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TR-Update International: Wales Ex-Coach wegen Wettmissbrauch verurteilt, Lyon lockt Sexton
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Mittwoch, 18. Dezember 2019

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Über zehn Jahre lang Co-Trainer von Wales, doch ein Wettskandal kostete Wales-Legende Rob Howley den Job.

Ex-Wales-Assistenztrainer Rob Howley, der kurz vor dem WM-Start in September urplötzlich aus dem Wales-Camp abreisen musste, wurde nun wegen Wettmissbrauchs sportgerichtlich verurteilt. Die Details und das Ausmaß der Affäre Howley sorgen nicht nur in Wales für Aufsehen. Beim Wales-Erzrivalen England diskutiert man derweil, wie man mit Coach Eddie Jones weiterverfährt - eine angedachte Vertragsverlängerung scheint nun vom Tisch, zuerst müssen Abgänge im Trainer-Team vorm Six-Nations-Start in weniger als acht Wochen kompensiert werden. In Irland lösen Gerüchte um einen Johnny-Sexton-Abgang Diskussionen über Irlands Zukunft auf der Verbinderposition aus.

Wales-Legende Rob Howley, zuletzt Assistenzcoach, wird mit 18-monatiger Sperre belegt

Die Affäre kam für das walisische Team nur gut eine Woche vor dem WM-Start im September wie ein Erdbeben. Assistenz-Trainer Rob Howley, der über eine Dekade lang diesen Posten innehatte und Wales dabei zwei Mal als Interimscoach durch die Six Nations und einmal zum Titel führte, musste Hals über Kopf aus dem Wales-Camp abreisen. Der Grund wurde schnell klar, damals hieß es von offizieller Seite jedoch lediglich „Bruch der World-Rugby-Regel Nummer sechs“, also Wettmissbrauch. Nun sind mit dem Sportsgerichts-Urteil im Fall Howley weitere Fakten bekannt geworden.

Howley hatte allein seit der letzten WM 2015 bei drei verschiedenen britischen Wettanbietern auf über 1000 Spiele gewettet. Darunter zahlreiche mit Beteiligung seines eigenen Teams. Dabei war der ehemalige Wales-Gedrängehalb, der von 1996 bis 2002 selbst 59 Mal für Wales auflief, alles andere als vorsichtig vorgegangen, wie zunächst vermutet. Er hatte die Wetten nicht etwa über einen Strohmann, beispielsweise einen Bekannten oder Verwandten platziert - Howley nutzte seine offizielle E-Mail-Adresse beim walisischen Rugby-Verband WRU und sein Diensthandy, um sich zu registrieren und online zu wetten.

Nur so kam einer der Wettanbieter, Betway, auf seine Spur und alarmierte World Rugby und Wales Rugby. Eine WRU-Managerin machte sich umgehend auf den Weg nach Japan, um Howley zur Rede zu stellen. Dieser habe dann, so das Sportgericht, aus freien Stücken seine Vergehen bestätigt und habe auch nicht versucht sich herauszureden. Beispielsweise hatte Howley noch in diesem Frühjahr beim Six-Nations-Spiel gegen Irland kurz vor Anpfiff auf den ersten Try-Scorer gewettet. Der entsprechende Spieler sei mittlerweile befragt worden und sowohl Howley, als auch dieser nicht weiter genannte Spieler bestritten, dass er involviert gewesen sei.

Im Verlauf des Verfahrens, das in den WRU-Geschäftsräumen im Cardiffer Millennium Stadiums abgehalten wurde, dem Ort vieler Triumphe Howleys, traten Größen wie Sir Ian McGeechan, Warren Gatland und der aktuelle Wales-Innen Jonathan Davies als Charakter-Zeugen für Howley auf. Der Beschuldigte selbst zeigte sich reuig, entschuldigte sich bei Team sowie Öffentlichkeit und äußerte mittlerweile auch gegenüber der Presse, dass er nach dem Tod seiner Schwester eine sehr dunkle Zeit durchschritten habe. 18 Monate Sperre, rückwirkend zum Tag seiner Abreise aus Japan, lautet das Urteil. Davon wird jedoch die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt, so dass Howley im Sommer bereits wieder als Coach arbeiten könnte.

Vertragsverhandlungen mit Eddie Jones stocken - bleibt der Erfolgstrainer in England?

Am Tag nach dem verlorenen WM-Finale hatte Bill Sweeney, der Vorstandsvorsitzende von England Rugby, noch betont, dass man dringende Vertragsverlängerungsgespräche mit Eddie Jones halten wolle. Der Australier und seine Methoden war in seiner Amtszeit seit dem Herbst 2015 zeitweise kontrovers, der Erfolg jedoch schien Jones recht zu geben. Jones Vertrag läuft aktuell noch zwei Jahre, Sweeneys Intention sei den Trainer für einen weiteren WM-Zyklus zu binden. Trotz mehrerer Treffen seither hat es nun aber keine Einigung gegeben.

Welche Seite für die stockenden Gespräche verantwortlich ist, bleibt nebulös. Jones selbst äußerte öffentlich Angebote aus Australien, Japan und Frankreich vorliegen zu haben. Ob sich dies in seinen Gehaltsvorstellungen widerspiegelt, oder anderweitige Ambitionen tatsächlich vorhanden sind, bleibt abzusehen. Denn mittlerweile hat auch England Rugby CEO Sweeney jedenfalls hat erstmal Abstand von einer Verlängerung genommen und dabei auch Rassie Erasmus als Beispiel herangezogen - der Springboks-Coach hatte nur 18 Monate vor WM-Start die Rolle als übernommen und sein Heimatland zum WM-Titel geführt.

Jones hat derweil erstmal andere Sorgen. Zwei seiner Assistenz-Trainer haben England mittlerweile den Rücken gekehrt, darunter mit Hintermannschafts-Coach Scott Wisemantel ein Vater des Erfolges bei der WM, der nun für die Wallabies unter Dave Rennie arbeiten wird. Mit Sturm-Trainer Steve Borthwick droht nun ein Dritter abzuspringen und zwar Richtung Leicester Tigers, dem aktuell in der Krise befindlichen Gigant des englischen Vereins-Rugbys. Angesichts der Tatsache, dass es nicht Mal mehr acht Wochen bis zu Englands Auftaktspiel bei den Six Nations in Paris ist, kann nur schwerlich von einer guten Gemengelage sprechen.

Lyon lockt Sexton mit Mega-Angebot - braucht Irland bald einen neuen Verbinder?

Sexton trifft sich mit den Verantwortlichen von Top-14-Tabellenführer Lyon, so die Schlagzeilen in der französischen Presse Anfang der Woche. Unter anderem die immer gut informierte Midi Olympique spekulierte, dass der 34-jährige Sexton einer Ausbootung durch den neuen Irland-Trainer Andy Farrell zuvorkommen wolle. Denn mit Joey Carbery, Ross Byrne und Jack Carty stehen drei weitere Anwärter auf das grüne Shirt mit der Zehn bereit. Und Lyon sucht aktuell einen Ersatz für den ebenfalls 34-jährigen Jonathan Wisniewski, der im Sommer die Rugby-Stiefel an den Nagel hängen will.

Sexton aber hatte seinen Vertrag mit dem irischen Verband IRFU jedoch erst im letzten Jahr bis 2021 verlängert. Ob der irische Stratege aber im reifen Rugby-Alter von 38 bei der WM 2023 in Frankreich noch ein Kandidat wäre, ist fraglich. Zumindest die Gerüchte über einen zweiten Wechsel nach Frankreich - Sexton hatte vor der WM 2015 zwei Spielzeiten lang bei Racing 92 in Paris gespielt - wurden mittlerweile von irischer Seite dementiert. Das Treffen dürfte wohl durchaus stattgefunden haben, immerhin trafen Lyon und Sextons Leinster vor einem Monat aufeinander, doch noch ist man in Irland nicht gewollt den alten Maestro gehen zu lassen. Das dürfte den Kampf um seine Nachfolge aber keinen Abbruch tun.

In Frankreich nicht nur wegen dieses glorreichen Dropgoals kein Unbekannter: Johnny Sexton

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