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TR-Review Rugby-Bundesliga: RK03 mit überraschendem Derbysieg, HRC schlägt Germania, Löwen siegreich
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Sonntag, 15. September 2019

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Die Bundesliga nimmt wie hier in Leipzig, wieder richtig Fahrt auf. Foto (c) PK Foto/Philip Kirschner

Zwei ganz dicke Überraschungen gab es in der Nordstaffel der Rugby-Bundesliga. Der RK 03 Berlin sichert sich nach einem Jahr der BRC-Dominanz in der Hauptstadt einen knappen und umso überraschenderen Auswärts-Derbysieg. Nicht weniger überraschend ist der deutliche Heimsieg des Hamburger RC über Germania List. Im Süden gewann der TSV das HD-Derby und der SC Neuenheim feierte einen klaren Erfolg über Heusenstamm.

Nord/Ost

Hamburger RC 27-13 SC Germania List

Der HRC wird für die Germania zum Stolperstein. Im ersten Bundesliga-Spiel der neuen Saison an der Saarlandstraße konnte Hamburg die Auftaktniederlage in Hannover gegen 78 vergessen machen, indem man daheim den zweiten Spitzenklub aus der niedersächsischen Landeshauptstadt schlug.

Dabei kassierte Germania schon früh den ersten Warnschuss, als sich der HRC-Sturm nach nicht einmal zehn Minuten erstmals den Weg über die Gäste-Linie wuchtete. Danach gelang es den Gastgebern immer wieder das weite und schnelle Spiel der Germanen zu unterbinden. Der HRC machte aus der Partie einen Abnutzungskampf, was gar nicht nach dem Geschmack der Gäste war.

Es war vielleicht nicht Champagner-Rugby, was die schweren Hanseaten da boten, aber unglaublich effektiv. So kamen beide Teams bis weit in die zweite Hälfte nur über Straftritte zu Punkten. Bis 20 Minuten vor dem Ende hatten zwei erfolgreiche Kicks auf beiden Seiten das Punktekonto auf 13:6 aus Gastgebersicht hochgeschraubt.

Dann aber doch ein wichtiger Schlag durch die Gäste per spektakulärem Überkick. Mit nur 15 Minuten auf der Uhr der Ausgleich durch einen Geniestreich der schnellen Germania-Dreiviertelreihe. Doch was hätte als Weckruf für die Gäste funktionieren sollen, wurde zum Bumerang. Plötzlich legte der HRC-Sturm noch Mal eine Schippe zu. Flanker Mikel Blanco durchbrach gleich zwei Tackles, um zum zweiten Hamburger Versuch abzulegen.

Dann musste Germania volles Risiko gehen und das wurde den Hannoveranern aus der List zum Verhängnis. Der eingewechselte Asselot der Hamburger fing einen gewagten Überpass ab und trug das Leder mit letzter Kraft bis ins Gäste-Malfeld. Das war der letzte Sargnagel, der Widerstand der Lister war gebrochen. Daran sollte auch eine späte gelbe Karte gegen Tryscorer Blanco nichts ändern.

Hamburg hatte sich ein großes Skalp gesichert und dementsprechend froh war Kapitän Lars Dreessen: „Wir haben von Anfang an gut Druck gemacht. Germania hat probiert das Spiel breit zu machen, was wir ganz gut unterbinden konnten. Sowohl Hintermannschaft als auch Sturm haben echt gute Arbeit geleistet. Bin sehr stolz auf das Team!“ Sturm-Trainer Bodensieck ergänzt gegenüber TR: „Wir haben auf 4 Punkte gesetzt heute. Unser Ziel war es die 3/4 nicht ins Spiel kommen zu lassen und die Schwachstellen zu attackieren. Auf diesen Sieg können wir aufbauen und können unser Saisonziel im Auge behalten.“

Für die Lister war es eine herbe Schlappe, ausgerechnet vorm großen Hannover-Derby. Die einzig gute Nachricht - durch die Oktoberfest 7s in München ist das kommende Wochenende spielfrei. Damit bleibt dem Team von Danny Stephens eine Woche mehr sich auf das wichtigste Spiel der Hinrunde vorzubereiten. Für den HRC steht ein nicht einfacher Trip zum RK 03 Berlin an.

Berliner RC 17-20 RK 03 Berlin

In vielerlei Hinsicht war das gestrige Berliner Derby ein besonderes Spiel. Nicht nur konnte sich der Underdog auswärts durchsetzen und nach einer fast zwei Jahre währenden Durststrecke erstmals wieder gegen den Erzrivalen siegen - auch wurde das Derby als erstes in dieser Saison von Sportdeutschland TV übertragen. Die Kooperation mit der Gothaer Versicherung macht es künftig regelmäßig möglich Bewegtbilder aus dem Oberhaus zu sehen. Bei uns werdet ihr künftig als nicht mehr nur mit dem Ticker bedient, sondern könnt ausgewählte Spiele Dank Sportdeutschland und der Gothaer auch im Stream verfolgen.

Am Samstag konnte der Berliner RC nur vor der Pause der Favoritenrolle gerecht werden. Drei Versuche vor gut 600 Zuschauern bescherten den Gastgebern eine 17-5 Pausenführung. Doch mit verdammt viel Herz und noch mehr Kampf im Sturm arbeitete sich der Gast nach der Pause zurück ins Spiel. Erst per Strafkick und dann mit immer mehr harter Arbeit der dritten Sturmreihe mit Falk Duwe und Lukas Hinds-Johnson. Ganz spät und auf unglaublich dramatische Art und Weise konnte sich der RK 03 am Ende durchsetzen.

RK-03-Trainer Maxi Bonnano gab sich gegenüber TR hocherfreut: "Wir sind hocherfreut über diesen Sieg. Die erste Hälfte war noch nicht so gut, aber in Durchgang zwei sind wir stärker geworden und am Ende haben unsere Auswechselspieler den Unterschied gemacht." Dieses Spiel, sei ein großartiges Resultat für den RK, aber jetzt gelte es weiter so zu spielen und die Euphorie zu nutzen. "Wir müssen nicht nur gegen die Top-Teams so spielen, sondern auch gegen die Mannschaften im Tabellenkeller!"

Sein Gegenüber Uwe Maaser erklärt gegenüber TR: "Es das erwartet emotionale Derby. Wir haben unsere Standards nicht in den Griff bekommen was der RK 03 clever genutzt hat. Aus dem offenen Spiel heraus können wir immer die Versuche legen - sind aber durch die Schwäche an den Standards nicht in der Lage ein Spiel zu verwalten. Wir freuen uns jetzt eine kleine Pause zu haben und daran arbeiten zu können!"

Gleichzeitig will der BRC-Coach aber auch die positiven Aspekte betonen: "Insgesamt aber eine super Werbung für unseren Sport. Medial erwecken wir immer mehr Interesse in der Hauptstadt.  Es waren drei verschiedene Kamerateams und unterschiedliche Printmedien unterwegs die jetzt kurz vor der WM breit berichten. Wir hoffen das wir mit dem Aufmerksamkeitsschub der WM dann regelmäßig die 1000 Zuschauermarke knacken werden!"

Für die Gastgeber heißt die zweite Pleite in Folge, dass es nach der unglaublich erfolgreichen Saison 2018-2019 ein weiteres Stück harte Arbeit wird erneut Richtung Playoffs zu marschieren und dass einer der härtesten Konkurrenten um den Halbfinaleinzug der Stadtrivale ist. Der RK 03 empfängt nach der Oktoberfest-7s-Pause den Hamburger RC, während der Berliner RC in Hannover bei der SG Odin/Döhren ran muss.

RC Berlin Grizzlies 21-29 Hannover 78

„Es war das erwartet harte Spiel gegen sturmstarke Grizzlies - wir hätten es uns gerne einfacher gemacht, aber am Ende zählt der Sieg“, so das Fazit von 78-Trainer Benjamin Krause. Noch zur Pause lagen die Gäste mit 12-14 gegen die Grizzlies hinten. Vor der Pause hatte 78 nur phasenweise gewohnt flüssig und dynamisch aufspielen können und sich dazu viel viel zu Handlingfehler geleistet. Die Grizzlies konnten dagegen mit ihrem typisch unorthodoxen Spiel punkten.

Erst nach dem Intervall lief es bei den Hannoveranern besser. Die Kombinationen liefen flüssiger und zu den zwei Versuchen von Alex Hünefeld kamen noch ein weiterer von Felix Schippe, einer von Siebener-Ass Jarrod Saul sowie vier erfolgreiche Kicks von Daniel Windolf. So stand am Ende ein wichtiger Auswärtssieg zu Buche in einer Partie, die zum Stolperstein für den Nord-Topfavoriten hätte werden können.

Ein hartes Stück Arbeit war das Gastspiel bei den Grizzlies für Hannover 78

Dadurch geht der Vorjahressieger der Nordstaffel mit ordentlich Rückenwind in das in zwei Wochen anstehende Hannover-Derby gegen den Stadtrivalen Germania List. Die Grizzlies nehmen zwar aus dieser Partie nichts Zählbares mit, haben aber unter Beweis gestellt, dass mit ihnen in dieser Saison auf dem Feld zu rechnen ist. Spätestens nach dem kommenden Heimspiel gegen den RC Leipzig wird man eine Ahnung haben, wohin die Reise für die Berliner in dieser Saison gehen kann. Neben dem Feld ist es für uns als TR enttäuschend, dass es wieder einmal keinen Liveticker vom Grizzlies-Spiel gab und dass Informationen zum Spiel nur über die Gäste zu bekommen sind.

RC Leipzig 45-19 SG Odin Döhren

Zwar zeigte sich der Aufsteiger bei seinem Gastspiel in Sachsen klar verbessert, doch am Ende sprang für die Hannoveraner trotz früher Führung und erneut drei Versuchen nichts Zählbares raus. Doch die Leistung der SG mit nur 17 Mann in Leipzig dürfte Odin/Döhren zumindest Hoffnung schöpfen lassen.

Früh profitierte die SG von einem Leipziger Handlingfehler im Mittelfeld - von der Mittellinie konnte Ochieng nach einem Leipziger Vorwurf bis ins Malfeld spurten. Leipzig ließ sich davon aber nicht schocken und kam nach einer Viertelstunde durch einen Doppelschlag zur Führung. Erst war es der Sachsen-Sturm und dann Speedster van Zyl, die für die Gastgeber punkteten. Als Beck Jafele zum dritten RCL-Versuch freispielte waren die Verhältnisse aus Sachsen-Sicht erstmals gerade gerückt.

Noch vor der Pause dann der vierte Versuch zum Offensiv-Bonus durch den auf der 13 auflaufenden Leroux van Zyl zum 26-5. Direkt nach dem Wiederanpfiff entschieden Leipzigs Achter Nande und ein Strafversuch nach einem zu hoch angesetztem Tackle die Partie endgültig. Nande musste dann aber nach einer Knie-Verletzung und längerer Behandlung vom Feld - bitter für die Leipziger. Die späten Gäste-Versuche durch Dubila und Eilas änderten nichts am relativ klaren Ergebnis.

Leipzigs Team-Manager Paukstat analysierte nach der Partie gegenüber TR: „Trotz eines frühen Rückstands haben wir schnell zurück ins Spiel gefunden und die erste Hälfte klar dominiert. Auch die zweite Hälfte begann sehr gut. Durch die schwere Knieverletzung von Neuzugang Juandre Naude und die lange Behandlungspause kam das Team dann ein bisschen aus den Tritt, hat aber ungefährdet den Sieg nach Hause gefahren.“

 


Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 Hannover 78
2 10 +45
2 RK 03 Berlin 2
9 +4
3 RC Leipzig
2 7 +25
4 RC Berlin Grizzlies
2 5 +22
5 Hamburger RC
2 4 -23
6 SC Germania List
2 4
-12
7 Berliner RC
2 3 -5
8 SG Odin/Döhren
2 0 -56

 

Süd/West

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 SC Frankfurt 1880 2 10 +62
2 RG Heidelberg 2
10 +57
3 TSV Handschuhsheim
2 10 +47
4 Rugby Pforzheim
2 5 +29
5 SC Neuenheim
2 5 +9
6 Heidelberger RK
2 0
-55
7 RK Heusenstamm
2 0 -70
8 RC Luxembourg
2 -2 -70

SC Neuenheim 55-6 RK Heusenstamm

SCN-Trainer Alexander Widiker zeigte sich hocherfreut über den souveränen Sieg seiner Königsblauen. „Wir sind sehr zufrieden, die Kampf- und Spielstärke war da - unsere Verteidigung war sehr gut und wir haben keinen Versuch zugelassen. Auch die Standards waren im Vergleich zur Vorwoche viel besser. Wir sind zwar noch nicht da, wo wir hin wollen, die Mannschaft ist aber auf einem sehr guten Weg.“

Zuvor hatte der SC Neuenheim ein blitzsauberes Spiel gegen die Füchse abgelegt. Schon vor der Pause sorgten Manasah Sita, Joshua Tasche und Nicolas Rinklin für klare Verhältnisse beim Stand von 24-6. Nach der Pause drehte besonders Speedster Manasah Sita auf und machte seinen Hattrick perfekt.

Die nächste Standortbestimmung für den Sportclub Neuenheim gibt es dann nach der Oktoberfest-7s-Pause in zwei Wochen gegen den HRK. Für die Heusenstammer wird es derweil nicht einfacher. Das Derby gegen Meister 1880 steht an.

Rugby Pforzheim 17-38 SC Frankfurt 1880

Es war das Spiel Tabellenführer gegen den Meister und Verfolger. Dabei hatte Pforzheim den Sieg und die Tabellenführung nur durch die Absage der Luxemburger. Und Anfangs sah es in diesem Duell so aus, als würde Pforzheim vor heimischen Publikum vorgeführt. Vier Versuche schenkte 1880 den Gastgebern ein, zwei davon über den bärenstarken Sturm - einen per Paket einen per Gedränge. Pforzheim-Trainer Broughton hatte sich selbst auf der Zwölf aufgestellt und vor dem Duell nur einen Sieg als mögliches Ziel ausgegeben.

Erst nach der Pause dann wachte Pforzheim so richtig auf. Doch nicht bevor Frankfurt per Deichmann-Drop auf 31-0 davonzog. Pforzheims Tucker sorgte in Minute 51 für die ersten fünf Rhinos Zähler per Solo. Doch es war nur noch Ergebnis-Kosmetik - denn Frankfurts später Versuch besiegelte die Partie endgültig, daran konnte auch Pforzheims Chitokwindo nichts ändern mit seinem Schlusspunkt.

Die neu formierten Pforzheimer verlieren somit Tabellenplatz eins und auch der Besuch bei der RGH in zwei Wochen verspricht keine einfachen Punkte. Doch scheint das Team deutlich konkurrenzfähiger, als in der Vorsaison, die erst im Juli mit der Relegation endete. Frankfurt dagegen übernimmt die Spitze - als eines von drei ungeschlagenen Teams im Süden. Das Derby gegen Heusenstamm steht demnächst an, bevor in drei Wochen gegen die RG Heidelberg der erste richtige Härtetest auf den Meister wartet.

TSV Handschuhsheim 38-12 Heidelberger RK

Die Löwen lassen im Derby daheim nichts anbrennen und schicken den HRK mit einer Derbyniederlage zurück auf die andere Neckarseite. Es war wieder einmal Jaco Otto, der gegen seinen ehemaligen Klub glänzte und die ersten Punkte auf gewohnt unwiderstehliche Art machte. Wenig später war der zweite Deutsch-Südafrikaner der Löwen, Marcel Coetzee, entscheidend am zweiten Versuch beteiligt. Er machte wertvolle Meter auf dem künstlichen Grün der Löwen und legte im richtigen Moment auf den mitgelaufenen Christopher Korn ab.

Coetzee war es auch, der die TSV-Dominanz im ersten Durchgang per Intercept-Try untermauerte, als er nahe der Mittellinie einen waghalsigen Klub-Ball abfing und dankbar unter die Stangen sprintete. Noch vor der Pause dann der Bonuspunkt nach einem schnellen Konter über Katoa. Der Bonuspunkt und die totale TSV-Dominanz war damit untermauert und noch vor der Pause legte Otto zum 33-0 nach. Nach dem Intervall das gleiche Bild und Katoa mit den nächsten fünf Punkte, die aber die letzten sein sollten.

Dann aber der Bruch im Spiel des TSV. Erst musste Topspieler Otto nach einer Rangelei mit Ex-Mitspieler Jörn Schröder für 10 Minuten vom Feld. Dann die späte Ergebniskosmetik durch zwei kraftvolle Versuche von HRK-Sturmtank Arthur Zeiler. Doch das änderte nichts am allgemeinen Eindruck: Der TSV wird wieder um die Playoff-Plätze, der HRK muss kleinere Brötchen backen.

RG Heidelberg 43-15 RC Luxembourg

Weitere Infos folgen!

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Kommentare (1)add comment

Gero Welter said:

3348
...
Ich dachte die RGH ist zu Gast in Pforzheim?
September 15, 2019

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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 15. September 2019 )
 
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