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Springboks-Legende Chester Williams stirbt mit nur 49 Jahren
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Mittwoch, 11. September 2019

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Das Gesicht der WM 1995 ist verstorben.

Er war ein Pionier und Wegbereiter für das Rugby im Land am Kap der guten Hoffnung. Beim WM-Märchen von 1995 war er der einzige schwarze Spieler der Springboks und gab einem zuvor jahrzehntelang von einem Unrechtsregime gebeutelten Land die Hoffnung auf Versöhnung. Am Wochenende ist der ehemalige Springboks-Außen und Rugby-World-Cup-Sieger Chester Williams mit nur 49 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben.

Er war der Wegbereiter für eine ganze Generation an Weltklassespielern um Bryan Habana, JP Pietersen und Tendai „Beast“ Mtawarira, die mit Williams zweierlei gemein haben: Sie sind Teil der farbigen Mehrheit Südafrikas und haben es auf dem Rugby-Feld bis zum WM-Titel geschafft. Nur war Williams zu seiner Zeit der einzige farbige Spieler im gesamten Springboks-Team in einem Land, in dem um die 90 Prozent der Bevölkerung farbig sind.

Denn bis zum Ende der Apartheid-Ära Anfang der 1990er-Jahre wurde die Mehrheit systematisch und zum Teil brutal unterdrückt. Rugby galt als Bastion der weißen Südafrikaner und noch in den 1970ern hatte sich das damalige Springboks-Team geweigert, gegen Neuseeland oder Australien anzutreten, sofern diese nicht-weiße Spieler aufstellen.

Staatstrauer in Südafrika

Diesen Hintergrund muss man wissen, um die Bedeutung von Chester Williams für das Land des zweimaligen Weltmeisters zu verstehen. Nicht umsonst hat Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa die Fahnen im Land nach Williams Tod auf Halbmast senken lassen und ein Begräbnis mit allen Ehren angeordnet. Williams selbst kam durch seinen Vater zum bei der schwarzen Bevölkerung damals noch verhassten Rugby-Sport. Er war einer der wenigen, die bereits in den 1970er-Jahren den vermeintlichen Sport der Unterdrücker betrieb.

Vier Versuche im Viertelfinale: Williams wohl bestes Spiel jemals

Damals hatte es noch eine separate südafrikanische Auswahl für farbige Spieler gegeben, die außerhalb des Verbandes organisiert war. Doch über diese Auswahl-Mannschaft kam Wilfred Williams sogar zu der großen Ehre, gegen die British and Irish Lions antreten zu dürfen. Er hatte zwanzig Jahre später schließlich die Möglichkeit, seinen Sohn als erst dritten farbigen Spieler überhaupt im Grün der Boks zu sehen.

Mandela und Williams - eine besondere Beziehung

Williams war ein Jahr vor dem Turnier vom damaligen Präsidenten des Landes Nelson Mandela eingeladen worden - Madiba, wie Mandela als erster frei gewählter Präsident in Südafrika liebevoll als Vater des neuen Südafrika genannt wird, sprach mit ihm über die Bedeutung des Turniers für den Versöhnungsprozess in Südafrika. Die Beziehung der beiden sollte bis zum Tod Mandelas im Jahr 2013 anhalten - Mandela wurde zum Patenonkel beider Kinder Williams.

Rund um das World-Cup-Turnier 1995, das im Hollywood-Film Invictus für die Ewigkeit festgehalten wurde, war Williams das Gesicht des Turniers schlechthin. Er wurde gar auf einem Jumbo-Jet der South African Airways abgebildet - dabei hätte er das Turnier fast verpasst. In einem Vorbereitungsspiel gegen Samoa hatte er sich einen Muskelfaserriss zugezogen, war dann aber noch rechtzeitig fit geworden, um in der K.O.-Phase aufzulaufen und die Südafrikaner im Viertelfinale mit vier Versuchen quasi im Alleingang weiterzubringen.

Nach seiner aktiven Karriere wurde Williams Trainer und coachte unter anderem Südafrikas-Siebener-Nationalmannschaft, die Blitzbokke. Der legendäre Außen galt mit 49  Jahren noch als fit und hatte zuletzt pünktlich zur WM seine eigene Biermarke Chester’s IPA herausgebracht. Das WM-Turnier in Japan wird er nicht mehr erleben dürfen, er wurde heute beigesetzt. Sein Andenken wird bei den Springboks-Spielern um Kapitän Kolisi, den ersten schwarzen Spielführer der Boks überhaupt, über das Turnier hinweg weiterleben.

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