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TR-Vorschau Rugby-Bundesliga: Fernduell im Abstiegskampf
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Donnerstag, 26. Mai 2022

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Für Pforzheim geht es in Heidelberg am Samstag ums nackte Überleben.

Der deutsche Meister von 2016 kämpft ums Überleben. Pforzheim muss bei der RG Heidelberg siegen, sonst werden die Goldstädter den bitteren Weg in Liga 2 antreten müssen. Parallel kann Luxemburg es den Pforzheimern in Frankfurt noch schwer machen, sofern die Rugger aus dem Großherzogtum sich in Frankfurt einen Offensiv-Bonus sichern. Des weiteren wird es einige Verabschiedungen geben: Beim SCN verabschiedet sich das Trainer-Duo, bei der RGH gleich drei Klub-Legenden.

Die Bundesliga-Vorschau wird euch präsentiert von unserem Partner Solidsport, eurem Partner für Live-Streams.

Süd/West

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 SC Frankfurt 1880 13 60 +524
2 TSV Handschuhsheim 13 52 +482
3 SC Neuenheim 13 50 +325
4 RG Heidelberg 13 30 -66
5 Heidelberger RK 13 24 -269
6 RK Heusenstamm 13 22 -289
7 RC Luxemburg 13 14 -283
8 SG Pforzheim 13 13 -424

RG Heidelberg - SG Pforzheim

Samstag 28. Mai, 14:00 Uhr

Für die Gäste aus Pforzheim geht es in dieser Partie um alles. Nachdem Luxemburg am letzten Spieltag überraschend mit Bonuspunkt gegen die RGH gewonnen hat, sind die Rhinos nun bei eben jenen Orange Hearts zum Siegen verdammt. Im Zweifel könnten auch zwei Bonuspunkte reichen, vorausgesetzt, der direkte Konkurrent Luxemburg nimmt keine Zähler aus Frankfurt mit.

Rein tabellarisch geht es für die RGH um gar nichts mehr. Das Team von Trainer Mustafa Güngör wird die Saison auf dem fünften Platz beenden, will sich aber trotzdem die Sommerpause verdienen, nachdem die letzten Spiele „nicht zufriedenstellend“ waren, wie Güngör gegenüber TR erklärt.

Darüber hinaus gibt es bei den Gastgebern eine andere Motivation: Neuner Christoph Ueberle, Erste-Reihe-Stürmer Rafael Übelhör, sowie Hakler und Kapitän Elmar Heimpel feiern alle nach jeweils über 10 Jahren im ersten Team der RGH ihren Abschied. Ihnen einen würdigen Abschied aus dem Rugby-Wohnzimmer zu bescheren, seit Ansporn für das gesamte Team.

Aber auch bei der RGH ist man sich der Lage bei den Gastgebern bewusst, wie Coach Güngör weiter erläutert: „Für die Pforzheimer geht es um alles, es wird auch deshalb ein schweres Spiel.“ Die Pforzheimer waren zuletzt wettbewerbsfähig, obwohl man derzeit auf dem direkten Abstiegsplatz steht.

Zwei knappe Niederlagen in Folge brachten den deutschen Meister in die Bredouille, trotz jeweils zweier Bonuspunkte. Jetzt steht man mit dem Rücken zur Wand. Pforzheim-Stürmer Robin Häberle betont gegenüber TR: „Wir müssen gewinnen, um die Möglichkeit zum Klassenverbleib zu haben - uns hat in den letzten beiden Spielen das Quäntchen Glück gefehlt, um uns gegen ebenbürtige Gegner durchzusetzen.“

Jetzt werde man versuchen die letzte Chance beim Schopfe zu ergreifen. Die Fähigkeiten und den Willen dazu habe man, so der Rhinos-Stürmer und Pressesprecher des deutschen Meisters von 2016.

TotalRugby-Prognose: Es wird spannendes Duell im Heidelberger Rugby-Wohnzimmer. Während die RGH einigen Vereinslegenden einen würdigen Abschied ermöglichen möchte, geht es für Pforzheim ums nackte Überleben. Die Orange Hearts werden sich nicht noch einmal wie vor zwei Wochen gegen Luxemburg vorführen lassen. Die Gäste werden mit dem Mut der Verzweiflung auflaufen und ihr Heil in der Offensive suchen. Dennoch sehen wir die RGH am Ende mit +5 Zählern vorne. Ob Pforzheim die Klasse hält, wird sich am Ende auch bei den Bonuspunkten entscheiden.

Heidelberger RK - SC Neuenheim

Samstag 28. Mai, 14:00 Uhr

Der Klub empfängt den SCN im letzten Ligaspiel für beide Teams in dieser Saison. Zumindest der SC Neuenheim hätte noch theoretische Chancen auf den Einzug in das Halbfinale der Rugby-Bundesliga, dazu müsste der TSV sich aber einen Ausrutscher in Heusenstamm leisten.

Doch neben der theoretischen Chance auf das Halbfinale hat man beim SC Neuenheim auch eine Verabschiedung vor sich. Für das Trainer-Duo Widiker und von Grumbkow wird es das letzte Spiel als Übungsleiter der Königsblauen sein. Jedoch weilt von Grumbkow gerade in Frankreich, wo er als Trainer der Siebener-Nationalmannschaft gebraucht wird.

Deshalb wird Adler-Rekordspieler Widiker seine Königsblauen allein betreuen. Angesprochen auf den nahenden Abschied erklärt Widiker gegenüber TR: „Ich bin eher traurig, dass es für uns nicht mehr weitergeht, da wir uns leider selbst aus dem Playoff-Rennen abgeschossen haben.“ Das heißt aber nicht, dass man das letzte Spiel halbherzig angehen werde.

Widiker sieht sein Team in der besten Form während der ganzen Saison. „Wir sind mittlerweile super eingespielt, man merkt einen richtigen Flow bei den Jungs“, so Widiker, der sowohl mit Neuenheim, als auch mit dem HRK deutscher Meister wurde. Man werde das letzte Heimspiel seriös angehen und er erwarte einen „deutlichen Sieg“, so Widiker.

Denn im Hinspiel hatte der Klub völlig unerwarteterweise Neuenheim geschlagen und genau diese Punkte fehlen dem SCN nun im Playoff-Rennen. Der Klub würde diese Sensation liebend gerne wiederholen, muss aber mit einer Rumpftruppe antreten. Insgesamt fehlt mehr als ein halbes Dutzend Spieler, was aber aus HRK-Sicht weniger schlimm ist. Denn selbst mit einer Niederlage wird man wohl auf Rang fünf bleiben.

TotalRugby-Prognose: Ein Derby gegen den Ex-Klub zum Abschied. Dieses Duell am Harbigweg dürfte recht eindeutig an die Gäste gehen, die spielerisches Potenzial mit viel Power verbinden. Da kann der Klub, der in dieser Saison lange um den Klassenverbleib zittern musste, aktuell nur bedingt mithalten. Der SCN gewinnt mit +20 Punkten.

SC Frankfurt 1880 - RC Luxemburg

Samstag 28. Mai, 14:00 Uhr

Der Tabellenführer Frankfurt empfängt die abstiegsgefährdeten Luxemburger, die sich ihrer Sache trotz des Sieges gegen die RG Heidelberg nicht sicher sein können. Denn sollte Pforzheim bei den Orange Hearts gewinnen, wäre Luxemburg der direkte Absteiger. Selbst mit zwei Bonuspunkten könnten die Rhinos noch vorbeiziehen - die beste Versicherung aus Luxemburger Sicht wäre ein eigener Bonuspunkt gegen Frankfurt.

Dieser ist nach dem 8:83 im Hinspiel aber eher utopisch, auch wenn Frankfurts Trainer Byron Schmidt im Gespräch mit TR ankündigt, einigen Spielern eine Chance geben zu wollen, die im Saisonverlauf nicht viel Spielzeit erhalten haben. Man werde rotieren, aber mit Augenmaß, so Schmidt, der natürlich schon mit einem Auge auf die Playoffs schielt.

„Wir wissen, dass Luxemburg ums Überleben kämpft und sind darauf vorbereitet - dennoch wollen wir einige taktische Variationen ausprobieren“, wie Schmidt weiter erläutert. Die Gäste wiederum treten mit ihrem besten Kader an und hoffen es im Spielverlauf irgendwie auf vier Versuche zu bringen.

TotalRugby-Prognose: Die Kräfteverhältnisse bei diesem Duell sind extrem unausgeglichen, zumal Frankfurt 1880 extrem heimstark ist. Selbst mit einem moderat verändertem Kader sind die 80er mindestens zwei Nummern zu stark für Luxemburg. Am Ende wird sich Frankfurt mit +45 durchsetzen.

RK Heusenstamm - TSV Handschuhsheim

Samstag 28. Mai, 14:00 Uhr

Für die Füchse ist der Saisonabschluss daheim nicht mehr als ein lockerer Aufgalopp. Das wichtigste Ziel Klassenerhalt ist bereits erreicht und mit dem TSV Handschuhsheim kommt ein „absoluter Favorit“ an den Martinsee, wie es Trainer Markus Walger erklärt. Man habe mit zahlreichen Ausfällen zu kämpfen und nimmt sich daher nicht mehr vor, als „Spaß zu haben“.

Denn ohne Leistungsträger wie Verbinder Tobi Apelt, Außen Zinzan Hees und Hakler Gino Gennaro wird es schwer. Gleichwohl haben dadurch einige Youngster aus dem Nachwuchs die Chance Bundesliga-Luft zu schnuppern. Für die Gäste ist dieses Duell eine Pflichtaufgabe, die erfüllt werden muss.

Denn noch immer lauert den Löwen der SCN im Nacken. Doch die Aufgabe scheint aus Gästesicht mehr als lösbar, da das Hinspiel mit 76:0 mehr als deutlich ausfiel.

TotalRugby-Prognose: Jaco Otto und Co. wollen in Heusenstamm das Playoff-Ticket endgültig eintüten und werden das auch. Zu stark ist der Vizemeister von 2019 für die Füchse, zumal diese ersatzgeschwächt antreten. Der TSV Handschuhsheim kann für Hannover planen, denn die Löwen gewinnen mit +45 Zählern.

Nord/Ost

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 Hannover 78 11 50 +202
2 RK 03 Berlin 12 39 +113
3 SC Germania List 11 33 +171
4 Berliner Rugby Club 11 32 +177
5 RC Leipzig 11 24 -1
6 Hamburger RC 10 21 -85
7 VfR Döhren 10 -1 -577

RC Leipzig - Hamburger RC

Samstag 28. Mai, 14:00 Uhr

In Leipzig-Stahmeln wollen die Rugger vom RCL zum Abschluss der Saison noch einmal ein Zeichen setzen und den Aufwärtstrend die gesamte Rückrunde über unterstreichen. Dabei soll das eigene Publikum noch einmal mit gutem Rugby verwöhnt werden, nachdem man in der Hinrunde nur wenige Erfolge zu vermelden hatte.

Gegen den Hamburger RC geht es ganz nebenbei auch darum, Platz fünf zu halten. Dabei müssen die Leipziger dies ohne Kapitän Franz Beck anstellen, der verletzt fehlt. Dafür kommen der georgische Zehner Gobejishvili und der superschnelle Außen Venter zurück ins Team.

Die Gäste wiederum wollen sich ihrerseits ebenso mit einem Sieg in den Sommer verabschieden. „Wir wollen nach dem Sieg letzte Woche da weitermachen und in Leipzig ebenfalls gewinnen“, so Kapitän Josh Harvey gegenüber TR. Pressesprecher Hähnert, der selbst für den HRC stürmt, erwartet starke Leipziger mit vielen guten südafrikanischen Spielern, betont aber ebenso: Das Ziel ist ein Sieg und Rang fünf.

TotalRugby-Prognose: Beide Teams konnten zuletzt positiv von sich Reden machen und haben nach der Winterpause deutlich besser aufgespielt, als noch im Herbst. Hamburg ist vor dem Leipzig-Spiel ambitioniert, tritt aber nach rund vier Stunden Busfahrt in der Messestadt an. Die Hanseaten werden den Gastgebern einen harten Kampf liefern und alles abverlangen, aber wir sehen den RCL am Ende mit +8 Punkten vorne.

Berliner RC - SC Germania List

Samstag 28. Mai, 14:00 Uhr

Es ist das Duell um Rang drei im Norden. Beide Teams haben am letzten Wochenende jeweils ihre Chance auf das Halbfinale in der Bundesliga verspielt – im Falle des BRC trotz eines emotionalen Derbysiegs beim RK 03. Die Berliner hätten gegen den Erzrivalen einen Bonuspunktsieg benötigt, ohne dass der Gegner seinerseits punktet.

Doch bei den Hauptstädtern will man sich nicht zu lange mit dem hätte, wenn und wäre beschäftigen. Im letzten Spiel der Saison daheim in der Jungfernheide gibt Team-Manager Boris Siebenhörl folgende Marschroute aus: „Wir wollen natürlich das Optimum aus der Saison herausholen und folglich auch Samstag gegen Germania gewinnen!“

Damit hätte der BRC den vierten Sieg in Folge eingefahren, was angesichts der durchwachsenen Hinrunde eine massive Steigerung wäre. Wie Siebenhörl weiter ausführt, habe der Derbysieg dem Team noch einmal Rückenwind gegeben, weswegen man zuversichtlich in dieses Spiel gehe.

Bei den Germanen wiederum zeigte die Formkurve zuletzt nach unten. Ohne die Siebener-Asse, die sich in der Vorbereitung auf die Saison befinden, sowie mit einigen Ausfällen setzte es zuletzt drei Pleiten in Folge. Dennoch will das Team von Trainer Rainer Kumm im letzten Spiel der Saison unbedingt noch Rang drei sichern.

TotalRugby-Prognose: Die Gastgeber gehen mit dem Heimvorteil und den Erfolgen aus den letzten Spielen favorisiert in dieses Duell. Bei schnellen Bedingungen wird die Germania jegliche Räume nutzen wollen und können, die die Berliner Defensive den Gästen bietet. Jedoch hat die SCG derzeit keine adäquate Antwort auf das starke Sturmphasenspiel des BRC. Anders als im Hinspiel sehen wir die Berliner mit +11 vorne.

VfR Döhren - Hannover 78

Samstag 28. Mai, 14:00 Uhr

Dieses Hannover-Derby ist für beide Kontrahenten nicht mehr als das Warmlaufen für wichtigere Aufgaben. Die 78er stehen bereits als Halbfinalist fest und warten gespannt darauf, wer an den schnellen Graben kommt. Der VfR muss in die Relegation und spielt am ersten Juli-Wochenende ums Überleben.

Ähnlich wie die tabellarische Situation spiegelt sich auch das Kräfteverhältnis auf dem Platz wider. Die 78er sind im bisherigen Saisonverlauf ungeschlagen und werden es auch im letzten Spiel bleiben.

TotalRugby-Prognose: 78 ist für den VfR Döhren mindestens zwei Nummern zu stark. Zu schnell, zu stark und zu eingespielt ist der Nord-Primus für die Gastgeber, die nun über einen Monat darauf warten müssen, um in der Relegation um den Klassenverbleib zu spielen. Auch wenn 78 einige Leistungsträger schonen dürfte, gewinnt der Halbfinalist mit + 35 Punkten.

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