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Rugby League und Union - eine komplizierte Geschichte
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Mittwoch, 13. Mai 2020

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Sonny Bill Williams zählt zu den Spielern, die im League, Union und Siebener erfolgreich waren. Foto (c) Perlich

Rubgy-Neulinge sind oftmals verwirrt: Was ist Rugby genau und wo liegt der Unterschied zwischen der League- und der Union-Variante. Warum wird meist mit 15 Spielern, zum Teil aber auch mit sieben oder 13 Akteuren auf dem Rasen gespielt. Wo liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten und wieso gibt es überhaupt verschiedene Varianten?

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in Großbritannien und den Kronkolonien allerorts Football gespielt. Was aber jeweils unter dem Begriff zu verstehen war, blieb von Ort zu Ort völlig unterschiedlich. Es gab jeweils lokal gültige Regeln und aus dem Ursport Football sollten sich später gleich mehrere Sportarten herauskristallisieren: Der moderne Fußball, die Rugby-Varianten, Australian Rules Football und nicht zuletzt American Football.

Drei Jahreszahlen markieren die wichtigsten Meilensteine: 1863 wurde die Football Association (FA) gegründet, die erstmals die Regeln des Sports aufschrieb, den wir heute als Fußball kennen. 1871 folgte die Rugby Football Union, die zum Regelhüter des modernen Rugbys wurde. Von dieser spaltete sich schließlich 1895 die Northern Rugby Football Union ab, aus der die Variante Rugby League entstehen sollte.

Streitpunkt Spielerbezahlung

Der zugrunde liegende Disput bezog sich auf die Bezahlung von Spielern. Die im eher aristokratisch geprägten Süden Englands beheimateten Führungskader des Rugbysports wollten die moralische Integrität des Wettbewerbs erhalten und verboten jegliche Geldzahlungen für aktive Rugbyspieler. Das Profitum wurde mit der Korrumpierung des Sports gleichgesetzt und hatte damals ein ähnliches ansehen, wie die Prostitution.

Der von ärmlicheren Arbeiterklubs geprägte Norden aber rebellierte - viele Minen- und Stahlarbeiter von Manchester bis Newcastle konnten sich einen verletzungsbedingten Ausfall nicht leisten und protestierte. Die RFU in London lenkte nicht, sondern bestrafte Leeds und Bradford für geleistete Ausgleichszahlungen an verletzte Spieler.

So trafen sich Vertreter von 22 Vereinen am 29. August 1895 im George Hotel von Huddersfield und gründeten die Northern Football Union, einer Abspaltung vom Nationalverband. Ein ähnlicher Disput im Fußball hatte zehn Jahre zuvor gelöst werden können, da die FA auf Druck der nördlichen Fußballvereine einlenkte und das Profitum erlaubte, doch im Rugby kam es bekanntlich zur Trennung.

League entwickelt sich langsam vom Union weg

Jahrzehnte blieben die Regeln der RFU und der NRFU auf dem Feld dieselben und erst 1922 wurde vom Norden der Name Rugby League adaptiert. Doch seitdem haben sich die beiden Rugby-Varianten - das traditionelle Union und League - zumindest ein stückweit auseinander entwickelt. Spielfeld, Spielgerät, das Ziel des Spiels und die Spielzeit sind gleich - doch beim League spielen lediglich 13 Spieler, Gasseeinwürfe wurden abgeschafft und das Gedränge wurde entschärft.

Dazu wurde eine 6-Tackle-Regel eingeführt: nach dieser hat ein Team sechs Anläufe, um einen Versuch zu erzielen und muss danach den Ball übergeben. In der Praxis wird im Normalfall nach fünf Tackles gekickt, um den Gegner keinen Raum zu schenken. Diese Regel ist bis heute der größte Unterschied. Nach einem jeden Tackle muss die Defensive sich zehn Meter bis maximal auf die eigenen Mallinie zurückziehen.

Ultimativ sind die wichtigsten Fähigkeiten beider Sportarten dennoch dieselben. Außerdem wurde das Zahlungsverbot genau 100 Jahre nach der Trennung auch im Union aufgehoben und ironischerweise verdienen Union-Profis mittlerweile mehr, als ihre League-Konkurrenten.

Stars, die im League und Union erfolgreich waren

Zahlreiche Spieler, wie Sonny Bill Williams, Jonathan Davies, Jason Robinson und Semi Radradra haben bisher zum Teil mehrmals die Rugby-Variante gewechselt. League ist vor allem im Norden Englands, sowie speziell an der Ostküste Australiens beliebt. Die ehemalige australische Kolonie Papua-Neuguinea gilt als einziges Land der Welt, wo Rugby League Nationalsport ist.

 

Sonny Bill Williams war im Rugby League und Union erfolgreich

Das wohl wichtigste Duell im Rugby League heutzutage ist die Dreier-Serie „State of Origin“ in Australien, wo League beliebter ist, als Union. Drei Mal pro Jahr treffen die beiden Bundesstaaten New South Wales (Blues) und Queensland (Maroons) in einer Serie aufeinander und die gesamte League-Welt schaut zu. Die Blues und Maroons liefern sich unglaublich harte Duelle und ihre Rivalität ist legendär.

Sydney ist heute die Welthauptstadt des Rugby League - 9 von 16 Teams der National Rugby League, die mit Abstand populärste der Welt, sind in Australiens größter Stadt beheimatet und hier wird alljährlich das Grand Final der NRL ausgetragen. Dann pilgern über 80.000 Fans in Sydneys ANZ Stadion. Eines der absoluten Top-Teams sind die South Sydney Rabbitohs, deren Besitzer Hollywood-Schauspieler Russel Crowe ist.

 

Quellenverzeichnis:

https://www.ussoccerhistory.org/america-and-the-1863-football-association-code/

https://mrcasinova.com/de/online-sportwetten/

https://www.rfulondon.com/regs

https://www.bbc.com/sport/rugby-league

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