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Kontroverser Superstar kehrt zurück: Israel Folau unterschreibt in Frankreich
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Dienstag, 28. Januar 2020

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Einst Superstar der Wallabies, dann ins Abseits geraten, aber nun mit neuem Arbeitgeber: Israel Folau.

Er sollte einer der größten Stars der Rugby-WM 2019 in Japan werden. Australiens Superstar-Schluss Israel Folau spielte beim World Cup schließlich aber nicht eine einzige Minute - der Grund: Folau, erzkonservativer Christ, hatte sich mit homophoben Kommentaren selbst ins Abseits gestellt und wurde im Mai 2019 schließlich vom Verband ARU gefeuert. Ein danach folgender monatelanger Rechtsstreit endete in einem außergerichtlichen Vergleich, der Folau Millionen einbrachte. Nun könnte der in Ungnade gefallene Superstar bereits an diesem Wochenende aufs Feld zurückkehren und zwar in der Super League in den Farben der Catalan Dragons.

Es begann alles mit einer harmlosen Frage eines Fans auf Instagram, der auf ein Meme Folaus mit dem Titel „God’s Plan“ (Gottes Plan) regierte. „Was ist Gottes Plan für Homosexuelle?“, so die Frage eines Followers, als Kommentar auf das Meme. Folaus Antwort in Großbuchstaben lautete „die HÖLLE“ - unmissverständlich. Dass die Ansichten des tongaisch-stämmigen Australiers, wie bei einem Großteil der Einwanderer-Community von den Pazifik-Inseln Down Under, eher konservativ war, war bereits damals allen klar. Aber die drastischen Äußerungen gegenüber Homesexuellen und Folaus Weigerung seine Rhetorik zu mäßigen, sorgten für den größten Skandal im australischen Rugby im Jahr 2019.

Der Australische Verband, Folaus Arbeitgeber, sah sich in Misskredit gebracht, da der größte Star im Land nicht mit spektakulären Versuchen, sondern mit kontroversen Äußerungen für Aufsehen sorgte. Hauptsponsor Quantas, Australiens größte Airline, war Berichten zufolge kurz vorm Ende seines Engagements bei den Wallabies. Folaus Rauswurf und ein monatelanger Rechtsstreit waren die Folge. Australiens erzkonservative Christen stellten sich hinter Folau und spendeten tausendfach kleinere Beträge, so dass der Sport-Multimillionär für seinen Rechtsstreit ein Millionen-Polster zur Verfügung hatte, das nach Experten-Meinung weit über dem Bedarf lag.

Doch Folau hatte vorgesorgt und in sich in seinem Crowdfunding-Aufruf vorbehalten, die Spenden auch anderswo einzusetzen. Die außergerichtliche Einigung mit dem Verband brachten Folau Medienberichten zufolge weitere 4 Millionen australische Dollar ein. Folau sah sich in seiner Rolle gestärkt und predigte in seiner Kirche nun regelmäßig von der Kanzel aus. Zuletzt sorgte vor allem Folaus Erklärung für die australische Buschfeuerkrise für Schlagzeilen: Homosexualität und Abtreibungen in Australien seien die Ursache für die historische Dürre und Buschfeuer.

Kein Wunder, dass sich in Australien weder im Rugby Union, noch in der NRL-Liga im Rugby League, wo Folau einst zum Star wurde, ein Klub fand, der Folau unter Vertrag nehmen wollte. Folaus Karriere schien beendet, doch nun, nur wenige Tage vor Saisonstart in der europäischen Super League, sicherte sich ein französischer Klub die Unterschrift Folaus. Die Super League ist nach der australischen NRL die zweite professionelle Liga im Rugby League - in ihr spielen aktuell zwölf Teams, zehn aus England, Toronto mit Sonny Bill Williams und die Catalan Dragons aus dem südfranzösischen Perpignan.

Der einzige französische Klub sorgte mit der spektakulären Verpflichtung für Aufsehen. Nach dem siebten Platz in der Vorsaison sieht man die Chancen auf ein besseres Finish gestiegen. Schon einmal waren es die Catalans, die einem in Misskredit gebrachten Star, der in Australien keinen Verein fand, eine zweite Chance gaben: 2015 verpflichteten sie Todd Carney, der sich stark angetrunken öffentlich in einem Pub in Sydney selbst in den Mund urinierte - die Bilder davon landeten in Australiens größter Boulevard-Zeitung Telegraph. Folau ist aus anderen Gründen in Ungnade gefallen, wird aber ebenso froh über diese Chance sein.

Die Wigan Warrios machen ihr Heimspiel gegen Folaus Dragons zum Pride Day

Dass diese Verpflichtung aber nicht ohne negative Reaktionen über die Bühne gehen würde, war ebenso klar. Die Wigan Warriors, einer der Rivalen der Dragons in der Super League, kündigten nur wenige Minuten nach der Bekanntgabe an, ihr Heimspiel gegen Folaus Team zum „Pride Day“ zu erklären. Folau dürfte dann wohl mit tausenden Regenbogen-Flaggen empfangen werden. Für den ehemaligen Wallabies-Star sicherlich keine schöne Vorstellung.

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