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Die Sevens World Series startet ins neue Jahr: Gelingt Neuseeland erneut ein Heimsieg in Wellington?
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Donnerstag, 26. Januar 2017

Im Land des Buch- und Filmklassikers Herr der Ringe gab es nicht das übliche Foto der Mannschaftskapitäne. Foto (c) World Rugby Instagram
Im Land des Buch- und Filmklassikers Herr der Ringe gab es nicht das übliche Foto der Mannschaftskapitäne. Foto (c) World Rugby Instagram

Für Neuseeland gibt es auf der World Series kein besseres Pflaster, als das Heimturnier in der Hauptstadt des Landes Wellington. Nirgends sonst haben die All Blacks Sevens eine derartige Erfolgsbilanz vorzuweisen. Von den letzten sechs Ausgaben der Sevens in „windy Wellington“ konnte Neuseeland fünf gewinnen, einzig Englands Triumph 2013 verhinderte eine perfekte Serie von sechs Siegen (Alle Spiele Live auf DAZN).


Doch all diese Erfolge erzielte die Heim-Mannschaft unter der Regie von Trainer-Legende Sir Gordon Tietjens. Dieser hatte ganze 22 Jahre lang als Trainer der All Blacks Sevens fungiert und dabei zahllose Erfolge erzielt. In den letzten beiden Jahren seiner Regentschaft verlor Neuseeland zunehmend seine dominante Rolle auf der World Series und ließ sich von Fidschi und Südafrika überholen. Nach den aus neuseeländischer Sicht enttäuschend verlaufenen olympischen Spielen trat Tietjens dann von seinem Posten zurück und wurde durch die Interimscoaches Scott Waldrom und Tomasi Cama ersetzt, bevor der Schotte Clark Laidlaw im kommenden Sommer das Ruder langfristig übernehmen wird. Es dürfte also spannend zu sehen sein, wie sich Neuseeland im Jahr eins der neuen Ära daheim schlagen wird.

Wir haben für euch einen genaueren Blick auf die Favoriten in Wellington geworfen:

Die Favoriten:


All Blacks Sevens:

Zwar konnten die All Blacks bei den bisherigen beiden Turnieren der diesjährigen World Series nicht sonderlich glänzen. Ein siebter und ein dritter Platz in Dubai und Kapstadt sind für die All Blacks der schlechteste Saisonstart seit Jahren. Doch auf heimischem Boden ist mit den Neuseeländern immer zu rechnen, denn auch in den vergleichsweise schwachen Vorjahren 2015 und 2016 war Neuseeland das dominante Team im Westpac Stadium und behielt den Titel im Land.

Der Kader des Gastgebers beinhaltet dabei einige neue Gesichter. Neben bekannten Namen wie denen von Kapitän Scott Curry, Dylan Collier, DJ Forbes oder Sherwin Stowers kommen in Wellington gleich vier absolute Neulinge zum Einsatz. Erst vor einer Woche hatten in Rotarua die nationalen Meisterschaften Neuseelands im Siebener stattgefunden, bei denen die Mitre 10 Cup Provinzen gegeneinander um die Siebener-Krone angetreten waren. Dabei konnten Trael Joass, Andrew Knewstubb und Tone Ng Shiu von den Tasman Makos, sowie Vilimoni Joroi aus Otago dermaßen überzeugen, dass sie an diesem Wochenende zu ihrem Debüt in Wellington kommen werden.

Ob deren Unbekümmertheit auch auf der großen Bühne von Vorteil sein wird, bleibt abzuwarten. Mit den USA, Frankreich und Samoa haben die Gastgeber eine vermeintlich leichtere Gruppe erwischt. Bereits im Gruppen-Duell gegen Samoa wird es zum emotionalen Wiedersehen mit ex-Coach Tietjens kommen, der nun für Samoa an der Seitenlinie stehen wird. Nach 22 gemeinsamen Jahren wird dies sicherlich für beide Seiten ungewohnt sein.


Blitzboks:

Nach zwei Turnieren der World Series stehen die Bronze-Medaillen-Gewinner von Rio als bisher beste Mannschaft der World Series da. Auf den überzeugenden Sieg in Dubai folgte für die Boks im Finale von Kapstadt ebenso überraschend eine Niederlage gegen England. Die Männer um den amtierenden Weltspieler des Jahres Seabelo Senatla gehen dennoch mit ordentlich Selbstbewusstsein in das Turnier. Senatla selbst fehlen nur noch sieben Versuche, um den Allzeit-Rekord in Sachen erzielter Versuche für Südafrika zu brechen und das im Alter von nur 23 Jahren und in seinem vierten Jahr auf der World Series! Der bisherige RekordhalterFabian Juries hatte für seine 179 Versuche eine ganze Dekade gebraucht.

Mit Japan, Australien und Fidschi erwartet die Boks allerdings bereits in der Gruppenphase ein heißer Tanz. Zumindest zwei der drei Gegner gilt es hinter sich zu lassen, um weiter auf den Titel hoffen zu dürfen. Mit dem ebenfalls in Topform befindlichen Rosco Specman scheint es gut bestellt um die Chancen der Boks. Kapitän Werner Kok feiert indes auch ein Jubiläum, wenn er am Wochenende zu seinem 100. Spiel auf der World Series im 22. Turnier seiner Karriere auflaufen wird.

 

Ob der Spieler des Turniers im Vorjahr in Wellington wieder ein wenig Rosco-Specman-Action abliefert, wird interessant zu sehen sein


Fidschi:

Für den Olympiasieger von Rio werden die Wellington Sevens das erste Turnier unter dem neuen Trainer Gareth Baber sein. Der gebürtige Waliser hatte zuletzt drei Jahre lang die Siebener-Nationalmannschaft Hongkongs betreut und wird nun die Nachfolge von Ben Ryan antreten. Es ist ein schweres Erbe, denn Ryans Erfolge - zwei World Series Gesamtsiege und Gold bei Olympia - kann Baber kaum toppen. Dazu pflegt sein Vorgänger Ryan sich regelmäßig zu den Leistungen seines ex-Teams per Twitter zu äußern, sehr zum Unmut des fidschianischen Verbands.

Der Saisonstart war für die dominante Mannschaft schlechthin der letzten Jahre durchwachsen. Ein zweiter Platz in Dubai und ein fünfter in Kapstadt, Fidschi blieb unter seinen Möglichkeiten. Allerdings hat neu-Coach Baber erst am 01.01. dieses Jahres offiziell übernommen, bis dahin hatte eine Team aus Interimstrainern die Geschicke des Rio-Champs geleitet. Es bleibt also spannend zu sehen, wie sich die Mannschaft in der Gruppenphase gegen Südafrika und Australien schlagen wird, was ein erster richtiger Test für das neue Set-Up sein dürfte.

Im Kader finden sich mit Jerry Tuwai, Osea Kolinisau, Samisoni Viriviri und Jasa Veremalua einige prominenten Namen, doch Gareth Baber ließ es sich nicht nehmen drei Neulinge in das Aufgebot zu berufen. Angesichts der personellen Tiefe, die Fidschi vorweisen kann, dürfte auch diese Mannschaft äußerst konkurrenzfähig sein. Die Frage ist eher, ob es dem neuen Trainer genauso wie seinem extrem erfolgreichen Vorgänger gelingt, das intuitive und kaum zu verteidigende Fidschi-Spiel mit einer gut organisierten Defensive zu vereinen.

 

Zum Saisonauftakt in Dubai zeigte sich Fiji-Star Masivesi Dakuwaqa in Bulldozer-Manier


England:

Nach einer wahrlich schwachen Saison 2015-2016, die England als Achter der World Series abgeschlossen hatte, meldet sich das Mutterland des Rugby nun wieder mit aller Stärke zurück. Auf das überraschend starke Abschneiden als Dritter in Dubai, ließen die Mannen von Coach Simon Amor einen Überraschungssieg in Kapstadt folgen. In einem atemberaubenden Finale schaffte England es, die bis dahin überragend aufspielenden Blitzboks sowie 60.000 ihrer fanatischen Fans ruhigzustellen.

Wenig überraschend erscheint es also, dass Coach Amor für die Wellington Sevens die gleichen zwölf Männer berufen hat, die auch bereits in Kapstadt den Titel holten. Dan Norton, der in Kapstadt Englands Schlüsselspieler war, scheint in seinem achten Jahr auf der World Series auf dem Zenit seines Schaffens angekommen zu sein.

Coach Simon Amor sieht seine Mannschaft auf dem bestmöglichen Fitnessstand und nach einem vierten Platz im Vorjahr will man nun noch einen Schritt nach vorne machen. Immerhin hatte es England in Wellington in den letzten fünf Jahren immer mindestens ins Cup-Halbfinale geschafft.

 

Im Halbfinale von Kapstadt rettete Dan Norton seine Mannschaft mit einem 80m Versuch in der Nachspielzeit

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Kommentare (5)add comment

Matthias Hase said:

381
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Leider lässt das Zuschauerinteresse nach, sodass über eine Verlegung des Turniers an einen anderen Austragungsort diskutiert wird: http://www.stuff.co.nz/sport/r...wellington
Januar 26, 2017

Roland Welsch said:

97
Das ist
schon seit längerm ein Thema , von allen WS Austragungsorten hat Wellington seit Jahren den schlechtesten Zuschauerzuspruch. Die Gründe sind vielfältig . Hier besteht einen Chance fürs deutsche Oktoberfest Sevens , wenn wir da gleich im ersten Jahr an Zuschauerzahlen von Wellington ran kommen , ist das ein starkes Argument pro München falls WR WEllington wirklich canceln wollte!
Januar 26, 2017

Peter Adam said:

103
...
Da schlägt man sich die Nacht um die Ohren, um sich das Turnier in Wellington auf DAZN reinzuziehen und dann übernimmt Gabbei von Lüdeke und schafft es innerhalb von 5 Minuten mir die Lust aufs zuhören komplett zu nehmen. Der Kerl hat überhaupt keine Ahnung vom 7s, kann nicht einmal den Namen des Schiedsrichters aussprechen der das Olympiafinale geleitet hat und spricht so ziemlich jeden Spielernamen (Stowers, Molia, von den Franzosen ganz zu schweigen).

Ich gehe ins Bett, gute Nacht!
Januar 28, 2017

Vasco Meyer said:

136
...
Ich habe gerade ins Re-Live reingeschaut und muss meinem Vorredner beipflichten, man hatte fast das Gefühl Gabbei wäre in Wellington Stadionsprecher gewesen, anders kann man sich die leeren Ränge nicht erklären. Positiv war aber der Experre, wie heißt der denn? Den fand ich sehr solide.
Januar 28, 2017

Jonas Braus said:

110
...
DAZN ist geil. Die anderen Kommentatoren holen mich auch viel besser ab, aber inzwischen bin ich der Meinung: Lieber Rugby mit Gabbei, als gar kein Rugby. Warum aber gerade Gabbei gefühlt am meisten eingesetzt wird, erschließt sich mir nicht ganz, ich komme aber auch nicht aus der Branche.
Januar 28, 2017

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