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Vor dem Spitzenspiel Crusaders-Blues: Die Nachwuchsstars im Super Rugby Aotearoa
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Donnerstag, 9. Juli 2020

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Crusaders-Blues, beim Spitzenspiel von Super Rugby Aotearoa sind auch einige Top-Talente dabei, die es bald in die Reihen der All Blacks schaffen dürften.

Beim Duell der einzigen beiden ungeschlagenen Mannschaften im neuseeländischen Wettbewerb, dem Abo-Meister Crusaders und den stark verbesserten Blues aus Auckland, wird es am Samstag (9:05 Ankick, live auf rugbypass.com) um die Vorherrschaft in Aotearoa gehen. In Christchurch treffen mit Beauden Barrett bei den Blues und Richie Mo’unga bei den Crusaders nicht nur die besten beiden neuseeländischen Spielmacher aufeinander - auf beiden Seiten haben in den bisherigen drei Partien Super Rugby Aotearoa auch eine Reihe von Neulingen auf sich aufmerksam gemacht, die es früher oder später auch ins Trikot der All Blacks schaffen werden.

Hoskins Sotutu (21 Jahre, Blues, Achter)

21 Jahre, Gardemaß, explosiver Ballträger, unglaublich effizient am Kontaktpunkt und ein Motor für 80 Minuten Super Rugby in Neuseeland. Hoskins Sotutu erlebt im Trikot der Auckland Blues gerade seinen absoluten Durchbruch. Der junge Achter hat mit seinen Leistungen im Blues-Trikot für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Weltweit schaut man gerade Super Rugby Aotearoa, der einzige Wettbewerb, der quasi wie aus Vor-Corona-Zeiten daherkommt. Auch England-Trainer Eddie Jones ist so auf den Dritte-Reihe-Stürmer aufmerksam geworden.

Denn Sotutu ist nicht nur für sein Geburtsland Neuseeland spielberechtigt, sondern über seine Eltern auch für England und Fidschi. Sotutu wird aber allem Anschein nach den Ouvertüren aus Twickenham eine Absage machen - auch wenn es finanziell weitaus lukrativer wäre, für die Auswahl des Vizeweltmeisters aufzulaufen. Sotutu jedoch verlängerte unter der Woche für zwei weitere Jahre bei den Blues - der Shooting Star will allem Anschein nach selbst für die All Blacks auflaufen.


Am Samstag wird Sotutu es gegen die Crusaders mit dem stärksten Sturm der Südhemisphäre zu tun bekommen. Sollte sich Sotutu auch gegen den vermeintlichen übermächtigeen Konkurrenten von Neuseelands Südinsel beweisen, den Kreuzrittern schnelle Bälle in den Offenen verwehren und seine Blues über die Vorteilslinie zu bringen, dann dürfte der junge Achter auch der Favorit auf das Achter-Shirt bei den All Blacks sein. Kieran Reads Nachfolge könnte überraschend schnell geklärt sein.

Caleb Clarke (21 Jahre, Blues, Außendreiviertel)

Eigentlich hätte sich Neuseelands Siebener-Star Caleb Clarke sich dieser Tage auf das olympische Turnier in Tokio vorbereiten sollen. Bekanntermaßen wird in Tokio diesen Juli aber Corona-bedingt kein Siebener-Rugby gespielt - aktuell hoffen die Organisatoren das olympische Turnier im kommenden Jahr durchführen zu können. Siebener-Turniere der World Series wird es frühestens wieder im Dezember in Dubai geben, nachdem die Saison vor kurzem vorzeitig abgebrochen wurde. Caleb Clarke wird dies vorerst aber nicht stören, denn der 21-jährige hat die Pause sinnvoll nutzen können.

Bei den Auckland Blues hat der 1,90 große auf der kurzen Ecke beheimatete Clarke nun auch im Fünfzehner den Durchbruch geschafft. Mit deutlich über 100 Kilo ist Clarke nicht nur ein besonders physischer Außen, der im Kontakt noch jede Menge Meter machen kann. Sein Step ist eine andere Waffe, mit der er sich seiner Gegenspieler entledigen kann. Nachdem Clarke zuletzt auf der World Series für Aufsehen gesorgt, gelingt ihm genau dasselbe nun auch im Super Rugby Aotearoa.

Einer der Gründe für den Aufschwung der Blues: Caleb Clarke

Am Wochenende gegen die Crusaders werden aber auch Clarkes Tackle-Fähigkeit und vor allem sein defensives Stellungsspiel auf die Probe gestellt werden. Denn mit Verbinder Richie Mo’unga von den Crusaders auf der anderen Seite, müssen die Blues immer mit cleveren Kicks hinter die Defensiv-Linie oder Richtung Eckfahne rechnen. 

Will Jordan (22 Jahre, Crusaders, Schluss)

Auch auf Seiten der Crusaders ist mit Will Jordan ein absolutes Wunderkind auf Außen/Schluss dabei. Anders als die Konkurrenz in Blau überzeugt Jordan mehr durch Eleganz, als durch Brutalität. Der schlaksige Fullback, der sich ebenso auf Außen daheim fühlt, ist gefühlt immer an der richtigen Stelle, setzt seine Mitspieler gekonnt in Szene, ist bombensicher unter dem hohen Ball und kann den Balls selbst clever per Kick platzieren.

2019 erlebte Will Jordan seinen Durchbruch, jetzt will sich der Schluss für die All Blacks empfehlen

Dabei wäre seine Karriere fast beendet gewesen, bevor sie richtig losging: 2018/2019 musste Jordan mehrere Monate wegen anhaltender Schwindelgefühle und Gleichgewichtsproblemen aussetzen. Nachdem die Ursache im Ohr des Youngsters gefunden und beseitigt werden konnte, erlebte Jordan spätestens letztes Jahr im Trikot der Tasman Makos (der Auswahl von Anton Segner) seinen absoluten Durchbruch.

Im Mitre-10-Cup erzielte Jordan einen Versuch nach dem anderen und schaffte es deshalb auch trotz namhafter Konkurrenz bei den Crusaders, mit den All Blacks Sevu Reece und George Bridge, auf viel Spielzeit. Am Samstag wird Jordan im Spitzenspiel erstmal lediglich von der Bank kommen, jedoch dürfte das clevere Angriffsgenie gegen eine müde werdende Verteidigung in Durchgang zwei durchaus seine Lücken finden und eventuell ja den Ausschlag für seine Saders geben.

Mark Telea (23 Jahre, Blues, Außen)

Zugegeben, mit Mark Telea haben wir den dritten von vier Spielern aus der Hintermannschaft auf unserer Liste. Doch der 23-jährige hat 2020 ebenso einen spektakulären Durchbruch geschafft, absolvierte als einer von nur zwei Blues-Spielern jede einzelne Minute auf dem Feld und wird mit seinen Leistungen früher oder später zweifelsohne auch im Trikot der All Blacks auflaufen.

Wobei der Außendreiviertel ebenso für Samoa, oder das Land des Weltmeisters Südafrika, auflaufen dürfte. Denn mit einem südafrikanisch-samoanischen Elternhaus, aufgewachsen in Neuseeland, hat Telea quasi die perfekten Rugby-Gene in die Wiege gelegt bekommen.

Auf dem Feld äußert sich dies vor allem in seinem überragenden Speed. In Sachen Höchstgeschwindigkeit ist Telea wohl einer der schnellsten Winger im Welt-Rugby. Gleichwohl kann der Blues-Außen auch durch Steps Verteidiger alt aussehen lassen und hat so zuletzt Versuche am Fließband gelegt. Telea selbst sieht seine Zukunft weiterhin in Neuseeland, was er auch mit seiner Vertragsverlängerung unterstrichen hat.

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