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Die bestbezahlten Rugby-Profis der Welt: Richie Mo’unga toppt künftig die Liste
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 30. Dezember 2022

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Zählt seit Jahren zu den bestbezahlten Profis, auch weil er seinen All-Blacks-Traum aufgegeben hat: Charles Piutau.

Was verdienen Rugby-Profis und wer sind die Topverdiener? Wir haben für euch die zehn bestbezahlten Profis der Welt zusammengestellt. So viel sei bereits jetzt verraten: Unter den Top Ten sind vier Verbinder, nur drei Stürmer und an der Spitze steht ab dem Sommer wieder ein Neuseeländer, während Handré Pollard als bisher bestbezahlter Rugby-Profi komplett aus der Liste gefallen ist.

Die Verdienste der internationalen Rugbystars können sich durchaus sehen lassen. In den letzten zehn Jahren sind Jahresgehälter im siebenstelligen Bereich für die absoluten Superstars keine Ausnahme mehr. Damit stehen die Stars unseres Sports im Vergleich mit Basketball, Handball, oder Eishockey sehr gut im europäischen Vergleich da. Der Fußball bleibt natürlich mit Abstand der lukrativste Mannschaftssport.

In unserer Liste haben wir euch die zehn bestbezahlten Profis der Welt zusammengestellt. Natürlich sind die Vertragsdetails geheim und in der Regel wird darüber Stillschweigen vereinbart. Wir stützen uns auf Medienberichte in Frankreich, England und Japan, die über die Zahlen informiert sind, oder zumindest gute Kenntnisse über die Gehaltsstruktur der Klubs haben.

Dabei beziehen wir uns ausschließlich auf die Vereinsgehälter zu denen, je nach Nationalteam des jeweiligen Spielers, noch einmal eine stattliche sechsstellige Summe hinzukommen kann. Besonders bei den England-Stars ist dies der Fall, denn diese können auf eine Viertelmillion Euro Prämien pro Jahr kommen, wenn sie alle Spiele des Nationalteams mitmachen.

Richie Mo’unga (28, Verbinder, ab kommender Saison Toshiba Brave Lupus, geschätztes Jahresgehalt 1,2 Millionen Euro)

Seit einigen Jahren liefert sich der Crusaders-Verbinder einen Zweikampf mit Beauden Barrett um das All-Blacks-Trikot mit der Nummer zehn. Nach der WM wird Mo’unga in Japan anheuern und dort zum bestbezahlten Profi der Welt aufsteigen. Über zwei Millionen neuseeländische Dollar beträgt das in Neuseeland derzeit kolportierte Gehalt.

Das ist sogar noch mehr, als Beauden Barrett während seines einjährigen Ausflugs in die japanische Liga bei Suntory verdient haben soll. 1,5 Millionen NZ-Dollar soll das Gehalt damals betragen haben. In Neuseeland gilt Barrett jetzt als bestbezahlter Profi, verdient aber deutlich weniger, als in Japan und landet deshalb auch nicht auf der Top-Ten-Liste.

Genau darin liegt auch der Grund für Mo’ungas Wechsel in das Land der aufgehenden Sonne. Neuseeland ist mit seinen fünf Millionen Einwohnern ein zu kleiner Markt, was die TV- und Ticket-Einnnahmen des Verbands vergleichsweise schmal ausfallen lässt. Für das neuseeländische Rugby ist Mo’unga damit erstmal verloren - sowohl für die All Blacks, als auch für die Crusaders, bei denen Mo'unga Strippenzieher war.

Nach der WM in Japan und nicht mehr bei den Crusaders: Richie Mo'unga

 

Finn Russell (30, Verbinder, ab kommender Saison Bath Rugby, geschätztes Jahresgehalt 1,13 Millionen Euro)

Bereits bei Racing 92 zählte der Schotte zu den bestbezahlten Profis der Welt. Nun erhält der Magier aus Glasgow durch seinen Wechsel in die Premiership noch einmal eine deutliche Gehaltserhöhung. Russells Vorliebe für schnelle Autos dürfte das zuträglich sein - im Gegenzug erhalten die treuen Zuschauer im Recreation Ground endlich wieder attraktives Rugby zu sehen.

So zumindest die Logik des schwerreichen Bath-Besitzers Bruce Craig, der zuletzt auch grünes Licht für seine ambitionierten Stadionpläne erhalten hat. Russels Gehalt zählt, da er aus der Top 14 wechselt, auch dank der Marquee-Player-Regelung nicht zur Salary Cap. Ob sich das signifikante Investment auch langfristig auszahlen wird, kann man wohl erst nächstes Jahr erahnen.

Der vielleicht aufregendsten Spieler unserer Zeit: Finn Russell

 

Charles Piutau (31, Außen / Schluss, Bristol Rugby, geschätztes Jahresgehalt 1,13 Millionen Euro)

Nur ein einziges Mal lief Charles Piutau für die All Blacks auf und Sir Charles hätte sicherlich das Potenzial gehabt deutlich mehr Spiele für Neuseeland zu machen. Doch Piutau entschied sich früh für einen Wechsel nach Europa und wurde reich belohnt. Bereits bei Wasps und Ulster zählt der tongaisch-stämmige zu den bestbezahlten Profis - auch weil Piutau nicht zu Länderspielen reisen musste. Seit 2018 verdient der pfeilschnelle Schluss eine Million Pfund im Jahr - auch wenn Piutau künftig angesichts seines Alters wohl Abstriche machen muss. Immerhin darf er nun dank der Neuregelung der Spielberechtigung für Tonga auflaufen, das Land seiner Vorfahren, womit er bei der WM 2023 dabei sein dürfte.

 

Cheslin Kolbe (29, Außen, RC Toulon, geschätztes Jahresgehalt 1 Millionen Euro)

Der Springboks-Hotstepper wechselte letztes Jahr innerhalb der Top 14 von Toulouse nach Toulon für eine Rekord-Ablöse von 2,5 Millionen. Für den pfeilschnellen Außen / Schluss, der sich mit seinem Versuch im WM-Finale und seiner Bronze-Medaille bei Olympia in Rio schon zu aktiven Zeiten ein Denkmal gesetzt hat, war dies mit einer ordentlichen Gehaltserhöhung verbunden. Er dankt es den treuen Anhängern des Klubs direkt an der Mittelmeerküste mit Versuchen und spektakulären Läufen.

 

Dan Biggar (33, Verbinder, RC Toulon, geschätztes Jahresgehalt 900.000 Euro)

Der einzige Waliser auf der Top-Ten-Liste wechselte vor wenigen Wochen während der laufenden Saison aus Northampton an die Cote d’Azur. Die Saints mussten dringend Großverdiener aus ihrem Kader loswerden, um die Salary Cap nicht zu reißen, was einen Punktabzug und empfindliche Strafen zur Folge gehabt hätte. Biggar fand in Toulon einen prominenten neuen Klub, der nach dem Abgang von Eben Etzebeth Platz auf der Gehaltsliste hatte. Mit 33 ist Biggar der älteste Spieler auf der Liste, aber aktuell spielt der Wales-Verbinder in der Form seines Lebens. Dazu schien sich der erfahrene Verbinder, der für seine Defensiv-Qualitäten bekannt ist, lange auf sein Engagement vorbereitet zu haben. Bei seiner Vorstellung im Stade Felix Mayol begrüßte er die Zuschauer in passablem Französich. Nun soll er die Galaktischen zu alter Größe führen, denn zuletzt dümpelte Toulon im unteren Mittelfeld der Top 14 herum.

 

Maro Itoje (28 Zweite-Reihe-Stürmer, Saracens, geschätztes Jahresgehalt 900.000 Euro)

Englands bestbezahlter Profi verdient bei den Saracens über 800.000 Pfund im Jahr und dürfte dank seiner England-Prämien im siebenstelligen Bereich landen. Obendrauf kommen dazu noch die Einnahmen aus verschiedenen Sponsorings: Der Londoner Hüne ist das Gesicht mehrere Werbekampagnen, unter anderem vom Under Armour und dem Herren-Ausstatter Sanderson. Insgesamt dürfte Itoje derart gut verdienen, dass ein Wechsel nach Japan oder Frankreich keinen großen Gehaltssprung bedeuten würden.

 

Virimi Vakatawa (29, Außen / Innen, Racing 92, geschätztes Jahresgehalt 880.000 Euro)

Der auf Fidschi geborene Nationalspieler Frankreichs schaffte den Durchbruch in der olympischen Kurzform unseres Sports. Bei Racing zählt der pfeilschnelle Stepper mit dem unfassbaren Offload seit Jahren zu den bestbezahlten Profis der Top 14. Die Fans in der futuristischen La Defense Arena wissen warum - kaum ein Spieler kann mit einer einzigen Aktion derart viel kreieren. Dazu ist der pfeilschnelle Fidschianer auch besonders durchbruchsstark und fühlt sich auf der zweiten Innen-Position ebenso heimisch, wie auf Außen.

Für Frankreich und Racing extrem wichtig: Virimi Vakatawa

 

Michael Hooper (31 Dritte-Reihe-Stürmer, Toyota Verblitz, geschätztes Jahresgehalt 850.000 Euro)

Der langjährige Australien-Kapitän war der bestbezahlte Rugbyspieler seines Landes. Sein eigentlich bis zur WM laufender Vertrag brachte ihm jährlich 1,2 Millionen australische Dollar ein, womit er mit den Stars der NRL mithalten kann und nur hinter dem bestbezahlten League-Profi Nathan Cleary läge, der 1,3 Millionen AU-Dollar verdient. Hooper nahm sich aber ein Sabbatical und heuerte für zwei Spielzeiten bei Toyota in der japanischen Liga an, was ihn mit 1,4 Millionen australischen Dollar pro Jahr zum bestbezahlten australischen Rugbyspieler werden ließ. Kommende Saison läuft der Blondschopf aber wieder im Himmelblau seiner Waratahs auf.

 

Owen Farrell (31, Verbinder, Saracens, geschätztes Jahresgehalt 850.000 Euro)

Owen Farrell bedarf wohl nirgends einer Vorstellung. Der Sohn der England-League-Legende Andy Farrell (derzeit Irland-Trainer) steht seit 14 Jahren bei den Saracens unter Vertrag und ist 101 Mal für England aufgelaufen. Der Kapitän des Mutterlands ist für seine Führungs- und Kick-Qualitäten bekannt und deshalb dürfte es wohl niemanden überraschen, dass Farrell bei seinem Nord-Londoner Klub fürstlich entlohnt wird. Das wird dem als äußerst zielstrebig und nahezu verbissen beschriebenen Mann aus Wigan aber egal sein - er will 2023 der zweite England-Kapitän nach Martin Johnson sein, der die WM-Trophäe nach London bringt.

 

Steve Luatua (31, Dritte-Reihe-Stürmer, Bristol Rugby, geschätztes Jahresgehalt 750.000 Euro)

Der Bristol-Profi zählte zwischen 2013 und 2016 regelmäßig zum Aufgebot der All Blacks und sammelte insgesamt 15 Einsätze für den dreimaligen Weltmeister. Die Weltmeisterschaft 2015 verpasste Luatua verletzungsbedingt und insgesamt war er nie wirklich erste Wahl bei Neuseeland. Wohl auch deshalb gab der tacklestarke Flanker seinen All-Blacks-Traum auf, ging nach Europa und zählt mittlerweile seit 2017 bei Bristol unter Trainer Pat Lam zu den Topverdienern des Premiership-Klubs.

 

Handré Pollard (28, Verbinder, Leicester Tigers, geschätztes Jahresgehalt 730.000 Euro)

Handré Pollard landet mit seinem Jahresgehalt von einer Dreiviertel-Million knapp außerhalb der Top Ten. Wir erwähnen den Springboks-Zehner aber dennoch, weil Pollard bis zum letzten Sommer bei Montpellier als bestbezahlter Profi der Welt galt. Durch seinen Wechsel in die Premiership zu Meister Leicester musste Pollard aber eine Gehaltskürzung von rund einer halben Million akzeptieren. Bei den Südfranzosen soll der Weltmeister von 2019 über 1,2 Millionen Euro im Jahr verdient haben.

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Kommentare (1)add comment

johann grimm said:

4170
vakatawa
virimi vakatawa musste sich leider vom aktiven rugby zurück ziehen (oder habt ihr da neuere infos ?):

https://www.rugbypass.com/news/france-centre-virimi-vakatawa-announces-shock-retirement/
Dezember 31, 2022

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