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TR-Vorschau Bundesliga-Halbfinale: Wer schafft den Sprung ins Berliner Endspiel
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Donnerstag, 24. Mai 2018

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In der Nordstaffel konnte 78 allen Gegnern entwischen - gelingt den Hannoveranern das gegen die RGH auch? Foto (c) Hannover 78

Die Bundesliga-Halbfinalspiele stehen an - zwei Mal gibt es das Duell der beiden deutschen Rugby-Zentren, zwei Mal heißt es Hannover gegen Heidelberg. Doch während eines der beiden Spiele eine sehr klare Sache zu drohen wird, erwartet man im anderen ein Duell auf Augenhöhe. Bei weiterhin frühsommerlichen Temperaturen wird beim Duell 78-RGH nicht viel rumtaktiert, so viel steht fest.

Hannover 78 - RG Heidelberg
Samstag 26. Mai, 15 Uhr

Der Nordmeister empfängt den Vizemeister der Südstaffel. Das Duell zweier Traditionsklubs, die seit der Bundesliga-Reform 2012 nicht mehr regelmäßig gegeneinander spielen. Für beide Vereine ist es das wohl wichtigste Spiel seit Jahren und die Rahmenbedingungen könnten kaum besser sein. Perfekte Bedingungen und keine Terminkonflikte, dazu sind noch alle Siebener-Nationalspieler trotz äußerst widriger Bedingungen auf dem Moskauer Kartoffelacker heil zurück vom EM-Turnier gekommen. Die Zuschauer dürfte ein absoluter Rugby-Leckerbissen erwarten!

Die Gastgeber wollen nach einer perfekten regulären Saison mit 14 Siegen aus 14 Spielen nun auch noch den allerletzten Schritt bis ins große Finale in Berlin gehen. Für 78-Coach Benjamin Krause wäre es „Sahnehäubchen“ auf eine Saison, in der man mit dem Heim-Halbfinale das eigentliche Ziel schon erreicht hat. Doch warum jetzt aufhören denken sich die 78er und geben die Marschroute „taktiert wird nicht, wir spielen voll auf Attacke“ aus.

Nach einer perfekten Saison im Norden soll nun das Sahnehäubchen für 78 folgen

Gerne erinnert man sich an das letzte Aufeinandertreffen mit der RGH im Pokal im März 2017, das man knapp gewinnen konnte. Jedoch waren die Orange Hearts kurz vor den Hong Kong 7s auch ohne eine Reihe von Siebener-Assen angereist. Jetzt gilt es genau diese brandgefährlichen schnellen Gäste zu bändigen. Mit Bastian Himmer und Marvin Dieckmann sind darunter auch zwei 78er Eigengewächse, bei denen man besonders gut um deren Stärke Bescheid weiß: „Die sind im Eins-gegen-Eins stark, wir müssen knallhart gegen die verteidigen - gerade über die Defensive der Dreiviertelreihe können wir das Spiel für uns entscheiden“ analysiert 78-Coach Krause gegenüber TotalRugby.

Insgesamt sehe man die Heidelberger aufgrund der Stärke der Südstaffel leicht favorisiert, doch ein Halbfinale sei sowieso von Beginn an schon eine offene Geschichte - „wir werden uns nicht unter Wert verkaufen, auch wir haben ein paar echt gute Spieler dabei, die wirklich Qualität haben“ so der 78-Trainer abschließend. Vom Personal her kann er dabei aus dem Vollen schöpfen, lediglich Erste-Reihe-Stürmer Igor Marinkovic und der Langzeitverletzte Phil Sczcesny fehlen weiterhin. Kain Rix ist fit aus Moskau zurückgekehrt und Jan Piosik wird nach zwei Turnieren in Folge mit dem Development-Team sicherlich schwere Beine haben.

Die Gäste, die erst am Spieltag früh morgens per ICE anreisen werden, gehen ebenso mit der klaren Zielsetzung Finaleinzug in dieses Spiel. Das bestätigt Trainer Rudolf Finsterer im Gespräch mit TotalRugby. 78 sei für die RGH schwer einzuschätzen, auch wenn man natürliche wisse welch gute Männer 78 an Bord habe, aber deshalb sei die erste Maßgabe das eigene Rugby ordentlich aufzuziehen: „Es wird ein ganz intensives Spiel zwischen zwei nahezu gleichwertigen Gegnern werden“ so RGH-Urgestein Finsterer weiter.

Bei der RGH ist man heiß auf die Chance erstmals seit 10 Jahren in ein Finale einziehen zu können

Seine Buben, wie Finsterer die Orange Hearts nennt, würden sich besonders auf das schnelle Geläuf und die guten Bedingungen am schnellen Graben freuen. In Moskau hatte man auf einem grenzwertigen Geläuf spielen müssen und dementsprechend schwer seien die Beine nun. Aber es sei nun Mal ein Halbfinale und jeder werde sich durchbeißen. Dafür werde man fast mit der besten Mannschaft auflaufen, lediglich Jakob Scheurich wird sich scheinbar nicht rechtzeitig von einer Grippe erholen. Robert Haase und Wolfram Hacker seien nach den zwei Turnieren mit der Siebener-Entwicklungsmannschaft ebenso fraglich, aber grundsätzlich fit.

TotalRugby-Prognose: Das Ergebnis zwischen diesen beiden spielstarken Teams zu prognostizieren ist eine recht undankbare Aufgabe. Was allerdings offensichtlich scheint - dieses Spiel dürfte offen, schnell und spannend werden. Zwei Teams, die besonders über ihre schnellen Akteure ins Spiel kommen treffen bei allerbesten Bedingungen aufeinander. Was will man als Rugby-Liebhaber mehr. Für die RGH spricht sicherlich die perfekt aufeinander eingespielte Hintermannschaft mit dem großen Siebener-Kontingent, das versuchen wird, die Hannoveraner Defensive auseinanderzuwirbeln. Doch auch die Gastgeber haben einige pfeilschnelle Leute in der Defensive und wenn sie es schaffen Himmer, Heimpel und Co. einigermaßen unter Kontrolle zu halten, wird es ein ganz enger Schlagabtausch mit offenem Ausgang. Dazu spricht die lange Anreise am Spieltag selbst nicht unbedingt für den Gast - 78 wird sich hauchdünn in einem Rugby-Thriller sondergleichen mit +2 Zählern durchsetzen.

Heidelberger RK - SC Germania List
Samstag 26. Mai, 15 Uhr

Das zweite Hannover-Heidelberg-Duell, in umgekehrter Konstellation, verspricht leider nicht dermaßen viel Spannung. Zum dritten Mal treffen HRK und SCG in der vorletzten Bundesliga-Runde am Harbigweg aufeinander und bisher konnte der Klub immer klar als Sieger vom Platz gehen (2016: 104-12 / 2017: 69-12).

Der HRK hatte seinen Spielern seit dem Europapokal-Finale von Bilbao eine gute Woche freigegeben - die bisherige Rückrunde hatte gezehrt. Nach einer Trainingswoche sieht man sich beim Klub „gut vorbereitet“ in das Halbfinale gehen. Das Ziel ist, wenig überraschend, der Finaleinzug. Zwar werden mit Raynor Parkinson (private Gründe), Felix Lammers (Infekt) sowie dem aus Moskau angeschlagen zurückgekehrten Niklas Hohl (Adduktoren) einige Spieler fehlen, doch der Klub hat einen wahren Luxus-Kader und wird die Ausfälle auffangen können.

Beim HRK will man vor allem nun die Spannung halten. Nach einer Übersaison mit unglaublicher Dominanz in der Südstaffel der Bundesliga will man sich nicht vorzeitig in Sicherheit wiegen: „Eine ähnliche Situation hatten wir aber auch vor 2 Jahren, als wir dann am Ende der Saison unsere beiden wohl schlechtesten Saisonleistungen gezeigt und die Titelverteidigung verpasst haben“ so Coach Pieter Jordaan. Deshalb werde man Germania, die man als „spielstarke Mannschaft“ einschätze, nicht unterschätzen. Jordaan weiter: „Wir werden von Beginn an hellwach sein müssen und in der Verteidigung keine Lücken aufmachen dürfen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir trotz einiger angeschlagener Spieler an die bisherigen Saisonleistungen anknüpfen und ins Finale einziehen werden“.

In der Südstaffel unglaublich dominant, nun soll der vorletzte Schritt für den HRK folgen

Germania hingegen muss seit dem vorletzten Spieltag ohne Coach Duiane Lindsay auskommen, der seinen neuen Job als Nationaltrainer Polens angetreten hat. Seitdem haben die erfahrenen Spieler Stefan Mau (Sturm) und Daniel Koch (Dreiviertelreihe) das Training übernommen. Der Tatsache, dass man in dieses Spiel als krasser Außenseiter geht, ist man sich bei den Hannoveraner Gästen bewusst. Zudem wird man, so Interims-Coach Mau gegenüber TR, „auf einige Leistungsträger verzichten müssen“.

Der etatmäßige Verbinder Daniel Koch ist weiterhin verletzt, wie sein DRV-VII-Kollege Jarrod Saul. Dazu wird der Germania mit dem beruflich verhinderten Nico Windemuth und höchstwahrscheinlich noch Henrik Meyer zwei weitere Schlüsselspieler aus dem Prunkstück Hintermannschaft fehlen. Für die Germania geht es deshalb vor allem darum, gegen den Klub „die Basics richtig zu machen ordentlich mitzuspielen“ so Mau gegenüber TR. Ein Sieg auswärts beim Meister, zumal mit dem prall gefüllten Lazarett, wäre utopisch.

TotalRugby-Prognose: In diesem Halbfinale kann es nur einen Sieger geben und das ist der gastgebenden Heidelberger RK. Nach dem Continental-Shield-Finale vor zwei Wochen haben die Klub-Recken eine verdiente Pause von einer Woche bekommen und werden nun alles daran setzen ihren deutschen Meistertitel zu verteidigen. Der erste Schritt dazu werden sie am Samstag daheim machen. Mit dem besten Sturm Deutschlands und einer spielstarken Dreiviertelreihe ist der Klub den Germanen klar überlegen. Zwar ist den Gästen, wie auch in den beiden Vorjahren, durchaus ein Versuch zuzutrauen, mehr aber nicht. Der HRK zieht ungefährdet mit +56 in das Berliner Finale ein.

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