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Rugby World Cup 2015 – Das größte Finale aller Zeiten
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Samstag, 31. Oktober 2015

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All Blacks Verbinder Dan Carter möchte in seinem letzten Spiel für Neuseeland den William Webb Ellis Cup verteidigen - © Perlich

All Blacks gegen Wallabies. Nummer 1 gegen Nummer 2. Carter gegen Foley. McCaw gegen Hooper. Schwarz gegen Gold. Besser geht es nicht im Duell um die Krone im Weltrugby. Unsere Vorschau aufs Finale:

154 Mal trafen Neuseeland und Australien im Laufe ihrer Geschichte aufeinander. 105 Mal hieß der Sieger Neuseeland. Drei Mal traf man sich im Halbfinale einer Weltmeisterschaft. Hier steht es zwei zu eins für die Wallabies. Noch nie begegneten sich diese beiden Rugbyschwergewichte im Finale. Der Sieger wird die erste Mannschaft sein, deren Name zum dritten Mal in den Webb-Ellis-Cup eingraviert wird.

Die Neuseeländer haben bei dieser WM alle sechs Spiele gewonnen. Wurde ihnen im Auftaktmatch gegen Argentinien noch Alles abverlangt, gab es im Anschluss leichte, aber unspektakuläre Siege gegen Namibia, Georgien und Tonga. Die beste Leistung gab es dann beim 62:13- Viertelfinalsieg gegen Frankreich. Im Halbfinale rang man den Erzrivalen aus Südafrika mit 20:18 nieder.

Australien war zu Beginn gegen Fidschi und Uruguay nur mäßig gefordert. Im Spiel gegen Gastgeber England zerstörte man die Hoffnungen der Gastgeber mit der bisher besten Turnierleistung. Gegen Wales hielt die Defensive den Druck der Drachen stand. Ungeschlagen traf man im Viertelfinale auf Schottland. Trotz aller Dominanz und spielerischer Überlegenheit brauchte es einen umstrittenen Straftritt zum 35:34-Sieg. Im Halbfinale besiegt man die argentinischen Pumas mit 29:15.

Sportlich sind die All Blacks auf dem Zenit ihres Schaffens. Anders als bei vorherigen Weltmeisterschaften scheint man es im Trainerteam auch geschafft zu haben, die spielerische Dominanz der letzten Jahre auch im Turnier unter Beweis zu stellen. Eklatante Schwächen in ihrer Spielweise? Fehlanzeige. Keine Rugby-Mannschaft weltweit versteht es, ihr Spiel dermaßen schnell aufzuziehen. Fehler anderer Mannschaften werden eiskalt ausgenutzt, und mit Millner-Skudder und Savea stehen zwei unglaublich gute Finisher auf den Außenpositionen, die jeden noch so kleinen Raum ausnutzen.

Steve Hansens Mannschaft ist von Nummer 1 bis 15 mit Weltklassespielern besetzt. Einzig Erst-Reihe-Stürmer Joe Moody ist durch Verletzungen von Tony Woodcock und Wyatt Crockett in die Mannschaft gekommen.

Für eine Reihe von Testspiel-“Veteranen“ wird der letzte Auftritt in schwarz sein. Insbesondere die beiden Ikonen Daniel Carter und Kapitän Richie McCaw werden nocheinmal alles ins Feld führen was sie haben. Auch das Mittelfeld-Duo Conrad Smith und Ma'a Nonu tritt zum letzten Mal gemeinsam auf.

Aber Australien wird sich nicht vor den All Blacks verstecken müssen. Die beiden Partien in diesem Jahr wurden jeweils vom Heimteam gewonnen. Der Schlüssel zum Sieg in dieser Partie liegt im offenen Gedränge. Können Michael Hooper und David Pocock dermaßen dominant auftreten, wie beim Spiel vor ein paar Monaten in Sydney, werden die All Blacks Probleme mit ihrem Spielaufbau bekommen. Wenn Gedrängehalb Aaron Smith keine schnellen und sauberen Bälle von seinem Sturm bekommt, verändert sich das gesamte Spiel und die Männer in schwarz wirken auf einmal verwundbar.

Auch die Wallabies haben mit Israel Folau, Adam Ashley-Cooper und Drew Mitchell ein paar absolute Finisher in ihren Reihen. Wenn Australien ihre Linie sauber verteidigt, könnte das Spiel lange offen sein und sich die Siegchancen erhöhen.

Schiedsrichter des Finales wird Nigel Owens aus Wales sein. So sehr er auch für sein komödiantisches Talent bekannt sein mag, seine Fähigkeiten als Schiedsrichter sind unbestritten. Owens strahlt Autorität aus und kommuniziert auf dem Feld so gut, dass die Spieler allzeit wissen, woran sie sind. Spiele unter Leitung des Walisers sind immer sehr flüssig, da seine Vorteilauslegung und sein Umgang mit den den ersten Sturm-Reihen makellos sind. In den Kontaktsituationen verfolgt er eine klare nachvollziehbare Linie. Rugbyfans rund um den Globus hoffen auf einen fehlerfreien Auftritt, und gegen ein paar der berühmten Owens Sprüche wäre sicherlich auch nichts einzuwenden.

Aufstellungen:

Neuseeland:

15 Ben Smith, 14 Nehe Milner-Skudder, 13 Conrad Smith, 12 Ma'a Nonu, 11 Julian Savea, 10 Dan Carter, 9 Aaron Smith, 8 Kieran Read, 7 Richie McCaw (c), 6 Jerome Kaino, 5 Sam Whitelock, 4 Brodie Retallick, 3 Owen Franks, 2 Dane Coles, 1 Joe Moody
16 Keven Mealamu, 17 Ben Franks, 18 Charlie Faumuina, 19 Victor Vito, 20 Sam Cane, 21 Tawera Kerr-Barlow, 22 Beauden Barrett, 23 Sonny Bill Williams

Australien:

15 Israel Folau, 14 Adam Ashley-Cooper, 13 Tevita Kuridrani, 12 Matt Giteau, 11 Drew Mitchell, 10 Bernard Foley, 9 Will Genia, 8 David Pocock, 7 Michael Hooper, 6 Scott Fardy, 5 Rob Simmons, 4 Kane Douglas, 3 Sekope Kepu, 2 Stephen Moore (c), 1 Scott Sio.
16 Tatafu Polota-Nau, 17 James Slipper, 18 Greg Holmes, 19 Dean Mumm, 20 Ben McCalman, 21 Nick Phipps, 22 Matt Toomua, 23 Kurtley Beale.

Samstag, 31.10.2015, 17.00 Uhr deutscher Zeit, Live bei Eurosport

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Kommentare (1)add comment

Igor Gerasimovski said:

2052
Sicherlich eine sehr persönliche Ansicht der WM, ....
.....die um zig Punkte ergänzt werden könnte, aber trotzdem ein paar Sachen, die mir sehr lange in Erinnerung bleiben werden
I.
Die WM war: SUPER, SUPER, SUPER!
1)Die Moderation auf Eurosport
Die Jungs waren Klasse inklusive des Sportkommentares 2015 beim Eröffnungsspiel England – Fidschi (weiß jedoch nicht mehr wer was gesagt hat): R1:“Wahnsinn wie Nadolo die Lücke in der englischen Verteidigung gefunden hat!“ R2.“Was für ‚ne Lücke? Ich habe nur rote Trikots gesehen!“ – Köstlich.
ABER: …es sollte den Leuten in einem fußballverrückten Land nie,nie,nie unterschwellig das Gefühl gegeben werden, wie K**** ihr Lieblingssport im Vergleich zum Rugby ist.

2) Das Sturmspiel der Südsee-Insulaner (obwohl in der Vorrunde ausgeschieden):
Fidschi-Australien (Wahnsinn): Wie lange standen die den da im Gedränge? – für mich ne gefühlte viertel Stunde.
Tonga-Neu Zeeland (1 Halbzeit): selten die All Blacks so in Bedrängnis (der arme Woodkock- vollkommen überfordert und zurecht ausgewechselt) –und für mich hätte es auf jeden Fall einen Straffversuch gegen die All Blacks geben müssen.

3)Tongs vs NZ sprich SIPI TAU vs HAKA
- Gänsehaut pur!

4)Julians Savea‘s –Versuch à la Lomu gegen Frankreich


II.Was daraus für die Popularität des Rugbys zu schleißen ist:

- 15er wird immer ein spezielles und komplexes Spiel sein, wo zu viel Rädchen ineinander greifen müssen und in Ländern mit einer Oligosportübertragiungskultur, wie Deutschland, wo die Breite der Bevölkerung sehr selten mit Randsportarten in Kontakt kommt um dieses Spiel zu begreifen.

- 7er sehe ich als attraktive ergänzende Alternative, die Rugby einen enormen Schub verschaffen wird, es für den Zuschauer sehr Überschaubar, sehr kurzweilig und leichter zu begreifen ist. Des Weiteren ist es ein Tummelplatz für sehr viele 15er untypische Nationen auf absolutem Top-Level wie, Kenia und USA (und denke ein ganzer Haufen weitere Nationen wird dazustoßen.

- DRV –Auswahl und die WM:
Jungs auch wenn ich es jedem ambitionierten Sportler vom ganzen Herzen gönnen würde an einer WM teilzunehmen, denke ich, dass es doch ganz O.K. war, dass unsere Jungs nicht an der WM teilgenommen haben. Da geht es wirklich nicht darum 4x ne 100er klatsche zu bekommen, das wäre vollkommen wurscht, ich sehe eher ein gesundheitlicher Aspekt. Vieles sah bei der WM wirklich nicht Gesund aus und man hat sich schon gefragt, wie da die Jungs wieder so schnell auf die Beine gekommen sind. Denke bei einer DRV-Mannschaft wären momentan viele nicht mehr aufgestanden, da sie einfach lupenreine Amateure sind, die nicht das ganze Jahr über diesem hohen Härtegrad und Intensität ausgesetzt sind und ich nicht glaube das eine kurze ,intensive Vorbereitung darauf eingestellt hätte. Ich finde, ihr könnt auf das erreichte Stolz sein und ich werde sicherlich im März im Kölner Viktoria-Stadion mit Kind und Kegel gegen Spanien als Zuschauer anwesend sein und euch mit voller Kraft unterstützen.
November 02, 2015

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Top Try Scorer RWC 2015

Julian Savea (NZ)   7
Nehe Milner-Skudder (NZ)   6
Bryan Habana (ZAF)   5
Juan Imhoff (ARG)   5
JP Pietersen (ZAF)   5

gesamte Tabelle

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