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TR-Interview mit dem Adler-Trainerduo Smith/Schmidt: „Wir wollen Zuversicht schaffen!“
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Dienstag, 4. Februar 2020

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Byron Schmidt übernimmt gemeinsam mit Melvine Smith den Trainerjob bei unseren schwarzen Adlern. Foto (c) Seufert Chang.

Es sind noch knappe vier Wochen, bis unsere schwarzen Adler die Rugby Europe Trophy daheim gegen die Schweiz fortsetzen. Die beiden Südafrikaner Melvine Smith und Byron Schmidt wurden vor knapp zwei Wochen als Nachfolger des Interims-Duos Kuhlmann-Widiker bekanntgegeben. Wir haben uns mit den beiden neuen Adler-Coaches unterhalten - über ihre Kooperation sowie die anstehenden Aufgaben mit dem Nationalteam.

TotalRugby: Erst einmal vielen Dank an euch beide, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview genommen habt. Wie ist es dazu gekommen, dass ihr beide das Nationalteam übernommen habt? Im November habt ihr das deutsche Team ja noch als Außenstehende verfolgt...

Byron Schmidt: Absolut, ich habe das deutsche Team, seitdem ich vor drei Jahren hierher gekommen bin, immer mit viel Interesse verfolgt. Ich habe mich bereits mit Kobus Potgieter und Mike Ford regelmäßig ausgetauscht, als diese noch im Amt waren. Umso mehr ist es für mich eine große Ehre vom DRV über die Feiertage gefragt worden zu sein, ob ich das Amt übernehmen kann. 

TR: Wie kam eure Zusammenarbeit zu Stande und wie wird sie aussehen?

BS: Ich kann mich als Lehrer und Cheftrainer von 1880 Frankfurt, was mein Brot- und Buttergeschäft ist, natürlich nicht Vollzeit verpflichten und Melvine als hessischer Landestrauer auch nicht. Deswegen teilen wir uns die Aufgaben - gemeinsam können wir dem Nationalteam einen Mehrwert bringen. Nicht zuletzt, indem wir Strukturen und Prozesse einführen, die uns beispielsweise mit 1880 erfolgreich gemacht haben. Da bin ich Uli Byszio auch sehr dankbar, dass ich die Chance habe, parallel das Nationalteam zu betreuen.

Melvine Smith: Wir haben uns bereits in den letzten Jahren, sofern das zeitlich möglich war, viel ausgetauscht. Über das, was Byron bei 1880 implementiert hat, gemeinsame Ideen, bereits da habe ich seine Meinung geschätzt und das hat auf Gegenseitigkeit beruht. Als dann der Vorschlag durch den DRV kam, dass Byron und ich zusammenarbeiten, war ich davon sofort begeistert. Wann immer wir die Gelegenheit hatten gemeinsam zu arbeiten, hat es immer wirklich gut funktioniert.

TR: Wie wollt ihr eure verschiedenen Aufgaben unter einen Hut bekommen?

BS: Natürlich sind im deutschen System aktuell alle Spieler Amateure, was es nicht einfacher macht. Aber jeder muss die richtige Motivation mitbringen, das ist wichtig. Im Endeffekt kann man nie genug Zeit investieren, Spieler und Coaches müssen sich tagsüber um ihren eigentlichen Job kümmern. Bis das deutsche Rugby irgendwann von der deutschen Wirtschaft adäquat unterstützt wird, bleibt das eine der größten Herausforderungen. Aber schlussendlich sind es „nur“ drei Spiele in diesem Frühjahr, womit sich der Zeit-Aufwand in Grenzen hält.

Die beiden Trainer im Profil: Melvine Smith und Byron Schmidt sind beide im südafrikanischen Rugby verwurzelt. Smith (38) hat jahrelang als Profi im Currie Cup gespielt, für die Golden Lions aus Johannesburg, sowie für Western Province in Kapstadt. Seitdem er in Deutschland ist, hat er bereits die Siebener-Nationalmannschaft der Damen, sowie die U-18 der Herren betreut. Byron Schmidt (33) war Coach der rennomierten Grey High School in Port Elizabeth, wo unter anderem Springbok-Kapitän Siya Kolisi ausgebildet wurde. Zu seinen Schützlingen zählte unter anderem Sharks-Spielmacher und Springbok Curwin Bosch. Dazu führte er Frankfurt 1880 vergangenen Sommer zur deutschen Meisterschaft.

TR: Melvine, die Voraussetzungen sind natürlich eine Herausforderung, aber ihr habt ja bereits regelmäßige Trainingseinheiten etabliert.

MS: Natürlich ist es nicht einfach, finanziell, ohne Profi-Spieler, das wäre das ideale Paket gewesen. Ich habe mich aber schon lange irgendwann in so einer Rolle gesehen und wir werden das angehen und die Rahmenbedingungen akzeptieren. Als ich mit den Siebener-Damen gearbeitet habe, waren die Voraussetzungen auch keine einfachen. Da musste ich selbst als Trainer nach Sponsoren suchen, um dem Team die Fahrten zu Turnieren zu ermöglichen. Ich weiß wie die Situation im DRV ist und ich sehe es als Herausforderungen. Wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben.

Aktuell coache ich regelmäßig die Gruppe in Heidelberg, während Byron sich um die hessische Gruppe kümmert. Für mich sind das aktuell 10-15 Spieler pro Session, zwei Mal die Woche, aktuell aufgeteilt in Skills und Kondition. Die Jungs, mit denen ich arbeite sind voll dabei, sie wollen sich beweisen, sind sehr positiv und geben den nötigen Einsatz. Das ist ein positives Zeichen.

BS: Ich kümmere mich derweil um die Jungs in Frankfurt, etwa acht Spieler momentan und stelle sicher, dass sie so professionell wie nur möglich trainieren. Sie sind drei bis vier Mal die Woche im Gym und haben drei bis vier Einheiten auf dem Rasen. Colin Grzanna (DRV Head of Physical Performance) hat darüber hinaus allen Spielern Trainingspläne und Zielvorgaben zukommen lassen. Wir wollen sicherstellen, dass alle auf demselben Niveau sind, wenn wir uns konkret auf die Spiele vorbereiten.

TR: Nachdem Mark Kuhlmann und Alexander Widiker das Team im November betreut haben - wie sehen die Planungen bei euch aus, über welchen Zeitraum werdet ihr die schwarzen Adler betreuen?

BS: Wir werden das Team zunächst für den Rest der Rugby Europe Trophy, also die drei Spiele bis in den Mai betreuen. Danach werden sich alle Beteiligten zusammensetzen und wir werden die Lage analysieren und weitersehen.

TR: Was ist die Zielsetzung des Trainerteams in den verbleibenden drei Spielen der Trophy?

BS: Es gab, wie ja alle Beobachter wissen, einen großen Umbruch im letzten Jahr. Wir wollen auf der Basis dessen, was Mark Kuhlmann und Alexander Widiker mit dem Team im November geschaffen haben, weiter arbeiten. Es geht dabei auch darum Zuversicht zu schaffen, nicht nur beim Team, sondern auch bei den abseits des Feldes Involvierten. Wenn wir die drei verbleibenden Spiele gewinnen können und hinter den Niederlanden zweiter werden können, direkt nach einem derartigen Umbruch, wäre das ein tolles Ergebnis. Damit würden wir wirklich wieder positive Schlagzeilen produzieren, was natürlich auch für Fans und potenzielle Sponsoren wichtig ist.

MS: Wir haben bisher nur zwei Spiele gespielt, wir können noch einiges erreichen. Das Spiel gegen die Niederlande, ich habe es mir natürlich noch Mal genau angeschaut. Zur Pause stand es 7:10, zu dem Zeitpunkt war es völlig offen. Na klar waren die Niederländer dann am Ende dominant, auch weil wir zu offen gespielt haben. Aber im Endeffekt hatten wir auch ein Team auf dem Feld, was so kaum zusammengespielt hat. Ich kenne den Trainer der Niederländer sehr gut, ich weiß wie viel das Team vorher gemeinsam trainiert und gearbeitet hat. Das war der größte Unterschied, denn unsere Spieler haben meines Erachtens nach mindestens genauso viel Qualität und Potenzial.

Der Aufstieg ist natürlich dieses Jahr kein Thema mehr, aber je nachdem wie sich die Umstände entwickeln, ist das natürlich künftig möglich. Erst einmal schauen wir auf die nächsten drei Spiele und ich sehe da keinen Grund, warum wir die nicht gewinnen können.

Tickets für die beiden anstehenden Spiele der schwarzen Adler gibt es unter folgendem Link.

TR: Wie werdet ihr euch die Arbeit mit dem Team aufteilen?

BS: Ich werde mich vor allem um die taktischen Angriffs- und Defensiv-Strukturen kümmern, Melvine ist ein absoluter Experte in Sachen Skills. Er wird sich tendenziell eher um die Ausführung der Offensive und Defensive fokussieren.

TR: Der Kader wird erstmal weiter nur aus Bundesliga-Spielern bestehen, oder?

MS: Das wird erstmal so bleiben. Natürlich sind wir offen für jeden Spieler, der für Deutschland spielberechtigt ist. Aber aktuell stellt es sich für uns schwierig da mit den Auslands-Profis. Beispielsweise gibt es bei unseren Frankreich-Profis kostspielige Versicherungen, die zur Absicherung nötig sind, sowie natürlich die Kosten die Spieler einzufliegen. Aber natürlich haben wir weiter ein Auge auf die Jungs in Frankreich, sie können noch eine große Rolle für uns spielen.

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