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München RFC-Absage nach Termin-Chaos: RK Heusenstamm hält kampflos die Klasse
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Dienstag, 14. Juni 2016

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Die Heusenstammer Füchse bleiben der Bundesliga nach der Münchner Absage weiterhin erhalten. Foto (c) Kessler

Der Rugby Klub Heusenstamm bleibt erstklassig. Nachdem der von Jens Steinweg trainierte RK die Bundesliga-Südstaffel auf dem vorletzten Rang beendet hatte, wäre für die Füchse aus dem Rhein-Main-Gebiet eigentlich noch ein Sieg im Relegationsspiel gegen den München RFC nötig gewesen, um in der ersten Bundesliga verbleiben zu dürfen, doch die Münchner sagten nun nach langen Terminfindungsschwierigkeiten das Spiel ab.

Laut neuer Bundesliga Spielordnung hätte erst ein Sieg gegen den Verlierer des Aufstiegsendspiels der zweiten Bundesliga Luxemburger RC - München RFC zum Klassenerhalt für den RKH gereicht. Bereits am 21. Mai war das entsprechende Spiel des Nord-Vorletzten Hamburger Rugby-Club gegen die FT Adler Kiel, den Verlierer des dortigen Aufstiegsspiels der zweiten Liga mit der Lindener Victoria, ausgetragen worden.

Doch aufgrund eines Länderspiels des Großherzogtums Luxemburg musste das Aufstiegsspiel zwischen München und Luxemburg verschoben werden, womit auch die Partie des RK gegen den Verlierer aus dem Duell München-Luxemburg verschoben werden musste. Doch mit dem wiedereingeführten Pokal wurde die Terminfindung zur absoluten Farce, zumal Heusenstamm auch noch traditionell an den Amsterdam Sevens teilnehmen wollte und etliche Spieler des Vereins Mitten in der Vorbereitung zur Olympia-Quali stecken und Trainer Steinweg nicht zur Verfügung standen.

Der erstmögliche Termin, der hinter vorgehaltener Hand kolpotiert wurde, war der 25. Juni, ganze zwei Monate nach dem letzten Bundesligaspiel der Füchse. München RFC-Präsident Helmut Kraiger bestätigte nun der Süddeutschen Zeitung gegenüber, dass man freiwillig auf den Aufstieg verzichten würde. "So kann das ja schließlich nicht weitergehen". Immerhin wären zahlreiche Spieler zum Zeitpunkt des nunmehr frühestmöglichen Termins bereits im Urlaub.

RKH-Trainer Steinweg wiederum betonte, dass seine Mannschaft für das Duell bereit gewesen wäre, seine Spieler hätten sich den Termin freigehalten und "alles andere als ein Sieg gegen München wäre eine riesige Enttäuschung" so Steinweg gegenüber der Offenbacher Post. Das Terminchaos hatte bereits mit dem nicht im Rahmenspielplan eingetragenen Länderspiel der Luxemburger Nationalmannschaft, die sich zum Großteil aus RCL-Spielern zusammensetzt, begonnen und setzte sich mit den aus Heusenstammer Sicht unliebsamen Pokalspielen fort. Ohne die zukünftige Ligazugehörigkeit zu wissen, mussten die Füchse gegen St. Pauli und den SCN antreten.

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Kommentare (13)add comment

Andreas Hauer said:

2314
Was für eine Blamage fürs Deutsche Rugby.
Wie sollen denn unter solchen Umständen neue Zuschauer oder Sponsoren gewonnen werden?
Das ist doch absolut lächerlich!

Ich hoffe, beim DRV zieht man entsprechende (ggf. personelle Konsequenzen) aus so einer schlechten Planung/Organisation.
Juni 14, 2016

Ralf Theune said:

3663
Na ja...
Mal ganz im Ernst, wer hätte denn geglaubt, dass Heusenstamm nicht ohnehin einen klaren Sieg gelandet hätte? Ich glaube, mit der ausufernden Qualifikation ist man wieder einmal über das Ziel hinausgeschossen. Immerhin mussten ja vorher noch die Staffelsieger und -zweiten der 2. Liga einen Überkreuzvergleich austragen, auf den man sicher schon hätte verzichten können. Am Ende hätte München nach der Niederlage im Zweitligaendspiel Süd ganze drei Spiele im Rahmen der Relegation gehabt, um am Ende doch zu scheitern. Angesichts der insbesondere im Süden vorhandenen Stärke der Erstligateams könnte man doch künftig auf die Relegation des Vorletzten verzichten. Absteigen würde allein der Letzte und ersetzt durch den Sieger des Zweitligaendspiels.
Dass RC Luxembourg den Termin schieben musste ist, so glaube ich, jedem verständlich, von München wohl auch nicht beanstandet worden. Immerhin hat sich das Nationalteam Luxemburgs den Aufstieg in die (noch so genannte) 2b Division gesichert. Ein Riesenerfolg für das kleine Land. Zudem noch der Aufstieg des RCL in die 1. Bundesliga - da geht ganz schön was ab.
Allerdings, so lange die Bundesliga nicht ausschließlich nach Leistungsstärke, sondern nach regionaler Zuordnung gebildet wird, werden es die Männer aus dem Nachbarland sehr schwer haben in der Erstliga Süd Fuß zu fassen. Ein Gastverein aus Dänemark wäre da klar im Vorteil :))
Juni 14, 2016

Matthias Hase said:

381
...
Mal ganz im ernst, vielleicht sollte man erstmal einen Wettbewerb vernünftig durchtakten, bevor man einen anderen aufsetzt, der mit Ansage auch nicht läuft ...?!
Juni 14, 2016

Mahmud Marachi said:

652
...
bei allem Respekt meinen Vorrednern gegenüber: die Blamage liegt eigentlich nicht beim deutschen sondern beim luxemburgischen Verband.
Die Aufstiegsrunde war "vernünftig durchgetaktet". Durcheinander gekommen ist sie nur, weil der RC Luxemburg erst nach (sic!) Spielansetzung seinen Länderspieltermin bekannt gegeben hat. Alles weitere ist eine direkte Folge davon.
Juni 14, 2016

Matthias Hase said:

381
...
Ein unvorhersehbares Ereignis - und schon bricht im deutschen Rugby Chaos aus. Wir lassen uns zudem von Luxemburg unseren Rahmenspielplan und unsere Bundesliga bestimmen. Klingt jetzt auch nicht besser ...
Juni 14, 2016

Thomas Hein said:

2558
...
Wenn ich einen Wunsch frei hätte

... dann würde der Verband die ganzen Spielplanreförmchen und hinten angehängten Wettbewerbe zu den Akten legen und den Mut haben, ein konsequentes neues Konzept vorlegen, das sowohl realistisch durchzuführen ist als auch den Vereinen genügend Spiele gibt.

Aviva Premiership macht's doch vor: 12 Teams, 22 Spiele, 1 Tabelle und gut ist.
Dazu noch einen griffigen Namen für die Liga, ein ansprechenden Layout/Design für alles (Logo, Homepage undsoweiterundsoweiter) und schon sieht das "Produkt" um einiges besser aus.

Man muss das Rad ja nicht neu erfinden. Man schaue sich nur mal die DEL (und jetzt auch die DEL 2) im Eishockey an. Von dort kann man vieles übernehmen. Klar, da steckt Arbeit drin, aber am Ende sieht's auch nach was aus.

Das man solch einen Schritt nicht unbedingt von einer Saison auf die nächste machen kann, okay. Aber wenn man den Vereinen ein Jahr Vorlaufzeit gibt, hätten sie gute Argumente in der Hand, um daheim neue Sponsoren zu suchen oder mit alten höhere Vertäge auszuhandeln, um die zusätzlichen Kosten (die man mit einem Jahr Planungszeit ganz gut kalkuieren kann) vor Start der neuen Liga abzudecken.

Leider kann ich mir jetzt schon die Argumente vorstellen, warum man das genau so auf keinen Fall machen kann. Wäre auch zu schön, wenn alle an einem Strang ziehen und sagen: Auf jeden Fall, wir machen unsere Liga attraktiv für alle.

Wie gesagt, nur ein Wunsch...
Juni 14, 2016

Matthias Hase said:

381
...
Und so sieht die Realität aus (gefunden im Forum einer artverwandten Sportart):

Re: Wohin geht die GFL? Woher kommen andere?

Beitragvon baeckerman83 » Sa Apr 16, 2016 23:38

Heute waren wir mal bei einer anderen Sportart, Rugby. In Hannover bei SC Germania List wird ja Rugby in der 1. Bundesliga Nord gespielt. Medien mässig in letzter Zeit ja etwas mehr im Blickpunkt. Und wird ja auch schon länger in Deutschland gespielt.
Zu erst taten wir uns schwer Anstoßzeiten und Spielorte zu finden. Den Spielort zu finden war dann auch ein Problem. Denn wir haben ein kleines Stadion erwartet und nicht einen Sportplatz der aussah wie von einem Kreisligisten im Fussball. Zuschauer mässig war auch nicht viel los. Das soll jetzt nicht schlimmer klingen als es war. Uns hat es dort gefallen und das Spiel war schön anzusehen.

Doch waren wir schon etwas verwundert, wir waren auch schon bei Arminia Spartans in Hannover American Football schauen und dort war mehr los.
Juni 14, 2016

Yan Waldner said:

3631
haha
was hätten sich die Jungs erst gewundert wenn sie ein Spiel im Rugbypark zu Köln besucht und diesen Rübenacker gesehen hätten.
Juni 15, 2016

Ralf Theune said:

3663
Termine mitteilen
Der Länderspieltermin der Luxemburger war doch nun wirklich schon lange bekannt. RugbyEurope hat seinen Spielplan seit vielen Monaten fixiert. Es erscheint mir selbstverständlich, dass Clubrugby seine Spiele dem intrnationalen Spielplan anpasst. Wenn der DRV ausländische Mannschaften in seinen Bundesligen zulässt, was nicht nur für die Freunde aus dem Ausland eine Bereicherung darstellt, muss er sich auch den nicht allzu großen zusätzlichen Herausforderungen bei seiner Terminplanung stellen.
Im Übrigen muss ich die Frage nach der Kausalität für die Spielabsage stellen? Warum ein Termin nicht mehr möglich war, entzieht sich meinem Verständnis. Die Saison dauert noch an, es gibt noch Pokalspiele, Play-Offs in NRW, Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga im Süden, also, warum wollte gerade München nicht noch einmal ran? Ferien? Sind die in Bayern schon? Und selbst wenn, 1. Bundesliga erfordert natürlich eine gewisse Prioritätensetzung...
@Thomas Hein: Stimme vollkommen zu. Habe schon immer gesagt, dass eine Bundesliga,die in 1. und 2. Division mehr als die Hälfte aller überhaupt bestehenden Teams umfasst, ihren Namen als Eliteliga nicht verdient.
Juni 15, 2016

Andreas Hauer said:

2314
@ Mahmoud
Die Blamage liegt ganz klar beim DRV!
Im Artikel steht doch: "zumal Heusenstamm auch noch traditionell an den Amsterdam Sevens teilnehmen wollte.."

Seit wann werden, denn Spaßturniere im Ausland Entscheidungsspielen in Deutschland bevorzugt?
Der DRV sollte hier mal seine eigenen Prioritäten überprüfen.

Dass man jetzt noch versucht den Luxemburgern den schwarzen Peter zuzuschieben, wird ja immer grotesker!
Juni 15, 2016

Lars Schindewolf said:

3191
Selbst schuld
Die Schuld für diese Blamage liegt nicht allein beim "DRV"(den gibts so ja garnicht) oder den beteiligten Vereinen. Die Schuld liegt bei den Vereinen und ihren Vertretern, die auf dem DRT 2015 FÜR diesen komplexen Modus mit 3 Relegationsrunden und Pokalspielen zur gleichen Zeit gestimmt haben.
Dabei wurde aber nicht bedacht das der "DRV" mit seinen ehrenamtlichen Strukturen NICHT in der Lage ist solch ein komplexes System vollständig umzusetzen. Die logische Konsequenz heißt also: Zurück zum Einfachen. Der letzte der 1. Liga seiner Region steigt ab, der beste der 2. Liga seiner Region steigt auf.
Juni 15, 2016

Ralf Theune said:

3663
Den DRV gibt´s nicht??
@Lars: Wie meinst Du das denn? Da behauptet mein Internet aber was anderes. Ein Fake? Sind wir einer neuen Verschwörung auf der Spur? Hat eine ausländische Macht, die die aufkommende Wettbewerbskonkurrenz aus Deutschland dezimieren wollte, die Marke "DRV" gekapert? Das würde so einiges an diesem Spielsystem erklären...

Im Ernst, was Du sagst ist völlig richtig und von mir schon in meinem allerersten Post zu diesem Thema beschrieben worden. Allerdings eine kleine Korrektur: Wegen des 2:1 Feeds von der 2. zur 1. Liga braucht es auf jeden Fall ein Aufstiegsspiel der beiden Staffelsieger West-Süd bzw. Nord-Ost für den dann noch einen Aufstiegsplatz in die Erstligastaffeln Süd/West und Nord/Ost.
Juni 15, 2016

Lars Schindewolf said:

3191
Wir alle sind der DRV
@Ralf
Da habe missverständlich ausgedrückt. Gemeint habe ich das alle im deutschen Rugby Beteiligten der "DRV" sind.
Mit "der beste der 2. Liga seiner Region steigt auf" ist die jeweilige Region Süd/West und Nord/Ost gemeint. Deshalb richtig, braucht es auf jeden Fall ein Aufstiegsspiel der beiden Staffelsieger. Das wäre dann aber nur ein Spiel zu einem klar feststehenden Termin.

Ob man überhaupt an festen Regionalgruppen festhalten muss, insbesondere in Anbetracht der Leistungsunterschiede, halte ich für fragwürdig. Mit dem ASV Köln steigt eine Mannschaft aus der 1. Liga ab, die in der Nordstaffel vermutlich im Mittelfeld gelandet wäre.
Die Kölner spielen nächstes Jahr in der 2. Liga West. Diese hatte dieses Saison 6 Teams und 5 Monate Winterpause bei 10 Pflichtspielen. Das ist ein Abstieg ohne Gleichen.
Aber dafür müsste man wohl die Reform der Reform der Reform der Reform... machen.
Juni 15, 2016

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