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Kuhlmann übernimmt Adler: „Es muss wieder richtig losgehen“
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 25. September 2020

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Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Kuhlmann seine letzte Adler-Amtszeit begonnen. Foto (c) Kessler

Ein neuer aber zugleich altbekannter Trainer, eine bessere Vorbereitung und wohl noch zwei Spiele dieses Jahr, in denen auch die deutschen Auslandsprofis wieder mit an Bord sein dürften. Bei den schwarzen Adlern tut sich einiges, auch wenn die Corona-Unsicherheit weiterhin alle Planungen überschattet.

Die Ernennung von Mark Kuhlmann zum Trainer der schwarzen Adler am gestrigen Donnerstag dürfte so manchen überrascht haben - hatte der 51-jährige doch das Team im Herbst letzten Jahres trainiert, dabei unter anderem einen tollen Auswärts-Erfolg in Polen feiern können und die Aufgabe dann zum Jahreswechsel an die Südafrikaner Byron Schmidt und Melvine Smith übergeben.

Damals jedoch, so Kuhlmann gegenüber TR, sei die Doppelbelastung mit der Aufgabe als Cheftrainer des TSV Handschuhsheim der entscheidende Faktor gewesen. Er hatte das Gefühl keiner der beiden Aufgaben wirklich gerecht zu werden. „Meine Situation hat sich seitdem durch die Trennung mit Handschuhsheim verändert, deshalb war die Aufgabe für mich interessant“, so Kuhlmann am gestrigen Abend zu TR.

Der Kontakt zur Verbandsspitze und Präsident Harald Hees sei nie abgerissen. Bereits beim ADRT in Heusenstamm seien erste Gespräche über künftige Aufgaben von Kuhlmann geführt worden. Auch deshalb bezeichnet DRV-Sportdirektor Manuel Wilhelm Neu-Trainer Kuhlmann auch als „Wunschkandidaten“ der Verbandsführung.

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Adler-Trainer Mark Kuhlmann: „Es muss wieder richtig losgehen“
 

Kuhlmann startet unverzüglich mit den Vorbereitungen

Eine Einarbeitungszeit wird Kuhlmann freilich nicht benötigen, wie er selbst betont: „Es muss wieder richtig losgehen“. Bereits in zwei Wochen will er das Team erstmals zu einem Trainingscamp in Heidelberg versammeln. Wer unter Kuhlmann künftig für Deutschland auflaufen wird, ist dabei trotz Kuhlmanns Erfahrung mit dem Team alles andere als in Stein gemeißelt.

Jedoch hat der aus Hannover stammende Ex-Kapitän der Adler natürlich eine „grobe Vorstellung“ von seinem künftigen Kader, wie er uns gegenüber weiter erläutert. Neben der bereits verjüngten Mannschaft, die er im Herbst 2019 betreute, will er Spielern abseits der beiden großen Zentren in Heidelberg und Hannover Chancen geben und weiterhin junge Talente in den Kader einbauen.

Vor knapp einem Jahr begann Kuhlmann seine letzte Amtszeit in Polen mit einem Auswärtserfolg

Corona verändert die Lage jedoch in vielerlei Hinsicht. Einerseits mit Blick auf den Kader, da es keinen geregelten Bundesliga-Spielbetrieb und bei manchen Vereinen nur unregelmäßige Trainingseinheiten gibt. Deshalb werde man in zwei Wochen alle Kandidaten genauer unter die Lupe nehmen müssen - Form, Trainingfleiß und Fitness der Adler-Kandidaten werden dann auf Herz und Nieren geprüft.

Außerdem ist das Spiel-Programm der Adler in den kommenden Monaten nur zu erahnen. Noch bis Jahresende soll ein Spiel der Rugby-Europe-Trophy gegen die Schweiz stattfinden (voraussichtlich 21. November), ein Vorbereitungsspiel Ende Oktober gegen die Niederlande dagegen steht aber wegen Corona auf der Kippe, da aktuell mehrere Regionen der Niederlande vom RKI als Risikogebiete eingestuft werden.

„Man sieht ja, was allein heute an Risikogebieten dazugekommen ist - ob wir dieses Jahr noch in die Ukraine fahren, wage ich zu bezweifeln“, so Kuhlmann. Denn eigentlich hätte im Mai ja noch ein Duell mit der Ukraine in Odessa auf dem Plan gestanden, das eigentlich auch noch nachgeholt werden müsse.

Bessere Rahmenbedingungen für das Team

Die finanziell bessere Ausstattung des Verbands durch die Entscheidungen auf dem ADRT von Heusenstamm ermöglicht indes eine bessere Vorbereitung der Adler auf die kommenden Aufgaben. Geld zu verschwenden werde es laut dem Neu-Coach weiterhin nicht geben, jedoch beispielsweise eine adäquatere Anreise, Unterbringung vor Ort und mehr Trainingscamps zur Vorbereitung.

Zum Trainer-Team wird erneut SCN- und Adler-Veteran Lars Eckert gehören, Colin Grzanna wird die Mannschaft sportmedizinisch betreuen und Alexander Widiker wird sich um organisatorische und logistische Aspekte kümmern. Ein Sturm-Trainer wird derweil noch gesucht, da sich Widiker auf seine eigentliche Rolle abseits des Rasens fokussieren möchte.

Melvine Smith und Byron Schmidt, Kuhlmanns Nachfolger und nunmehr auch Vorgänger, betreuten das Team lediglich für das Duell gegen die Schweiz im Februar (20-33).  Schmidt wird den Adlern in veränderter Funktion zur Verfügung stehen, während Melvine Smith künftig beruflich zu stark eingebunden sein wird und lediglich die ersten Herren-Mannschaft des RSV Köln trainiert.

Schmidt jedoch will den Trainerstab demnächst als Berater unterstützen. Mit den gesteigerten Aktivitäten rund um das Fünfzehner-Team könne er die Rolle nicht mehr adäquat ausfüllen, da Schmidt weiterhin Cheftrainer von 1880 Frankfurt bleibt und dazu noch in Vollzeit als Lehrer arbeitet. „Ich möchte weiterhin einen Beitrag leisten für das deutsche Rugby, beispielsweise als Berater“, so Schmidt gegenüber TR.

Er könnte sich vorstellen, während der Trainingscamps oder in der Vorbereitung in der Defensive oder dem Angriff mitzuhelfen. Ähnliche Modelle hätten zuletzt auch die Springboks und Irland genutzt, um sich Know-How von Außen ins Camp zu holen. Als Nationaltrainer weiterzumachen wäre für Schmidt aber unfair gewesen, da er dafür nicht genug Zeit aufbringen hätte können.

Frankreich-Profis wohl bald wieder an Bord

Während Bundesliga-Spieler weiterhin das Rückgrat des Teams stellen werden, will Nationaltrainer Kuhlmann künftig wieder auf Adler-Legionäre zurückgreifen. Es könne ja nicht sein, dass man Eigengewächse habe, die gut genug sind, um als Profis in Frankreich zu spielen, dann aber nicht im Team seien. „Wir wollen die Jungs wieder einbinden. Aber sie müssen das auch wollen - wir werden definitiv auf sie zugehen.“

Eine Garantie, dass man Spieler wie Eric Marks, Chris Hilsenbeck und Julius Nostadt bald wieder mit dem Adler auf der Brust sieht, gibt es demnach wohl nicht. Konflikte in der Vergangenheit haben gezeigt: Die französischen Profi-Klubs geben ihre Spieler nur ungern her, obwohl seitens World Rugby Abstellungspflicht besteht. Konflikte wie in der Vergangenheit scheinen da vorprogrammiert.

Bald wieder mit Adler auf der Brust? Auslands-Profis wie Chris Hilsenbeck und Eric Marks sollen wieder in den Adler-Kader

Im Adler-Team wurde die Ernennung positiv aufgenommen, wie Kapitän Jörn Schröder gegenüber TR erklärt. „Ich finde es super, dass Mark das macht", so der Erste-Reihe-Stürmer des HRK gegenüber TR. Konstanz beim Trainer werde dem Team gut tun auf dem kommenden Weg. Trainer und Team sind also schon Mal motiviert - jetzt muss nur noch die Corona-Lage weitere Spiele ermöglichen.

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