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TR-Review: Adler gewinnen mit 6 Versuchen gegen die Schweiz
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Samstag, 19. März 2022

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Deutschland machte das Spiel immer wieder schnell und ließ den Schweizer Sturm so ermüden. Foto (c) Kessler

Der langersehnte erste Adler-Heimsieg seit dem Juni 2018 (WM-Quali gegen Portugal) ist endlich da. Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft besiegt vor 843 Zuschauern in Heusenstamm die Schweiz mit 35:24. Bei sonnigen aber äußerst windigen Bedingungen erzielte das DRV-Team sechs Versuche gegenüber drei schweizer Trys, womit sich unsere Adler einen Offensiv-Bonus verdient haben. Wozu das am Ende reicht, wird man sehen, sobald klar ist, wie die bereits gespielten Partien unter Beteiligung der Ukraine gewertet werden.

Als Timo Vollenkemper in der 70. Minute aus der eigenen Hälfte zu einem unwiderstehlichen Sprint ansetzte, nachdem er zuvor gleich zwei Tackles gebrochen hatte und im richtigen Moment zu Nicolas Rinklin zum Versuch ablegte, war im weiten Heusenstammer rund klar: Das Team von Trainer Mark Kuhlmann würde hier als Sieger vom Platz gehen.

Daran änderte auch der dritte schweizer Versuch im allerletzten Moment nichts, der war lediglich unter dem Strich nur noch Ergebniskosmetik. Hinter dem deutschen Team lag ein hartes Stück Arbeit. Spielerisch war man klar dominant, aber die schwierigen äußeren Bedingungen und unnötige Fehler hielten die Gäste lange im Spiel.

Spielerisch dominant, aber fehleranfällig

Das deutsche Team hinterließ bereits im ersten Durchgang den besseren Eindruck. Die Mannschaft von Trainer Mark Kuhlmann war von Anfang an gewillt, das Tempo hochzuhalten. Gleich drei Straftritte wurden in der Anfangsviertelstunde schnell angekratzt, um den schweren schweizer Stürmern keine Verschnaufpause zu ermöglichen – obwohl man mit dem extrem böigen Wind im Rücken tendenziell eher eine Kick-Taktik erwartet hätte.

Das taktische Wagnis war aber von Erfolg gekrönt und so erarbeiten sich unsere Adler bereits vor der Pause drei Versuche und gingen hochverdient mit einer Führung in die Pause. Den ersten besorgte Daniel Wolf, nachdem Luke Wakefield mit einem angedeuteten Pass die Schweiz-Defensive verwirrte und wichtige Meter bis tief in die 22 machte. Einige schnelle Pässe später war der Frankfurter Innen im Malfeld.

Der zweite Versuch war noch schöner anzusehen. Nach einer Gasse auf Höhe der Mittellinie wanderte das Leder blitzschnell durch die Hände und an der Außenlinie war plötzlich Edo Stella frei. Der Frankfurter zündete den Turbo und legte zum zweiten Versuch ab. Der dritte deutsche Versuch war dann eine Co-Produktion des Adler-Sturm. Erst tankte sich Kapitän Jörn Schröder durch mehrere Tackles, dann war es einige Phasen später Hakler Alexander Biskupek, der per Pick and Go die letzten Meter zum Versuch machte.

Diese dynamische Herangehensweise des DRV-Teams resultierte aber auch mehrmals in überhasteten Fehlern. Zunächst landete ein übermütiges Offload an der eigenen 22 in dankbaren Schweizer Händen. Dann verschenkte das DRV-Team gleich drei Intercepts aus, einen davon nutzten die Schweizer zum ersten eigenen Versuch.

Die gesamte Partie im Re-Live

Der zweite Schweizer Versuch vor der Pause war mindestens ebenso glücklich. Ein langer Befreiungskick wurde durch den Wind dermaßen tückisch und unberechenbar, dass er einen dankbaren Schweizer Abnehmer fand, der mit dem Leder nur noch unter die Stangen laufen musste. Damit ging es beim Stand von 19-15 aus deutscher Sicht in die Pause – für die Gäste eher schmeichelhaft.

Harte Arbeit bringt verdienten Sieg

So musste man im deutschen Team auch in Durchgang zwei hart für den Sieg arbeiten. Paul Schüle sorgte zunächst früh im zweiten Durchgang für den Offensiv-Bonus, nachdem der Adler-Sturm zuvor die schweizer Linie über mehrere Phasen belagert hatte. Es roch nach einer Vorentscheidung, zumal wenige Minuten später ein weiterer Sturm-Versuch erzielt wurde – dieser wurde aber vom niederländischen Unparteiischen nicht gegeben, da der deutsche Stürmer am Boden regelwidrig nach vorne gerobbt hatte.

So blieb die Partei noch eine Weile spannend, auch weil die Schweizer per Straftritt auf 18-25 verkürzen konnten. Doch ein später deutscher Doppelschlag – erst durch Justin Renc, der nach unzähligen Phasen den verdienten Lohn für den DRV-Sturm holte und schließlich Nicolas Rinklin nach toller Vorarbeit von Timo Vollenkemper besorgten die Versuche fünf und sechs.

Der Sieg war damit sicher, trotz der späten Schweizer Ergebniskosmetik. Sicherlich waren im deutschen Spiel viele Fehler dabei. Doch am Willen und an der Durchsetzungsfähigkeit hat es zu keinem Zeitpunkt gemangelt.

Zu was dieser Bonuspunktsieg am Ende reicht, wird man abwarten müssen. Deutschland steht mit 12 Punkten gut da, vor allem da die Siege Polens und Belgiens noch aus der Wertung genommen werden dürften. Jedoch haben beide Teams noch jeweils ein Spiel gegen Litauen in der Hinterhand. Auch davon dürfte abhängen, wo unsere schwarzen Adler kommende Saison spielen.

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