Registrieren
Advertisement
TR Vorschau WM-Viertelfinale: Zeit für die Revanche?
Drucken
Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 18. Oktober 2019

Image
Japan Südafrika wird das letzte Spiel der Gruppenphase. Werden die Fans der Brave Blossoms wieder Grund zu jubeln haben?

Es geht Schlag auf Schlag beim Rugby World Cup in Japan. Die K.O.-Runde beginnt mit den Viertelfinalpartien. Die acht besten Teams des bisherigen Turniers treffen aufeinander und es verspricht ein ovales Fest zu werden. Bei drei von vier Duellen geht es dabei auch um die große Revanche für frühere Pleiten. ProSieben Maxx überträgt morgen und übermorgen alle vier Viertelfinalpartien und die Experten des Senders haben uns ihre Tipps gegeben.

England - Australien

Samstag 19. Oktober, 9:15 (dt. Zeit)

Nicht nur auf dem Platz gibt es am Samstag interessante Duelle. Die Coaches beider Teams des ersten Viertelfinales - Eddie Jones bei England und Micheal Cheika bei Australien - sind einige der größten Charakterköpfe im Welt-Rugby. Schon oft sind beide in Wortgefechten aneinandergeraten, dabei verbindet sie weitaus mehr, als so mancher vermuten könnte

Trotz sieben Jahren Altersunterschied standen beide in den Farben des Randwick Rugby Clubs im Osten Sydneys einst gemeinsam im Shute Shield, Sydneys wichtigstem Klub-Wettbewerb auf dem Feld. Beide hatten im oftmals elitären Rugby von Sydney mit ihrem Migrationshintergrund - Cheika hat libanesische Eltern und Jones ist Halb-Japaner - einen nicht üblichen Werdegang. Beide waren im Sturm der Galloping Greens in einer der besten Mannschaften von Sydney unterwegs. Cheika als Flanker und Jones als Hakler und galten als harter Vertreter ihres Fachs.

Aber während Jones als Taktik-Fuchs gilt und sich für seine Gegner gerne etwas besonderes zurechtlegt, kommt Cheika eher über die Motivationsschiene. Bilder von Cheika, wie er einst mit einem Golfschläger vor einem Spiel seines damaligen Teams Waratahs in der Kabine durch die Gegend fuchtelte machten damals ihre Runde in den australischen Medien. Aber am Wochenende wird er sich etwas besonderes einfallen lassen müssen.

2015 waren er und seine Wallabies es, die England bei der Heim-WM das schmachvolle Aus bescherten und zwar mit einem 33-13 in Englands Rugby-Tempel Twickenham - doch seitdem konnte England die direkten Duelle ein ums andere Mal für sich entscheiden. Sechs Siege reihte England gegen Australien zuletzt aneinander. Die Wallabies wirkten gegen des sturmstarke englische Team überfordert.

Wenn Australien morgen gegen England einen Stich setzen will, muss es wohl wieder ein Mal die Wunder-Kombination aus dem Jahr 2015 bringen. Pooper nannte man damals die taktische Novelle mit zwei Openside-Flankern in Micheal Hooper und David Pocock, deren Nachnamen den ungewöhnlichen Spitznamen ergeben. Pocock fiel zuletzt lange verletzt aus, aber mit dem wohl besten Balldieb der Welt zurück in den Reihen und fit, scheinen die Aussies wieder das Duo auf dem Feld zu haben, das England damals das Angriffsspiel versaute.

Die Antwort von England-Coach Jones könnte nicht passender sein. Nachdem der gebürtige Australier in den ersten Jahren seiner Amtszeit bei England auf zwei Sechser mit Haskell und Robshaw, vollzog Jones eine 180-Grad-Wende. Aktuell ist die Kombination Tom Curry und Sam Underhill, zwei gelernte Siebener, Jones erste Wahl. Ob dies das beste Mittel ist um Pocock und Hooper zu neutralisieren und Australiens Angriff im Gegenzug lahmzulegen, dürfte spannend zu sehen sein. An ihrer Seite wird wie erhofft Billy Vunipola auflaufen, der rechtzeitig nach einer Knöchel-Verletzung fit geworden ist.

Der größte Schock ist jedoch Jones Entscheidung George Ford aus der Start-XV zu kegeln. Gegen Argentinien und Tonga hatte Jones sich erneut für seine Doppel-Spielmacher-Aufstellung entschieden. Doch nun überlebt nur noch Owen Farrell, während Tuilagi und Slade die Innneu-Paarung bilden. Jones Erklärung dafür - er erwarte ein brutales Spiel und wolle dafür gewappnet sein. Denn Australiens Innen Samu Kerevi ist einer der durchbruchstärksten der Welt.

An dessen Seite wird mit Jordan Petaia ein blutjunger Innen der Queensland Reds auflaufen. Der im Jahr 2000 geborene gelernte Außen wird auf der 13 mit seinem Vereinskollegen eine formidable Kombination bilden, doch ob Petaia dem Druck eines WM-Viertelfinales gewachsen ist, bleibt abzusehen.

Morgen unter dem bei Regen und 24 Grad wohl geschlossenen Dach des Kyushu Doms von Oita ganz im Süden Japans jedenfalls wird man sehen, ob Englands Dominanz weiter anhalten wird und den Engländern die Revanche für das Aus bei der letzten WM gelingt, oder ob die Spielpause durch die Absage des letzten Gruppenduells mit Frankreich zum Bumerang für den Favoriten England wird.

Expertentipps:

Manuel Wilhelm

England 17-8 Australien

Jan Lüdeke

England 35-10 Australien

Manuel Wilhelms Analyse gegenüber Ran.de: "England ist auf dem Papier der klare Favorit und wird sich am Ende auch durchsetzen. Insgesamt hat England mit Sicherheit den komplettesten Kader auf dieser Weltmeisterschaft und bisher kaum Verletzungssorgen, lediglich Billy Vunipola hat zuletzt etwas Sorge bereitet. Die extra Woche Auszeit nach dem Spielausfall wird ihnen deshalb mit Sicherheit auch in die Karten gespielt haben. Die englischen Power-Runner um die Brüder Vunipola, Manu Tuilagi, Kyle Sinckler und Co. sind eine absolute Urgewalt und werden den Australiern gewaltige Probleme bereiten. Allerdings hat das Duell mit dem 'Pomms' für die Australier durchaus Derby-Charakter und sie werden die Partie nicht kampflos wegschenken."

2015 konnte Australien die Engländer bei der Heim-WM aus dem Turnier kegeln, gelingt den Engländern nun die Revanche

Neuseeland - Irland

Samstag 19. Oktober, 12:15 (dt. Zeit)

Es ist nicht Mal ein Jahr her, da bezwang Irland den amtierenden Weltmeister Neuseeland mit einem überzeugenden Sieg in Dublin. Irlands Spielmacher Sexton wurde wenig später zum Weltspieler des Jahres und die Vorfreude der Iren auf die WM in Japan hätte kaum größter sein können. Doch seitdem ging die Formkurve der Boys in Green steil nach unten, genau im Gegensatz zu der der All Blacks.

Man könnte meinen Irland habe wieder einmal zu früh den Form-Höhepunkt erreicht. Die durchwachsenen Six Nations sowie die Niederlage gegen Japan zum WM-Auftakt könnten als Zeugnis dessen gewertet werden. Dennoch muss man festhalten: Irland geht quasi in Bestbesetzung in dieses Duell und wird sich noch sehr wohl an die zwei Siege zuletzt gegen Neuseeland erinnern können. Dazu haben die All Blacks schon das eine oder andere Mal bei einer WM trotz absoluter Favoritenrolle vorzeitig die Segel streichen müssen. Man erinnere sich an die Niederlagen gegen Frankreich im Jahr 2007 oder 1999.

Neuseelands sehr junge Außen werden sich an keines der beiden Spiele erinnern können. Mit Sevu Reece und George Bridge, die es gemeinsam auf zwölf Länderspiele im berühmten schwarzen Dress der All Blacks bringen, sind zwei absolute Youngster im Team von Steve Hansen. Man könnte fast meinen sie seien grün hinter den Ohren, zumindest auf diesem Level. Währenddessen schafften es die erfahrenen Ben Smith und Ryan Crotty nicht einmal in den Kader, während Sonny Bill Williams nur auf der Bank sitzt.

Luxus-Probleme der All Blacks könnte man meinen Im morgen aller Voraussicht nach feuchten aber bei knapp 20 Grad immer noch warmen Tokio wird aber auch viel auf den Kampf im Sturm ankommen und da kann Neuseeland-Coach Hansen endlich wieder auf die Dienste seines besten Stürmers vertrauen. Zweite-Reihe-Riese Brodie Retallick war nach einer Schulter-Verletzung über zwei Monate raus und erst gegen Namibia für einen Kurzauftritt zurückgekehrt - nun steht er erneut in der Start-XV.

Wohl nur Retallick und zwei drei andere Spieler sind für das All-Blacks-Spiel derart wichtig, dass ihnen nach einer langen Auszeit ein dermaßen großer Vertrauensvorschuss gegeben wird. Mit ihm ist Neuseeland im Sturm fast gleichwertig und wird Irlands Versuche über kurze kraftvolle Sturmläufe und das Paket Meter zu machen, zu neutralisieren wissen.

Irlands Rezept gegen den Weltmeister dürfte derweil klar sein. Mit den Spielmachern Sexton und Murray in der Kommandozentrale eine genauso intensive und fehlerfreie Vorstellung abliefern, wie im letzten November in Dublin. Dann hätte Irland tatsächlich eine Chance gegen den amtierenden Weltmeister und haushohen Favoriten.

Doch die Favoritenrolle der All Blacks lässt sich nicht wegdiskutieren. Nicht nur der Sieg über die Springboks, auch die Klasse auf jeder einzelnen Position bei den All Blacks sprechen für den amtierenden Weltmeister

Expertentipps:

Manuel Wilhelm

Neuseeland 23-10 Irland

Jan Lüdeke

Neuseeland 21-10 Irland

Manuel Wilhelms Analyse gegenüber Ran.de: "Alles andere als ein neuseeländischer Sieg wäre eine Sensation. Neuseelands Trainer Steve Hansen hat die Psycho-Spielchen schon gestartet und darauf hingewiesen, dass sie auf die Kniffe seines Gegenübers Joe Schmidt bestens vorbereitet sein werden. Hoffnung dürfte Irland die ansteigende Form von Verbinder Jonny Sexton machen und der Umstand, dass sie in diesem Viertelfinale als absoluter Underdog starten. Eine Rolle, in der sich die Iren traditionell sehr wohl fühlen."

Kann Irland das Kunststück von vor elf Monaten wiederholen?

Wales - Frankreich

Sonntag 20. Oktober, 9:15 (dt. Zeit)

Frankreich hat sich den Weg in die K.O.-Phase mit einem Last-Minute-Sieg über Argentinien geebnet, war aber über weite Teile der Gruppenphase wenig überzeugend. Fast hätte es einen Ausrutscher gegen Tonga gegeben, doch Frankreich rettete im letzten Spiel der Gruppenphase in Kumamoto ein 23-21 über die Zeit. Logisch, dass vor dem Viertelfinale niemand einen Pfifferling auf die Chancen von les Bleus gibt. Doch vielleicht sollte man die Franzosen nicht allzu früh abschreiben.

In der WM-Geschichte jedenfalls sind die Franzosen historisch gesehen weitaus erfolgreicher als Wales und auch 2011 schafften es die Rugger der Grande Nation nach einem Ausrutscher gegen Tonga in der Vorrunde noch bis ins Finale und unterlagen da in Auckland gegen die All Blacks mit nur einem einzigen Zähler. Auch damals führte der Weg ins Endspiel über Wales, wobei eine rote Karte für den damaligen Wales-Kapitän Warburton schon früh für eine Vorentscheidung sorgte - warum sollte sich die Geschichte nicht wiederholen? Mit den zuletzt verletzungsbedingt fraglichen Außen Damien Penaud und Neuner Antoine Dupont sind zwei der zuletzt formstärksten Franzosen rechtzeitig für das Duell in Oita fit geworden.

Frankreichs Jacques Brunel jedenfalls meint den bestmöglichen Kader für dieses K.O.-Spiel nominiert zu haben. Den Franzosen winkt immerhin der vierte Finaleinzug in der Geschichte und eventuell sogar der erste Titel. Es wäre eine ganz besondere Ehre für Frankreichs Spielmacher Romain Ntamack, dessen Vater einst als Frankreichs Zwölfer das Finale 1999 gegen die Wallabies bestritt und unterlag. Ntamack hat sich in den letzten Wochen auf der Zehn festgespielt und nach dem das England-Spiel dem Taifun Hagibis zum Opfer fiel, wird dies die absolute Feuerprobe für den jungen Stade-Toulousain-Profi sein.

Ihm gegenüber wird Dan Biggar stehen - der erfahrene Zehner der Waliser galt als Wackelkandidat nachdem er gegen Fidschi wohl eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Scheinbar hat der für die Waliser extrem wichtige Verbinder alle Tests bestanden, denn sein Ersatz Rhys Patchell war gegen Uruguay im abschließenden Gruppenspiel wenig überzeugend. Genauso wichtig war die Meldung, dass Innen Jonathan Davies ebenfalls auflaufen wird - der Weltklasse-Innen hatte ebenso gegen Fidschi eine Verletzung erlitten, aber sein Knie hat die Belastungsprobe bestanden, so dass er im scharlachrot von Wales auflaufen wird.

Gegen die Franzosen werden die Waliser mit viel Selbstvertrauen auflaufen. Coach Gatland erklärte gegenüber der versammelten Weltpresse, dass Frankreich zwar ein großes und physisches Team aufbiete, betonte aber gleichwohl die sieben Siege in den letzten Acht aufeinandertreffen. Wales habe alle Vorbereitungen getroffen und wisse genau was sie erwarte, so Coach Gatland, der nach der WM nach einer guten Dekade als Wales-Coach aufhören wird.

Auf den Rängen jedenfalls dürfte Wales die Überhand haben. Die Unterstützer der roten Drachen sind sowieso sehr reisefreudig und waren bisher mit am zahlreichsten in Japan vertreten. Kein Wunder, dass Warren Gatland erklärte: „Man sieht so viele rote Wales-Trikots, auch viele Japaner darunter, es fühlt sich ein wenig wie ein Heimturnier an.“ Mit dem gefühlten Heimvorteil im Rücken, der besseren taktischen Disziplin und der zuletzt weitaus besseren Bilanz dürfte da doch eigentlich nichts anbrennen. Sonntag Mittag deutscher Zeit steht fest, ob Wales der zweite Halbfinal-Einzug seiner Geschichte gelingt.

Expertentipps:

Manuel Wilhelm

Wales 18-22 Frankreich

Jan Lüdeke

Wales 19-14 Frankreich

Manuel Wilhelms Analyse gegenüber Ran.de: "Das wird das engste aller Viertelfinalspiele. Wales ist auf dem Papier favorisiert, aber die letzten Spiele zwischen den beiden Mannschaften waren sehr eng. Im französischen Camp ist wieder etwas Unmut und Aufruhr wegen interner Uneinigkeiten. Dies führt traditionell dazu, dass die Franzosen sich auf dem Platz zu Höchstleitungen aufschwingen. Wenn Frankreich die Intensität der ersten Halbzeit gegen Argentinien über das gesamte Spiel aufs Feld bringt, dann wird es ein heißer Tanz. Ich tippe auf Frankreich."

2011 trafen Wales und Frankreich im WM-Halbfinale aufeinander - mit dem besseren Ende für les Bleus

Japan - Südafrika

Sonntag 20. Oktober, 12:15 (dt. Zeit)

Das Team, das eine Nation inspiriert. Das Motto der Brave Blossoms lautet „one Team“ - und so haben die Gastgeber im bisherigen Turnierverlauf auch gespielt. Totales Rugby, Schlag auf Schlag, immer bedingungslos nach vorne, immer wieder mit viel Risiko und genau das wurde bisher auch belohnt - das was die Japaner bisher bei ihrer Heim-WM abgezogen haben, ist aller Ehren weit. Weder gegen Schottland, noch gegen Irland waren die Brave Blossoms Favorit, das aber hat sie nicht davon abgehalten, die favorisierten Teams zu überrumpeln. So wurde Japan das zweite Lieblingsteam eines jeden Rugby-Fans weltweit, wohl mit der Ausnahme der zahlreichen Anhänger Südafrikas.

Nun wartet Südafrika auf die Japaner im Viertelfinale - ausgerechnet Südafrika könnte man meinen. 2015 lösten die Kirschblüten, wie ihr Spitzname auf japanisch lautet, einen absoluten Boom aus, als sie damals die größte Sensation der Rugby-WM-Geschichte ablieferten. Der 34-32 Sieg in Brighton in der Gruppenphase hatte die gesamte Rugby-Welt überrascht und das Interesse am ovalen Ballsport in Japan explodieren lassen. Deshalb dürfte es auch keinen Wundern, dass jeder zweite Japaner am Sonntag den Sieg der Sakura über Schottland am TV-Bildschirm verfolgt hat und dazu noch Hunderttausende die zwölf Fanzones des Landes säumten.

Gegen die Springboks allerdings wartet ein Gegner eines anderen Kalibers auf die Japaner, einer der nach 2015 auf die Revanche aus ist. Das weiß auch Japans Coach Jamie Joseph - der Neuseeländer glaubt an die Chancen seines Teams und sieht es darauf vorbereitet, dass aus Südafrikas Monster-Sturm am Sonntag Abend ein kraftvoller Stürmer nach dem anderen auf die japanische Defensive zurennen wird. Man werde sich dagegen zu wehren wissen, so Joseph auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Im Gegenzug werden die Japaner erneut versuchen das Spiel in jeder Sekunde schnell zu machen und damit irgendwann Lücken bei den Springboks zu kreieren.

Genau das war das Erfolgsrezept gegen Irland und Schottland, die jeweils mit Japans Speed nicht klargekommen sind. Beide Teams kamen schlicht irgendwann nicht mehr hinterher, hatten aber auch mit der schwülen Hitze im herbstlichen Japan zu kämpfen. Japan wird angetrieben von Spielmacher Yu Tamura am Sonntag erneut sein Hochgeschwindigkeitsspiel abspulen, aber die Hitze hat in Tokio nachgelassen und es ist davon auszugehen, dass Südafrika damit weniger Probleme haben wird, als beispielsweise die Iren. Dazu haben die Boks mit Cheslin Kolbe und Makazole Mapimpi selbst zwei pfeilschnelle Außen in ihren Reihen, die wie Japans Star Fukuoka ihrem Gegenspieler Knoten in die Beine laufen können.

Doch der wohl größte Unterschied könnte tatsächlich das Sturmspiel sein, auch wenn Südafrikas Coach Erasmus insistiert, dass man weitaus mehr könne, als nur mit den schweren Jungs über die Vorteilslinie zu preschen. Südafrikas Sturm-Brocken Eben Etzebeth und sein Zweite-Reihe-Kollege de Jager beispielsweise sind jeweils gute 10 cm größer als ihre japanischen Gegenspieler. Das gibt den Südafrikanern natürlich auch in der Gasse riesige Vorteile. Das wird Verbinder Handre Pollard ausnutzen wollen - er ist wie Etzebeth und de Jager einer derjenigen Spieler, die die Schmach von Brighton damals miterlebten.

Die Kerbe auswetzen ist das Motto der Boks, die Nation weiter zum Träumen bringen, das der Neuseeländer. Dabei haben die Gastgeber den Großteil der 50.000 im Tokio Stadium hinter sich - und jeder der bisher eines der Japan-Spiele am TV oder live verfolgt hat, kann bezeugen: Das fanatische Publikum kann durchaus einen Unterschied machen. Inwiefern es dann auf dem Rasen dazu reichen wird, Südafrikas Sturmlauf zu verteidigen und selbst Akzente zu setzen, wird man sehen.

Expertentipps:

Manuel Wilhelm

Japan 13-39 Südafrika

Jan Lüdeke

Japan 5-28 Südafrika

Manuel Wilhelms Analyse gegenüber Ran.de: "Japan macht einfach nur Spaß, ihr Spielstil ist so altmodisch, dass er schon wieder modern ist. Technisch brillant, kaum taktisches Gekicke und atemberaubendes Tempo. Aber ich glaube der südafrikanischen Power werden sie nicht gewachsen sein. Südafrika wird sie erdrücken, überrennen und damit aus dem Spiel nehmen. Ich tippe auf einen klaren Sieg für Südafrika, wünsche mir aber, dass ich falsch liege, da ich wie vermutlich alle diese japanische Mannschaft in mein Herz geschlossen habe."

Der Triumph über Schottland hat eine Nation inspiriert

Artikel empfehlen
Kommentare (0)add comment

Kommentar schreiben
Du mußt angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.

busy
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 18. Oktober 2019 )
 
< vorheriger Artikel   nächster Artikel >
wetten auf tipico.de
Betway Sports - Sportwetten Online  – 150 EURO Bonus 2019
Advertisement
Advertisement