK mit drei Versuchen und einer dicken Chance kurz vorm Abpfiff nur knapp am Bonus vorbeischrammte.

SC Frankfurt 1880 50 - 17 SG TV-CfR Pforzheim

Auch im letzten Spiel des Kalenderjahres geht Frankfurt siegreich vom Feld. 39 von möglichen 40 Zählern sprechen eine deutliche Sprache und untermauern die Stärke des Sportclubs. Doch bis dahin war es ein schweres Stück Arbeit. Frankfurt hatte sich selbst in Durchgang eins in größte Schwierigkeiten gebracht. Die frühe 12:0 Führung der Gastgeber hatten nicht die gewünschte Wirkung denn Pforzheim blieb vorerst im Kampf und als die 1880er sich Ende der Auftakthalfte gelbe Kartons im Minutentakt abholte und die Halbzeit mit 12 Spielern beendete, kam Pforzheim zu seinen ersten Zählern. Als sich der Rhinos-Hakler über die Linie der Gastgeber wuchtete, hätte man meinen können, dass der zweite Durchgang Spannung zu bieten haben würde, doch weit gefehlt.

Noch in Unterzahl konnten die Gastgeber, die nun das Tempo merklich erhöhten, durch einen Deichmann-Straftritt und einen Sztyndera-Versuch davonziehen. Als sich dann 1880-Hakler Marcel Becker per Show-and-Go den Weg ins Malfeld ebnete, war der Pforzheimer Widerstand gebrochen. Erst als Frankfurt mit 20 Minuten auf der Uhr erneut temporär in Unterzahl spielte, kam Pforzheim durch einen Strafversuch noch einmal ran. Drei späte Frankfurt-Versuche besiegelten aber das Schicksal der Gäste, die zumindest eine Stunde lang den Kampf angenommen hatten und am Ende mit leeren Händen zurück in die Goldstadt mussten. Während 1880 damit als souveräner Tabellenführer auf Playoff-Kurs ist, überwintern die Pforzheimer mit ernsthaften Abstiegssorgen - ein Novum für die erfolgsverwöhnten Rhinos.


Nord/Ost

Berliner RC 48 - 5 RK 03 Berlin

Die Wachablösung ist mit diesem deutlichen Sieg eindeutig, oder anders gesagt, die Kings of Berlin sind nun die Jungs aus der Jungfernheide. Mit einem Derbysieg, der deutlicher als die meisten Duelle der letzten Jahre war, beendet der BRC ein überaus erfolgreiches Jahr 2018. BRC-Coach Maaser analysierte nach dem Abpfiff: „Die Leistungen im Training haben uns Trainer dieses Spiel erwarten lassen. Die Jungs haben intensiv  an den Standards gearbeitet und den RK - anders als im Hinspiel - auch hier dominiert. Im offenen Spiel  konnte der RK der Geschwindigkeit unserer Mannschaft wieder nichts entgegen setzen.“

Zuvor hatten seine Männer das Geschehen über 80 Minuten dominiert und bereits zur Pause mit 33:5 dominiert. Die durch Verletzungspech geplagten Gäste aus dem Osten der Hauptstadt waren mit dem schnellen Spiel der Gastgeber überfordert und müssen nun über die lange Winterpause hinweg daran arbeiten, wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Platz fünf ist. Nicht der Anspruch der zuletzt so erfolgsverwöhnten Hauptstädter. Der BRC hingegen beendet die Runde auf Platz mit nur drei Zählern Rückstand auf Tabellen-Primus Hannover 78 ab. Bei den jungen Berlinern wird man für die verbleibenden sechs Rückrundenspielen die erstmalige Playoff-Teilnahme seit einigen Jahren anvisieren.

Berliner Grizzlies 19 - 53 Hannover 78

Hannover 78 gelang am Samstag der erste Sieg in dieser Saison auf der Willi-Sänger-Anlage der Berliner Grizzlies. Dabei hatten die Grizzlies mit ihrem gewohnt physischen Spiel lange die Oberhand - bis kurz vor dem Pausentee hatte die Mannschaft von Coach Ian Fowler die Nase vorne und unterband auch das schnelle Phasenspiel der 78er. Doch die Gäste aus Niedersachsen kamen wie ausgewechselt aus der Kabine und spielten sich quasi in einen Rausch - gegen müder werdende Grizzlies fanden die 78er mehr und mehr Lücken und zogen innerhalb von nur weniger Minuten uneinholbar davon.

Mitte des zweiten Durchgangs kamen die Grizzlies noch einmal auf 19:27 heran, konnten aber das Tempo der Gäste in der Schlussphase nicht mehr mitgehen. Vier weitere 78-Versuche beendete Grizzlies Träume von einem weiteren Heimsieg, oder gar einem Bonuspunkt. So geht 78 als Tabellenführer in die Winterpause mit einer Niederlage gegen den BRC, aber sieben Bonuspunktsiegen. Die Berliner haben als Sechster immerhin zehn beruhigende Punkte Polster auf den Relegationsplatz, wo momentan der HRC steht.

RC Leipzig 46 - 26 FC St. Pauli

Zwar steht am Ende ein klarer Sieg für die sächsischen Gastgeber, die damit Rang vier in der Tabelle festigen, doch auch die Hamburger Gäste gingen nicht völlig unzufrieden in die Winterpause - hat man doch ein weiteres Pünktchen im Kampf gegen den Abstieg geholt und ist damit auf einen Zähler an den HRC herangerückt. Speziell der Pauli-Sturm hat sich in den letzten Wochen einen Ruf erarbeitet und auch die Leipziger konnten die schweren Hanseaten nur phasenweise unter Kontrolle halten.

 


Doch wo es beim Schlusslicht mangelt, ist ebenso klar. Die Hanseaten haben immer dann Probleme, wenn es schnell wird. So konnte Leipzig einen frühen 0:7 Rückstand zur Pause in eine 36:12 Führung zur Pause umwandeln und konnte in Durchgang zwei seinen Stiefel herunterspielen. Pauli kam nach dem Durchgang wie Leipzig zu zwei weiteren Versuchen und geht in dem Wissen, dass das Hamburger Derby am 27. April wohl über den Verbleib in Liga eins entscheiden wird, in die Winterpause. Leipzig dagegen hält Anschluss an die Spitze und kann über die Adventszeit von höheren Weihen träumen.

SC Germania List 66 - 10 Hamburger RC

War das Hinspiel noch ein Spiel auf Messers Schneide gewesen, konnte sich die Lister Germania im letzten Spiel des Kalenderjahres klar durchsetzen. Für die Mannschaft von Coach Danny Stephens kommt die Winterpause geradewegs zur Unzeit. Hatte der walisische Trainer der Hannoveraner doch an diesem Wochenende erstmals seine absolute Top-XV zur Verfügung. Kapitän Stefan Mau zeigte sich nach dem Spiel gegenüber TR auch zufrieden mit diesem Sieg: „Wir haben das Spiel meiner Meinung nach jederzeit kontrolliert - der HRC hat wirklich gut verteidigt musste dem hohen Tempo aber im zweiten Durchgang einfach Tribut zollen.“

Tatsächlich hatten die Hamburger mit einigen krachenden Hits lange dafür sorgen können, dass man in Schlagdistanz blieb. Erst nach einer halben Stunde hatte Gedrängehalb Niclas Koch die erste Lücke gefunden und hatte zum ersten Versuch seiner Germania abgelegt. Erst mit dem Pausenpfiff konnten die Gastgeber über Ruben Pollakowski nachlegen und auf 14:3 vorerst davonziehen. In Durchgang zwei allerdings ging es dann aus HRC-Sicht viel zu schnelll: Verbinder Daniel Koch und dann zwei Mal sein Bruder Niclas und wieder Daniel selbst brachten die Germanen mit vier Versuchen in 15 Minuten in eine hervorragende Ausgangsposition. Der HRC Widerstand war gebrochen und so plätscherte das Spiel vor sich hin, bis ein Gerangel nach einem harten Tackle zumindest noch einmal alle wachrüttelte. Ein am Ende ungefährdeter Sieg hält Germania am Spitzenduo, während der HRC nunmehr nur noch einen Zähler Vorsprung auf das Schlusslicht Pauli hat.

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