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Ben Ellermann - Hamburger Rugby-Export Down Under
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Donnerstag, 4. Januar 2018

DRV-Trio in Brisbane(von links) Christopher Korn, Niklas Hohl und Ben Ellermann.
DRV-Trio in Brisbane(von links) Christopher Korn, Niklas Hohl und Ben Ellermann.

Mehr als 340.000 junge Menschen im Alter von 18-30 Jahren zieht es Jahr für Jahr nach Australien für einen sogenannten „Working Holiday" Aufenthalt, davon gute 10% aus Deutschland. Ben Ellermann zählt rein vom Visa her, das in seinem Pass klebt, auch zu diesen etwa 33.000 Deutschen Down Under. Doch mit dem üblichen Backpacker-Leben hat der erst 19-jährige Hamburger, der bereits in sehr jungen Jahren Rugby-Luft in der Bundesliga und der DRV VII schnuppern durfte, nicht viel zu tun. Er ist des Rugbys wegen Down Under und bekommt übernächste Woche die Chance bei den Coral Coast Sevens in der Heimat des Rugbys auf Fidschi teilzunehmen. Auch für junge ambitionierte deutsche Rugby-Spieler, die es ihm gleich tun wollen, hat Ellermann ein paar Ratschläge parat.

Im Herbst des vergangenen Jahres war Ellermann Teil einer DRV-Abordnung von Nachwuchstalenten - neben ihm zählte HRK-Verbinder Niklas Hohl und TSV-Handschuhsheim-Außen Christopher Korn dazu - die mit Unterstützung des Verbands ihre Rugby-Entwicklung in Australien beschleunigen sollte. Das deutsche Trio ging gemeinsam zum North’s Klub in Queenslands Hauptstadt Brisbane, der dort in der höchsten Klasse unter dem Super Rugby unterwegs ist und nahm mit dem Heimat-Klub von Wallabies-Gedrängehalb Will Genia an etlichen hochkarätig besetzten Turnieren teil.

Da sich Ellermann berechtige Hoffnungen auf eine Nominierung in der Siebener-Nationalmannschaft für die DHL Oktoberfest 7s machte, stieß er erst verspätet zu seinen beiden Mitstreitern, die gerade mit der DRV VII in Südamerika weilen. Der St. Pauli-Rugger konnte aber dennoch bei den Noosa und Central Coast Sevens Spielerfahrung auf ganz hohem Niveau sammeln. Unter anderem auch gegen die australische Nationalmannschaft, gegen die Ellermann und Co. allerdings kein Land gesehen haben. Für DRV-Leistungssportreferent Michael Tuttor ist die Australien-Erfahrung der drei Nachwuchskräfte ein wichtiges Element in deren Entwicklung: „Wir als DRV wollen alle in unseren Möglichkeiten stehende Möglichkeiten nutzen, um Talente wie Christopher Korn, Niklas Hohl und eben auch Ben Ellermann zu fördern. Sie konnten sich über diesen Aufenthalt sowohl auf als auch neben dem Feld entwickeln.“

 

See ya later mate - Ben Ellermann mit einem tollen Lauf im Trikot der Stars

Anders als Hohl und Korn, die sich nach sechswöchigem Aufenthalt wieder auf nach Deutschland machten, war mit Ellermann von vornherein vereinbart, dass der Hamburger länger Down Under bleiben würde. Er verlängerte sein Rugby-Praktikum Down Under bei den Sydney Stars - einer Turnier-Einladungsmannschaft, die jungen talentierten Spielern die Chance bietet, sich bei Turnieren auf hohem Niveau zu beweisen. Mit eben jenen Stars wird es für Ellermann auch in zehn Tagen in die Heimat des Rugby-Olympiasiegers gehen.

In der Zwischenzeit hat es ihn aber auf die andere Seite der tasmanischen See nach Auckland verschlagen. Da dort gerade Sommer-Pause herrscht bleibt ihm vorerst nur, sich auf das in Neuseeland auf hohem Niveau in eigenen Ligen betriebene Touch-Rugby und den von daheim übersendeten Trainingsplan von DRV-VII-Fitness-Coach Tonio Krüger zu konzentrieren. Erst in den kommenden Wochen wird Ellermann die Saison-Vorbereitung bei einem ambitionierten Auckland-Klub mitmachen und eventuell auch noch ein paar Spiele zu Anfang der Saison mitnehmen.

Absolut förderlich für die Entwicklung auf und neben dem Feld

Aus Ellermanns eigener Sicht, der erst mit 16 vom Fußball und Kampfsport zum Rugby gewechselt und eine rasend schnelle Entwicklung genommen hatte, lässt ihn die Erfahrung in Australien und Neuseeland als Spieler und privat reifen: „Ich konnte mich hier auf jeden Fall gut entwickeln, viele Sachen fallen mir nun auf dem Feld einfacher. Auch dieses höhere Trainingsniveau durchzustehen funktioniert mittlerweile deutlich besser“ so Ellermann gegenüber TotalRugby.

Aber natürlich ist der Sprung aus der Bundesliga, dem wohl gehüteten Daheim ans andere Ende der Welt kein einfacher. Speziell für den Hamburger waren 30 Grad schon in der früh, erbarmungslose Fitness-Einheiten bei ungewohnten Bedingungen anfangs eine Herausforderung. Doch am Ende sei alles „Gewöhnungssache“ betont der schnelle und kräftige Außen. Er habe dabei auch viel über sich selbst lernen könnne.

Kein typisches Backpacker-Leben - „der Roadtrip läuft mir nicht weg“

Im Vergleich mit den tausenden gleichaltrigen Deutschen, die zur Zeit ebenso in Down Under weilen, ist der Alltag des deutschen Rugby-Exports ein dezidiert anderer. Statt in den Tag zu leben, in Hostels unterzukommen und zu viele Partys zu feiern hat Ellermanns Tag eine feste Struktur, die sich am Training ausrichtet. Doch gerade diese helfe ihm, so der Hamburger gegenüber TotalRugby. „Natürlich wäre es schön auch Mal nicht auf die Ernährung zu achten, Mal einen Roadtrip zu machen, doch der läuft mir nicht weg, den kann ich immer noch irgendwann machen“ so Ellermann weiter. Für den jungen Deutschen stehen Sesshaftigkeit und die Chance sich ein Netzwerk aufzubauen „auf das man eventuell später Mal zurückgreifen kann“ im Vordergrund. „Das Backpacker-Leben ist sicher auch gut, aber nicht unbedingt was für mich.“

Junge Deutsche sollten einen Plan für Australien haben

Auf die Frage, was er jungen deutschen Nachwuchs-Talenten empfehlen kann, die eventuell auch von einem ähnlichen Weg träumen, hat er ein paar Tips parat: „Man muss die Kontakte schon vorab von Deutschland aus knüpfen und sich einen groben Plan zurechtlegen - erst einmal natürlich wo man genau hin möchte, aber natürlich auch aus sportlicher Sicht - wo will ich mich verbessern, wo kann ich mich verbessern?“

Ob man denn nun als junger Deutscher im australischen Rugby gut aufgenommen werde, darüber müsse man sich keine Sorgen machen - „Rugby ist wie eine Familie, über das Rugby findet man schnell Freunde, man sollte lediglich aufgeschlossen und freundlich sein“ ist sich Ellermann sicher. Mit der richtigen Leistung sei auch die Spiel-Praxis nicht das Problem.

Für ihn persönlich geht es erst im April wieder nach Deutschland. Dann will er weiter versuchen sich in der Siebener-Nationalmannschaft zu etablieren. Doch auch das Fünfzehner-Spiel bleibt auf seinem Radar: „Wenn ich mich entscheiden müsste, dann könnte ich das wohl gar nicht, ich mag beide Formen des Rugby, Hauptsache Rugby!“

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Kommentare (1)add comment

Andreas Hauer said:

2314
Zwischen Super Rugby und Club Rugby
Gibt es in Australien mittlerweile die NRC-Meisterschaft (analog zum Currie Cup in Südafrika und dem NPC in NZ).

Dennoch Hut ab vor Bens Entwicklung.
Januar 04, 2018

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