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TotalRugby-Review: Dramatischer Derbysieg für Heusenstammer Füchse!
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Mittwoch, 10. Mai 2017

Kein Mittel gab es für den SC 1880 Frankfurt gegen das Füchse Paket um Benny Polheim (mit Scrum-Cap). Foto (c) RKH Facebook
Kein Mittel gab es für den SC 1880 Frankfurt gegen das Füchse Paket um Benny Polheim (mit Scrum-Cap). Foto (c) RKH Facebook

Heusenstamm stand noch vor nicht allzu langer Zeit sportlich mit dem Rücken zur Wand. Mit einem einzigen Sieg in der Hinrunde als Vorletzter in akuter Abstiegsnot - verfolgt von einem stärker werdenden Schlusslicht Luxemburg - es brannte lichterloh im Füchsebau von Trainer Jens Steinweg. Doch wie schnell sich die Geschicke einer Mannschaft in nur wenigen Wochen wandeln können, hat sich beim RKH ebenso gezeigt, wie beim heutigen Gegner Frankfurt. Dessen Formkurve zeigt seit dem Erreichen des DRV-Pokalfinales im März stetig nach unten. Dennoch gingen beide Teams mit den Anspruch in diese Partie, sich den Derbysieg zu sichern.

Der Auftakt in die Partie gehörte eindeutig den Füchsen. Ganz untypisch erzielten die Siebener-Spezialisten vom RK Heusenstamm im heutigen Derby ihre ersten Punkte mit dem Sturm und machten so aus der Not eine Tugend. Denn aufgrund einer DRV-Schutzsperre und der langwierigen Verletzung von Tim Biniak war keiner der Siebener-Nationalspieler war mit an Bord bei den Gastgebern. Nachdem Schiedsrichter Forstmeyer den Füchsen nach nur zwei gesespielten Minuten einen Straftritt zusprach, hatte Verbinder Zinzan Hees die Chance auf drei Punkte abgelehnt und stattdessen zur Fünf-Meter-Gasse gekickt. Der Sturm um Füchse-Kapitän Jordi Pfeiffer arbeitete sich per Paket bis an die Mallinie heran, so dass Gedrängehalb Joshua Sayson nur noch den Applaus einheimsen und ablegen musste. Zu diesem Zeitpunkt waren noch nicht einmal fünf Minuten gespielt.

Bei den Füchsen wollte man wenige Augenblicke später bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit erneut mit dem gleichen Schema zu punkten. Doch dieses Mal hatte der Frankfurter Sturm um den erfahrenen Etienne du Plessis besser aufgepasst und konnte das Paket der Gastgeber ins Aus befördern. Für den großen Nachbarn der Füchse aus der Bankenmetropole schien dies eine Art Weckruf gewesen zu sein und tatsächlich war Frankfurt nun erstmals richtig im Spiel.

Nach einem schönen Spielzug mit der Dreiviertelreihe konnte Frankfurt dann nach gut 20 gespielten Minuten selbst den ersten Versuch legen und der sichere Cameron Dow verwandelte vom Tee zum Ausgleich. Doch direkt vom Wiederankick konnte Heusenstamms kurze Ecke Patrick Weber das Spielgerät mit einem tollen Lauf bis in die 22 der Frankfurter tragen. Dort angekommen war der Füchse-Sturm wieder an der Reihe und nach etlichen Phasen konnte sich Hakler Gino Gennaro den Weg über die Linie erzwingen. Hees verwandelte erneut sicher zum 14:7 Zwischenstand.

Erst weitere zehn Minuten später konnte der Gast nach einem Gedränge einen Straftritt genau auf der 22 herausholen und durch Verbinder Cameron-Dow verkürzen. Doch Frankfurt brachte sich kurz vor der Pause noch einmal selbst in die Bredouille - durch einen völlig verzogenen Befreiungskick befand hatte Heusenstamm plötzlich mit Gasseeinwurf in vielversprechender Position. Erneut war das Füchse-Paket der Schlüssel zum Erfolg; der RKH-Sturm konnte sich bis kurz vor die Linie heranarbeiten, so dass Patrick Weber aus kurzer Distanz ohne Mühe seinen zweiten Versuch legen konnte.

Doch den Frankfurter Gästen glückte die postwendende Antwort: Zum wiederholten Mal zog Frankfurts pfeilschneller Außen Mazare scheinbar mühelos an der Füchse-Defensive zum Versuch vorbei. Beim Stand von 19:17 ging es dann in die Pause. Die Devise der vom Australier Karl Savimaki trainierten Gäste in Hälfte zwei wurde nach dem Wiederanpfiff schnell deutlich - jeden nur möglichen Punkt mitnehmen. Nachdem SC 80 Kicker Cameron-Dow mit seinem ersten Versuch von der Mittellinie noch scheiterte, gelangen ihm nach einem Straftritt aufgrund eines kollabierten Füchse-Gedränges sowie einem weiteren nach einer RKH-Abseitsposition zwei erfolgreiche Kicks. Frankfurt führte nun 19:23 und war plötzlich drauf und dran die Partie endgültig zu drehen.

Doch erst scheiterte Verbinder Cameron-Dow aus aussichtsreicher Position mit einem weiteren Straftritt. Dann gab es eine konfuse Situation im Füchse-Malfeld, die für den SC 80 eigentlich zwangsläufig hätte zum Versuch führen müssen. Denn hinter der eigenen Linie fühlte sich bei den Gastgebern niemand so recht für den Ball zuständig, bis Eckdreiviertel Patrick Weber das Oval schließlich „totlegte“. Als Heusenstamm das anschließende Gedränge für sich entscheiden und sich aus der Gefahrenzone befreien konnte, hatten die Füchse einen kleinen moralischen Sieg verbucht. Und tatsächlich, nur Minuten später waren es die Füchse am anderen Ende, die mit einem Paket zum vierten Versuch durch Benny Polheim ablegen konnten.

 

Ein glücklicher RKH-Kapitän im TR-Interview nach dem Abpfiff



Nur Minuten später das gleiche Bild - nach einem Frankfurter Vergehen wählten die Füchse die Gasse. Wieder wurde es für Frankfurt brandgefährlich und schließlich gab es, wie so oft an diesem Tag, für Frankfurt kein Mittel um das unaufhaltsame Füchse-Paket zu stoppen. Doch die Versuche vier und fünf konnten beide nicht erhöht werden, so dass Frankfurt beim Stand von 29:23 mit einer minimalen Siegchance in die Schlussphase ging. Alles deutete auf ein dramatisches Ende hin und Frankfurt kam tatsächlich noch Mal per Versuch zum 29:28 Anschluss - nur schien sich Frankfurts südafrikanischer Verbinder Wynston Cameron-Dow seinen größten Fehlschuss fürs dramatische Ende aufgespart zu haben. Er vergab tatsächlich aus mittiger Position und warf damit den möglichen Sieg seines Klubs hinweg.

Der Jubel kannte keine Grenzen und mit dem Derbysieg wanderte der inoffizielle Titel beste Mannschaft an Rhein und Main gehört an die Füchse. Diese haben nun außerdem auf dem fünften Platz liegend die beste Ausgangsposition im Abstiegskampf. Im direkten Duell gegen den Sechsten Neuenheim könnte man einen möglichen Umweg Relegation auf dem Weg zum Klassenerhalt wohl endgültig abwenden. Doch beim Spiel am Samstag im Heusenstammer Sportzentrum Martinsee wird der SCN mit einem großen Pfund wuchern können - nämlich ganze drei Tage länger zur Regeneration gehabt zu haben.

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