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Dramatische Niederlage: Chile ringt Wolfpack in der Nachspielzeit nieder
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 9. September 2022

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Dramatischer hätte das erste Spiel unserer Jungs kaum ausfallen können. Foto (c) Perlich

Dramatischer kann eine Niederlage wohl kaum ausfallen. Nach einer 12:0 Halbzeitführung hat das deutsche Team das erste WM-Spiel in Kapstadt mit 12:15 verloren. Jetzt spielen unsere Jungs „nur“ noch die Plätze 17 bis 24 aus. Zum erhofften Duell mit den Blitzboks wird es damit nicht kommen.

Der Start war von beiden Teams äußerst nervös - uncharakteristische Ballverluste gab es sowohl von unseren Jungs, als auch von den Chilenen. Doch durch die gute Defensive des deutschen Teams, vor allem ein Turnover von Kapitän Carlos Soteras Merz, der den ersten vielversprechenden chilenischen Angriff beendete, hielt man das eigene Malfeld sauber.

Der erste Versuch gelang dann im Gegenzug unseren Jungs. Nach einem Gedränge kombinierten die beiden Jubilare Bastian van der Bosch und Fabian Heimpel mit einem Doppelpass und schufen damit den Raum auf Außen für den Düsseldorfer Deutsch-Iren Jack Hunt. Der zündete den Turbo und lief bis fast unter die Stangen. Die relativ machbare Erhöhung ging daneben, was sich später noch rächen sollte.

Direkt in nächsten Szene wurde ein Doppelschlag daraus. Ben Ellermann holte den Ankick  und der Ball ging blitzschnell zu Tim Lichtenberg. Der RGH-Speedster schaffte es fast bis an die Mallinie und musste ein Offload spielen, das er prompt als Doppelpass zurückerhielt und zum Versuch ablegte. Die deutlich schwerere Erhöhung traf Fabian Heimpel dann.

Kurz vor der Pause dann eine harte Entscheidung gegen Tim Lichtenberg. Dieser befand sich im Luftduell mit einem Chilenen, der unsanft auf dem Boden landete, das Resultat: Gelb für Lichtenberg. Dank eines großartigen Tackles von Jack Hunt blieb es aber beim 12:0 zur Pause.

Doch kurz nach der Pause wurde eine doppelte Unterzahl daraus. Fabian Heimpel kassierte Gelb für eine Abseitsstellung nach schnell angekratztem Straftritt. Einige Phasen verteidigte das deutsche Team die Chilenen stark, doch dann brachte ein vorwurfverdächtiger kurzer Pass auf Clemente Armstrong den 7-12 Anschluss für die Chilenen.

Das wäre es gewesen, Philip Gleitze fast mit dem Versuch kurz vor Ende des Spiels

Noch in einfacher Unterzahl kassierte Deutschland dann unglaublich unglücklich den Ausgleich. Nach dem Ankick versprang der Ball und Benjamin Videla ist  plötzlich durch. Chile verpasste die Erhöhung und nun war das Spiel beim Stand von 12:12 und Gleichzahl völlig offen.

Deutschland landete fast den entscheidenden Schlag als Tim Lichtenberg einen langen Bodenroller-Kick aufsammelte und frei Richtung Malfeld sprintete. Doch knapp fünf Meter vor der Linie wurde Lichtenberg mit wenigen Sekunden auf der Uhr noch eingefangen. Es wäre ein wunderschöner Versuch und die Entscheidung gewesen.

Stattdessen ging es in die Verlängerung, wo Deutschland erneut Chancen hatte, aber aufgrund eines Vorwurfs in einem umkämpften Ruck das Leder verlor. Chile hatte nun die Initiative und erarbeitet sich tief in der 22 einen Straftritt. Diesen konnte Vicente Tredinick problemlos zwischen die Stangen kicken.

Dramatischer kann eine Niederlage kaum ausfallen. Coach Philip Snyman betonte nach dem Spiel gegenüber TR: „Wir haben uns das Spiel mit unserer mangelnden Disziplin aufgrund unserer mangelnden Disziplin selbst aus der Hand nehmen lassen.“ Außen Jack Hunt erklärte: „Zur Halbzeit war ich mir sicher, dass wir sie haben, aber die beiden Gelben haben uns das Spiel gekostet.“

Jetzt geht es für das deutsche Team „nur“ noch um die Plätze 17-24 und das nächste Spiel folgt nun erst morgen. Der Gegner ist ebenso ein Altbekannter - Portugal wartet bereits morgen früh um 8:15 auf das deutsche Team.

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Kommentare (2)add comment

Alex Leiberich said:

3882
Verdiente Niederlage und nicht dramatisch + falsche Personalentscheidungen + Rückfall in alte Zeiten
Dramatisch war gar nichts, sondern es war völlig verdient und das aufgrund der eigenen Leistung. Mal wieder bzw. wie so oft.
Chile braucht in der zweiten Halbzeit, in der das deutsche Team komplett geschlafen hat, nur drei Minuten, um das zu erreichen, wofür Deutschland eine ganze Halbzeit braucht.
Einzig der zweite Teil der ersten Halbzeit und dann nach Ablauf der vollen Spielzeit brachten ein Aufwachen der deutschen Mannschaft. Sonst war man viel zu schläfrig und viel zu langsam. Wenn man schnell gespielt hat, vielen Punkte.
Viel zu viele falsche Entscheidungen (allein der Kick in der Nachspielzeit, als man den Ballgewinn hergegeben hat), viel zu langsam. Chile hat völlig verdient gewonnen.

Aber das ist eigentlich nichts neues, sondern ein Bild der letzten Jahre.
Immer, wenn es darauf ankommt, versagt man. Einzige Ausnahme war in Lissabon und in Rumänien. Aber siehe die Finalspiele in Hongkong, siehe das Spiel gegen Chile, siehe das Spiel gegen Uruguay. Warum man das nicht endlich mal abstellt, bleibt offen.
Seit Bukarest erlebt man sogar eine Rückwärtsentwicklung. Allein die sehr glücklichen Spiele in Chile.
Die dort gezeigte Leistung hätten eigentlich zu einem Umdenken führen müssen, doch nichts ist passiert. Man hat dort gesehen, wie schwer Dawe beispielsweise fehlt. Doch statt dass man ihn und Buckman wieder in den Kader nimmt, trifft man erneut falsche Personalentscheidungen. Man ist schlechter als Uruguay und Chile und damit auch zurecht nicht auf der WSS oder darf nun auch zurecht nicht gegen Südafrika spielen.

Solange sich die angesprochenen Punkte nicht ändern und man mal auch die realen Gegebenheiten anerkennt, solange wird man immer wieder scheitern. Schade.
September 09, 2022

Walter Lüder said:

4182
A. Leiberich hat Recht
Die vielen Fehler ( Vorball, bei Antritt keine 10m, Pass nicht zur Ecke, sondern ins Aus) kann man nicht dauernd als Nervosität im ersten Spiel entschuldigen.
Leider wurde der Doppelpass nur einmal gespielt, sofort gelingt der Versuch. Der wird doch bestimmt im Training zig mal geübt, im Spiel
will das nicht so richtig klappen.
Und überhaupt wurde über die Springboks viel zu viel geschrieben und geredet, Chile anscheinend nicht ernst genommen.
September 09, 2022

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