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Unsere TR Top Five der besten Adler-Spiele im abgelaufenen Jahrzehnt
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 3. Januar 2020

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Was für eine Achterbahn für die DRV XV in den 2010ern - dies sind die Top 5 Spiele der Adler in den 2010er-Jahren. Fotos (c) Kessler/Keil/Perlich

Weiter geht es in unserem Rückblick auf die 2010er-Jahre: Die fünf besten Spiele der DRV XV in einem ereignisreichen Jahrzehnt. Zwei Abstiege und ein Aufstieg - zwei Mal durfte sich das Adler-Team in der WM-Quali präsentieren - eine Achterbahn der Gefühle für Spieler und Fans. Diese fünf Spiele stechen für uns in einer ereignisreichen Dekade besonders heraus.

2014 Das Aufstiegs-Spiel von Enköping gegen Schweden

Im März 2010 musste Deutschland nach einer 17:21 Niederlage gegen Spanien in Heidelberg im letzten von zehn Spielen der damals noch über zwei Winter ausgetragenen EM-Saison den Weg in die Zweitklassigkeit antreten - der Ausflug in die höchste Spielklasse war damals also nur von kurzer Dauer. Es sollte schließlich vier Jahre und einen Monat dauern, bis sich das DRV-Team den Weg zurück in die Beletage von Rugby Europe sichern würde. Das beschauliche Enköping im Speckgürtel von Stockholm war der Schauplatz des Spiels, in dem das DRV-Team die Rückkehr schaffte.

Dabei tat sich das deutsche Team, das trotz einer Niederlage gegen den direkten Konkurrenten Moldawien in Chisinau sechs Monate zuvor, die bessere Ausgangslage hatte als eben jene Moldawier, schwer. Die zum Greifen nahe Aufstiegs-Chance verunsicherte das DRV-Team gegen den Tabellen-Vorletzten zunächst und so taten sich nervöse Adler gegen sauber verteidigende Schweden, die ihrerseits selbst um den Klassenerhalt spielten, lange schwer. Versuche von Vollenkemper und Armstrong bescherten dem DRV-Team zur Pause eine Führung - dabei stand es „nur“ 12:7 gegen den vermeintlichen Underdog.

Doch nach der Pause, in der Trainer Potgieter dem Team nach eigener Aussage eine saftige Ansprache verpasst hatte, dann ein wahrer Sturmlauf des deutschen Teams, an dessen Ende der höchste Sieg gegen Schweden jemals stand: 45:20, der Offensiv-Bonuspunkt sowie der so lange ersehnte Aufstieg. Damals Teil des Adler-Teams: Saracens-Profi Justin Melck - der in Kapstadt geborene Dritte-Reihe-Stürmer war durch seine deutsche Mutter für die DRV XV spielberechtigt. Melck war einer der insgesamt sieben DRV-Spieler, die es in Enköping zu Versuchen brachten.

Raynor Parkinson und Co. brachten dem Adler-Team damals den Aufstieg ein

2014 Heißer Tanz mit Russland in Hamburg und der Traum vom World Cup in England

Der Traum von der WM im Rugby-Mutterland - er schien im Mai 2014, so kurz nach dem Aufstieg aus der Division 1B des European Nations Cups, eine Utopie. Und das trotz der damals nach dem Divisionssieg anstehenden Chance gegen die höherklassigen Russen, die in der ersten Division der EM hinter für England 2015 qualifizierten Rumänien und Georgiern Dritter wurden. Doch vor 3000 begeisterten Zuschauern in der Hansestadt Hamburg, die an diesem Mai-Tag im Jahr 2014 erst zum fünften Mal überhaupt Gastgeber der schwarzen Adler wurde, zeigte sich das deutsche Team gegen den WM-Teilnehmer des vorherigen World Cups erstaunlich stark.

Bis fünf Minuten vor dem Ende führte der krasse Außenseiter Deutschland mit 20:17 durch Versuche von Sean Armstrong und Timo Vollenkemper, sowie einer blitzsauberen Kickleistung von Christopher Hilsenbeck, mit der es der Deutschland-Verbinder auf zehn Zähler brachte. Die Adler-Fans in Hamburg träumten von der Sensation. Doch Russland beendete die deutschen Hoffnungen mit zwei ganz späten Versuchen auf unsanfte Weise. Russland sollten wenige Monate später in der finalen Runde der WM-Quali schließlich an Uruguay scheitern - ein Team, das Deutschland nur zwei Jahre später in Frankfurt selbst schlagen sollte.

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2016 Meilenstein zum Klassenerhalt gegen os Lobos vor Hannoveraner Rekord-Kulisse

Knapp 10.000 Zuschauer im Hannoveraner Rudolf-Kaldeweit-Stadion, eine DRV XV, die mit dem Messer zwischen den Zähnen um den Klassenerhalt in der Rugby Europe Championship kämpfte und am Ende ein deutscher Triumph gegen den direkten Mitbewerber um den Klassenerhalt Portugal in der Hannoveraner Wintersonne. Es war ein fast perfekter Tag aus deutscher Sicht und der 50:27 Sieg, der höchste Sieg gegen Portugal überhaupt, sollte der so wichtige Schritt Richtung Verbleib in Europas höchster Spielklasse sein.

Schon damals in seiner ersten allerersten EM-Saison mit dem Adler auf der Brust ein unglaublich wichtiger Leistungsträger: Jaco Otto. Der Blondschopf in der dritten Sturmreihe ragte selbst in einem überragenden deutschen Sturm mit drei Versuchen heraus. Die schweren Männer des DRV waren damals gegen flinke Portugiesen der Schlüssel zum Sieg. Einziger Wermutstropfen an diesem Februar-Nachmittag in Hannover: Mit der letzten Aktion schaffte es Portugal noch auf den vierten Versuch, gleichbedeutend mit dem Offensiv-Bonus. Doch das sollte schlussendlich egal sein - Deutschland holte gegen Spanien eine Woche später in Köln ein Unentschieden und Portugal unterlag daheim den Russen.

Es war das Spiel um den Klassenerhalt 2016 und Deutschland zeigte damals gegen Portugal eines der stärksten Spiele der Dekade

2017 Das Wunder von Offenbach gegen Rumänien

Einen dramatischeren Spielverlauf hätte sich nicht Mal ein Hollywood-Drehbuchautor ausdenken können. Als Jarrid Els in der Nachspielzeit die rumänische Gasse an der eigenen Fünf-Meter-Linie herausfischte und das Spiel somit beim Stand von 41:38 für Deutschland entschied, explodierte der Bieberer Berg von Offenbach quasi. Spieler und Fans lagen sich in den Armen und die Londoner Times warnte auf deutsch mit dem Wort „Achtung“ vor dem aufstrebenden deutschen Team. Nach 44 Jahren hatte ein deutsches Team erstmals wieder gegen die rumänischen Eichen gewinnen können und zwar wie.

Zwei Mal lag das Adler-Team im ersten und später im zweiten Durchgang mit jeweils 18 Zählern aussichtslos zurück. Zweite-Reihe-Routinier Michael Poppmeier hatte das Spielfeld auf Krücken verlassen müssen. Doch das deutsche Team hatte hatte sich bei diesem EM-Spiel im Februar 2017 niemals aufgegeben - Totgesagte leben manchmal länger und das beweis sich an diesem Tag. Die Schlussphase waren wohl die intensivsten und spannendsten zehn Rugby-Minuten der Adler in dieser Dekade: Zwei deutsche Versuche, erst per Paket durch Dasch Barber und dann nach einer tollen Kombination abgeschlossen durch Marcel Coetzee brachten das DRV-Team in Front.

Doch es waren noch fünf Minuten zu spielen. Als dann Rumänien noch Mal mit einem wahrhaften Sturmlauf und seinen schweren Stürmern Meter für Meter Richtung Adler-Malfeld machte, schien es eine Frage der Zeit, bis sich der haushohe Favorit den Sieg sichern würde. Ein Straftritt auf der 22-Meter-Linie, mittig vor den deutschen Stangen, hätte Rumänien ein Unentschieden bringen können. Den Gästen reichte dies aber nicht und sie entschieden sich für die Gasse auf der Fünf, um das Paket anzuschieben. Dazu sollte es bekanntermaßen nicht kommen. Es war sicherlich der dramatischste Sieg des deutschen Teams in der abgelaufenen Dekade.

Der Jubel kannte bei Fans und Spielern keine Grenzen nach dem Sensations-Sieg über Rumänien

2018: Der Samoa-Krimi von Heidelberg

Deutschland konnte nach 2014 vier Jahre später erneut von der WM-Teilnahme träumen. Erst durch einen riesigen Skandal in der Rugby Europe Championship - Spanien, Belgien und Rumänien hatten 2017 und 2018 in der EM nicht spielberechtigte Spieler eingesetzt - hatte das deutsche Team überhaupt die Chance auf die WM-Teilnahme erhalten. Ein Sieg über Trophy-Gewinner Portugal und lediglich Samoa stand den Adlern im Weg in Richtung World Cup in Japan. Doch eine klare 15:66 Pleite in Apia auf Samoa bedeutete, dass die Chance de facto schon verpasst war.

Dennoch ging es für das DRV-Team im Rückspiel von Heidelberg zumindest um das Prestige, denn ein Duell gegen ein Team des Kalibers Samoa ist für ein deutsches Team leider immer noch eine Seltenheit. So boten die deutschen Adler dem späteren WM-Teilnehmer im pickepackevollen Rugby-Wohnzimmer von Heidelberg an diesem ungewöhnlich heißen Heidelberger Juli-Tag einen großartigen Kampf. Dabei störte unsere Jungs auch ein früher Gegenversuch durch den samoanischen Außen Ed Fidow nicht, im Gegenteil: Versuche von Jaco Otto und dem ausgerechnet auf Außen auftauchenden Prop Samy Füchsel drehten das Spiel zu Gunsten der Adler, die zur Pause 15:14 führten.

Auch in Durchgang zwei war es bis in die absolute Schlussphase ein Duell auf Augenhöhe, in dem Jarrid Els mit einem tollen Lauf für Deutschlands dritten Versuch sorgte. Bis in die letzten Minuten vor dem Abpfiff war die Partie komplett offen. Mit fünf Zeigerumdrehungen auf der Uhr war der Spielstand 28:28 ausgeglichen - Marcel Coetzee hatte gerade aus der eigenen Hälfte per Straftritt die erneute deutsche Führung nur hauchdünn verpasst. Dann aber die kalte Duscher - zwei ganz späte samoanische Versuche ließen das Ergebnis am Ende auf 42:28 für die Gäste hochschnellen - wie schon vier Jahre zuvor, ebenso in der WM-Quali, gegen Russland. Dennoch hatte das deutsche Team an diesem Tag über fast 80 Minuten mit einem Team der erweiterten Weltspitze mitgehalten.

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Top Try Scorer - REC Division 1A

Julen Goia Iriberri (ESP)   4
Kehoma Brenner (DRV)   3
Zurab Zhvania (GEO)   3
Adrian Apostol (ROM)   3
Guillaume Rouet (ESP)   3

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Conversions - REC Division 1A

Valentin Calafateanu (ROM)   6
Bradley Linklater (ESP)   6
Ramil Gaysin (RUS)   4
Lasha Khmaladze (GEO)   4
Dan Snee (ESP)   4

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Penalties - REC Division 1A

Merab Kvirikashvili (GEO)   9
Pedro Bettencourt Avila (POR)   8
Valentin Calafateanu (ROM)   5
Ramil Gaysin (RUS)   4
Chris Hilsenbeck (DRV)   4

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Yellow Cards - REC Division 1A

Julien Bardy (POR)   1
Dorin Manole (ROM)   1
Julius Nostadt (DRV)   1
Levan Datunashvili (GEO)   1
Mark Sztyndera (DRV)   1

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Red Cards - REC Division 1A

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